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Triathlon Buschhütten: „Als Veranstalter die verdammte Pflicht voranzugehen“

12. Januar 2021



In etwa vier Monaten fällt beim Triathlon Buschhütten der Startschuss für die Saison 2021. Wenn am 9. Mai der Klassiker im Siegerland über die Bühne geht, dann ist das der Verdienst des gesamten ehrenamtlichen Orga- und Helferteams des TVG Buschhütten. Mich haben einige Fragen interessiert, hier kommen die Antworten.

Erst letzte Woche hatten wir ein langes Telefonat mit dem Orga-Team des Triathlon Buschhütten. Updates aus dem Siegerland. Es war unglaublich motivierend zu sehen und zu spüren, wie Herzblut und Leidenschaft das Rad in Buschhütten gerade am Laufen halten. Ich würde sagen, dass es eine Mischung aus Idealismus und Fanatismus für den Triathlonsport ist. Rainer bringt es anders auf den Punkt: „Für uns sind die Athleten das Salz in der Suppe.“

Dieses Gespräch war Anlass für das folgende Interview, das einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen eines Orga-Teams gewährt, das sich gerade auf den Weg gemacht hat, um mit Optimismus für Perspektiven für die Triathlonszene zu sorgen.

Interview mit Rainer Jung, Organisator des Triathlon Buschhütten

Hand aufs Herz: Wo steht euch der Kopf? Wie stressig und anspruchsvoll ist es aktuell, ein Rennen zu planen, das im Mai stattfinden soll?

Rainer: Normalerweise sind die Monate Dezember, Januar und Februar „normale“ Organisationsmonate. Denn mit der entsprechenden Routine und dem Grundgerüst einer funktionierenden Veranstaltung, planen und organisieren wir eigentlich nur noch Neuerungen oder kleinere Veränderungen. Die aktuelle Situation macht aber alles anders. Wir befinden uns seit fast zwei Monaten im kompletten Ausnahmezustand. An sich müssen wir eine fast neue Veranstaltung planen. Neue, oft nicht planbare, wirtschaftliche Grundlagen, hohe Anforderungen an die geänderten Hygiene-Bedingungen und dadurch fast in jedem Bereich eine geänderte Organisation, macht Alles extrem aufwendig. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in den letzten 15 Jahren einen solchen Aufwand betrieben haben oder betreiben mussten. Die Herausforderung bringt uns definitiv ans Limit.

Stoßt ihr mit eurem Vorhaben bei Behörden oder Mitstreitern eher auf Gegenliebe und Unterstützung oder Zurückhaltung und Pessimismus?

Rainer: Extrem viel Zuspruch und Unterstützung erfahren wir bei unseren Partnern und Sponsoren, bei denen wir nach der Absage von letztem Jahr in einer gefühlten Verpflichtung stehen. Wir möchten zeigen, dass wir auch unter solchen Bedingungen Triathlon auf höchstem Niveau liefern können. Bisher haben wir seitens der Behörden, der Stadt und so weiter ebenfalls eine gute Unterstützung. Wenngleich hier und da eine gewisse Zurückhaltung herrscht, da aktuell niemand vorhersehen kann, wie die Infektionslage im Mai sein wird. Wenn man sich die Grußworte des Bürgermeisters der Stadt Kreuztal und des Landrats des Kreises Siegen-Wittgenstein in unserer Ausschreibung ansieht, dann sieht man dass man auch dort froh wäre, wenn es wieder großen Sport in unserer Region geben würde.

Woher nehmt ihr eure Motivation? Es zwingt euch schließlich niemand dazu, dass der Triathlon Buschhütten am 9. Mai stattfinden muss.

Rainer: Woher wir die Motivation nehmen, frage ich mich offen gesagt manchmal auch. Warum tun wir uns das an? Erst recht, wenn selbst der wirtschaftliche Erfolg, und damit die notwendige Unterstützung für den Verein, eher unkalkulierbar ist. Es ist einfach unsere Grundeinstellung, schwierige Herausforderungen anzunehmen und zu meistern. Wir wollen das perfekte Rennen, die perfekte Organisation. Und Herausforderungen, mögen sie noch so schwer sein, gilt es anzunehmen und zu meistern. Geht nicht, gibt’s nicht! Wir brauchen in allen Bereichen wieder Erfolgserlebnisse. Bei uns im Orgateam, bei unseren Sponsoren und Partnern, aber besonders für die Sportler, für unsere Teilnehmer. Wir müssen gerade in diesen Zeiten wieder Ziele und Perspektiven haben. Als Veranstalter haben wir die verdammte Pflicht voran zu gehen: Für den Triathlonsport, für unsere Gesellschaft und für das gemeinsame Miteinander. Wir leben vom Erfolgserlebnis und einem „Danke, das habt ihr gut gemacht“.

Welchen Status habt ihr Stand heute mit der Organisation erreicht? Also auf welche Rahmenbedingungen oder Einschränkungen bereitet ihr euch vor und worauf müssen sich die Athleten einstellen?

Rainer: Wir planen unsere Veranstaltung seit Wochen unter den schärfsten Corona-Bedingungen: Kontakte auf allen Ebenen vermeiden, Kontakte in allen Bereichen nachvollziehbar machen. Die Sicherheit hat oberste Priorität. Wir planen also erst einmal komplett ohne Zuschauer und dadurch mit fast 100-prozentigem Ausschluss von Kontakten für die Aktiven und unsere Helfer. Und, wo es sich nicht vermeiden lässt, werden Parameter eingeplant, die die höchste Sicherheitsstufe haben. Wir sind zu 90 Prozent fertig. Die restlichen zehn Prozent gilt es jetzt in den nächsten zwei Wochen abzuarbeiten. Es wird eine Maskenpflicht bis zum Start und unmittelbar nach dem Zieleinlauf geben. Es geht außerdem um eine Kontaktvermeidung zwischen Helfern, Aktiven und den Offiziellen. Und es wird um noch mehr Eigenverantwortung für die Aktiven gehen. Bei alldem Planen muss auch berücksichtigt werden, dass es für alle Beteiligten trotzdem Spaß machen muss. Wir werden gut gerüstet sein. Wenn wir dürfen, werden wir liefern!

Wenn am 9. Mai der Startschuss fällt und wir alle gemeinsam einen Triathlon-Saisonstart erleben, dann dürfte nicht nur die gesamte Triathlonszene auf Buschhütten schauen, sondern sicherlich weite Teile der Eventbranche. Empfindet ihr einen besonderen, zusätzlichen Druck im Vergleich zu den Vorjahren?

Rainer: Druck haben wir in Buschhütten immer. Eines unserer Leitmotive lautet: Wenn besser möglich ist, ist gut nicht genug. Wir wollen uns immer verbessern und für die Teilnehmer das perfekte Rennen. Egal unter welchen Bedingungen! Aber ja, wir wissen, dass wir Anfang Mai sicher unter besonderer Beobachtung stehen. Der Druck ist groß, jetzt gilt es den Druck in positive Energie umzuwandeln. Jetzt erst recht. Wir wollen zeigen, dass es geht. Wie sagt man so schön? Net schwätze, mache.

Abschließend nochmal kurz der Schwenk zurück zum Thema Motivation: Kann man euch aktuell irgendwie besonders unterstützen? Oder anders gefragt: Womit kann man euch eine Freude machen und dafür sorgen, dass ihr weiterhin so motiviert und überzeugt am Ball bleibt und für den Triathlonsport mit gutem Beispiel voran geht?

Rainer: Bei der unsicheren Kostensituation und den wegfallenden Einnahmen freuen wir uns über jeden Partner und Sponsor, der uns bei unserem Vorhaben unterstützt. Aus dieser Perspektive ist wirtschaftlicher oder materieller Support eine Form der Motivation. Außerdem ist es vor allem wichtig, dass uns unsere vielen Helferinnen und Helfer die Treue halten und immer engagierte neue Helfer hinzu kommen. Man kann also so etwas wie Solidarität mit unserer Veranstaltung zeigen, wenn man als Helferin oder Helfer dabei sein möchte. Einmal im Jahr für einige Stunden helfen und damit für fast 800 Sportler eine Perspektive schaffen, einem Verein das Überleben ermöglichen und einer Traditionsveranstaltung das Weitermachen ermöglichen. Für uns, das Orga-Team, ist es aber auch extrem wichtig ganz einfachen Zuspruch zu bekommen. Zuspruch besonders von denjenigen, für die wir es letztendlich all das auf uns nehmen: den Sportlern.

An dieser Stelle sagen wir stellvertretend für viele Athletinnen und Athleten Danke!

Bitte macht weiter so in Buschhütten, damit wir alle gemeinsam auf den 9. Mai hinfiebern und etwas haben, auf das wir uns freuen können!

Bock zu helfen?

Leute, wenn ihr helfen wollt, dass der Triathlon Buschhütten reibungslos über die Bühne gehen kann und ihr mit anpacken wollt, dann zögert nicht und meldet euch bei Sabine, Rainer und dem Team! Schickt einfach eine Mail an folgende Adresse und bietet eure Hilfe an – oder schickt wenigstens ein paar nette Worte ins Siegerland: info@tvg-buschhuetten.de