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Die Hoheit über die eigene Aufmerksamkeit

Wie ich die Hoheit über meine Aufmerksamkeit zurückerobere

Kennt ihr das? Es plingt, es vibriert, es tutet… ich rede von diesen komischen Benachrichtigungen die andauernd auf dem eigenen Smartphone und dem Computer aufploppen. Eigentlich keine große Sache dachte ich mir lange Zeit. Doch irgendwann kam der Punkt, da stellte ich fest, dass diese Benachrichtigungen einen Großteil meiner Aufmerksamkeit über den gesamten Tag hinweg leiten. Damit ist Schluss!

Jan Peiniger von Pushing Limits
Jan Peiniger Der Weg zählt!
17. Januar 2018 Biohack Regeneration

Ich will wieder selber entscheiden wie ich meine Aufmerksamkeit verteile

Diese kleinen roten Knubbel an den Ecken der App- und Programmsymbole – Eine Ausgeburt der Hölle!

Taucht irgendwo so ein Notification-Knubbel auf muss er weg… und zwar sofort!

Meine Toleranz für diese spezielle digitale Lebensform ist äußerst gering. Diese Intoleranz sorgte dafür, dass irgendwann so gut wie meine gesamte Aufmerksamkeit – vor allem unterwegs – von diesen Benachrichtigungen gelenkt wurde.

Mein iPhone vibrierte in der Tasche und schon wurde ich nervös. Sollte ich nicht lieber sofort nachschauen? Könnte ja um Leben und Tot gehen!? Na komm, nur einen kurzen Blick werfen und zumindest dafür sorgen, dass das Benachrichtigungs-Icon verschwindet.

Irgendwann interessierte mich der Inhalt der mir da zugestellte wurde weniger als das Stillen des Bedürfnisses das Icon weg zu bekommen. Klingt krankhaft? War es sicher auch.

Ja, die Vibration und/oder der Pling gepaart mit dem Icon suggeriert ein wichtiges Ereignis. Es sagt: Da ist etwas passiert was JETZT unbedingt deine Aufmerksamkeit benötigt… Echt jetzt? Also wirklich?

Wie viel wirklich nützliche Benachrichtigungen bekommt man?

Vor ein paar Wochen wurde mir das alles zu viel. Mir wurde klar – zu einem kleinen Teil durch eigene Erkenntnis, zu allererst aber durch liebevolle Hinweise meiner Aylin – dass das so doch nicht gewollt sein kann und sicher nicht dauerhaft förderlich ist.

Vielen Dank mein Schatz, dass du dieses Gedankenkarusell bei mir in Gang gebracht hast. Von diesem Punkt an hatte ich eine Mission:

Ich erobere die Hoheit über die Verteilung meiner Aufmerksamkeit zurück. Tschacka… ich kann das!

Von diesem Moment an stellte ich mir ein paar Fragen zu den Benachrichtigungen die ich da bekomme. Brauch ich die überhaupt alle in dieser Form? Welche von den Benachrichtigungen interessieren mich wirklich? Welche Information brauche ich im Zweifel sofort und auf der Stelle und welche kann auch einfach warten oder ist gar komplett überflüssig?

Bis dahin hatte ich mich noch garnicht mit den vorhanden Möglichkeiten der Konfiguration von Notifications auf dem iPhone beschäftigt. Es war einfach alles so eingestellt wie die App-Entwickler der jeweiligen App sich das gewünscht haben.

Welche Apps schickten mir die meisten Benachrichtigungen?

  1. Facebook
  2. Facebook Messenger
  3. What’s App
  4. Instagram
  5. Mail-App
  6. Twitter
  7. Fitbit
  8. Strava
  9. Podcasts
  10. Netflix
  11. iTunes (Serien)
  12. TrainingPeaks
  13. Elite HRV
  14. Wecker
  15. Garmin Connect
  16. MyFitnessPal
  17. Bring (Einkaufsliste)
  18. Headspace
  19. Outbank (Banking App)

Diese Liste hat mich zum Staunen gebracht. Und das sind ja noch nicht mal alle, sondern nur die App, mit sehr regelmäßig was schicken. Wow… das ist eine ganze Menge.

Es galt radikal auszumisten und in diesem Zuge einfach auch mal zu priorisieren. Denn wenn man auf die Liste schaut wird wohl schnell klar.

90% davon brauche ich nicht als Sofortnachricht und eventuell sogar überhaupt nicht.

So schaute ich mir alle Apps auf dem Smartphone und dem Computer einmal genauer an und sortierte aus. Versteht mich nicht falsch. Es ging mir nicht darum die Dienste generell in Frage zu stellen. Ich nutze diese Dienste gerne und sie bieten mir tolle Mehrwerte in ihrem jeweiligen Spezialgebiet. Aber brauche ich von all diesen Diensten wirklich Benachrichtigungen zu jedem Ereignis? Die Antwort war ein klares Nein! So sortierte ich jede App in eine der folgenden drei Kategorien:

  1. Benachrichtigungen mit Ton/Vibrieren auf dem Homescreen
    UND ein Icon mit Zahl am App-Symbol
  2. KEINE Benachrichtigungen aber Icon mit Zahl am App-Symbol
  3. KEINE Benachrichtigungen und KEIN Icon

In Kategorie 1 gehören die Apps bei denen ich davon ausgehen, dass ich die Information die eintrifft auch wirklich zeitnah konsumieren will oder muss. Herausgekommen sind die folgenden neuen Prioritäten.

In Kategorie 1 (volle Notifications) sind folgende Apps:

  • What’s App
  • Facebook Messenger
  • Bring

In Kategorie 2 (nur App-Symbol) sind folgende Apps:

  • Mail-App
  • Podcasts

In Kategorie 3 (keine Kennzeichnung) befinden sind ALLE restlichen Apps

Ja… ihr lest richtig. Ihr findet da kein Facebook, kein Instagram und kein anderes Social Network. Lediglich die Messenger-Dienste sind drin geblieben.

Facebook darf mir keine Mitteilungen mehr schicken
Facebook hat jetzt Mitteilungs-Verbot bei mir

Fazit: Es ist ein RICHTIG gutes Gefühl

Kennt ihr das Phänomen des Phantomvibrierens? Man denkt, dass eigene Handy hat vibriert aber wenn man aufs Display schaut ist da garnichts? So ging es mir in den ersten Tagen nach der Umstellung sehr, sehr oft. ABER: Das lässt nach und mittlerweile fühl es sich einfach gut an.

Es klingt vielleicht komisch aber es ist ein neues Gefühl von Freiheit. Ein Gefühl, dass man aber wohl nur dann bekommt, wenn man vorher viel zu weit abgedriftet war in die Fremdsteuerung durch all die digitalen Dienste die an einem zerren… wenn man sie lässt.

Hand auf’s Herz! Geht es euch auch manchmal so wie es mir erging?

2 Kommentare

  1. Hallo Jan,
    jap, mir geht es ebenso, wenn auch mit weniger Apps.
    In der aktuellen Brandeins gab es einen Artikel über „gutes“ APP-Design. War recht schockierend. z.B. dass dieses „Herunterziehen“ für ein Update und als Belohnung gibt es News im Feed o.ä. eine ähnliche Mechanik wie beim Einarmigen Banditen ist mit der Folge, dass wir immer mehr von unseren Smartphones vereinbart werden.

    Beste Grüße
    Ruben

  2. Pingback: Strava, Garmin & Co – Die Gefahr von Big Data im Ausdauersport

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