Tapering vor dem Wettkampf

Entspann doch mal: Tapering vor dem Wettkampf

Was ist das überhaupt? Tapering? An dieses Wort werde ich mich nie so richtig gewöhnen, es klingt einfach irgendwie komisch. Geht das nur mir so? Einfach gesagt heißt es: Training runterfahren und Kräfte sammeln für den Renntag. Die Dauer kann dabei stark variieren und ist höchst individuell. Von einer bis zu mehreren Wochen ist alles möglich.

Erschienen am 28. Juni 2017 Tags: Leistung, Regeneration, Training

Wikipedia sagt dazu: „Tapering bezeichnet die Reduktion des Trainingsumfangs vor einer großen Ausdauerbelastung (Wettkampf). Der Begriff ist vom englisch Begriff „Tapering“ („Zuspitzung“ oder „Reduktion“) abgeleitet. Der Umfang des Taperings wird unterschiedlich gehandhabt und es gibt hier keine Regeln.“

Schlappe Beine – schlapper Kopf?! Die Diskrepanzen zwischen Theorie und Praxis

Die Taperingphase ist eine harte Zeit für einen Sportler. Nach Wochen oder Monaten des regelmäßigen, intensiven Trainings wird nun erwartet deutlich weniger, bis gar nicht mehr zu trainieren. Ist auch absolut richtig und sinnvoll, schließlich soll der Körper am Renntag in Topform sein: Die Superkompensation soll nochmal richtig zuschlagen, die Muskulatur und das Bindegewebe vollständig wiederhergestellt sein und die Energiespeicher maximal gefüllt.

Ich soll weniger trainieren? Waaaaaaaaas? OMG!

Gerade in den ersten Tagen der Trainingsreduktion fühle ich oft alles andere als topfit und bereit Bäume auszureißen. Die Beine sind schwer und träge und ich mache mir Gedanken darüber, ob nicht doch mehr Form verloren geht, als ich sie durchs Tapering hinzugewinne. Aber keine Sorge: Nein, das ist totaler Blödsinn… willkommen im Kopf eines Sportlers, der anfängt an seine Spielchen zu spielen.

„Kurz und knackig“ hält die Muskulatur in Bereitschaft

Nachdem die ersten Tage Tapering überstanden sind meldet sie sich so langsam… die Frische! Ganz vorsichtig kommt sie dabei um die Ecke. Als würde sie erst noch unsicher durch den Türspalt schauen um sicher zu gehen, dass die Luft auch wirklich rein ist und ihr niemand etwas böses will. Ja… diese Form… sie ist wie ein scheues Reh. Doch wenn wir sie nicht durch zu viel Training wieder verschrecken, dann kommt sie raus und sorgt für Freude!

Damit die Muskulatur aber nicht komplett vergisst was ich in ein paar Tagen am Wettkampftag von ihr will, gibt es in der letzten Woche des Taperings ein paar sehr kurze dafür aber knackige Einheiten. Ein Beispiel von mir sind da 3 mal 1000 Meter GA2-Laufintervalle mit 2 Minuten Gehpause – natürlich mit entsprechend lockerem Ein- und Auslaufen. Sie belasten die Muskulatur nicht übermäßig, geben aber einen eindeutiges Signal an den Körper:

Mach‘ nicht zuuuu locker meine lieber Körper… denn das kann jederzeit auf dich zukommen

Dieses geile Gefühl von purer Energie im Körper

Dann kommt der Tag, da steht man wenige Tage vorm Wettkampf auf und merkt plötzlich wie die Energie in einem aufsteigt. Bei mir macht sich dann ein Gefühl von Leichtigkeit breit, als könnte ich jederzeit in ein Sprintduell mit Usain Bolt gehen, direkt vom Frühstückstisch aus… und er hätte keine Chance. 😀

Naja… vielleicht doch… Aber ihr versteht bestimmt was ich meine und wenn ihr richtig regeneriert seid, dann solltet ihr dieses Gefühl auch in irgendeiner Art und Weise kennen.

Sind die Beine frisch ist auch der Kopf frisch

Der sensibelste Muskel eines jeden Ausdauersportlers ist ja oft nicht in den Beinen zu suchen, sondern im Kopf. Hier gilt: Cool bleiben und auf die jahrelange Erfahrung von Sportlern und Trainern hören und ein auf sich selbst und den Wettkampf angepasstes Tapering durchziehen. Die ersten paar Tage Trägheit und Skepsis vergehen dann von alleine wieder und dann wird man sich über die Energie und Frische freuen.

Ganz wichtig für mich: Erst wenn ich dieses Gefühl der Frische in den Beinen haben schaltet auch mein Kopf auf Entspannung und Zuversicht. Mich kann dann nur noch wenig aus der Bahn werfen, denn ich weiß:

Mein Körper ist bereit – mein Kopf ist bereit – ICH bin bereit!

Wenn ihr mit diesem Gefühl am Morgen des Wettkampfes aufwacht, dann kann euch nichts aufhalten!

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