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Frankfurt Marathon: Alles riskiert. Nix gewonnen!

So kann es auch mal gehen… Die Methode „Alles oder Nichts“ hat gestern beim Frankfurt Marathon für mich leider mit dem Ergebnis „Nichts“ geendet. Am Ende steht zwar ein Finish nach 3:20 Stunden zu Buche aber ab Kilometer 30 war mein Rennen schon gelaufen. Von da an: Wandertag!

Jan Peiniger von Pushing Limits
Jan Peiniger Der Weg zählt!

In Ruhe in Frankfurt ankommen

Schon am Freitag ging es für mich nach Frankfurt, ich wollte das Rennwochenende ganz entspannt angehen lassen. So saß ich schon früh Morgens in Jogginghose und mit Rucksack bepackt im ICE. Ich war gut erholt und ebenso gut drauf. In Frankfurt angekommen ging ich erstmal gemütlich einen Kaffee trinken und etwas Frühstücken. Pünktlich zur Öffnung der Startnummernausgabe um 12 Uhr war ich dann auf der Marathonmesse.

Es war definitiv die richtige Idee am Freitag schon anzureisen, denn die Messe war quasi noch komplett leer. Im Handumdrehen hatte ich meine Startnummer und konnte ganz in Ruhe durch die Gänge schlendern, kein Anstehen, kein Drängeln… so kann’s gehen. An dem ein oder anderen Stand wurden nach dem Aufbau noch Werbefotos geschossen… so sah ich Arne Gabius liegend auf einer Massagerolle posieren und ich dachte mir nur: „Jetzt mach nicht noch son‘ Scheiß vor deinem Angriff auf den deutschen Rekord“. Ich deckte mich lediglich noch mit ein paar Gels für das Rennen ein, dann war mein Pflichtprogramm für den Tag auch schon erledigt.

Meine Startnummer beim Frankfurt Marathon

Zeit für ein Käffchen ist immer

Abseits des Marathons konnte ich dann noch ein paar Triathlon Connections pflegen. Am Nachmittag war ich mit Robert einen mega guten Cappuccino trinken. Ich kann jedem nur empfehlen mal bei The Espresso Bar vorbei zu schauen. Robert hat sich vor kurzem beim Ironman Wales für die Weltmeisterschaft auf Hawaii 2016 qualifiziert und konnte dementsprechend von seinem Rennen, auf einer der sicherlich krassesten Ironmanstrecken überhaupt, berichten.

Am Abend ging es einen Burger essen mit Pascal, der nun sein erstes Jahr als Triathlon-Profi hinter sich hat und mit dem 5. Platz beim Ironman Zürich direkt mal ordentlich gerockt hat. Darüber hinaus ist Pascal zufällig auch das diesjährige „Gesicht“ das Frankfurt Marathon und quasi auf jedem Werbemittel zu sehen, vom Startbeutel bis zur Streckenkarte, man kommt dieses Wochenende nicht an ihm vorbei. 😀

Ein entspannter Samstag

Den Samstag lies ich ebenso maximal entspannt angehen. Nach dem Ausschlafen ging es ausgiebig Frühstücken, schließlich mussten die Energietanks noch final aufgefüllt werden. Mittags war dann Meeting mit dem Coach auf der Messe angesagt. Wie immer wurde neben der Fachsimpelei viel gescherzt. Da Mario in Frankfurt quasi jeden zweiten Sportler kennt, gab es Einblicke in die unterschiedlichsten Rennstrategien.

Am Nachmittag kam auch meine Freundin in Frankfurt an. Ich freue mich jedes Mal, wenn sie bei einem Rennen dabei ist und habe das Glück, dass sie diese ganzen verrückten Sachen mitmacht und hinter mir steht 🙂 Danke Schatz!

Meine Rennstrategie – all or nothing!

Im Vorjahr habe ich den Marathon in Frankfurt nach 3:04 Stunden gefinished und mir war klar, diese Zeit will ich unterbieten… und zwar indem ich unter die 3 Stunden Marke laufe. Ich tat mich im Vorfeld aber extrem schwer, ein Gefühl für meine eigene Form zu entwickeln. Ich hatte dieses Jahr schon zwei Ironman-Distanzen ins Ziel gebracht und die letzte von beiden lag erst 7 Wochen zurück. Zwischenzeitlich war die Luft im Training ein bisschen raus… nichts desto trotz, die harten Intervall-Einheiten liefen gut und das Tempo war anscheinend da. Aber dennoch, ein wirkliches Gefühl dafür, welches Tempo ich zu laufen in der Lage bin, fehlte mir. Also sollte die Devise heißen: Alles oder Nichts. Ich Laufe auf eine Zeit von unter drei Stunden… entweder es klappt… oder ich gehe hoch…

Das Rennen: Kontrolliert in die Explosion

10 Uhr Morgens, Messe Frankfurt… Startschuss! Los geht’s! Mein Plan: Anlaufen mit einer Pace von 4:20 min/km um mich nach den ersten Kilometern auf eine Pace von um die 4:10 rum zu stabilisieren. Gesagt, getan… ich ließ die Beine einfach locker laufen, die Pace passte perfekt. Kilometer 5 rauschte vorbei, ebenso Kilometer 10, Kilometer 15, Kilometer 20… Huch! Ich lief so vor mich hin, guckte nach rechts, und wen sehe ich da direkt neben mir laufen? Den Markus… Markus Ganser, von Radsport Ganser, dem Radladen meines Vertrauens. Sachen gibt’s, so „läuft“ man sich im wahrsten Sinne des Wortes einfach über den Weg. Markus war gerade erst zurück von der Ironman WM auf Hawaii, bei der er quasi ein Dauerabo hat. Soll heißen… er ist ein krasser Triathlet. Da kann man auch ganz spontan mal noch den Marathon in Frankfurt in 02:57 laufen… du bist echt ein verrückter Typ!

Vorbei an der Halbmarathon Marke: 1:28h standen auf meiner Uhr… genau die Zeit bei der ich zur Hälfte durchlaufen wollte. Alles war im grünen Bereich. Weiter ging’s… Ich passierte Kilometer 25, auf diesem Teil der Strecke gab es ein paar Hügel in Form von Brückenauffahrten die es zu überwinden galt. An den Steigungen merkte ich dann langsam aber sicher, das irgendwas mit meinem linken Oberschenkel nicht ganz stimmte. Dennoch, die Pace war noch voll in Ordnung. Ein paar Kilometer später war dann aber klar, da war wirklich etwas nicht in Ordnung mit dem linken Schenkel: Kurz vor der 30 Kilometer Marke machte der Oberschenkel einfach dicht.

Kabumm! Da hat’s einfach „Peng“ gemacht!

Der erste Gedanke: Ach komm… das läufst du wieder raus, einfach kurz auf die Zähne beißen. Leider ging der Plan nicht auf… aber so schnell aufgeben wollte ich nicht, ich hatte immer noch einen kleinen Vorsprung auf die beiden 2:59er Pacemaker mit ihren gelben Luftballons. Also mal kurz zwei Gänge runter schalten, versuchen den Muskel zu lockern, um dann einfach in der Gruppe um die Pacemaker wieder einzusteigen. Der Plan funktionierte genau 200 Meter, bevor mir der Muskel unmissverständlich zu verstehen gab, dass ich mit ihm heute nicht mehr rechnen muss.

Frankfurt Marathon Einbruch auf Strava

Das war’s dann also… erstmal ne Runde gehen. Es brodelte in mir: „Das kann doch nicht wahr sein“… wieder kurz anlaufen, wieder gehen, wieder laufen, wieder gehen. „Soll ich aussteigen?… Nä! Never! Ich fahr doch nicht hier hin um dann nicht in die Festhalle einzulaufen und meine Freundin, die in der Halle auf jeden Fall auf mich warten würde, zu enttäuschen“. Das und viel mehr ging mir durch den Kopf… also Zähne zusammenbeißen und weiter mit einer Mischung aus Gehen und Laufen Richtung Ziel.

„Entspannt“ ins Ziel

Ein ganz neue positive Erfahrung konnte ich dann doch noch machen! Die letzten beiden Jahre erlebte ich den Zieleinlauf nur noch schemenhaft, nahe des Deliriums, mit einem Puls jenseits von Gut und Böse. Das war dieses Jahr anders, zwar tat das Bein weh und ich muss sichtlich gehumpelt haben, aber mein Puls war in ganz entspannten Bereichen und so konnte ich die tolle Stimmung beim Zieleinlauf in der Festhalle mal richtig erleben. Schon einmalig dieser Frankfurter Zieleinlauf. Das Beste: Im Ziel wartete natürlich meine Freundin mit einer lieben Umarmung und aufmunternden Worten.  🙂

Ziel in der Festhalle beim Frankfurt Marathon

Garmin 920XT mit meiner Zielzeit beim Frankfurt Marathon

Kleiner Snack als Frustbewältigung

Nach einer Dusche, einer Tüte Gummibärchen, 6 Donuts und einer Pizza wich der Ärger auch so langsam wieder dem Ehrgeiz. Diese Niederlage wird mich sicher noch ein paar Tage beschäftigen aber sie stachelt mich jetzt schon dazu an es im nächsten Jahr besser zu machen. Diese Niederlage gegen mich selbst werde ich so nicht stehen lassen!

Meine Pizza nach dem Marathon

Es war ein schönes Wochenende

Am Ende bleibt festzuhalten, dass ich zwar sportlich gefloppt bin, es aber insgesamt ein tolles Wochenende in Frankfurt war. Ich hab viele coole Menschen kennengelernt, andere wiedergetroffen und hatte meinen liebsten Menschen um mich. Das reicht doch vollkommen für einen schönen Saisonabschluss. Jetzt werden erstmal die Beine hoch gelegt und Pläne für’s nächste Jahr geschmiedet… Stay tuned!

Weiterführende Links:

 

2 Kommentare

  1. Schöner Bericht. Gut, dass du nicht aufgegeben hast. Bei mir war am Ende der Mainzer der Akku leer. War auch kurz vor Aufgabe und hab’s dann doch noch durchgezogen.

  2. Toller Bericht! Ich bin für Oktober zu meinem erst 2.Marathon überhaupt in Frankfurt. Wo gab/gibt es denn den beschriebenen Burger, sowie die Pizza auf dem Bild? Danke für die Hilfe …!

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