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Sprung über das Hinderniss

Ist das schon zu viel? Leistungsoptimierung durch Nahrungsergänzung

Vor ein paar Wochen im Trainingslager auf Fuerteventura fanden wir uns irgendwann beim „Rumfrotzeln“ über Doping und den ein oder anderen Dopingsünder wieder. Wer, wie, wo, wieso…? Schnell driftet man ab in Zynismus und Sarkasmus. Logisch, ein bisschen Trashtalk gehört ja irgendwie dazu. Schnell wird sich distanziert, der Zeigefinger erhoben und schwere Vorwürfe der Unsportlichkeit erhoben… da kann ich mich nicht ausnehmen.

Etwas später in einer stillen Minute musste ich nochmal darüber nachdenken. Versteht mich nicht falsch, ich halte Doping für richtig scheiße – vor allem für Amateurathleten ist es mindestens bodenloser Selbstbetrug. Ich glaube aber auch: Ganz so einfach ist das nicht! Wo fängt es an? Ist es eigentlich „ok“, dass ich mir jeden Tag ’nen kleinen Kapselcocktail reinhaue? Klar, das sind alles stinknormale Nahrungsergänzungsmittel:

Einige sagen dazu „teures Urin“ 😉 … aber wo liegt da nun eigentlich die Grenze?

Jan tägliche Nahrungsergänzungsmittel
Ein bisschen Eisen, Omega-3-Fette, Vitamine, Aminosäuren und Vitamin D3 mehr nicht…

Erlaub ist Alles was nicht explizit verboten ist?

Irgendwie ist es dann eben doch nicht ganz so einfach. Klar… die Leute die ganz bewusst Dinge ich sich reinwerfen, die auf der Liste von illegalen Dopingsubstanzen stehen sind ohne wenn und aber zu verurteilen, über die will ich hier garnicht reden.

Ein paar Tage zuvor hatten wir uns noch sehr intensiv über Blutwerte und in dem Zusammenhang über Nahrungsergänzung unterhalten. Ich beschäftige mich selber im Moment sehr intensiv mit meinen Blutwerten, lasse mich regelmäßig checken und schaue wo ich so stehe. Mineralien, Aminosäuren, Hormone, Eisen… Klar, als erstes versuche ich möglichst viel schon über die Ernährung abzudecken aber bei bestimmten Nährstoffen tue ich mich schwer auf einen optimalen Wert zu kommen. Da versuche ich die Lücken dann mit der ein oder anderen Kapsel an Nahrungsergänzung aufzufüllen.

Im Laufe der Diskussion kamen wir auf das Thema Eisen, und darauf das die orale Einnahme von Eisen ja eigentlich nichts bringt und dass man, wenn man es ernst meint, zur Eiseninjektion greifen sollte. Klingt logisch… direkt ins Blut.

Später, nach unserem Doping-Trashtalk musste ich noch einmal daran zurück denken. Hmmm… Eisen per Injektion… von diesem Moment fühlte es sich für mich ein bisschen „falsch“ an… oder? Ich bin mir nicht sicher…

Nadel im Arm? Wo fängt Doping überhaupt an?

Diese Frage geht mir seit dem immer mal wieder durch den Kopf. Verboten ist die Eiseninjektion nicht… also sie ist kein illegales Doping. Aber ich hau mir da eine Spritze in den Arm?! Ja verdammte Scheiße … wo fängt denn dieses Doping jetzt an? Nicht aus Sicht der Sportgerichtsbarkeit, sondern aus Sicht meiner eigenen, ganz persönlichen, moralischen Vorstellung!

Bei der Spritze im Arm? Vielleicht aber auch schon bei der Nahrungsergänzungskapsel? Bei Ibuprofen zur Schmerzunterdrückung im Training und Wettkampf? Eventuell schon bei der Auswahl der Nahrungsmittel unter Berücksichtigung ihrer Nährstoffe, um bekannte Lücken zu schließen und die Leistung zu optimieren? In jedem dieser Fälle wird ja irgendwie nachgeholfen.

Fazit: Ich werd noch ein bisschen drüber nachdenken müssen

Das wir uns bitte alle auf der legalen Seite der Dopingliste aufhalten wollen – und das auch tun – steht für mich außer Frage. Den Fall der Eiseninjektion konnte ich rein für mich jetzt noch nicht abschließend beurteilen. Es mag ein wenig philosophisch klingen und eventuell mag es der ein oder andere auch weltfremd nennen: Für mich spielt beim dem Thema die eigene moralische Grenze eine wichtige Rolle und die ist aus meiner Sicht nicht immer ganz so einfach zu definieren.

Wo fängt für euch „Doping“ an? Was ist für euch noch ok und was geht nicht mehr? Ist es die rechtliche Grenze oder hadert ihr auch gerne mal mit den eigenen „Überlegungen“ zu Nahrungsergänzungsmitteln?

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