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Ist der Rug erst ruiniert

Ist der Ruf erst ruiniert – Die Sportverbände dieser Welt

Es könnte ja alles so schön und einfach sein im Sport: Schließlich gibt es in jeder Sportart Regeln und on top oft noch so etwas wie Gentlemen-Agreements, die dafür sorgen das Sport fair ist, funktioniert und Spaß machen kann. Doch dann gibt es Zeiten, da passieren Dinge und kursieren zusätzliche Informationen, die mich daran zweifeln lassen. Denn genau die Organisationen, die eigentlich für die Wahrung des fairen Sports eintreten sollten, treten die Werte des eigenen Sports mit Füßen.

Jan Peiniger von Pushing Limits
Jan Peiniger Der Weg zählt!

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt’s sich gänzlich ungeniert!

Mittlerweile ist es ja fast so, dass man nur den ein oder anderen Verbandsnamen aussprechen muss, um dafür zu sorgen, dass mindestens die Hälfte der Leute im Raum die Augen verdrehen. Die FIFA und UEFA werden sogar allzu gerne als mafiöse Organisationen bezeichnet. Der Ruf in der Öffentlichkeit ist gefühlt so gut wie vollständig zerstört. Im Fußball geht es um viel Geld, oft wird der Spruch bemüht: „Der Kommerz macht den Fußball kaputt“. Vom Thema „Russisches-Staatsdoping“ muss ich da garnicht erst anfangen.

Andere Sportverbände brauchen noch nicht einmal den Kommerz um sich einen Dreck um die eigenen sportlichen Werte zu scheren.

Minenfeld Ausdauersport – Eine Frage der Transparenz

Wir Ausdauersportler sind ganz schön gebeutelt: Vor allem das immer noch allgegenwärtige Thema Doping macht so gut wie jeder Ausdauersportart zu schaffen. Besserung in Sicht? Fehlanzeige!

Man hätte denken können, dass nach dem großen Dopingbeben im Radsport Jedem der Ernst der Lage bewusst geworden ist. Er hat doch gezeigt, dass, wenn die Menschen kein Vertrauen mehr in sportlichen Leistungen haben, kein Sieg mehr etwas wert ist. Kaum jemand wird sich ein Sportspektakel noch anschauen – und wenn, dann mit der Zusatzfrage „… ob der wohl sauber ist?“.

Hier soll es jetzt gar nicht um Doping gehen, sondern um das Thema Vertrauen. Vertrauen in sportlichen Wettbewerb, Fairness und Sportsgeist.

Und nun kommen die Verbände ins Spiel. Eine ihrer ganz großen Aufgaben ist es, aus meiner Sicht, zu versuchen, das Vertrauen in den Sport aufrecht zu erhalten oder – je nach Sportart – wieder herzustellen und zu festigen.

Doch dies gelingt den Verbänden zunehmend schlecht. Wahrscheinlich war ich in der Vergangenheit viel zu naiv, oder bekomme nun erst – wo wir eine gewisse Größe als Sportplattform erreicht haben – deutlich mehr zu Ohren, als noch als  „unbeteiligter“ Hobbysportler.

Im Sinne des Sports? Am Arsch!

Das Vertrauen in unsere geliebten Ausdauersportarten ist fragil. Diese Fragilität macht es unglaublich wichtig – nein, sogar existenziell wichtig –, dass Sachverhalte rund um die gemeinsamen sportlichen Werte und Regelverstöße, schnell und transparenz kommuniziert werden.

Aber nein, anstatt dessen werden Pläuschchen im „Hinterzimmer“ abgehalten und Informationen zurückgehalten. Wahrscheinlich mit der Intention á la: „Das behalten wir lieber für uns,  kann man ja auch eh nichts mehr dran ändern und so ersparen wir uns den Aufschrei“.

Doch, verdammt nochmal, es ist verdammt wichtig, dass die Verbände auch die kleinen Dinge transparent und schnell kommunizieren. Denn wo fängt denn eine Kleinigkeit an und wo hört sich auf? Irgendwann verschiebt sich diese Grenze, das wissen wir doch alle.

Erst verschweigt man vielleicht das Wissen über ein einfaches Abkürzen, weil irgendeine Einspruchsfrist abgelaufen ist, und es doof aussieht, wenn der Sieger eigentlich nicht der Sieger ist, aber nichts mehr daran geändert werden kann.

Wenn man schon bei so etwas Einfachem den Athleten, Fans und Sponsoren Informationen dieser Art vorenthält, was behaltet ihr dann sonst noch so alles für euch, weil es unbequem zu kommunizieren wäre?

Liebe Verbände, wieso tut ihr euch so schwer transparent zu kommunizieren, die eigenen sportlichen Werte nicht nur zu predigen, sondern auch zu leben?

Ihr seid für jeden Sportler echt beschissene Vorbilder und schadet dem Sport, den ihr eigentlich schützen und zu Gedeihen bringen solltet, massiv. Werdet euch eurer Verantwortung bewusst und steckt eure Egos in die Tasche und handelt – vor allem aber kommuniziert – auch so!

Ich möchte euch gerne vertrauen… wirklich!

Quo Vadis 2019

5 Kommentare

  1. Du hast so recht, aber woran liegt das? Es sind sind Menschen die dort Arbeiten wie du und ich, leider stellen sie meistens ihre persönlichen Interessen in Vordergrund und vergessen dabei für wen Sie arbeiten und wir Athleten können nichts daran ändern, weil wir keine Funktionäre sind, die wählen dürfen. Athleten und Vereine werden gemolken wie Kühe.

  2. Hi Jan, mir fällt es schwer dem Kommentar ohne klar benannte Beispiele zu folgen. Sicher hast du mit vielen Aussagen recht aber ohne einen Praxisbezug klingt das alles sehr pauschal. Das Thema ist ja seit einigen Monaten/Jahren zu Recht immer wieder in aller Munde, allerdings sollten wir darauf achten, die entsprechenden Verbände/Personen klar anzusprechen, da sich sonst niemand angesprochen und verantwortlich fühlt.

  3. Servus Jan, wie bereits in einem vorherigen Kommentar geschrieben, ist dein Beitrag kaum einzuordnen. Aus meiner Sicht muss zwingend beachtet werden, dass in diesem Jahr zum Beispiel die Deutsche Meisterschaft über die Langdistanz beim Ironman Hamburg ausgetragen wurde. Sofern ich richtig informiert bin, hat dies zunächst nichts mit Ironman zu tun. Wenn das stimmt, dann trägt ein deutscher Verband eine Meisterschaft in einem Rennen aus, wo Gewinnmaximierung (maximale Teilnehmerzahl = viel zu volle Strecke) klar vor den Regeln wie Winschattenverbot steht. Das macht doch die Ansetzung der Meisterschaft durch den Verband schon onehin fraglich. Herzliche Grüße

  4. Hey Leute, danke für das Feedback. Ja, ich weiß, ich kann hier noch keinen konkreten Fall nennen… wir sind aber dran. Der dezente Frust in dieser Hinsicht stammt allerdings auch aus einer Summe an Fällen aus den letzten Wochen und irgendwie einem generellen Werteverfall, vor allem in Spitzenverbänden. Entscheidungen werden nicht im Sinne des Sports, sondern aus vielen ganz unterschiedlichen Gründe getroffen. Geldverteilung, persönlicher Nutzen, Bequemlichkeit, etc… die Wahrung und Durchsetzung der eigentlichen Regeln und Werte der jeweiligen Sportart gerät in den Hintergrund. Das schadet am Ende dem Sport, den Sportlern und auch den vielen ehrenamtlichen Helfern, die zum Großteil selber in kleineren Verbänden arbeiten.

    Und wo wird beim Mauscheln am Ende die Grenze gezogen im Verband? Da ja niemanden direkt davon mitbekommt kann man es garnicht wissen. Und mit der Vergangenheit im Ausdauersport ist das aus meiner Sicht mehr als gefährlich, denn wenn wir eins brauchen im Ausdauersport, dann ist es Vertrauen in Athleten UND Verbände. Nur dieses Vertrauen muss auch gerechtfertigt sein. Die Athleten sind aus meiner Sicht auf einem guten Weg, was Kommunikation und Transparenz angeht. Nur die Spitzenverbände haben sich aus meiner Sicht da überhaupt nicht bewegt.

  5. Hallo Jan,

    auch ich hab aktuell Kontakt zur DTU bzw. zum NRWTV, und kann über den nachfolgend kurz beschriebenen Sachverhalt nur den Kopf schütteln. Hintergrund ist der am nächsten Wochenende stattfindende Köln Triathlon (Cologne Triathlon Weekend). Der Veranstalter informierte erst vor wenigen Wochen, einem Zeitpunkt, an dem kein Rücktritt von der Anmeldung mehr möglich war, dass es sich bei dem Event um eine nicht genehmigte Veranstaltung handeln würde. Auf der Homepage des NRWTV wurde prompt darauf hingewiesen, dass Startpassinhaber an solchen Events nicht teilnehmen dürften und drohte Sperren an. Auf Nachfrage wurde geschildert, dass man erst NACH der Veranstaltung über mögliche Konsequenzen entscheiden würde.
    Was also tun? Die Anmeldegebühr abschreiben und akzeptieren, dass der geleistete Trainingsaufwand für die Tonne war? Oder doch starten und eine Sperre und damit die kommende Saison riskieren? So oder so, die Athleten, die mit der Diskussion zwischen Veranstalter und Verband nichts zu tun haben, sind die Verlierer, und müssen zwischen Pest und Cholera wählen! Für mich eine nicht nachvollziehbare Sachlage, die mich massiv verärgert!
    Sowohl vom Veranstalter als auch vom Verband hätte ich mir a) eine frühzeitige und transparente Kommunikation der Situation und möglicher Folgen, und b) eine für alle Beteiligten – insbesondere für die angemeldeten Athleten – hinnehmbare Lösung, gewünscht.

    Beste Grüße
    Alex

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