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Mit der Grippe kommt die Paranoia

Mit der Grippe kommt die Paranoia – Woche 10 von 32

Anfang der Woche war die Welt noch in Ordnung. Nach dem tollen Schwimmseminar am letzten Wochenende startete ich hochmotiviert in die Woche. So hab ich mir am Montag Abend im Fitnessstudio beim Beintraining so richtig die „Kante“ gegeben. Das regelmäßige intensive Beintraining zeigt erste spürbare Effekte, allerdings in einer etwas anderen Form als angenommen: Klar, die pure Kraft in den Beinen nimmt deutlich zu, aber mehr und mehr habe ich das Gefühl, dass die größere Stabilität in Hüftbeuger und Gesäß für eine deutliche entspanntere Sitzposition auf dem Triathlon-Bike sorgt.

Jan Peiniger von Pushing Limits
Jan Peiniger Der Weg zählt!
01. Februar 2015

Ab ins Schwimmbad: Will man alles auf einmal umsetzen, geht das nach hinten los

Dienstag Morgen wartete dann endlich das Schwimmbad, schließlich wollte jede Menge Input vom Seminar am Wochenende sofort umgesetzt werden. Also voll motiviert um 6 Uhr per Kopfsprung ab ins Wasser und los geht’s. Natürlich wollte ich direkt Alles auf einmal richtig machen! Perfektes Arm-Eintauchen, nicht Übergreifen, Rumpfspannung, Ellbowcatch, usw, usw… das Resultat war, dass es sich überhaupt nicht mehr gut anfühlte und nichts so richtig geklappt hat. Da hatte ich mir wohl zu viel auf einmal vorgenommen. Bei der nächsten Pause erstmal tief durchatmen und den Kopf ausschalten. Von da an hab ich mich eher auf einzelne Komponenten konzentriert, wie wir es auch im Seminar gemacht haben, so ging es direkt viel viel besser. Leider wurde es nach circa einer Stunde auf der Bahn so voll, dass ich meine Tempo-Übungen nicht weiter machen konnte und so das Training früher beenden musste…

Wenn das mit dem Betrieb im Schwimmbad so weiter geht, muss ich mir wohl oder übel einen anderen Plan für meine Schwimmeinheiten überlegen. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für ein gutes Schwimmbad in und um Düsseldorf, in dem man auch zur jetzigen Jahreszeit mal ungestört 1,5 bis 2 Stunden trainieren kann? 🙂

Mittwoch bahnte sich das Übel dann schon an

Auf dem Plan standen 100 Minuten Grundlagen-Lauf mit Steigerungen alle 10 Minuten. Man kann es nicht anders sagen: Das Wetter war richtig beschissen! Wind, Regen, teilweise Hagel, aber ich sagte mir: „So nicht Petrus, mich bekommst du so nicht klein, mit diesen lächerlichen Versuchen mich vom Training abzuhalten“. Ich war also dick eingepackt und legte los. Zu Beginn lief es auch wunderbar, eine niedrige 5er Kilometerzeit kann ich mittlerweile im Grundlagenausdauer-Puls gut laufen.

Nun war es aber so, dass ich schon den Tag über bei der Arbeit das Gefühl hatte, irgendwie ein bisschen schlapp zu sein. Gegen Abend hatte sich das aber eigentlich wieder gelegt. So kam es dann so, dass beim Laufen während der letzten halben Stunde eklatant die Kräfte schwanden und meine Zeit ordentlich nach unten einbrach. Es fühlte sich ein wenig wie die letzten 10 Kilometer eines Marathons an, der Puls war zwar kontrolliert niedrig, aber Kraft um schneller zu laufen war auch keine mehr da. Ich hab die Einheit aber noch zu Ende gebracht und ahnte zu dem Zeitpunkt noch nichts Schlimmes, ein kleiner Einbruch am Ende kann ja mal passieren.

Und dann macht die Grippe alles zunichte

Am nächsten Morgen wachte ich auf und mir war sofort klar: Scheiße, du wirst krank. Schwimmtraining wäre in dem Zustand keine gute Idee gewesen. Mein Trainer rat mir auch dringend davon ab und gab mir den Tipp „Metavirulent“ mit auf den Weg. Ein ekelhaftes Zeug, welches man in Form von 10 Tropfen jede Stunde zu sich nimmt. Es soll sich anbahnende Erkältungen eventuell noch abwehren können, die Hoffnung stirbt ja schließlich zuletzt.

Ich machte dann Donnerstag im Büro schon früher Feierabend, weil mit mir einfach nichts mehr anzufangen war und begab mich ins Bett.

Der Kampf mit der Psyche: „Oh nein, jetzt war das gesamte Training umsonst!“

Für einen ambitionierten Sportler beginnt nun eine harte Zeit. Nicht unbedingt wegen dem Kranksein an sich. Klar, es ist scheiße krank zu sein, aber viel schlimmer ist der Gedanke, dass man auf einmal nicht mehr trainieren kann.

Der größte Gegner ist nun die eigene Psyche. Man könnte es schon fast Sport-Paranoia nennen. Man spürt förmlich wie von Minute zu Minute, mit jedem Atemzug, ein Teil der mühsam antrainierten Form den eigenen Körper verlässt. Nach maximal 10 Minuten ist sie dann komplett weg, die Form.

„Oh nein, oh nein, hoffentlich kann ich morgen wieder trainieren – Das muss jetzt schnell gehen – Das hole ich nie wieder auf – Jetzt muss ich wieder ganz von Vorne anfangen.“

Die kompletten sportlichen Ziele für das Jahr stehen auf einmal auf der Kippe. Badabumm!!!

Natürlich ist das kompletter Blödsinn!

Ich hatte jetzt 10 Wochen durchgehend und gewissenhaft trainiert. So kam es mir am Freitag Morgen im Bett aber vor, denn an Arbeiten oder gar an Sport war überhaupt nicht zu denken. Stattdessen: Rumliegen im Bett, Medikamente besorgen und hoffen das es schnell wieder weg geht. Wahrscheinlich einfach zu viel Zeit für den Kopf sich beim Rumliegen Gedanken zu machen.

Heute, am Sonntag, geht es mir schon wieder wesentlich besser. Meine Nase ist noch etwas zu, aber die Gliederschmerzen und das schlappe Gefühl waren sogar am Samstag Morgen schon wieder weg. So konnte ich eine lockere GA1-Einheit auf der Rad-Rolle im Wohnzimmer machen. Ich werde heute auch nochmal die Rolle dem kalten Wetter draußen vorziehen. Man sollte natürlich erst wieder mit dem Training loslegen, wenn man sich sicher ist, das der eigene Körper wieder voll leistungsfähig ist. Sonst ist die Gefahr, dass man die Erkältung verschleppt zu groß und das kann dann wirklich gefährlich werden.

Verpasst habe ich leider trotzdem zwei Schwimmeinheiten, eine Athletik-Einheit und mein Lieblingstraining: Die Sprints in der Leichtathletikhalle. Ganz objektiv betrachtet wird mich das aber nicht aus der Bahn werfen und lässt sich auch wieder aufholen.

Ich freue mich außerdem auf mein Bikefitting und die Leistungsdiagnostik, die nächste Woche ansteht, das wird mich weiter nach vorne bringen!

Ich würde mich freuen mal zu hören, wie ihr so mit diesen blöden Trainingspausen auf Grund von Krankheit oder Verletzung umgeht. Dreht ihr ähnlich „bekloppt“ am Rad wie ich? 😉

3 Kommentare

  1. Hallo jan,

    Du sprichst mir aus der seele. Man denkt alles ist vorbei und ich fange vielleicht viel zu früh wieder mit den lockeren einheiten an. Aber selbst alsmich vor 2 jahren 3 wochen vor dem IM eine magenverstimmung erwischt hatte gab es m. E. keine Auswirkung auf das Ergebnis.

    Aber ganz ehrlich. Es ist sch…und da kann dir 10x erzählt werden, du verlierst nichts. Dein Kopf sieht das anders. Meine Einstellung. raus wenn es wieder geht, aber vernünftig, nicht um zu trainieren, sondern um sich selbst zu beruhigen 🙂

    Wir haben den selben coach, daher kann ich mir denken,was er geschrieben hat 🙂

    Keep calm &carry on

  2. Das Gute ist, zusammen mit der Grippe verschwinden auch die „bösen“ Gedanken… ist man wieder fit, ist die Welt wieder in Ordnung 🙂

    LG, Jan

  3. Pingback: Nasenspray statt Laufschuhe: Look at the bright side

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