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Nis-Sienknecht-Blog

Share the Road – aber was, wenn andere das anders sehen?

Gerade wurde mit Terenzo Bozzone mal wieder ein Profi-Athlet direkt vom Radtraining ins Krankhaus gebracht, nachdem er von einem LKW umgefahren wurde. Täusche ich mich, oder häufen sich solche Ereignisse derzeit? Vielleicht liegt es an meinem Social-Media-Umfeld, dass ich solche Dinge häufiger wahrnehme? Ich weiß es nicht. Und ehrlich gesagt ist es mir auch egal.

Nis Sienknecht von Pushing Limits
Nis Sienknecht Echter Hamburger Jung
04. Juli 2018
  • Titelbild: Björn Lexius

Jeder Unfall, jeder Tote oder Schwerverletzte ist einer zu viel!

Ich will überhaupt nicht auf irgendeinen Kampfeszug Autofahrer gegen Radfahrer aufspringen. Unterm Strich ist fast jeder von uns doch beides. Leider haben diejenigen, die gerade auf dem Rad sitzen, weder eine schützende Karosserie, noch eine Knautschzone. Deshalb ziehen sie immer den Kürzeren. Ganz egal, von wem ein aggressives Verhalten ausging.

Mir ist aber auch aufgefallen, dass es immer mehr wirklich aggressive Aktionen von Vierradfahrern gibt. Da werden Stürze, Verletzungen oder gar der Tod (hoffentlich ohne Nachdenken) in Kauf genommen.

Muss man sich alles gefallen lassen? Wo sind Grenzen, die man dem Gegenüber im Stahlgewand auch mal aufzeigen kann?

Ich habe kürzlich nicht nur den Windschatten des Profi-Triathleten Patrick Dirksmeier genießen dürfen, sondern von ihm – seines Zeichens Anwalt für Strafrecht – auch eine Menge zu diesem Thema gelernt. Seine Sicht der Dinge wollen wir euch nicht vorenthalten!

Vielleicht hilft das – neben dem Aufruf zu gegenseitiger Rücksichtnahme und Respekt (!) – ja doch dem einen oder anderen rücksichtslosen Fahrzeugführer ein bisschen auf die Sprünge, wenn ihm mal jemand richtig vor den Karren scheißt. Also teilt den Beitrag gern. Und vergesst nie, dass ihr niemals allein auf der Straße seid. Egal, ob Radler, Autofahrer, Fußgänger, Rollstuhlfahrer oder was auch immer.

SHARE THE ROAD!

Patrick Dirksmeier, Profi-Triathlet und Rechtsanwalt sagt zu dieser Thematik folgendes

„Inzwischen hat man als Radfahrer wieder zahlreiche Kilometer bei bestem Wetter sammeln können und die verregneten Tage des Winters sind vergessen.

Es gibt nur leider eine „Kleinigkeit“ die auch mir im Sommer die Laune verderben kann. Die Ursachen dieser Probleme schiebe ich entweder auf die starke Sonneneinstrahlung, oder auf den Neid, den gewisse Autofahrer empfinden müssen, wenn ich bei schönem Wetter die frische Luft genießen darf und nicht im Stau stehen muss.

Es sind aggressive Autofahrer, die manchmal über die Grenze des Zumutbaren hinaus schießen.

An dieser Stelle bin ich mir natürlich bewusst, dass wir alle mehr oder weniger Autofahrer sind und ich damit nicht das Bild einer verachtenswerten Subkultur zeichnen möchte. Jedoch sind es – wie eigentlich immer – die Einzelfälle, die meine Stimmung in den Keller sinken lassen.

Im ersten Moment mag der ein oder andere betroffene Radfahrer gern den Mittelfinger heben, seine Flasche zum Wurf aus dem Getränkehalter reißen oder seine Wut anders zum Ausdruck bringen wollen. Jedoch wird jeder Leser hier mit etwas Abstand zum Geschehen wissen, dass das nicht die richtige Reaktion ist. Zum einen kann die gesamte Situation auf diese Weise eskalieren und zudem kann man sich auch in dieser Situation als Radfahrer wegen Beleidigung strafbar und bei einem Volltreffer der Radflasche zivilrechtlich haftbar machen. Ganz zu schweigen vom aufregungsbedingten Energieverlust, der unser Training beeinträchtigt.

Aber das Gute ist, dass uns unser Recht eine effektive Möglichkeit an die Hand gibt.

Man möge mich an dieser Stelle bitte nicht dahingehend falsch verstehen, dass ich zum Querulantentum im Straßenverkehr aufrufen will. Durchschnittliche Anfeuerungen im Training mittels der Autohupe sind natürlich eine freundliche Geste, die man dankbar annehmen sollte.

Wenn jedoch ein Überholmanöver derart gefährlich wird, dass es zum „beinahe Unfall“ kommen kann, rate ich zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Eine sehr effektive Möglichkeit sich zu wehren, ohne vom rechten Pfand abzukommen.

Entscheidend dafür ist, dass man sich das Kennzeichen sofort notiert und sich gleichzeitig ein möglichst genaues Bild vom Fahrer macht. Mann oder Frau, Haarfarbe, Haarlänge, Figur oder ähnliche Merkmale sind dabei entscheidend.

So kann man entweder einen Rechtsanwalt mit dem Verfassen der Anzeige beauftragen, oder diese direkt bei der zuständigen Staatsanwaltschaft oder der örtlichen Polizei aufgeben.

Dazu reicht ein Schreiben, indem man den Sachverhalt beschreibt, das Kennzeichen angibt und den Fahrer beschreibt. Zudem sollte man beantragen, „Strafantrag wegen aller in Betracht kommenden Delikte zu stellen.“

Gleichzeitig sollte man sich zumindest gegenüber den Ermittlungspersonen zu erkennen geben (ausweisen) und seine Anschrift mitteilen.

Im Ergebnis kann es zugegebenermaßen dazu führen, dass das Verfahren eingestellt wird. In den von mir bekannten Fällen bei wirklich gefährlichen Überholmanövern jedoch gegen Geldauflage in Höhe von ca. 250 Euro, was den jeweiligen Autofahrer dann bestimmt mehr beeindruckt, als ein gehobener Mittelfinger. Fotos oder Videos, die ihr mit dem Handy gemacht habt, sind übrigens im Einzelfall als Beweisstück hilfreich, generell aber nicht. Kompliziertes Thema leider. Aber wenn ihr den Fahrer und das Kennzeichen in irgendeiner Form aufgenommen habt, fällt es euch natürlich leichter, ihn/sie zu beschreiben.

1 Kommentare

  1. Ich glaube die zwei Hauptbegriffe sind gefallen, die wir in unserer Gesellschaft wieder leben sollten und aus der verstaubten Ecke rausnehmen sollten:
    „Gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt (!)“
    Egal ob im Sport, im Auto, in der Bahn, im Leben allgemein!
    Danke für den Bericht !

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