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Überzwiftet? Mit Zwift Run geht es jetzt auch Läufern an den Funktionskragen

Hey, Duden. Ab wann nimmst du eigentlich das Verb „zwiften“ in deinen Wortschatz auf? Ich persönlich, der sich täglich inmitten einer Kernzielgruppe bewegt, fühle mich von Zeit zu Zeit schon ziemlich überzwiftet. Kein Tag, an dem ich nicht mit Screenshots, Infos und Einheiten meiner Social-Media-Kontakte bombadiert werde.

Nis Sienknecht von Pushing Limits
Nis Sienknecht Echter Hamburger Jung
23. März 2018

Ich gebe zu, dass ich eine Karteileiche bin. Ich habe einen Account und finde die Entwicklung von Software und Community mega spannend. Aber für mich ist mein Sport die Zeit, die ich ganz für mich habe. Deshalb bin ich am liebsten draußen und ohne Einfluss von außen unterwegs. Endlich mal kein Bildschirm, keine Erreichbarkeit, kein Input. My time to be iron.

Aber: ich weiß, dass Zwift verdammt gut funktioniert und es vielen Menschen ermöglicht, zu Zeiten Sport zu treiben, zu denen es sonst nicht ging. Im Winter, im Dunklen, Nachts – oder auch, weil die Community sie so sehr motiviert, dass der schwerfällige Arsch tatsächlich das Sofa verlässt und die Bierbuddel gegen die Plastikflasche getauscht wird. Freiwillig. Voller Elan.

Das finde ich richtig gut! Ist nicht meins, aber ich bin ja zum Glück kein Maßstab.

Die Community, welche die Zwifter so sehr kickt, soll jetzt noch größer werden. Denn seit Kurzem gibt es neben der Rollentrainings-Software auch ein Angebot für Läufer. Bisher lief Zwift Run nur als Testversion, ab sofort kann man sich dafür kostenlos anmelden. Sinnvoll, denn die Fitness-Plattform mit Ursprung in der E-Games-Branche will das neue Produkt erstmal verbreiten. Dass es später genauso kostenpflichtig wird wie die bisherige Version ist folgerichtig. Ab wann das so sein wird, konnte man mir beim Einführungsevent in Hamburg allerdings noch nicht sagen. Zumindest soll Zwift Run bis Ende des Jahres kostenlos bleiben.

Seit der Einführung im Jahr 2014 hat Zwift ordentlich (Haus)Staub aufgewirbelt und heute sind weltweit eine halbe Million Radfahrer in der vielseitigen virtuellen 3D-Welt unterwegs. Im Januar 2018 wurden 1,61 Millionen Kilometer pro Tag zurückgelegt – lustigerweise, ohne einen einzigen Kilometer zurückzulegen. Das geht auch nur digital.

Welches Potenzial hat Zwift Run?

Mit breiter Brust will man den Erfolg nun auch aufs Laufband bringen: „Innerhalb von drei Jahren haben wir Indoor-Cycling verändert und den Home Trainer zum essentiellen Bestandteil des Fahrradtrainings gemacht“, sagt Eric Min, CEO und Mitgründer. Er glaubt: „Ob zuhause oder im Fitness-Studio: Zwift Run wird das Trainingserlebnis geselliger, motivierender, strukturierter und messbarer machen.“

Ich glaube ihm fast. Denn ich habe es selbst ausprobiert – und es funktioniert, motiviert und pusht. Trotzdem werde ich selbst mir kein Laufband ins Gartenhaus stellen, sondern lieber draußen rennen. Ich mag den Matsch an den Füßen und den ekelhaft kalten Wind, die Ruhe und die Natur zu sehr. Ich kann aber auch verstehen, wenn man sich für Indoor-Training mit Zwift Run entscheidet. Als Ergänzung oder sogar komplett. Am Ende ja auch egal, wie und warum wir uns bewegen. Hauptsache, wir tun es.

Um möglichst viele Leute dazu zu bringen, plant Zwift in den kommenden Monaten Running Group Workouts und Brick Sessions sowie Schwimm-, Rad- und Lauf-Trainingsprogramme. Über die Plattform TrainingsPeaks könnt ihr auch individuelle Trainingseinheiten importieren, ausführen und mit euren Trainern teilen – wenn ihr welche habt. Über Strava kann man Läufe innerhalb der Community teilen, virtuelle Kilometer speichern und Bestzeiten auf Strava-Segmenten aufzeichnen. Seit Februar ist es auch möglich, Zwift-Kilometer bei ausgewählten Strava-Challenges anzurechnen.

So viel Soziale-Netzwerk-Power ist notwendig, wenn man eben darüber wächst und sich verbindet. Und genau deshalb müssen wir uns auch an das neue Verb gewöhnen.

Dass ich mich von Zeit zu Zeit krass überzwiftet fühle, liegt aber sicher auch daran, dass über 20 Prozent der Zwift-User Triathleten sind. Dass einige Weltklasse-Athleten Zwift öffentlich nutzen und damit sichtbar machen, schadet da bestimmt nicht. Paradebeispiel ist unser derzeit größter Freak, Lionel Sanders: „Ich erledige den Großteil meines Trainingsindoor, da es weitaus einfacher für mich ist, meine Zeit und mein Training optimal einzuteilen. Zwift hilft mir dabei, motiviert zu bleiben und die Community stellt sicher, dass du dich auf dem Kurs nie einsam fühlst.“

Irgendwie bringt er es damit auf den Punkt: Wer beim Sport bewusst allein (=einsam?) sein möchte, der geht lieber ohne Begleitung und Schnickschnack an die frische Luft. Wer das nicht will, für den bietet Zwift in jeder Ausprägung ein interessantes und sehr gut funktionierendes Alternativprogramm mit einem vielleicht ziemlich modernen Ansatz:

Einsamkeit, die sich nicht allein anfühlt.

Um Zwift Run nutzen zu können, braucht ihr einen Bluetooth- oder ANT+ Footpod. Damit ist das Programm dann mit allen Laufbändern kompatibel. Die Footpods können mit iOS-Geräten, der neuesten Apple-TV-Version oder Laptops oder Computern verbunden und über die Zwift App kalibriert werden. Zwift Run kann unter www.zwift.com oder über den App Store heruntergeladen werden.

Im Video seht ihr Kai Rapp, CountryMarketTerritoryDingensbumens für DACH, der mir die Vorzüge und die Ideen hinter Zwift wortgewaltig und ausdauernd zu erklären versucht. Danke, Kai!

Ich gehe jetzt laufen. Draußen. Glaub ich. Oder?

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