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Wo ich meine Motivation hernehme – Woche 8 von 32

Eigentlich hatte ich vor, hauptsächlich über das Thema Zeitmanagement und die Probleme bei großen Trainingsumfängen zu schreiben. Allerdings ging mir dann heute bei meinem 100min Lauf über 19 Kilometer durch den Kopf, wie man es überhaupt schafft, sich zu jeder Trainingseinheit aufzuraffen und sich immer wieder zu motivieren.

Jan Peiniger von Pushing Limits
Jan Peiniger Der Weg zählt!
18. Januar 2015

Da das auch eine der Fragen ist, die mir wohl am häufigsten im Zusammenhang mit meinem Training gestellt wird, widme ich mich ihr also heute.

Und eben gerade heute, als ich Morgens total platt war und etwas schwächelte, aber dann doch raus zum Laufen bin ging es mir dann auch selber mal durch den Kopf. Ich hatte also 100 Minuten Zeit das Thema schon im Kopf vorzubereiten und zu durchdenken.

Das was jetzt kommt sind meine ganz eigenen Überlegungen, diese sind absolut subjektiv und wahrscheinlich so nicht übertragbar.

Motiviation als großes Puzzle

Am naheliegensten erschien es mir Motivation mit einem Puzzle zu vergleichen: Das komplette Puzzle zeigt das Ziel! Fehlen zu viele Puzzleteile ist das Motiv irgendwann nicht mehr zu erkennen. Aber umso mehr Teile das Puzzle hat, umso weniger schlimm ist es, wenn auch mal eins wegfällt, man erkennt das Motiv immer noch.

So ist es glaub ich auch mit der Motivation, man muss zusehen die Faktoren und Einflüsse die einen nach vorne bringen so weit wie möglich zu unterteilen, um sie dann bei Bedarf abzurufen. Hat man nur einen einzigen motivierenden Faktor (Puzzleteil) hat man ein echtes Problem wenn dieser wegfällt, denn damit verliert man das gesamte Ziel.

Meine Puzzleteile

Um überhaupt so etwas wie Motivation entwicklen zu können brauche ich als allererstes ein Ziel: Und zwar ein konkretes Ziel, in meinem Fall ein sportlicher Wettkampf. Mein Ziel ist es am 5. Juli den Ironman in Frankfurt als meine erste Triathlon Langdistanz erfolgreich zu finishen. Mir reicht da auch nicht das Vorhaben nur in meinem Kopf zu haben. Damit es klickt macht muss schon die Anmeldung formell erledigt sein.

Verschiedene Arten von Motivation

Ich unterscheide bei meiner Motivation einfach mal zwischen verschiedenen Typen. Erstens: die Motivation überhaupt ein globales, übergreifendes Ziel über einen längeren Zeitraum gezielt verfolgen zu wollen. Zweitens: die Motivation täglich bereit zu sein den Plan den man hat in Form von Training in die Tat umzusetzen. Drittens: die Motivation während des Trainings nicht nur larifari Leistungen abzuliefern, sondern genau das zu tun was gefragt ist und auch dort bewusst an seine Leistungsgrenzen zu gehen. Und Viertens: die Motivation im Wettkampf, am Tag der Tage, Alles rauszuhauen was da ist… bis zum Ziel.

Globale Motivation: Sich unter Druck setzen!

Das klingt jetzt irgendwie hart, aber ein gewisser Druck motiviert mich. Habe ich mich zum Wettkampf angemeldet verkünde ich mein Ziel meiner Freundin, meiner Familie und meinem Freundeskreis. Damit ist es jetzt wirklich offiziell und es baut sich ein gewisser Erwartungsdruck auf. Wahrscheinlich weniger bei den Anderen aber auf jeden Fall bei mir selbst. Man will ja nicht als derjenige dar stehen, der erst seine großen Ziele rausposaunt und sie dann beim ersten lauen Gegenwind wieder verwirft.

Das ist jetzt nur ein Beispiel von Druck, aber ich mag diese Form von Leistungsdruck. Ich habe das Gefühl ich kann sie selbst kontrollieren, dadurch das ich trainiere und die Dinge anstoße die mich meinem Ziel näher bringen. So lange ich das tue, habe ich nach bestem Wissen und Gewissen nichts zu fürchten.

Die Herausforderung suchen

Das geht sicherlich in Teilen zusammen mit dem Punkt „Druck“. Der Reiz vor allem mir selbst zu beweisen, dass ich in der Lage bin die Herausforderung die auf mich wartet zu meistern motiviert mich. Bleibt man mit dem Training am Ball kann man hier von Woche zu Woche Bilanz ziehen und sehen wie man sich weiterentwickelt.

An jedem verdammten Tag

Im Alltag ist es dann oft nicht so einfach mit der Motivation: Früh Aufstehen um Morgens um 6 Uhr am Schwimmbad zu sein, bei 0 Grad und Wind raus aufs Rad um 2,5 Stunden in der Kälte zu Trampeln oder Abends nach der Arbeit nochmal bei Regen eine Stunde Laufen zu gehen, wenn man eh schon platt ist. Alles Dinge, bei denen man sicher gerne mal die ein oder andere Einheit ausfallen lassen würde.

Woher also zieht man in diesen Situationen seine Motivation? Zum einen ziehe ich Kraft daraus, mich daran zu erinnern wofür ich überhaupt trainiere. Ich habe ja einen Plan, halte ich mich nicht an den Plan, gefährde ich mein Ziel. Oder überspitzt: Bekomm ich den Arsch heute nicht hoch, komme ich beim Ironman nicht ins Ziel. Das reicht oft schon für den Kick den es braucht.

Das menschliche Umfeld

Ein weiterer ganz wichtiger Punkt ist das menschliche Umfeld. Mich motiviert meine Freundin, die mich bei Allem unterstützt, mich teilweise beim Training begleitet, mir jede Woche hier bei meinem Blog hilft die Bilder hübsch zu machen 🙂 Mein Coach, der mir jede Woche einen kompletten Trainingsplan schreibt, sich immer Gedanken darüber macht, wie er mich verbessern kann. Meine Familie, die bei Wettkämpfen am Straßenrand steht und mich anfeuert und mich unterstützt, wo es geht. Will man diese Menschen und das was sie für einen tun enttäuschen? Nicht wirklich!

Motivation durch das menschliche Umfeld
Die ganze Unterstützung soll ja nicht umsonst sein

Nicht zu vergessen natürlich auch die Jungs aus unserer WhatsApp-Gruppe der Sportverrückten, die immer ’nen Diss parat haben wenn man mal rummemmt. Man sollte nie die Wirkung von zielgerichteten Sticheleien und „netten“ Beleidigungen unterschätzen 😉

Power im Training

Hat man es geschafft sich vom Sofa zu lösen und ist im Schwimmbad, auf der Laufbahn oder sitzt auf dem Rad, gilt es das durchzuziehen was der heutige Plan für einen vorsieht. Eben genau das, was man tun muss um sein großes Ziel zu erreichen. Dieser Motivations-Hebel funktioniert bei mir in jeder Phase der „Motivationsschwäche“, genauso wie der Druck und das Umfeld.

Motivation im Training
Wenn es im Training mal kalt wird…

Aber wenn nunmal die Beine schwer werden am Ende einer Einheit, wie bleibt man fokussiert?

Motivation durch Musik

Ich muss sagen, eigentlich habe ich im Training an sich wenig Probleme mit dem auspowern, ich gehe gerne an die Grenze und kann mich auch mal quälen. Es gilt ja schließlich auch als erwiesen, dass in so einem Fall Glückshormone freigesetzt werden. Trotzdem: Ein ganz wichtiges Motivationstool im Training ist für mich Musik. Das geht wahrscheinlich vielen so. Sie ruft bestimmte Emotionen hervor, kann mich pushen, oder aber auch dafür sorgen eine als locker geplante Einheit auch locker durchzuziehen und nicht zu überpacen. Das passiert mir fast häufiger als es zu locker angehen zu lassen und kann ebenso fatal enden, wenn am Ende beim Wettkampf die Grundlagenausdauer fehlt, sagt zumindest der Coach 😉 Dem glaube ich aber…

Musik hilft mir, mich in eine Art Tunnel zu begeben, in meinem Kopf visualisiere ich dann schöne Momente: Der geplante Zieleinlauf in Frankfurt – Freunde die mich an der Strecke pushen – Ganz konkret stelle ich mir vor wie es ist, das große globale Ziel zu erreichen. Mein Kopf ist dann teilweise so weit weg von der Realität, dass ich in der Lage bin nochmal ganz andere Energiereserven irgendwo auszugraben 🙂 Wo auch immer die herkommen mögen. Irgendwo muss einem eine blühende Phantasie ja auch mal zu Gute kommen 😉

Alles geben am Tag der Tage: Der Wettkampf

Ganz ehrlich? Am Wettkampftag motiviert zu sein ist keine große Kunst, dass ist Jeder. Die Kunst ist es, die Motivation zu haben 7-8 Monate Training durchzuziehen, die es im Vorfeld braucht. Kann man da einen Haken hinter machen hat man es ja quasi schon geschafft. Jetzt ist der Tag gekommen sich selbst zu belohnen für den ganzen Aufwand.

Logisch: Das was jetzt kommt wird wahrscheinlich richtig weh tun, aber das ist nur körperlich. Man weiß man kann es, da muss der Körper dem Geist dann auch mal weichen. Im Wettkampf ist in der Regel keine Musik erlaubt, also muss man schauen wie man sich fokussiert. Ich versuche mich nicht ablenken zu lassen durch andere Athleten, durch Geräusche aus dem Umfeld. Mir hilft es wenn ich mir immer wieder bewusst mache nur mein eigenes Ding durchzuziehen. Das passiert meißtens in Form von Selbstgesprächen, still oder laut. Unterstützen kann es auch mal ein paar Sekunden die Augen zu schließen, allerdings ist davon beim Radfahren abzuraten 😉

Motivation im Wettkampf
Am Tag der Tage Alles abrufen!

Es wartet noch jede Menge Neuland

Mir ging es in Wettkämpfen auch schon richtig mies, allerdings weiß ich, dass das in Relation zu einem Ironman wohl Alles „Kindergeburtstag“ war. Wenn ich am 6. Juli aufwache und es geschafft haben sollte, dann werde ich hier berichten wie schlimm ein Ironman in Relation zu allen bisherigen Wettkämpfen war 😉

Bis dahin… Gas geben!

 

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