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Eine Woche vor dem Rennen

Jans Tagebuch: Von Energielosigkeit und miserablem Körpergefühl

Ich bin euch schon eine ganze Weile eine Tagebuch schuldig und ich saß auch immer mal wieder an der Tastatur und war kurz davor los zu tippen. Doch so recht wusste ich nicht was ich und wie ich es schreiben soll. Ich trainiere wieder so einigermaßen – doch irgendwie ist etwas bei mir aus dem Lot. Ich werde langsam fitter, aber ich fühle mich nicht besser…

Jan Peiniger von Pushing Limits
Jan Peiniger Der Weg zählt!
10. Dezember 2018 MindOverBody WasWirklichZählt

Sportliche Ziele? Puh… erstmal muss ich wieder zu mir selbst finden

Während ich diese Zeilen hier schreibe, ist das Eingabefeld für die Überschrift noch leer. Ich weiß noch garnicht wie ich das hier kurz und knapp zusammenfassen soll. Ich wurde in den letzten Wochen von unterschiedlichen Menschen bei unterschiedlichen Gelegenheiten gefragt, ob ich denn schon wüsste, was ich nächstes Jahr für Rennen machen will. Meine Antwort sinnbildlich war:

Ich weiß es nicht, und ich weiß gerade auch garnicht so recht darüber nachzudenken.

Die Wochen nach Kona waren mental zäh für mich und sie sind es bis heute teilweise noch. Es galt den Tripp an sich zu verdauen, was nach dem Arbeitspensum vor Ort garnicht so leicht war, denn mein Kopf war erstmal komplett leer.

Allerdings gab es keine Zeit für Pause, denn es ging direkt weiter mit der essentiell wichtigen Planung für das Jahr 2019. Schließlich wollen wir auch nächstes Jahr genau hier auf dieser Plattform weiter mit Vollgas präsent sein. Das bedeutet, dass wir eine wirtschaftliche Basis dafür schaffen müssen. Da haben wir hart dran gearbeitet und tun es immer noch… und als Spoiler: Wir sind auf einem guten Weg! 🙂

Freude und Energie wiedergefunden hab ich dann allerdings im Bereich der Contentkreation. Neben den ersten eigenen Projekten haben wir zusätzlich noch an der ein oder anderer Stelle ein paar tolle Sachen produziert… da ist euch bestimmt auch schon was von begegnet. 😉

Richtig geiles Zeug mit viel Spaß, Freude und Hingabe produziert. Die Kreation von Inhalten lässt in mir ein echtes Glücksgefühl entstehen… und das noch bevor das ganze Überhaupt veröffentlicht ist. Ich liebe diesen Prozess. Ein Prozess der dem des eigenen Trainings nicht so unähnlich ist.

Doch wiese zündet diese Prozessfreude nicht auch beim eigenen Training?

Jeder hat das Recht, sich auch mal scheiße zu fühlen

Kommen wir also zum Knackpunkt: Ich fühl mich körperlich kacke… mir fehlt im Moment die Freude am Trainingsprozess. Doch ich weiß auch… das sie irgendwo lauert.

Eine Ursache für das Problem mag sein, dass ich großer Anspannung und großem Stress immer noch all zu gerne mit exzessivem Essen entgegen trete. Ich rette mich in das kurze Glücksgefühl das mir Essen beschert. Ich weiß, dass ist keine gute Eigenschaft und das Glücksgefühl ist natürlich auch nur von kurzer Dauer.

Spätestens am nächsten Tag schlägt es sogar um in eine Form von Selbsthass und zerstörerischen Selbstgesprächen nach dem Motto: Was bist du nur für ein Loser, der sich mit Essen „trösten“ muss und sich so nur noch weiter ins Problem rein reitet.

Das erste Resultat: Eklatantes Übergewicht. Das zweite Resultat: Auf Grund dessen ein beschissenes Körpergefühl. Drittes Resultat: Mir geht es dann einfach nur Kacke. Meine bisherige Reaktion auf ein Sich-Scheiße-Fühlen wäre gewesen es einfach von mir zu schieben – es nicht zuzulassen – denn ich habe mich selber als stets unerschütterlichen positiven Menschen gesehen.

Im letzten Jahr habe ich gelernt: Ja, ich bin ein positiver Mensch, aber unerschütterlich bin ich nicht – wahrscheinlich ist es niemand. Nun gestehe ich mir also einfach auch mal ein, dass es Phasen gibt in denen es mir scheiße geht. Allerdings auch in dem Wissen: Es liegt in meiner Macht – ausschließlich in meiner – etwas daran zu ändern.

Wie? Mit einfachen Schritten wieder los legen

Jetzt darf man gerne denken: Man, was für ein Jammerlappen. Doch auch das habe ich im letzten Jahr gelernt: Das eingestehen und kommunizieren von Schwächen ist keine Schwäche. Das verdrängen von selbigen ist es. Daher tut es mir nun einfach gut, diese Zielen hier zu schreiben.

Es geht mir nicht darum die Verantwortung für meine „Probleme“ von mir weg zu schieben. Ganz im Gegenteil: Um diese Probleme abzustellen, muss ich sie als allererstes einmal zulassen – akzeptieren dass sie existieren und dann geht es daran nach vorne gerichtet an ihnen zu arbeiten.

Sicher kommt dann auch wieder die Zeit, zu der ich den inneren Antrieb verspüre, mir einen Wettkampf für die Saison rauszusuchen. Bis dahin heißt es:

Ein positives Gefühl für den eigenen Körper entwickeln und Freude am Prozess und an der dabei freigesetzten Energie zu haben.

6 Kommentare

  1. Kennt jeder doch mal und denke ich auch in jedem Sport vorhanden. Sprichst da sicher viele und mir auch aus der Seele. Wichtig ist ja nur bei einem Langdistanztriathleten, das man ja schon eine Saison braucht um vorbereitet zu sein, die komischerweise meist zu kurz ist ;). Feste Ziele setzen und loslegen bis sich die ersten Erfolge zeigen! Das motiviert mich zumindest bis ich an eh fast nur noch an Training denke 🙂

  2. Ach Jan – sprichst mir aus der Seele. Übergewicht ist relativ, aber wirklich zünden will es es mir auch noch nicht. Bei dir ist es eine Frage des „ob“ sondern des „wann“ – du hast es hinlänglich dir selbst bewiesen, 2019 wird ein gutes Jahr.

  3. Als ich die Worte lass, dachte ich bei mir: Ok, offensichtlich bin ich nicht der einzige dem es manchmal so geht. Geteiltes Leid…
    Aber es tat mir gut deine Gedanken zu dem Thema zu lesen. Akzeptanz dieser schwierigen Phase und selbst dann wieder hochziehen sind die Schlüsselpunkte für mich 🙂
    Danke dafür.

  4. Jan, schön das du uns so offen und ehrlich mitnimmst! Tut doch immer wieder gut zu hören, wenn man mit so einer Situation nicht alleine da steht. In unserer sonst so glitzernden Triathlonblase, in der sich scheinbar jeder im Training ausbremsen muss und alles ganz, ganz toll läuft.
    Ganz langsam kommt der Spaß an der Bewegung wieder, spätestens wenn ab dem 21.12. die Uhren wieder für uns Outdoor Sportler laufen und nicht gegen uns, da jeder Tag noch kürzer ist als der Vorherige. So rede ich mir das jedenfalls ein 😉 Mit mehr Aktivitäten kann man dann auch wieder ohne schlechtes Gewissen schlemmen.

  5. Hi Jan,
    ich weiß gar nicht so recht wie ich anfangen soll.
    Aber ich fang einfach mal an.
    Erst mal ein riesen großes Danke schön für diese tolle Seite, die Du mit ganz viel
    Herzblut und Ideen füllst und für Neulinge wie mich ein klein wenig wertvoll machst.
    Ich spiele selbst mit dem Gedanken nächstes Jahr meinen ersten Triathlon hier in Regensburg
    zu absolvieren, aber noch weiß ich absolut nicht wie ich das Training absolvieren soll.
    Aber das ist momentan mein großes Problem, aber ich lasse mich genauso wenig wie Du von der
    momentanen Situation niederstrecken. Aber ich muss sagen ich hatte schon einen weitaus größeren
    Tiefpunkt als den den Du gerade durch machst.
    Ich kann Dir nur den Tipp geben, Dein Köper sagt Dir momentan ganz genau was er will und was nicht.
    Es klingt für Dich vielleicht jetzt komisch, aber es ist so. Du trainierst und das ist für Dich auch ok, aber
    an einen Wettkampf zu denken da zieht sich bei Dir wohl eher alles zusammen. Lass die sportlichen Geschichten
    einfach mal aus Deinem Kopf und mach ne Wettkampfpause. Konzentriere Dich auf das was Dir einfach gerade Spass macht
    und ich habe raus gelesen das es diese Seite ist, die Dir momentan so viel Power gibt. Ich freu mich schon jetzt
    auf tolle Podcastthemen, neuen Imput was Material und Co an geht und Eure gemeinsamen Unternehmungen abseits der eigenen Wettkampfteilnahme.
    Du packst das, da bin ich mir total sicher.
    Und noch etwas:
    Ja Du hast recht: Jeder darf sich scheiße fühlen! Aber definitiv nicht klein Kriegen lassen und aufgeben.

    Lg und alles erdenklich gute für Dich.

  6. Pingback: Jans Tagebuch: Quo the f*** vadis?

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