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Nis Sienknecht bloggt: Ende. Gelände.

Ich hab Schluss gemacht. Nach einer von vier Laufrunden beim Nordseeman bin ich abgebogen und hab mein Rad aus der Wechselzone ins Auto verladen. Ende. Damit war mein Rennen vorbei. Und noch mehr?

Nis Sienknecht von Pushing Limits
Nis Sienknecht Echter Hamburger Jung
17. August 2018 Blog Motivation

In den letzten beiden Wochen vor der Mitteldistanz beim Nordseeman (eine tolle Veranstaltung mit ganz viel Herzblut) hatte ich immer wieder mit einer muskulären Verhärtung im rechten Oberschenkel zu kämpfen. Das hat dann für ordentlich Zug auf der Patella-Sehne gesorgt und mich als nicht wirklich verletzungserfahrenen Athleten verunsichert.

Im Rennen habe ich das nach der Hälfte der Radstrecke gespürt und die Belastung reduziert. In der Wechselzone hab ich mich erstmal hinsetzen müssen und bin dann trotzdem losgeeiert. Man kann es ja mal probieren. War aber doof. Also habe ich innerlich schon nach zwei Kilometern einen Strich drunter gemacht und bin nur noch zurück gejoggt.

Blöd? Keine Ahnung. Aber es fühlt sich nicht so an.

Denn wenn ich ehrlich bin, glaube ich, dass mein Körper mir schon in den letzten Wochen eher signalisieren wollte: Digga, du willst das doch eigentlich gar nicht zu 100 Prozent.

Und der Körper hat Recht

Ich bin mit viel Motivation in das Training eingestiegen nach drei Jahren ohne Wettkämpfe. Und das Trainieren mit dem Plan von STAPS hat mir richtig viel Spaß gemacht! Auch das Zusammen- und Einstellen von Wettkampfequipment – dafür brennt mein Feuer noch immer. Aber von Anfang an habe ich es eigentlich wegen des Trainings selbst gemacht. Weder hatte ich ein konkretes Wettkampfziel, noch habe ich mich voll dahinter geklemmt, ein passendes Event zu finden.

Ich wollte vor allem: Trainieren. Meinen Körper fordern und spüren. Fit werden. Und es hat mich sehr interessiert, wie weit ich mit eingeschränktem Aufwand (am Ende waren es im Wochenschnitt etwas weniger als 6,5 Stunden Training) und der richtigen Unterstützung (Danke Marc Sauer und Björn Geesmann!) kommen kann.

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Foto: Björn Lexius / www.bjoernlexius.com

Dann kam der Frühsommer und ich hatte eine paar Rennen ins Auge gefasst. Da hatte ich Bock drauf, auch wenn ich nicht so sehr dafür gebrannt habe wie früher. Die Termine passten dann entweder nicht zum Job oder zum Familienleben. Dass mir das beides nicht besonders viel ausgemacht hat, sehe ich als Signal für meine verschobene Priorität.

Training ist meine Zeit für mich. Ein Rennen theoretisch auch. Interessiert mich aber gerade weniger.

In Familie und Job gehe ich auf, im Sport auch nach wie vor. Ich habe nur gemerkt, dass ich dafür gerade keine Wettkämpfe brauche. Ich liebe Triathlons und das ganze Rundherum. Aber selber starten kickt mich irgendwie nicht mehr.

Ich habe also Schluss gemacht. Nicht nur mit dem einen Rennen, sondern auch mit dem Wettkampfsport. Vielleicht habe ich mich komplett verabschiedet. Vielleicht „brauche ich mal ein bisschen Abstand“. Ist auch egal. Ich glaube, es geht uns beiden gut damit.

Denn wir zwei werden auf jeden Fall gute Freunde bleiben! Genau – das, was sonst nie klappt.

Der Triathlon ist und bleibt mein Sport – und Sport wird immer Teil meines Lebens sein. Ich freue mich jetzt schon darauf, mich möglichst jeden Tag in irgendeiner Form zu bewegen. Und ich freue mich auf mein Mountainbike, mir ein Gravelbike zusammen zu basteln und auf total ungeplante Einheiten zu Fuß mitten durch den Wald – ohne Uhr, ohne Tempovorgaben.

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Foto: Björn Lexius / www.bjoernlexius.com

Nicht falsch verstehen: Das Training war super! Ich habe die klare Struktur absolut genossen und gebraucht. Und ich bin mit minimalem Aufwand ganz schön fit geworden. Sollte es mich überkommen und ich will unbedingt zurück in meine Dreikampf-Beziehung, dann würde ich es genau so wieder machen!

Aber jetzt heißt es erstmal:
Ende.
Gelände!

Bis bald, euer Nis

2 Kommentare

  1. Gänsehautbericht!! Ich bin unendlich weit von Deinen Leistungen entfernt – kann jedoch echt gut nachvollziehen was du meinst. Danke

  2. Ehrliche Worte. Ich denke, dass würde sich nicht jeder so eingestehen und seinen Frieden damit finden.

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