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Mit freiem Kopf und schweren Beinen aufs Podium

Woche 20 – Sportlicher Erfolg ist manchmal einfach nur Nebensache

Eine Woche mit stark gemischten Gefühlen geht zu Ende. Voll durchtrainiert und somit mit 16,5 Trainingsstunden in den Knochen beim Triathlon in Hagen am Start gestanden. Der erwartungsfreie Kopf siegte über die müden Beine und so ging es mit dem dritten Gesamtplatz sogar bis aufs Podium. Eigentlich ein Moment zum genießen…

Jan Peiniger
Stillstand ist Rückschritt

22. Mai 2017 Training Triathlon WasWirklichZählt

Unfassbar traurig hat mich aber die Nachricht über den schlimmen Unfall von ASICS Teamkollegin Julia gemacht. Am Ende hat sie den Kampf gegen die schweren Verletzungen verloren und ist nicht mehr aufgewacht. Auf Zypern sind wir noch gemeinsam über die Insel geradelt und jetzt musste sie ihr Leben lassen, weil jemand anders im Straßenverkehr keine Rücksicht genommen hat… unfassbar… da weiß ich garnicht wie ich das ausdrücken soll.

Mit Julia auf Zypern unterwegs
So werd ich Julia in Erinnerung behalten: Mit einem Lachen im Gesicht

Wenn die eigenen „Probleme“ nahezu lächerlich belanglos erscheinen

Umso wichtiger ist es sich immer wieder vor Augen zu halten, wie glücklich man sich schätzen sollte mit den Dingen die man hat, mit seiner Gesundheit, seiner Familie und den liebsten Menschen – es geht eben bei weitem nicht allen Menschen so. Julia, du hast alles richtig gemacht –dein liebstes Hobby zum Beruf gemacht – bist deinen Träumen hinterher gedüst – so sollte es jeder tun. Tom (Julias Freund), ich hab dich in Zypern als einen super Typen kennengelernt und ich wünsche dir ganz viel Kraft und liebe Menschen um dich herum. Wenn sich irgendwann mal wieder die Chance auf eine gemeinsame Radtour ergibt: Jederzeit gerne!

Die restliche Woche: Zurück zum manchmal unwichtigen Sport

Dagegen verblasst dann auch einfach mal die eigene sportliche Woche. Dennoch in ein paar knappen Worten zusammengefasst: Ich hatte letzte Woche ja schon geschrieben, dass der Plan war mit einer vollen 16,5 Stunden Trainingswoche in den Wettkampf in Hagen zu gehen. Zu diesen Trainingsstunden gehörten 15×800 Meter Laufintervalle, 25k Longrun, Race-Pace-Intervalle auf dem Rad, zwei Schwimmsessions und die ein oder andere Krafteinheit.

Meine Beine waren an einer Startlinie noch nie so Matsche wie diesen Sonntag. Das sorgte für einen Unterschied: Ich war frei von jeder Erwartung an eine Platzierung oder Zeit, ich wollte mir eigentlich nur ein Gefühl für meinen Körper holen. Dabei ein bisschen mit der Ernährung rumspielen und schauen was die Beine auf dem Lauf dann sagen. Am Ende ist alles aufgegangen: Platz drei in der Gesamtwertung und der Sieg in meiner Altersklasse M35.

Jan guter Dinge vor dem Start beim Triathlon Hagen
Recht entspannt kurz vor dem Start

Die Disziplinen in Zahlen:

  • Swim: 00:16:29 (6.) – 1:38 min/100m
  • Wechsel: 1:44 Minuten
  • Bike: 01:14:55 (3.) – 301 Watt
  • Wechsel: 1:15 Minuten
  • Run: 00:39:59 (2.) – < 4min/km
  • Gesamt: 02:14:24 Stunden – 3. Platz

Noch viel mehr freue ich mich aber über das „Wie“ des Rennens. Mein Körper hat sich zu jeder Phase gut angefühlt. Beim Schwimmen hat sich keine Hektik breit gemacht, ich konnte mit Vollgas rein starten, dann etwas rausnehmen und meinen Rhythmus finden, um die letzten Bahnen nochmal Gas zu geben. Auf dem Rad hab ich mich nicht von anderen schnellen Leuten am Berg nervös machen lassen, so konnte ich sie im flachen wieder einkassieren, um mich dann nach zwei von vier Runden endgültig nach vorne abzusetzen.

Kontrolliert die Berge hoch mit dem Giant Trinity
Auch die Technik an meinem Giant Trinity lief perfekt am Sonntag

Ich hab mir bewusst richtig viel an Wettkampfnahrung reingehauen, um die Verdauung maximal zu „belasten“. Der Sinn dahinter war, beim Beginn des Laufs den Bedingungen bei einer Langdistanz etwas näher zu kommen. Auch mit vollem Magen hatte ich aber keinerlei Probleme, das macht mir Mut. Im Gegenteil: Ich bin noch nie mit so lockeren Beinen wie am Sonntag in einen Triathlon-Laufsplit gestartet. Etwas schade war, das die beiden Athleten, die am Ende noch vor mir gelandet sind, nicht in meiner Startgruppe gestartet sind. Somit hatte ich niemanden vor mir der mich eventuell noch hätte etwas mental pushen können. Das soll aber kein Jammern sein, denn ich bin mit meinem Lauf sehr, sehr zufrieden. Absolut konstant, genau auf der Schwelle zwischen „geht noch gut“ und „boah ich brech‘ zusammen“. So sollte es sein…. und dann war’s auch schon rum.

Das muss für heute erstmal reichen. In melde mich in den nächsten Tagen aber auf jeden Fall noch mit ein paar weiteren Berichten und Fotos.

Danke an Christian Siedler für die schönen Fotos aus Hagen.

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