Abbiegen auf die Zielgerade

Woche 22 – Auf der Zielgerade der Ironman-Vorbereitung

Ui, ui, ui… dieses mal gibt’s das Tagebuch mit ordentlich Verspätung. Erst das lange Pfingstwochenende, welches das gefühlte Wochenende auf den Montag verlegte und dann am selbigen Abend so vom Training geschlaucht, dass an Schreiben nicht mehr zu denken war. Nun… am Dienstag Abend, kann ich aber wieder geradeaus gucken und somit auch schreiben.

Erschienen am 06. Juni 2017 Tags: AllesOderNichts, AmLimit, Triathlon

Körperlicher Zustand: Abbiegen auf die Zielgerade

Kennt ihr das Gefühl… 800 Meter auf der Laufbahn am Anschlag. Dann geht es um die letzte Kurve und am Ende der schier unendlich langen 100 Meter Geraden kann man schon das Ziel sehen. Mit jedem Schritt kribbelt das Laktat stärker in den Beinen und Armen bis in die Fingerspitzen, leichter Eisengeschmack im Mund und das Sichtfeld wird von außen nach innen langsam Schwarz.

Setzt man den 800 Meter Lauf in Relation zu meiner Ironmanvorbereitung, so befinde ich mich gerade genau auf diesen letzten Metern. Das Ende der langen Vorbereitung ist in Sicht und es gilt auf den letzten Meter nochmal die Arschbacken zusammen zu kneifen – dann gibt’s die Belohnung… bestens vorbereitet beim Ironman in Klagenfurt in Österreich am Start stehen.

Wenn man ans Limit geht knirscht es auch mal im Getriebe

Daher liegt nun eine weitere sehr lange Trainingswoche hinter mir. Die zwanzig Trainingsstunden wurden erneut geknackt, das geht natürlich nicht ganz spurlos an einem vorbei. Dennoch bewege ich mich durchaus noch in kontrollierten Bahnen aber eben eher an der oberen Grenze.

Das musste ich besonders am letzten Freitag merken. Im Trainingsplan standen 21 mal 800/200m-Intervalle – gut gefrühstückt, gut zu Mittag gegessen, viel getrunken, direkt vor der Einheit noch einen Energydrink und ein Gel. Sicherheitshalber noch ein weiteres Gel eingepackt. Etwas doof: Es hatte am späten Nachmittag immer noch über 30 Grad Lufttemperatur, also wurde sogar noch der Trinkrucksack umgeschnallt.

Soweit so gut… bis zur Hälfte der Einheit lief auch alles easy und die Pace ging gut von der Hand. Nur ab Intervall 10 merkte ich, dass mein Kreislauf irgendwie nicht richtig auf der Höhe war. Dabei war es garnicht wirklich schwer die Pace zu halten aber irgendwie war ich einfach etwas benommen. Nach dem 12. Intervall hab ich dann beschlossen abzubrechen, die Pace passte zwar immer noch aber ich war einfach zu benebelt. Ich wollte es auf jeden Fall vermeiden, mich mit Gewalt in ein richtiges Loch zu laufen. Ich denke es war die absolut richtige Entscheidung.

In solchen Situationen merkt man eben mal, dass man sich an die Grenze seiner Möglichkeiten herangetastet hat

Das ist natürlich gut so – zumindest, wenn man noch rechtzeitig die Kurve bekommt und nicht mit Anlauf über die Klippe springt. Das schaffe ich im Moment ganz gut, mein Körper gibt mir gutes Feedback und ich bring es auch übers Herz drauf zu hören.

Langes Wochenende – langes Training

Nach der abgebrochenen Intervalleinheit war es mir wichtig schnell zu regenerieren, denn ärgerlicher als eine einzige verpatzte Einheit wäre es gewesen, wenn ich das Training am direkt folgenden Wochenende hätte reduzieren müssen. Somit wurde gut gefuttert und viel geschlafen bevor es dann am nächsten Morgen ins Freibad für eine 4k Swim-Session ging.

Nach dem Schwimmen ging es erstmal mit meinem Schatz gemütlich in die Stadt… was Essen… Kaffee trinken… das schöne Wetter genießen. Am späten Nachmittag bin ich dann für die zweite Einheit des Tages noch aufs Rad gehüpft und hab 3,5 Stunden im Sonnenschein abgespult.

Am Sonntag wurde es wieder knackig. Vier Stunden TT-Bike mit einigen Intervallserien: 25 Min Racepace, direkt gefolgt von 10 Minuten über Racepace. 15 Minuten locker ausfahren und dann wieder von vorn… das Ganze fünf mal. Da freuen sich die Beine. Und noch mehr haben sie sich über den Vollgas-Koppellauf im Anschluss gefreut. Zum Glück war dieser nur 15 Minuten lang. 😉

Für krönenden Abschluss hab ich das TT-Bike gegen das Rennrad getauscht und am gestriegen Montag, mit ordentlich Vorermüdung in den Knochen 5 Stunden im wirklich wunderschönen Ruhrtal abgespult. Explizite Vorgabe des Trainers: „suuuuuuper locker fahren“. Hab ich getan und so konnte ich die schöne Natur wirklich ganz entspannt genießen. Die Anstrengung kam dann eher über die lange Dauer.

Am Ende des Tages bin ich dann wirklich nur noch ins Bett gefallen.

Es war eine harte aber richtig gute Trainingswoche!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Immer up to Date!

Meld' dich für meinen E-Mail-Newsletter an und du bekommst einmal pro Woche eine Übersicht aller neuen Artikel

Getting Social!

Schau doch auch mal in den Social Networks vorbei. Ich freu' mich über nerdige Diskussionen auf Facebook und Twitter genauso, wie auf abgefahrene Bilder auf Instagram!