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Woche 36 – Tage an denen ich von mir selbst angewidert bin

Wer meinen Blog liest der weiß, dass ich auf Struktur und klare Routinen setze um neue Herausforderungen in zu Angriff nehmen – auch um generell mein Leben im Griff zu haben. Das ist die Sonnenseite meines Lebens. Dann gibt es da aber auch diese Tage… Tage an denen alles so eskaliert, dass ich mich selbst anschaue und nur mit dem Kopf schütteln kann. Erstaunt, erschrocken, fassungslos… was für ein Wrack. Was mögen in diesen Moment wohl andere von mir denken?

Jan Peiniger
Stillstand ist Rückschritt

11. September 2017 Ernährung Eskalation Genuss

Das Worst-Case-Szenario: A day of my life

Ich bin auf eine Hochzeit eingeladen, es gibt ein tolles Buffet. Ich habe Angst vor Buffets, weil ich weiß es wird sehr wahrscheinlich eskalieren. Gut, nehme ich nur eine ganz kleine Portion von allem, damit ich nicht all zu viel esse aber trotzdem alles probieren kann.

Zwei Stunden später ist mir schlecht. Ich kann schon nicht mehr tief einatmen, weil anscheinend mein Magen der Lunge den Platz zum entfalten nimmt. Ich schiebe weiterhin Essen in mich rein. Das geht eigentlich gar nicht. Ich bin schon so voll, dass es wirklich weh tut. Der Appetit erlischt aber nicht.

Ich habe wie geplant alles probiert. Nach der ersten Runde am Buffet bei der ich mich noch an die kleinen Portionen hielt war noch alles gut. „Ach komm, nur noch einen kleinen Nachschlag“… so nimmt das Dilemma seinen Lauf. Dann bringen die später auch noch Torte auf so ner Hochzeit… und dann kommt ja erst noch das Nachtischbuffet.

Ich esse nicht, ich fresse… ohne Pause, ohne Ende. ich weiß nicht so recht ob die Blicke und Sprüche der Anderen eher Bewunderung oder doch Entsetzen, über die Massen an Nahrung die ich in mich hinein stopfe, ausdrücken sollen.

Spätestens beim Nachtisch eskaliert es dann vollständig. Zucker, Zucker, Zucker… das ist nicht nur einem Rausch ähnlich, das ist ein Rausch. „Och komm… nur noch eine kleine weitere Portion von dem leckeren Brownie“.

Der Kater am Tag danach

Am nächsten Tag geht’s mir immer noch schlecht. Weniger körperlich, wie noch am Abend zuvor, mehr mental, denn ich ärgere mich nun unendlich über meine Unbeherrschtheit, über die Maßlosigkeit… vor allem darüber, dass ich genau weiß was für eine Scheiße ich da gemacht habe… ich hab’s trotzdem getan. Ich hasse mich in diesen Momenten, ich halte mich für den größten Trottel, den dümmsten Menschen und ich bin angewidert von mir selbst.

Ich hab mir mal den Spaß gemacht alle Futtereien in die Ernährungs-App einzugeben und kam auf einen Wert deutlich jenseits von 10.000 Kalorien. Wie kann man überhaupt soooo viel essen? Das ist doch widerlich!

Andere saufen sich ins Koma und bereuen es am nächsten Tag… ich kann das auch… nur mache ich das mit Essen!

„In moderatem Maße“ – kann ich ganz schlecht

Ich höre oft: Du kannst doch essen was du willst, du machst doch so viel Sport. Ha Ha, fuck it! Nein, kann ich nicht. Denn ihr wisst nicht was bei mir „viel Essen“ ist. Ok… wer den Artikel gelesen hat, der weiß es jetzt. Ich bin ein totaler Loser wenn es um Moderation geht. Gerade daher bin ich so sehr auf Struktur und Routinen angewiesen. Ohne sie würde mein ganzes Verhalten wahrscheinlich in unkontrollierte Gelüste abdriften.

Ihr seht… es gibt Tage, da bin ich einfach nur ein totales Wrack. Für diese Tage hasse ich mich selbst und sie bringen mich dazu an mir zu zweifeln. Da schwingt sicherlich noch eine Menge Unsicherheit aus Zeiten meines starken Übergewichts mit und das sorgt auch so viele Jahre später noch für teilweise gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper.

Zum Glück gibt es aber nicht all zu viele von diesen Tagen, denn auf der anderen Seite schaffe ich es ja durchaus auch, viele positive Dinge in meinem Leben zu bewegen.

Fazit? Was will ich euch mit dem Artikel überhaupt sagen?

Es gibt immer auch eine dunkle Seite. Perfekte Menschen existieren nicht. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und hat auch Tage an denen er mit Selbsthass und fehlender Selbstachtung zu kämpfen hat. Ich bin sehr froh, dass ich mir dessen mittlerweile bewusst bin… so gibt es vielleicht die Chance in kleinen Schritten an diesen Dingen zu arbeiten.

Immerhin gelingt mir die Moderation beim Verhältnis von schlechten zu guten Tagen ganz gut. Auch wenn es gerade in Zeiten von vielen Feiern und externen Terminen eine echte Herausforderung ist meine Routinen nicht hinten runter fallen zu lassen.

2 Kommentare

  1. Danke für dieses ehrlich Posting, das kommt mir sehr bekannt vor. Ich erwische mich auch immer wieder dabei, wie ich bei solchen Feiern viel zu viel in mich rein stopfe, und einfach nicht aufhören kann, egal was ich mir vorher vornehme. Man fühlt sich dann am nächsten Tag schrecklich. Ganz ganz schlimm…

    Ob der Grund dafür wirklich aus der Zeit des viel zu hohen Übergewichts stammt? Gut möglich, auch ich wog früher, bevor ich mit intensivem Sport anfing, über 40 kg mehr. Damals hat mir so eine Fress-Orgie interessanterweise nicht so ein schlechtes Gewissen und so einen miesen nächsten Tag beschert.

  2. Pingback: Woche 37 – [Video] Es schadet nicht, wenn man jonglieren kann

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