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Apple Watch im Triathlon – Ist die Smartwatch was für Triathleten?

Bei der zweiten Generation der Apple Watch, bin ich dann doch mal schwach geworden. Nun ist die Apple Watch auch wirklich wasserdicht bis 10 Meter Tiefe, hat autarkes GPS und eine gescheite Akkulaufzeit. Haderte ich noch mit der ersten Version, so war es nun Zeit für meine erste echte Smartwatch. Abseits der Funktionen für Normalsterbliche interessiert mich natürlich auch, ob und wie ich die Apple Watch fürs Triathlon Training oder sogar den Wettkampf nutzen kann. Keine Sorge… ganz so naiv zu glauben, dass man mit der Apple Watch tatsächlich „richtig“ Triathlon machen kann war ich nicht, dennoch muss das natürlich mal getestet werden.

Jan Peiniger von Pushing Limits
Jan Peiniger Der Weg zählt!
21. Oktober 2016 Equipment Nerd Triathlon

Die Features der Apple Watch: Was kann man erwarten?

Pulsmessung am Handgelenk, integriertes GPS, wasserdicht, schonmal ein paar gute Grundvoraussetzungen für einen Triathleten. Vom Prinzip her kann ich mit der Apple Watch jetzt also alle Triathlon Disziplinen abdecken. Klar ist allerdings, mit 5 Stunden Akkulaufzeit bei aktivem GPS wird es mit der Langdistanz nicht. Ganz unabhängig davon ob die Apple Watch einen Triathlon-Wettkampf-Modus besitzt oder nicht. Das wär aber auch ein sehr naiver Wunsch und ist ja auch überhaupt nicht Ziel der Uhr. Ich erhoffe mir die Smartwatch ab und zu im Training einsetzen zu können – hauptsächlich wahrscheinlich beim Laufen – denn sie erlaubt mir die GPS und Pulsaufzeichnung und dient gleichzeitig als Musikplayer für meine Bluetooth Kopfhörer. Das spart mir das mitnehmen das Smartphones nur um darüber Musik zu hören beim Laufen… das Ding im Gurt um die Hüften nervt mich nämlich! 😀

Der Activitytracker der Apple Watch ist ziemlich genial und schafft es tatsächlich mich den Tag über "in Bewegung" zu halten
Der Activitytracker der Apple Watch ist ziemlich genial und schafft es tatsächlich mich „in Bewegung“ zu halten den Tag über

Unabhängig davon ist die Verarbeitung der Uhr top! Der Touchscreen ist super präzise und das Display sehr intensiv und hell genug um auch im Tageslicht gut abgelesen zu werden. Die Bedienung der Uhr durch die Kombination aus Touchscreen, Digital Crown und Home-Button funktioniert ausgesprochen gut.

Praktisches Apple Watch Zubehör für Sportler:

Was kann die Apple Watch Training App?

Laufen

Es lies es gerade schon anklingen: Laufen mit Puls und GPS und gleichzeitig Musik hören ohne zusätzlichen Player… ganz geil. Das funktioniert auch wunderbar. Man muss sich nur damit anfreunden, dass man im Moment noch auf iTunes als Musikbibliothek angewiesen ist, denn nur darüber lassen sich bis zu zwei Gigabyte Musik direkt auf die Applewatch verfrachten. Das war etwas mühselig aber als es dann lief war es super!

Der Laufmodus der Apple Training App ist seeeehr, sehr schlich – wie alle anderen Modi auch. Ich sehe meine aktuelle Pace, geschätzt ermittelt über die letzten 100m Strecke, die laufende Zeit und meinen Puls. Jeden Kilometer bekomme ich dann auch noch meinen Durchschnitt für diesen Abschnitt mitgeteilt. That’s it… für einen gleichmäßigen Lauf reicht das grundsätzlich. Leider gibt es keine weiteren Einstellmöglichkeiten, keine anderen Datenfelder, nix…

Apple Watch Running
Die Optionen der Trainingsapp sind leider sehr eingeschränkt

Von erweiterten Trainingsprogrammen wie programmierbare Intervalle oder Training in bestimmten Herzfrequenzbereichen wollen wir garnicht erst anfangen. Dennoch, laufen kann man mit der Apple Watch durchaus. Das GPS ist präzise und die Pulsmessung funktioniert gut, hat selten aber Messprobleme – dann erscheint kein Puls – mag an meinen haarigen Armen liegen. 😉

Grundlagenläufe gerne mit der Apple Watch! Für Intervalle bleib ich bei meiner Garmin

Radfahren

Natürlich funktionieren auch hier Pulsmessung und GPS gut. Ansonsten bekommt man noch seine aktuelle Geschwindigkeit angezeigt. Auch hier: That’s it! Schaden, denn beim Radfahren wird es natürlich interessant was das Koppeln von externen Sensoren oder Powermetern angeht. Mein Rotor InPower 2 hat ja schließlich Bluetooth und die Apple Watch auch. Schön wär’s gewesen aber hier spielt die Apple Watch nicht mit…. „natürlich“ muss man eigentlich ergänzen, denn das war sicher auch nicht Zielsetzung bei der Entwicklung und der normale „Radler“ wird dieses Feature auch nicht vermissen. Da wir aber nicht „normal“ sind sind unsere Ansprüche natürlich auch nicht „normal“ 😉 Geil wärs gewesen… Mehr gibt’s zum Radfahren mit der Apple Watch leider nicht zu erzählen.

Vielleicht wenn ich mal mit dem Citybike nen kleines Rennen in der Stadt fahren will. 😀 Ansonsten: Fail!

Eingeschränkte Bedienung beim Schwimmen

Jetzt wird’s interessant… denn jetzt wo die Apple Watch wasserdicht ist, hat sie auch ein Schwimmmodus in der Training App bekommen. Bevor es losgeht muss ich erstmal wählen: Schwimmbad oder Freiwasser. Starten wir mit dem Becken. Zuerst wird die Schwimmbadlänge eingegeben, denn wie auch andere Sportuhren wird die Distanz über die Erkennung der Wenden mit Hilfe des Gyrosensors gemessen.

Nach dem Klick auf den „Los geht’s“ Button wird das Display für Eingaben gesperrt, denn ein nasses Multitouch-Display lässt sich einfach nicht bedienen. Bedeutet also: Zwischenzeitliches Pausieren beim Schwimmen kann man knicken, muss man halt durchziehen. Edit: Man kann sehr wohl das Schwimmen pausieren, dafür muss man allerdings die Crown und den Home-Button der Uhr gleichzeitig drücken (Danke an Magnus für den Tipp). Wichtig dabei: Wenn ihr nicht gleichzeitig jedes Mal einen Screenshot des Watch Screens machen wollte müsst ihr die entsprechende Screenshot-Option in den Settings über die Watch-App auf dem iPhone vorher deaktivieren. 🙂

Die Messung der Bahnen funktioniert gut… nicht schlechter und nicht besser als bei meiner Garmin 920XT. Bin ich mit dem Schwimmen fertig kann ich das Display durch längeren drehen der Digital Crown wieder entsperren. Dabei wird dann der Lautsprechen genutzt um das restliche Wasser aus den Zwischenräumen der Uhr zu entfernen.

Wähle ich den Freiwassermodus entfällt natürlich der Schritt zur Wahl der Beckenlänge, ich werde lediglich darauf hingewiesen, dass die GPS Genauigkeit leiden kann. Logisch… das Problem haben alle Sportuhren, GPS gibt’s eben nur Überwasser. 🙂 Von nun an das selbe Prinzip: Der Touchscreen wird für Eingaben gesperrt und dann geht’s los. Die GPS Messung im Freiwasser funktioniert so wie ich es erwartet haben. Etwas „eckig“ aber durchaus brauchbar, wie auch bei meiner Garmin Uhr.

Mit ein paar Abstrichen für spontane Schwimmsessions durchaus ein Option

Gibt’s da nicht schon andere Apps?

„Wieso denn die Apple Training App?“ – Ja, es gibt auch Apps wie Runkeeper oder Runtastic für die Apple Watch. Allerdings nutzen diese im Moment noch nicht die neuen Apple Watch Series 2 Features, wie das autarke GPS und die Wassertauglichkeit und sind somit weiter auf das iPhone angewiesen. Die Runtastic Website sagt zu dem Thema im Moment:

„Du kannst die Runtastic App ohne weiteres auf deiner neuen Apple Watch Series 2 mit watchOS 3 verwenden. Wichtig ist, dass du weiterhin dein iPhone bei deinen Aktivitäten mitnimmst, da die GPS-Aufzeichnung derzeit noch über den entsprechenden Sensor am iPhone erfolgt.“

Ein bisschen schade natürlich. Vom Runkeeper Team gibt es folgendes Feedback:

„Our team has been working non-stop updating the Apple Watch integration since Apple’s latest releases. We actually found out about the Series 2 release at the same time as our users, so we didn’t know about the built in GPS until those announcements were made. Our engineers just got their hands on some Series 2 watches, and we’re currently figuring out the best ways to take full advantage of everything the watch has to offer, including the possibility of adding maps to activities tracked with just the Apple Watch. Stay tuned for future builds!“

Ebenso verfügen sie beide (noch?) nicht über Optionen fürs Schwimmen. Aber das bringt uns direkt zum nächsten Punkt:

The Power of Apps: Wer weiß was da noch kommt?!

Beim Laufen und Radfahren sind die meisten Nachteile garnicht mal auf die Hardware der Apple Watch zurückzuführen, sie resultieren aus der sehr, sehr schlichten Apple Training App. Es ist hier definitiv Zeit für Apps wie Runkeeper oder Runtastic schnell nachzulegen. Ich bin sehr gespannt ob bald weitere Sport- und eventuell sogar Triathlon-Apps auf den Markt kommen, die das Potential der Apple Watch Series 2 nutzen und uns Triathleten die meisten unserer Wünsche erfüllen… vor allem das Koppeln von Bluetooth Zubehör wie Brustgurte und Leistungsmesser stehen hier ganz oben auf meiner Wunschliste. Die individuell einstellbare Datenanzeige sowie erweitere Trainingsmodi für das Intervalltraining gehören aber genauso dazu.

Fazit: Die Apple Watch Series 2 ist mega… nur nicht für Triathlon

So könnte man es wohl gut zusammenfassen. Eine richtig, richtig gute Smartwatch mit ziemlich genialen Activitytracker-Features, die sich perfekt in den Alltag integrieren und immer mal wieder an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit mit einer Notification um die Ecke kommen. Das GPS funktioniert, der Pulsmesser ist gut aber nicht perfekt und leider bleibt die Apple Training App dann doch sehr beschränkt in ihren Möglichkeiten. Für den Ottonormalverbraucher sicher genau das Richtige. Knöpfchen drücken und los… auf dem Display gibt’s dann nur die nötigsten Daten – Zeit, Puls, Kalorienverbrauch – reicht für die Meißten. Als datenbesessene Triathleten brauchen wir natürlich MEHR und somit stößt die Apple Watch da schnell an ihre Grenzen. Beim Schwimmen kommt dann das grundlegende Problem der Unbedienbarkeit eines nassen Touchdisplays dazu. Beim Radfahren kann man keine Ant+ Geräte koppeln, aber auch keinen Bluetooth Wattmesser.

Meine Garmin Forerunner 920XT kann die Apple Watch nicht ersetzen

ABER: Wer weiß, wann die erste Traithlon App für die Apple Watch auf den Markt kommt, die vielleicht alle Probleme beheben kann: Mehr Trainingsdaten, Bluetooth Wattmesser Kopplung, nur das Wasser-Touchscreen-Problem wird wohl nicht zu lösen sein. Eventuell gibt es dann ja aber sogar einen Wettkampfmodus, wie man ihn von Garmin für den Wettkampftag kennt. Ein enormes Potential für geniale Sport-Apps hat die Apple Watch Series 2 auf jeden Fall.

Bleibt zu sagen: Garmin… du musst dir NOCH keine Sorgen um uns Triathleten! Die Apple Watch ist keine Konkurrenz für deine Topmodelle. Eventuell musst du dich aber im Bereich der Activitytracker doch noch ein bisschen ins Zeug legen. Vor allem bei der Qualität deiner Garmin Connect Smartphone App. 🙂

Weiterführende Links:

4 Kommentare

  1. Hey Florian,

    es scheint für die Entwickler eine ziemliche Herausforderung gewesen zu sein.
    Runkeeper kommt seid Anfang Dezember ohne iPhone aus. Runtastic will erst 2017 nachziehen.

    Ansonsten hat Strava jetzt vermeldet, dass sie kurz vor Vollendung sind und die nächste App Version die neuen Features wie GPS unterstützen soll. Hier ein Link zu einem Support-Beitrag dazu.
    https://support.strava.com/hc/en-us/community/posts/203330070-Apple-Watch-Series-2-

    Hoffe dass hilft dir 🙂
    LG Jan

  2. Hallo, also es ist mittlerweile möglich einen Bluetooth Brustgurt mit der Apple Watch zu verbinden. Ich benutze seit einer Woch diesen hier:
    https://www.amazon.de/gp/product/B00BETGTNI/ref=oh_aui_detailpage_o00_s00?ie=UTF8&psc=1

    es funktionniert auf jeden Fall besser als der Pulsmesser am Handgelenk 🙂

    Ich bin auch noch immer auf der Suche nach einer App die einem solche Trainingsprogramme wie zB. die Garmin bieten kann. Ich finde die Trainingsprogramme von Nike oder Runtastic jedoch nicht so super. Ich hoffe da kommt noch was oder vielleicht hat schon jemand etwas Neues rausgefunden?

  3. Hey Ronny, ich muss gestehen, dass die AppleWatch jetzt schon ne Weile im Schrank liegt. Ich muss sie wohl mal wieder raus holen und mal wieder testen. Das mit dem Pulsgurt klingt auf jeden Fall gut. Auch hat Runkeeper mittlerweile eine autarke Apple Watch App… evtl findest du das was zu den Trainingsprogrammen. Ich werd es mir mal anschauen.

    LG, Jan

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