Garmin Forerunner 935 Multisportuhr im Test

Garmin Forerunner 935 im Test: Das neue Triathlon Topmodell?

Es war Zeit für ein Upgrade – und zwar von meiner Garmin Forerunner 920XT auf die neue Garmin Forerunner 935. Deutlich leichter, optisch ansehnlicher in runder Form und Herzfrequenzmessung am Handgelenk. Das waren zumindest die drei Kriterien die mich hauptsächlich zu einem Kauf bewegt haben. Nach vielen Trainingsstunden und zwei Wettkämpfen, davon ein Ironman, ist es Zeit für einen Testbericht!

Erschienen am 27. Juli 2017 Tags: Equipment, Test, Triathlon

Zahlen und Daten:

  • Modell: Garmin Forerunner 935
  • Gewicht: 49 Gramm
  • Gehäuse-Material: Kunststoff
  • Display-Schutz: Glas
  • Paket: Nur Uhr / Alternativ: Triathlon-Bundle mit Schwim- und Laufbrustgurt
  • Preis: ca. 550 bis 700 Euro (eventuell auch günstiger auf Amazon)
  • Testdauer: 3 Monate

Die Optik der Garmin Forerunner 935 – Endlich eine normale Uhr

Gerade im Vergleich zum Vorgängermodell, der Forerunner 920XT, macht die Forerunner 935 optisch eine sehr gute Figur. Grundsätzlich erinnert sie von der Form her ein wenig an das Garmin Topmodell Fenix. Allerdings ist die 935 komplett aus Kunststoff gefertigt, dafür aber deutlich flacher und leichter gebaut als die Fenix.

Da ich die Uhr nicht den ganzen Tag über, sondern wirklich nur zum Sport trage ist die flache und leichte Form für mich ein entscheidendere Faktor und lässt mich die 935 gegenüber der klotzigen Fenix bevorzugen.

Wer die Uhr etwas individualisieren möchte, der hat die Möglichkeit das Armband zu tauschen. Dafür seid ihr nicht unbedingt auf die original Garmin Armbänder angewiesen sondern könnt auch auf Drittanbieterprodukte zurückgreifen. Eine ordentliche Auswahl findet ihr hier bei Amazon. Wie auch bei den meisten anderen Garmin Uhren kann man außerdem das Displaydesign der Uhr individuell anpassen, indem man auf die große Auswahl an Watchfaces aus dem Garmin Appstore zurückgreift.

Wie gut funktioniert die Herzfrequenzmessung am Handgelenk?

Die Herzfrequenzmessung am Handgelenk war für mich ein wichtiges Kaufkriterium. Ich war den Pulsgurt einfach satt, er scheuert und hinterlässt gereizte Abschürfungen, und wenn man täglich teilweise mehrfach mit ihm trainiert kann es auch mal ekelig werden beim Anlegen des noch kalten, leicht schweißfeuchten Gurtes.

Ihr merkt, die Handgelenksmessung liegt bei mir hoch im Kurs. 😉

Doch man liest ja nicht nur Gutes über diese Messmethode, daher hab ich das Ganze einfach mal beobachtet und bei zwei Läufen auch direkt mit den Ergebnissen des Pulsgurts verglichen. Ich muss sagen bei mir funktioniert die Herzfrequenzmessung der Forerunner 935 am Handgelenk grundsätzlich sehr gut. Abweichungen hielten sich mit maximal 1 bis 3 Schlägen absolut im Rahmen. In seltenen Fällen hat die Messung etwas Anlaufschwierigkeiten, das hat sich aber gelegt seit dem ich die Uhr beim Laufen einfach noch ein kleines bisschen enger am Handgelenk trage.

Überhaupt keine Probleme hatte der Sensor beim Messen der Herzfrequenz über den ganzen Tag hinweg, als ich die Uhr auch mal ein paar Tage 24/7 getragen habe.

Die optische Herzfrequenzmessung am Handgelenk der Garmin Forerunner 935

Trotzdem ist es weiterhin möglich auch einen Pulsgurt mit der Garmin Forerunner 935 zu koppeln. Will man beispielsweise die neue HRV-Funktion (Herzratenvariabilität) nutzen, braucht man dafür zwingend einen Gurt. Denn dieser Wert lässt sich nur über diese Methode messen und nicht mittels der optischen Herzfrequenzmessung am Handgelenk.

Nebenbei bemerkt: Wer sich für eine tiefergehenden Auswertung seines Regenerationszustandes interessiert, der sollte sich mit dem Thema HRV auf jeden Fall einmal genauer auseinandersetzen. Ein detaillierten Artikel zu dem Thema findest du im Blog von meinem Coach hier. Ansonsten kannst du dir als ersten Einstieg kannst auch mal meinen Artikel zur technischen Entwicklung im Sport reinziehen: Hier entlang.

Schwimmen, Radfahren, Laufen und noch mehr: Die Multisportfunktionen der Forerunner 935

Kommen wir zur Trainings- Wettkampfperformance der Forerunner 935. Die Akkulaufzeit ist top, das kann man nicht anders sagen. Selbst nach knapp 10 Stunden Ironman mit permanent aktivem GPS und gekoppelten Sensoren wie dem Rad-Leistungsmesser waren noch fast 50% Akku übrig. Gerade für Trailläufer und Wanderer interessant ist, dass die Uhr auch über einen barometrischer Höhenmesser verfügt. Auf dem Gebiet bin ich kein großer Experte, konnte aber auch keine Fehler bei der Ermittlung der zurückgelegten Höhenmeter feststellen. Ansonsten kann die Forerunner 935 neben dem reinen GPS auch zusätzlich noch auf das Glonass System zurückgreifen.

Als Multisportuhr weißt die Garmin 935 alle Sportmodi auf, die man unbedingt braucht… und noch mehr. Klar… Schwimmen, Radfahren, Laufen… alles jeweils als Indoor- und Outdoorvariante. Das Bahnenzählen beim Schwimmen funktioniert ausgesprochen gut, ich bilde mir ein, dass nochmal weniger Abweichungen auftreten als bei meiner alten 920XT. Vom Indoor-Laufmodus werde ich allerdings kein Freund mehr. Die Pace und die Distanz die die Uhr auf dem Laufband fabriziert ist einfach kompletter Bullshit. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller gewesen bei Indoor-Lauf-Profil diese Werte einfach wegzulassen, denn ich glaube nicht, dass es überhaupt möglich ist diese einigermaßen korrekt zu erfassen.

Alle anderen Modi funktionieren tadellos. Die Multisportmodi wie Triathlon und Duathlon sind zusätzlich komplett individualisier- und konfigurierbar. Das funktioniert über das Menü auf der Uhr selber, nach einer gewissen Eingewöhnungszeit, auch sehr gut.

Warum ist die Garmin Forerunner die richtige Sportuhr für mich?

Jeder Sportler hat ja so seine eigenen Anforderungen an eine Sportuhr und so habe auch ich ein paar Dinge die mich bei den Garmin Forerunner Modellen besonders erfreuen.

Leicht, klein und von der Masse her aufs Wesentliche reduziert

Eine Sportuhr darf für mich in allererster Linie eine Sache NICHT tun… und das ist stören. Ich hatte die hier auch die Fenix 5 am Handgelenk und ich muss sagen, ich kann mir einfach nicht vorstellen damit Sport zu treiben. Sie ist einfach ein Klotz… Punkt aus! Hier punktet die Forerunner 935 für mich am deutlichsten, denn sie ist wirklich schön flach, leicht und wird beim Tragen quasi nicht bemerkt.

Schnelle und einfache Programmierung von Intervalltrainings

Die Trainingsfunktion ist neben den Standardmodi die Funktion der Uhr, die ich am häufigsten nutze. In Sekundenschnelle bin ich in der Lage meine Intervalltrainingseinheiten in die Uhr zu programmieren. So kann ich mich in der Einheit selber wirklich voll aufs Training konzentrieren und muss keine Distanzen oder Zeiten im Auge haben. Es gibt bei jedem Intensitätswechsel ein Signal via Vibration und Piepen, nähert man sich dem Intervallende oder auch Anfang gibt es einen akustischen kurzen Countdown. Ich LIEBE diese Funktion und genauso ihre Einfachheit!

Es ist quasi alles einstellbar: Ob mit oder ohne Warmup oder Cooldown. Die Art der Intervalle, ob nach Zeit oder Distanz, die Art der Regenerationsphase, ebenfalls nach Zeit und Distanz und natürlich die Anzahl die Intervalle.

Intervalltraining mit der Garmin Forerunner 935

Darüber hinaus ist es auch noch möglich über die Garmin Connect Platform komplett individuelle Trainingseinheiten mit verschiedenen Alarmen auf die Uhr zu laden. Dort kann ich dann wirklich komplett ausrasten und alle Abschnitte einzeln definieren wie ich lustig bin. Warmup – 10 Minuten mit Alarm, wenn Puls über 140 und unter 120 geht – 15 Minuten mit Alarm auf Puls 160 – 5 Minuten Erholung – etc – etc. Ich denke ihr bekommt eine Vorstellung.

So wird die Uhr halt wirklich zu einem kleinen Mini-Trainer am Handgelenk.

Navigation beim Traillaufen, Wandern und Radfahren

Nicht super oft, aber immer mal wieder nutze ich die Navigationsfunktion der Forerunner 935. So zum Beispiel vor ein paar Wochen im Wanderurlaub. Denn die 935 verfügt auch über einen Wandermodus und da wir uns nicht auskannten vor Ort hab ich online ein paar schöne Strecken rausgesucht und sie auf die Uhr geladen. Das kann man entweder über das Garmin Programm „Basecamp“ machen, oder man läd sich einfach irgendwo eine passenden .gpx Datei runter und zieht sie per USB in den „NEW FILES“ Ordner der Uhr.

Ja… das funktioniert sehr zuverlässig… aber irgendwie fuckt es trotzdem ab! Wir sind im Jahr 2017 … Garmin, warum gibt es hier keine gescheite Möglichkeit jedwede Route per App oder sonst einer Wireless-Funktion zu syncronisieren? Wahoo hat das bei seinen Bikecomputer zum Beispiel quasi in Perfektion gelöst, dort kann ich mich direkt mit den Strava-Routes, Komoot und RideWithGPS Online-Diensten via App verbinden. Garmin: KOMM ENDLICH AUS DEM QUARK!

So… sorry, das musst kurz raus. 😀 Ist die Route aber einmal auf der Uhr funktioniert die Navigation ganz wunderbar und ist eine tolle Funktion. Die Garmin Forerunner 935 verfügt zwar über kein Kartenmaterial, aber auch anhand des Pfades auf dem Display lässt sich sehr gut navigieren.

Ich mag die Navigationsfunktion sehr, gerade wenn man in Gebieten unterwegs ist, in denen man noch keine Laufstrecken oder Wanderpfade kennt! Probiert es mal aus!

Fazit: Trotz kleiner Macken die für mich derzeit beste Triathlon- und Multisportuhr

Ich bereue den Kauf der Garmin Forerunner 935 nicht! Für mich ist sie die derzeit besten Triathlonuhr die ich auftreiben konnte. Denn leider habe ich auch keinen anderen Hersteller gefunden, der eine bessere App-Integration und Routensynchronisation auf die Reihe bekommt und wenn man die Uhr einmal konfiguriert hat, dann tut sie das was sie soll einfach perfekt! Sie ist leicht, hat eine lange Akkulaufzeit ist gut ablesbar und bietet alle Funktionen die man braucht. Klar… für 550 Euro sollte man auch einiges erwarten können und die 935 kann auch noch einiges mehr. Wenn man sie den ganzen Tag trägt, kann man sie auch uneingeschränkt als Smartwatch benutzt und die diversen Aktivitätstrackingfunktionen nutzen und auch Drittanbieterapps installieren. Das steht für mich aber aktuell nicht im Vordergrund, ich brauche in erster Linie eine perfekte Sportuhr und die habe ich gefunden!

Garmin Forerunner 935 Multisportuhr im Test

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