Nach was suchst du?

Der HumanCharger für mehr Leistung und besseren Schlaf

HumanCharger im Test – portable Lichttherapie für mehr Leistung

Vor einiger Zeit begegnete mir ein interessantes Produkt. Der HumanCharger, er sieht aus wie ein iPod, doch kommt aus den Ohrhörern keine Musik, sondern ein speziell kalibriertes weißes Licht. Entwickelt in Finnland mit dem Ziel Abhilfe bei Winterdepressionen zu schaffen, wird das Licht direkt durch den Ohrkanal auf photosensitive Proteine im Gehirn geleitet. Doch das Licht kann mehr: Höhere kognitive Leistung, besserer Schlaf, weniger Jetlag. Wir haben den HumanCharger über zwei Monate getestet.

Jan Peiniger von Pushing Limits
Jan Peiniger Der Weg zählt!

Daten zum HumanCharger

  1. Bezeichnung: HumanCharger®
  2. Hersteller: Valkee Ltd, Oulo, Finnland
  3. Maße: 75 x 36 x 9 mm • Gewicht: 47 Gramm
  4. Lieferumfang: Device, LED-Ohrstöpsel, USB Kabel, Silikonaufsätze
  5. Varianten: schwarzes oder silbernes Gehäuse
  6. Preis: ab 180,- € bei amazon

Das menschliche Gehirn ist von Natur aus lichtempfindlich

Besonders interessant klang für mich die Ausgangsthese: Nicht nur die Netzhaut im Auge, sondern auch das menschliche Gehirn ist von Natur aus lichtempfindlich. Wie kann das sein? Nun, es gibt im Gehirn ein spezielles Protein mit dem Namen Encephalopsin (OPN3). Diese Protein ist ein sogenannter photosensitiver Rezeptor und kommt vermehrt in der Schläfenregion vor.

Die clevere Idee des HumanCharger: Möglichst nah ans Gehirn gelangt man nunmal über den Gehörgang. Dieser wird somit genutzt, um das kalibrierte Licht bis ins Gehirn strahlen zu lassen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Transkranieller Lichttherapie.

Die initiale Idee hinter dem HumanCharger

Initial entwickelt wurde der HumanCharger von einem Biologen in Finnland, mit dem Ziel die dort vermehrt vorkommenden Winterdepressionen zu lindern. Winterdepression ist besonders in den nordischen Ländern vermehrt anzutreffen, da dort Tageslicht zu dieser Jahreszeit echte Mangelware ist. Ohne ausreichend Tageslicht bekommt man nicht nur ein Problem mit Vitamin D, sondern auch mit diversen weiteren hormonellen Prozessen. Das kann dann bis hin zur Depression führen.

Um dem entgegen zu wirken leuchtet der HumanCharger UV-freies, blau angereichertes Licht direkt in den Gehörgang. Das Ziel ist dabei den für die lichtempfindlichen Proteine wichtigen Anteil des Tageslicht so exakt wie möglich nachzuempfinden.

Die Ohrstöpsel des Human Charger

Eine Studie aus dem Jahr 2011 zeigt die Wirkung des HumanCharger bei Winterdepression

„During the study period, 12 out of 13 (92.3%) patients achieved at least 50% reduction in their HAMA sum scores, and in 10 out of 13 patients (76.9%), the HAMA sum score was <7.“ 

Gesteigerte kognitive Leistung, besserer Schlaf, weniger Jetlag

Die Basis für die Lichttherapie mittels recht einfacher Ohrstöpsel war also gelegt. Seit 2011 – das Jahr in dem die Forschung in diesem Gebiet erst so richtig in Gang kam – ließen sich in diversen Studien aber noch deutlich mehr positive Eigenschaften der transkraniellen Lichttherapie feststellen.

Neben der Verbesserung der eigenen Stimmung waren für mich besonders die Erkenntnisse zur verbesserten kognitiven Leistungsfähigkeit und besserem und somit erholsamerem Schlaf interessant. Also Bonus oben drauf verspricht der HumanCharger auch noch die Reduktion von Jetlag. Bingo… da war es Zeit für mich in die diversen Studien einzutauchen und mir dann selber ein Bild zu machen.

Klingt alles zu gut? Skepsis ist immer erlaubt

Ich denke bei technischen Produkten, die für sich in Anspruch nehmen mit sehr wenig Aufwand quasi „einfach so“ die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden eines Menschen faktisch zu verbessern, ist eine gesunde Portion Skepsis immer angebracht. Klar, Valkee selbst führt diverse Studien an, die eine vorhandene Wirkung nahelegen. Dennoch sollte man aufmerksam bleiben, denn z.B sind Teilnehmerzahlen dieser Studien alle sehr gering. Das lässt den Schluss zu, dass die Studienergebnisse nicht unbedingt so generell übertragbar sind wie sie auf den ersten Blick anmuten.

Dennoch macht für mich die gesamte Backstory von Valkee zuversichtlich, dass hier Leute am Werk sind, die kein Schindluder treiben wollen, sondern etwas, auf Basis von wissenschaftlicher Arbeit, nach vorne bringen wollen. Man findet im Internet viele Quellen die für, und ein paar die gegen eine uneingeschränkte Wirksamkeit sprechen – wie bei fast allen Themen im Gesundheitsbereich.

Nichtsdestotrotz lohnt es sich für diejenigen, die gerne mal Studien lesen, tiefer bei Google Scholar abzutauchen: Suchergebnisse zu „transcranial LED light therapy“.

Als sehr neugieriger und definitiv nerdiger Mensch spiele ich dann gerne mein eigenes Versuchskaninchen und probiere es einfach an mir aus und ziehe meine eigenen Schlüsse. So auch beim HumanCharger.

Unser Test – Aylin und ich haben den HumanCharger die letzten zwei Monate genutzt

Wie sieht der Umgang mit dem HumanCharger in der Praxis aus? Ganz einfach: Man nutzt die HumanCharger LED-Ohrstöpsel täglich für  genau 12 Minuten. Alternative kann man auch kürzere Zeiten einstellen, ich denke aber: 12 Minuten hat man dafür immer. Zumal man parallel ja weiter ganz normal seinem Leben nachgehen kann. Für Außenstehende wirkt es so, als würde man Musik hören. Nur im Dunkeln sieht es aus als würden die Ohren leuchten. 😉

Damit ihr hier nicht nur meine exklusive, sehr subjektive Meinung zum HumanCharger bekommt hat sich auch Aylin als Versuchskaninchen zur Verfügung gestellt. In den letzten beiden Monaten haben wir zwei nun jeden Morgen, möglichst direkt nach dem Aufstehen, den HumanCharger für 12 Minuten benutzt.

Das sagt Jan zum HumanCharger:

Jan testet den HumanCharger

  • „Als Frühaufsteher, das bedeutet so gegen 5 Uhr Morgens, ist es vor allem in den Wintermonaten noch stockdunkel. Da fällt es manchmal schon schwer in Tritt zu kommen. Mein Gefühl ist, dass ich durch das morgendliche LED-Licht deutlich schneller in die Pötte komme. Das hilft mir wiederum dabei, direkt früh Morgens voll konzentriert und fokussiert die ersten paar Stunden am Laptop durcharbeiten zu können. Tatsächlich ist so die Zeit am frühen Morgen zu meiner produktivsten Tageszeit avanciert.
  • Generell ist mein Gefühl, das es ein bis zwei Wochen gedauert hat, bis sich mein Gehirn so richtig mit der Lichtdosis eingegroovt hat. Auch habe ich seit dem einen sehr zuverlässigen Biorhythmus, welcher mich ziemlich zuverlässig, immer zur selben Zeit Abends ausknockt und mich auch wieder erwachen lässt. Einen Wecker brauche ich nicht mehr, ich mache automatisch die Augen nahezu immer zur selben Uhrzeit auf.
  • Kann ich diese Veränderungen zweifelsfrei dem HumanCharger zuordnen? Sicher nicht… aber letztendlich habe ich das Gefühl, dass er mich insgesamt, aber vor allem kognitiv nach vorne bringt.“

Das sagt Aylin zum HumanCharger:

Aylin testet den HumanCharger

  • „Was mir ganz unabhängig vom Licht besonders gut gefällt, ist die leichte Wärme die die Ohrstöpsel produzieren. Es ist einfach total angenehm direkt Morgens, wenn alles irgendwie noch kalt ist diese schöne Wärme im Kopf zu spüren.
  • Insgesamt habe ich aber auch das Gefühl, dass ich, seit dem ich das Gerät nutze, schneller wach und konzentrierter vor allem in den Morgenstunden bin. Das ist natürlich schwer genau zu bewerten und ich kann nicht ausschließen, dass es eventuell auch ein Placebo-Effekt ist. Mir gibt die tägliche Lichtdosis aber insgesamt schon ein Gutes Gefühl.“

Verarbeitung und Handling des HumanCharger

Neben der subjektiven Wirkung gibt es natürlich noch ein paar harte Fakten zu beachten. Wie sieht es also mit Verarbeitung und Handling des HumanCharger aus? An der Verarbeitung ist eigentlich nichts auszusetzen, das Gerät ist klein und handlich. Am Ende sprechen bei dem Basisgerät aber ja auch nur von einem Akku mit minimaler Intelligenz für die Steuerung der Leuchtdauer. Es gibt einen großen Knopf, mit dem man den HumanCharger gedient. Klick = an – Klick = aus. Hält man den Knopf gedrückt kann man die Dauer einstellen. Simple as that!

Geladen wird der HumanCharger einfach mittels USB – wie es sich heutzutage gehört. Eine Ladung reicht bei uns beiden für gut eine Woche Nutzung. Wenn man alleiniger Nutzer ist sollte man also gute zwei Woche klar kommen.

Die Ohrstöpsel werden ebenfalls per USB verbunden und kommen mit unterschiedlichen Silikonaufsätzen, um sie optimal an das eigene Ohr anzupassen. Ich bilde mir ein, dass die Wirkung besser ist, wenn ich die Ohrstöpsel etwas tiefer in den Ohrkanal packe.

Alles in allem lässt sich der HumanCharger völlig problemlos bedienen und die Qualität von Gehäuse und Ohrstöpseln ist einwandfrei.

Fazit: Ist der HumanCharger sein Geld wert?

Die Frage der Fragen… liefert der HumanCharger einen Mehrwert, der die Ausgabe von knapp 180 Euro rechtfertigt? Dazu gehen mir mehrere Gedanken durch den Kopf. Auf der einen Seite könnte man sich fragen: Was kostet an dem Gerät denn bitte 180 Euro? Ein Akku, etwas Logik und zwei LEDs. Auf der anderen Seite ist der HumanCharger aber ja nicht nur die Summe seiner Teile, sondern Resultat von vielen Versuchen, Forschung und Feldtests in die unzählige Stunden, Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre an Arbeit geflossen sind.

Die nächste Frage die sich mir stellte ist: Gibt es günstigere Alternativen? Klar, die Sonne vor der Tür… wenn sie denn da ist. Aber Spaß beiseite: Ich habe keine einzige Alternative für eine solche unkomplizierte Art der transkraniellen Lichttherapie gefunden.

Ist uns der HumanCharger die Anschaffung wert?

Ich finde es ist immer schwer, etwas gesundheitsförderliches gegen einen Preis aufzurechnen. Am Ende muss natürlich jeder selbst entscheiden, ob es ihm oder ihr die Ausgabe der knapp 200 Euro wert ist. Unsere Meinung dazu:

Wir für unseren Teil können diese Frage mit „Ja“ beantworten. Viel einfacher kommt man wohl nicht in den Genuss der vielen positiven Effekte, die der Lichttherapie zugeordnet werden können.

Weiterführende interessante Links zum Thema:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Der Newsletter: "5 Dinge am Dienstag"

So heißt das neue wöchentliche E-Mail-Format für euch. Wir teilen ein Mal die Woche fünf nützliche Tipps und Erfahrungen mit euch. Dazu gibt es auch einen Überblick über alle Artikel der vergangen 7 Tage. Meld dich an und sag uns was du davon hältst:

Unser Newsletter enthält Informationen zu unseren Produkten, Angeboten, Aktionen und unserem Unternehmen. Hinweise zum Datenschutz, Widerruf, Protokollierung sowie der von der Einwilligung umfassten Erfolgsmessung, erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Getting Social!

Schau doch auch mal in den Social Networks bei uns vorbei. Wir freuen uns über nerdige Diskussionen und den stetigen Austausch mit euch!