Wahoo Elemnt Mini Radcomputer für Einsteiger und Pendler

Wahoo ELEMNT Mini im Test: Reduziert auf das Wesentliche?

Der Wahoo ELEMNT Mini ist klein, schlicht und wirklich unfassbar leicht. Mit einem Preis von 90 Euro tritt er definitiv nicht in Konkurrenz mit seinen größeren Brüdern, sondern spricht Einsteiger, Pendler und Puristen an. Ist man auf der Suche nach einem wirklich einfachen und dennoch höchst funktionalen Radcomputer zu einem günstigen Preis, dann sollte man beim Wahoo ELEMNT Mini genauer hinschauen.

Erschienen am 08. Oktober 2017 Tags: BikeNerd, Equipment, Test

Daten & Fakten des Wahoo ELEMNT Mini

  • Hersteller: Wahoo
  • Gewicht: 31g
  • Batterie: Knopfzelle (Laufzeit angegeben mit ca. einem Jahr)
  • Display: Monochrome (kein Touchscreen)
  • Kompatibilität: Wahoo-Dualband-Geräte (Geschwindigkeit, Trittfrequenz, Puls)
  • GPS: Mittels gekoppelter Smartphone-App (kein eingebautes GPS)
  • Preis: 89,99,- Euro (erhältlich bei Amazon)

Lieferumfang:

  1. Das eigentliche Gerät – Wahoo ELEMNT Mini
  2. Wahoo-Geschwindigkeitssenor
  3. Vorbau-Halterung mit Kabelbindern zur Befestigung
  4. Betriebsanleitung
Lieferumfang des Wahoo ELEMNT Mini
Im Lieferumfang ist alles dabei, was man zum direkten Loslegen braucht

Hier im Test behandle ich die für mich wichtigsten Features des Geräts. Dabei fallen sicherlich ein paar Dinge unter den Tisch die zwar nicht mich, aber euch interessieren. Wenn ihr also weitere Fragen habt: Einfach einen Kommentar unter dem Artikel hinterlassen!

An wen richtet sich der ELEMNT Mini?

Wer hofft im ELEMNT Mini eine günstigere Alternative zum ELEMNT, ELEMNT Bolt (zum Testbericht) oder Garmin 520 zu finden, der liegt wahrscheinlich daneben. Der Wahoo ELEMNT Mini zielt definitiv nicht auf den klassischen Rennrad-Fahrer ab. Das merkt man auch, wenn man einen Blick auf die Specs wirft. Der Mini kommt ohne eigenes GPS und auch ohne die Möglichkeit einen Leistungsmesser zu koppeln daher … doch das ist gar nicht schlimm:

Der Wahoo ELEMNT Mini ist ein Radcomputer für Einsteiger, Pendler und Puristen.

Was kann der WAHOO ELEMNT Mini in der Praxis?

Nach dem Auspacken war mir schnell klar, hier handelt es sich um ein aufs Wesentliche reduziertes Gerät. Erst wenn man den Mini mal in der Hand hält stellt man fest wie filigran und wie leicht er wirklich ist. Der Verzicht auf die ein oder andere Funktion bringt auf der anderen Seite nämlich auch ganz neue Möglichkeiten.

Größenvergleich zwischen Wahoo ELEMNT Mini und ELEMNT Bolt
Hier mal der Größenvergleich zwischen Wahoo ELEMNT Mini und ELEMNT Bolt

Einen USB Anschluss zum Laden des Geräts suchte ich vergeblich, es gibt schlicht keinen Akku. Das Gerät kommt mit einer Knopfzellenbatterie aus und diese versorgt den Mini für ein ganzes Jahr mit Strom. Einfachheit ist in diesem Fall Trumpf. Die immense Batterielaufzeit ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass bewusst auf GPS und eine Display-Hintergrundbeleuchtung verzichtet wurde.

Die Bedienung: Kleines Displays – Zwei Knöpfe

Das Display ist gut ablesbar und verfügt über keine Hintergrundbeleuchtung – es ist also rein „passiv“ und benötigt immer ein wenig Umgebungslicht. Wer im Dunkeln die Daten vom ELEMNT Mini ablesen will, wird also schlechte Karten haben. Ist etwas Licht vorhanden ist das Display allerdings gut ablesbar. Vor allem, weil die vier Datenfelder, über die das Gerät verfügt, in einer guten Größe dargestellt sind.

Bedient wird während der Fahrt mittels zweier unter dem Display angebrachter Knöpfe. Diese haben eine gute Haptik und sind groß genug, um auch mit Handschuhen gut bedient werden zu können. Auf der ersten Testfahrt war es nämlich ganz schön kalt und ich bin eine Memme was kalte Hände angeht. 😉

Der linke Knopf startet und pausiert die Fahrt, mit dem anderen kann ich mich durch die verschiedenen Datenseiten blättern.

Setup des ELEMNT Mini – Mit und ohne App

Nach dem Auspacken sollte es natürlich direkt los zur ersten Tour gehen. Also schnell und einfach die mitgelieferte Halterung mittels der ebenfalls mitgelieferten Kabelbinder am Lenker befestigt. Auch dabei: Ein Wahoo-Geschwindigkeitssensor, der ebenfalls schnell an einer der Radachsen mittels Gummihalterung befestigt war.

Den Geschwindigkeitssensor kann man entweder mittels App oder auch direkt am Gerät verbinden. Ich empfehle euch aber auf jeden Fall die Wahoo ELEMNT App zu nutzen! Nicht, weil die Kopplung am Gerät nicht funktioniert aber so richtig  Spaß mit der ELEMNT Mini erst, wenn man ihn im Zusammenspiel mit der App nutzt.

Ohne App & Smartphone: Einfach drauf los für Jedermann

Nutze ich den ELEMT Mini ohne App, dann brauche ich nicht viel tun. Ab aufs Rad und „Start“ gedrückt. In diesem Fall nutzt das Gerät den Geschwindigkeitssensor um Strecke und Geschwindigkeit anzuzeigen und aufzuzeichnen. So einfach so gut!

Mit App & Smartphone: GPS-Tracking, eigene Datenblätter und Auswertung

Koppele ich den ELEMNT Mini via Bluetooth mit meinem Smartphone und nutze die ELEMNT App tun sich diverse Möglichkeiten auf. Habe ich beim Radfahren das Handy in der Tasche, wird das GPS des Smartphones genutzt, um eine präzise Routenaufzeichnung vorzunehmen, so wie ich es von den größeren Brüdern des Minis kenne.

Außerdem habe ich Möglichkeit, ebenfalls wie bei den größeren Brüdern ganz eigenes Datenseiten zusammenzustellen. Damit kann ich auf eine große Anzahl an Datenfeldern zugreifen. Weiter kann ich über die App weitere Sensoren, das Livetracking und kleine Dinge wie zum Beispiel „Autopause“  konfigurieren.

Natürlich sehe ich auch alle meine bisherigen Touren und hab die Möglichkeit diese automatisch an Dienste wie Strava zu übermitteln. Alles genau so, wie es auch bei den großen Brüdern des Mini ist.

Die Wahoo Smartphone-App zum ELEMNT Mini
Die Konfiguration per Smartphone App ist gewohnt einfach

Der Wahoo ELEMNT Mini für Radsportler – Was kann er, was kann er nicht?

Der ELEMNT Mini kann aber auch noch ein bisschen mehr. Könnte ich damit auch Radsport betreiben? Ich sage: JEIN – Aber mit ein paar Abstrichen ist durchaus denkbar! Eine nicht zu umgehende Einschränkung ist allerdings: Auf eine Leistungsmessung mittels Powermeter muss man dabei verzichten.

Schade ist, dass sich der ELEMNT Mini NICHT mit beliebigen ANT+ und Bluetooth-Sensoren koppeln lässt. Das Gerät ist limitiert auf die Kopplung von Wahoo eigenen Dual-Band-Sensoren. Nutze ich genau diese Sensoren ist aber einiges möglich:

  1. Geschwindigkeit
  2. Trittfrequenz
  3. Herzfrequenz

Anmerkung: Als Radsportler, der schon ein ganz Arsenal an Sensoren besitzt darf man das Kacke finden. Die Zielgruppe, die Wahoo mit dem Mini anspricht dürfte damit aber wahrscheinlich wenig Schwierigkeiten haben. Denn es ist wohl nicht unwahrscheinlich, dass der Mini für viele der erste Radcomputer überhaupt ist und die Sensoren dann entsprechend zum Radcomputer im Laufe der Zeit dazu geholt werden.

Wahoo Elemnt Mini Radcomputer für Einsteiger und Pendler
Der ELEMNT Mini lässt sich auch auf andere hübsche Halterungen am Rennrad montieren.

Alle Sensoren + Smartphone = Radsport ist möglich

Nutze ich alle drei Wahoo Sensoren und habe mein Smartphone in der Rückentasche, dann kann ich durchaus auch Radsport mit dem ELEMNT Mini betreiben. GPS kommt in diesem Fall über das Smartphone und die Sensoren beschweren mir wichtige Daten wie Herz- und Trittfrequenz. Damit kann ich arbeiten!

Sind die DOOF?!#‘! ICH NEHM‘ DOCH MEIN HANDY NICHT MIT!

Gibt es wirklich noch Radfahrer, die ihr Smartphone nicht dabei haben?

Leute sind wir doch mal ehrlich… ist man auf dem Rad unterwegs, hat man auch sein Handy dabei. Ja… ihr Rennfahrer da draußen, im Rennen habt ihr vielleicht kein Handy dabei. Sorry, für euch ist der Wahoo ELEMNT Mini aber auch einfach der falsche Radcomputer. Auch für mich ist der Mini nicht der richtige Radcomputer für Training und Wettkämpfe. Ganz klar!

Unboxing des Wahoo ELEMNT Mini mit Zubehör

Fazit: Ein Gerät für Einsteiger und Power-Pendler

Würde ich meinen ELMENT Bolt gegen einen ELEMNT Mini tauschen? Im Training nicht! ABER: Als Einsteiger bietet der Mini mit seinem geringen Preis und seiner Einfachheit ein tolles Paket, um den ersten Schritt in die Welt der Radcomputer zu machen.

Besonders reizvoll halte ich den Mini auch für „Power-Pendler“. Die, die jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit düsen und das durchaus als aktive Betätigung sehen und nicht nur als kraftloses und nerviges Gestrampel. Morgens aufs Rad, keine Gedanken an einen eventuell nicht geladenen Akku verschwenden, einfach losfahren. Bei der Arbeit das Rad vor der Tür anschließen und den Mini mitnehmen. So klein und leicht wie er ist geht er in jede Hosentasche oder sogar ins Portemonnaie.

Seine volle Kraft entfaltet der Wahoo ELEMNT Mini letztendlich mit der dazugehörigen Smartphone-App und den ergänzenden Sensoren. In dieser „maximalen“ Ausbaustufe ist er bis zu einem gewissen Punkt auch radsporttauglich. Wer irgendwann dann an die Grenzen des Mini stößt, für den lohnt sich definitiv dann der Blick auf die größeren Brüder.

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