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Gregor bloggt: Vorschau World Triathlon Series Bermuda

Das zweite Rennen der World Triathlon Series (WTS) in der Saison 2019 wirft seine Schatten voraus. Am Samstag geht es für Kurzdistanz-Elite in Bermuda zur Sache. Neben den gehypten Norwegern ziehen jede Menge andere Top-Athleten in den Kampf um den Sieg. Eine Rennvorschau über historische Ereignisse und einen „Berg“ als Scharfrichter.

Gregor Buchholz bei Pushing Limits
Gregor Buchholz Gemeinsam ist's leichter
  • Titelbild: ITU Media / Viktor Areujo

Wenn man mich gefragt hat, welcher Wettkampf mich im Jahr 2018 am meisten begeistert hat, dann habe ich prompt „WTS Bermuda“ gesagt. Die Erstaustragung im karibischen Paradies hat immerhin zwei historische Rennen geboten. Als Flora Duffy vor heimischen Publikum, nach einem 40 Kilometer-Soloritt auf dem Rad, überlegen den Sieg einlief, war das zwar spektakulär, aber wenig überraschend. Als jedoch der bis dahin völlig unbekannte Casper Stornes aus Norwegen nach einem wilden Ritt das Feld auf Distanz hält und zum Sieg rennt, schien die Sensation schon perfekt. Fast, denn seine beiden Landsleute Kristian Blummenfelt und Gustav Iden konnten ebenfalls ausreißen und somit das rein norwegische Podium unter sich ausmachen.

Norwegen ist die erste und bisher einzige Nation, die bei den Männern ein Podium Sweep geschafft hat. Nicht Spanien, Großbritannien oder den Franzosen ist das gelungen. Nein, Norwegen!

Seit dem Bermuda-Sweep ist das Interesse an der norwegischen Trainingsgruppe riesig. In Deutschland bekommen die drei Athleten spätestens nach ihrem zweiten Podium-Sweep beim Ironman 70.3 in Bahrain, bei dem alle drei die Weltbestzeit über die Ironman 70.3-Distanz geknackt haben, die Beachtung, die sie sich verdient haben. Aber was können die Norweger ein Jahr später ausrichten?

Favoritencheck – Wer drückt dem Rennen in Bermuda seinen Stempel auf?

Nach dem geschichtsträchtigen Ergebnis aus dem letzten Jahr muss man die Norweger im Favoritencheck aufzählen. Tatsächlich hätten sie auch eine Niederlage aus dem ersten WTS-Rennen in Abu Dhabi wettzumachen. Aus dem Trio schätze ich Gustav Iden, der nicht nur auf Instagram nackte Tatsachen setzten möchte, als stärksten ein. Allerdings ist es fraglich, ob die spanische Lauf-Armada um Mola, Alarza und Gomez solche Fluchtversuche wie letztes Jahr nochmal zulässt. Für Bewegung werden sicherlich Vincent Luis und Marten Van Riel sorgen. Gerade Marten hatte im Training immer wieder Laufprobleme und könnte sich daher auf dem Rad einiges vorgenommen haben.

Bei den Frauen heißt das Duell: Amerikanische Alleskönner gegen britische und französische Laufmacht. Cassandre Beaugrand aus Frankreich hat den wohl schönsten Laufstil im Frauenfeld. Aber Katie Zaferes ist zurzeit gnadenlos und zeigt in keiner Disziplin eine Schwäche. Mein Darkhorse im Frauenfeld: Die britische Weltmeisterin von 2013, Non Stanford. In der JFT Crew (der Trainingsgruppe von Triathloncoach Joel Filliol) scheint sie sich wohl zu fühlen. In Abu Dhabi hatte sie jedenfalls schon einen heißen Laufschuh.

Entscheidung am Corkscrew Hill?

Das charakteristische Element auf der Radstrecke ist der Corkscrew Hill. Der Corkscrew Hill ist an sich kein außergewöhnlicher Berg. Der 12%er bringt keine 300 Meter zusammen und ist in unter einer Minute bewältigt. Dieser „Berg“ allein wird Niemanden im Feld vor große Probleme stellen. Allerdings kann hier der Ziehharmonika-Effekt für eine Selektierung sorgen: Bevor es in den Anstieg geht, wird das Feld durch einen 180° U-Turn in die Länge gezogen. Wer im hinteren Teil des Pelotons in den Anstieg geht, kann ein ziemliches Problem bekommen, wenn im vorderen Teil die Post abgeht. Zehn Mal geht es insgesamt über den Hügel. Da kann es schon schnell mal passieren, dass jemand erfolgreich entwischt. So wie Casper Stornes letztes Jahr…

Und was ist mit den Deutschen?

Lasse Lührs und Jonas Schomburg vertreten die deutschen Farben in Bermuda. Lasse reist mit seiner spanischen Trainingsgruppe, zu der auch der Spanier Fernando Alarza gehört, direkt aus dem Höhentrainingslager an. Für Lasse hat das bereits schon mal gut geklappt und ihm beim WTS-Rennen in Edmonton sein bisher bestes Ergebnis auf Platz 12 beschert. Wenn für Lasse alles optimal läuft, traue ich ihm die erste Top 10-Platzierung seiner Karriere zu. Dieses Mal tippe ich jedoch noch auf eine Top 15-Platzierung. Sorry Lasse, belehre mich gerne eines Besseren!

Bei Jonas hätte mein Tipp normalerweise gelautet: Top 15, wenn er sich nach dem Schwimmen mit einer kleinen Gruppe absetzen kann. In Abu Dhabi kam Jonas allerdings schon auf dem 18. Rang in Ziel – und das bei einer Laufentscheidung aus dem großen Feld. Ich bin gespannt, ob sich dieser positive Trend in Bermuda fortsetzt.

  • Neu dabei: Gregor Buchholz

    Einige Triathlon- und Podcast-Fans dürften Greg bereits kennen. Auf pushing-limits.de wird er über die Saison hinweg die Kurzdistanz-Szene rund um die World Triathlon Series (WTS) im Auge behalten und analysieren. Hier kommt ihr zu Greg’s Autorenprofil!

1 Kommentare

  1. Freue mich auf die weiteren Artikel von Greg – toll dass er hier bei euch mitschreibt!

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