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Gregor bloggt – World Triathlon Series Leeds: Ekstase im Brownlee-Land

Das Rennen der World Triathlon Series (WTS) in Leeds – oder auch das „Brownlee-Land“ genannt – ist vorbei und es war ein grandioses Rennen. Bei den ganzen Eindrücken weiß ich gar nicht, worauf ich mich überhaupt konzentrieren soll… Also beschränke ich mich mal auf drei Punkte. Los geht’s.

Gregor Buchholz bei Pushing Limits
Gregor Buchholz Gemeinsam ist's leichter
10. Juni 2019 Triathlon Wettkämpfe

1. Britische Frauen Power

Eins vorweg: Ich bin ein großer Fan des britischen Frauen Teams. Was die Mädels zur Zeit leisten spricht für sich. Georgia Taylor-Brown untermauert dies mit ihrem ersten WTS-Sieg. Es ist jedoch nicht nur die rein sportliche Leistung, die erstklassig ist, sondern vielmehr der Auftritt des Teams: Selbstbewusst, fair, ehrgeizig und bodenständig sind die Schlagworte, die mir sofort in den Kopf kommen. Die Britinnen können beides: Individuelle Vorbereitung im Training und Teamgeist im Wettkampf. Natürlich kann auch ich nur die Wirkung von außen wiedergeben.

Foto: ITU Media / Janos Schmidt

Aber wenn sich die Mädels im Wettkampf voll reinhängen, alles geben und sich anschließend im Ziel füreinander freuen und wieder flapsige Sprüche um die Ohren hauen, dann macht das Zuschauen einfach Spaß.

Entsprechend dominieren bei den Frauen derzeit Großbritannien und die USA. So auch wieder in Leeds: In den Top 10 platzierten sich fünf britische und drei US amerikanische Athletinnen. Da bleibt nicht mehr viel übrig für den Rest der Welt. Laura Lindemann, die noch hätte mitmischen können, war nicht am Start während Angelica Olmo (Italien) und Cassandre Beaugrand (Frankreich) es schwer hatten gegen die angloamerikanische Übermacht zu bestehen.

Das europäische Festland hat zur Zeit ein kleines Nachwuchsproblem, auch wenn es natürlich vielversprechenden und bereits erfolgreichen Nachwuchs gibt. Das zeigt sich auch in der quantitativen Besetzung: Lediglich 35 Triathletinnen kamen in Leeds an die Startlinie. Ein Jahr vor Olympia, wo die Jagd nach Punkten auf dem Höhepunkt sein sollte, bleiben 20 Plätze unbesetzt.

Eine Entwicklung über die man in der ITU zumindest mal nachdenken sollte.

2. Offener Schlagabtausch

Das Männerrennen ließ quantitativ und qualitativ kaum Wünsche offen. Die Präsens der „Magnificent Seven“, wie die ITU sie ankündigte, also die sieben erfolgreichsten Athleten in der WTS der letzten Jahre trafen erstmals nach 2014 wieder aufeinander. Jedoch nicht nur diese Sieben hatten sich einiges vorgenommen. Auch das restliche Männerfeld platzte fast vor Motivation.

So kam es zu einem Attacken-Festival auf dem Rad, bei dem mir auf der Couch schon das Laktat aus den Ohren spritze.

Man kann vielleicht sogar sagen, dass die Athleten fast schon zu motiviert waren und sich gegenseitig neutralisierten, denn kein Ausreißversuch war von Erfolg gekrönt. Spannend war es dennoch allemal!

Jonas Schomburg: Wird nach einem beherzten Rennen Zehnter! Starkes Ding. (Foto: ITU Media / Janos Schmidt)

Die Auswirkungen des Höllenritts konnte man auf der ersten Hälfte der insgesamt zehn Laufkilometer sehen. Eine ungewöhnlich große Spitzengruppe blieb zusammen und musste zuerst den Laufrhythmus finden. Alle, bis aus Jonas Schomburg… Der Typ rennt los, dass selbst die Kommentatoren ins schwitzen kommen. Seitdem ich Jonas kenne, erlebe ich seine charakteristischen schnellen ersten Kilometer. Nur, dass es inzwischen nicht mehr nur die ersten Kilometer sind. Rennen für Rennen kommt Jonas besser durch den Lauf und wird in Leeds mit einem starken 10. Platz belohnt!

3. Unglaublich hohe Leistungsdichte

Als ehemaliger Starter in der WTS kann ich vor den Leistungen in Leeds nur den Hut ziehen. Ich kann euch eines Versprechen: was die Jungs (und natürlich auch Mädels) da durchgezogen haben, war Schmerzen-Management auf höchstem Niveau!

Wenn nach einem solchen Kampf eine Top Platzierung herausspringt, dann haben sich all die Entbehrungen gelohnt. Und wenn nicht? Dann spürst du die volle Härte des Sports.

Inzwischen kennen viele die aufwändige Vorbereitung der Norweger, die enttäuscht abreisen müssen. Mario Mola erlebt seine dritte Schlappe in Folge und wird jetzt jede Minute darüber nachdenken, wie er diese Serie durchbrechen kann. Richard Murray läuft die zehn Kilometer so schnell wie bei seinem Sieg im letzten Jahr und landet auf Platz 17. Und auch die Brownlee-Brüder hatten sich den Tag vor heimischer Kulisse sicher anders vorgestellt.

Bei dieser Leistungsdichte katapultiert auch nur ein schwacher Moment den Athleten sehr schnell in die hinteren Ränge. Dass es allerdings auch in die andere Richtung funktioniert, zeigt Jakob Birthwistle. Der Australier erlebte bisher einen eher mäßigen Saisonstart. Sein traditionell eher schwächeres Schwimmen ließen nicht mehr als Platz 28 und 23 in Bermuda und Yokohama zu. In Leeds gelingt ihm zum ersten Mal der Sprung in die Spitzengruppe, was er direkt als Grundlage für seinen ersten WTS Sieg ausnutzt. So schnell kann`s gehen!

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