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STAPS Leistungsdiagnostik Rad Lauf Nis Sienknecht

Nis Sienknecht bloggt: Leistungsdiagnostik – Mein Status Qu

Meine Fresse. Ich wusste ja, dass ich bei ziemlich weit unten starten werde in mein Projekt Midlife Tri-this. Schließlich habe ich seit zweieinhalb Jahren nicht mehr gezielt trainiert, sondern nur dann Sport getrieben, wenn es gerade irgendwie reinpasste in den Tag. Eine Leistungsdiagnostik soll Gewissheit bringen.

Nis Sienknecht
Echter Hamburger Jung

18. Dezember 2017 Leistungsdiagnostik Midlife Tri-this Training

Im Sommer bin ich zwar recht viel mit Babyjogger gelaufen und ab und zu mal Rad gefahren. Aber seit September saß ich dreimal auf dem Rad, gelaufen bin ich nur ein paar Mal mit dem Babyjogger.

Insofern überrascht mich eins gar nicht: Mein …

Status Qu-alle

Trotzdem fühlt es sich komisch an, wenn die nackten Zahlen so von dem abweichen, was ich selbst mal von mir gewohnt war. Ich bin (gemessen an meinen eigenen Maßstäben) fett und unfit – seit der Eingangsleistungsdiagnostik bei STAPS nun auch offiziell bestätigt und mit Zahlen untermauert.

Ich gebe zu, dass ich ziemlich aufgeregt war vor den Tests in Laufen und Radfahren – und dem auf der Waage. Denn ich weiß zwar, warum ich nicht in Form bin und will es ja auch genau wissen – aber so richtig leicht fällt es mir nicht. Was ich spüre (nix drauf), bekomme ich nun schwarz auf weiß. Und ihr auch, das habe ich versprochen.

Bevor ich jetzt mit Zahlen um mich schmeiße, möchte ich noch ein paar Worte zur STAPS-Diagnostik verlieren. Diese Art der Diagnostik ist schließlich der Hauptgrund, warum ich mich für STAPS entschieden habe. Denn mit deren Methodik erfasst man nicht nur den aeroben Stoffwechsel (VO2max), sondern auch den anaeroben Stoffwechsel (VLamax). Während bei einer „normalen“ Laktatleistungskurve fast nur festgestellt wird, wann der Körper vom Fettstoff- auf den Kohlenhydratstoffwechsel umschaltet und anhand dessen die Trainingsbereiche festgelegt werden, geht STAPS auch auf den Laktatstoffwechsel ein.

Ganz vereinfacht gesagt: Bei welcher Belastung bleibt wie viel von diesem Stoffwechselprodukt übrig, wann häuft sich wie viel an und wie schnell (oder langsam) kann ich dieses abbauen?

Das ist relevant, um im Training die Inhalte festzulegen. Wer Sprinten möchte, muss in kurzer Zeit viel Laktat anhäufen können. Wer gleichbleibende Ausdauerbelastungen bevorzugt, sollte hier lieber nicht allzu hohe Werte vorweisen.

Status Qu-al

Also los mit dem quälenden Teil 1: Die Waage ruft. Nein, sie schreit: 83,5 Kilogramm! Mit Radbekleidung zwar, aber das macht den Nis nicht fett.

Zum Vergleich: Früher war ja alles besser, sowieso. Aber da war ich mindestens 10 kg leichter. Und damit konnte ich gut Rad fahren und laufen. Die erste Baustelle ist also jetzt schon mal klar: kriege ich mein Fett weg?

Coach Marc Sauer will es aber noch genauer wissen und klappert schon gespannt mit der Körperfettmesszange. Die ist dann vom Klappern weit entfernt, als sie an zehn Stellen meines Körpers Haut und Fett einquetscht. Resultat? Augenblick Geduld noch, bitte.

Erstmal geht‘s auf den SRM-Ergometer für den ersten harten Test: Kurz und knackig geht es hier darum, 15 Sekunden lang im Sitzen mit maximaler Power in die Pedale zu stampfen. Fühlt sich ok an, nicht kraftvoll, aber gut. Danach werden direkt und dann während der Erholung die Laktatwerte genommen.

Nach einer halbstündigen Pause geht es dann auf das Laufband, um mit einem Rampentest mit immer weiter (alle fünf Minuten) steigender Geschwindigkeit Laktatwerte und Atemgase analysiert werden. Tut schon mehr weh. Mein Selbstbewusstsein und die Extra-Kilos ziehen irgendwie stark in Richtung Institutsboden, der Fußabdruck ist nicht allzu dynamisch.

Dann wieder warten. Und nochmal aufs Band. Jetzt sind die Leistungsstufen kürzer – und steiler. Marc dreht im Halbminutentakt an Geschwindigkeit und Steigung des Bandes. Er will meine maximale Sauerstoffaufnahme ermitteln und dafür sabbere und pruste ich die Maske ordentlich voll. AU!

Danach: warten.

Und dann geht es erneut aufs Rad, wo ein weiterer Rampentest meine Trainingsbereiche auf zwei Reifen festzurren soll.

Klingt spannend – ist es aber eigentlich nicht. Denn den Großteil der fünf Stunden verbringe ich mit Warten auf den nächsten Test.

Gut, dass Marc ein wirklich netter Kerl ist und mein aufgeregtes Gesabbel geduldig und voller Würde erträgt.

Status Qu-o

Die Auswertung bringt dann endlich alle Fakten auf den Tisch. Bei STAPS in Form eines Spinnendiagramms, das sehr anschaulich zeigt, in welchen Bereichen die meiste Arbeit lauert. Ich mache es kurz, denn mein Ergebnis ist ziemlich einfach auszuwerten: Überall!

Mit einer Ausnahme: beim Laktatstoffwechsel bin ich gut dabei. Ich kann mir also zunächst die ganz gemeinen Nüchterntrainings und eine speziell angepasste Ernährung sparen.

Apropos Ernährung: Man hört ja immer, dass die Fette im Feuer der Kohlenhydrate verbrennen. Das ist so kurz vor Weihnachten natürlich eine gute Nachricht! Denn ich sollte mir jetzt einiges an Kohlenhydraten reinschaufeln, um die 19 % Körperfett weg zu kokeln, die meine Hüften derzeit so schön polstern.

Oder habe ich da etwas falsch verstanden??

Hier seht ihr beide Spinnen, darunter liste ich für die Zahlenfreaks die anderen Werte beim Laufen und Radfahren auf:

Spinne Rad

  •  VO2max rel.: 51,5 [ml/min/kg]
  • VLa max: 0,53 [mmol/l/s]
  • Anaerobe Schwelle: 247 Watt 2,96 Watt/kg

Spinne Lauf

  • VO2max rel.: 57,3 [ml/min/kg]
  • VLa max: 0,40 [mmol/l/s]
  • Anaerobe Schwelle: 4:09 min/km

Status Qu-alität

Im Training müssen wir nun vor allem an zwei Dingen arbeiten: Die Vo2max verbessern und das Körperfett runter bekommen. Dafür steht die Trainingsqualität im Vordergrund. Langsam heißt LANGSAM. Und schnell ist knackig und kurz.

Warum das so ist, welche Inhalte auf dem ersten Plan standen und wie die ersten Einheiten liefen, erzähle ich im nächsten Blog.

Bis dahin freue ich mich auf euer Feedback und jede Frage – die beantworte ich gern – oder gebe sie direkt an den Trainer weiter. Schließlich habe ich ihm versprochen, dass ich nerve und alles auseinander nehme.

Also: Keine Scheu. Munter her mit euren Kommentaren! Echt jetzt!

P.S.: Falls ihr alle Details aus jeder Einheit nachvollziehen wollt, folgt mir einfach auf Strava, dort lade ich JEDE Einheit hoch. Und auf Instagram und Facebook findet ihr stets das eine oder andere Bild aus dem Training.

3 Kommentare

  1. Hallo Nis,
    das ist ja alles sehr spannend. Ich werde Dich weiterhin verfolgen. Welches Ziel strebst Du denn in 2018 an? Mich würde auch interessieren, mit welchem zeitlichen Ansatz Du dein Training absolvieren möchtest und kannst.
    Ich freue mich auf Deine Antwort.
    Gruß Andreas

  2. Hallo Andreas,

    danke für dein Feedback! Ehrlich gesagt, weiß ich noch gar nicht so genau, welche Rennen es werden sollen. Sprint, Kurz und Mitteldistanz maximal. Evtl. Ingolstadt, da wollte ich immer schon mal hin. Aber momentan habe ich wirklich in erster Linie Bock auf das Training! Das motiviert gerade genug.

    Zur Zeit und den umständen kannst du hier einiges lesen: https://pushing-limits.de/life/nis-sienknecht-midlife-tri-this/

    Frag gern nach, wenn das nicht genügt.

    Beste Grüße,
    Nis

  3. Hallo Nis, immer wieder spannend solche Auswertungen.

    Meine Frage ist eher grundsätzlicher Natur. Warum willst du unbedingt dein Training auf einen gesteigerten VO2_max ausrichten und nicht auf ein klassisches Wettkampfziel á la Wettkampfdistanz in Minuten am Tag X?

    Ich dachte, dass VO2_max als Trainingsparameter mittlerweile überholt oder zumindest stark in die Kritik geraten sei.

    Gewicht ist bei mir auch die gröbste Baustelle. Freue mich dort besonders über Berichte.

    Viel Spaß am Training!

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