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Pushing Limits feat. Clearly Nils: Willkommen, Nils Frommhold!

Nils Frommhold ist mehrfacher IRONMAN- und IRONMAN 70.3-Sieger, er hat die Challenge Roth in 7:51 Stunden gewonnen und erreichte beim IRONMAN Hawaii den 6. Platz – zweifelsohne gehört der gebürtige Berliner zur deutschen Lang-Distanz Elite. Zukünftig dürfen wir Nils hautnah begleiten und auf Pushing Limits extrem spannende und tiefe Einblicke in sein Leben als Profi-Sportler gewähren. Willkommen!

Niclas Bock Ehrlich währt am längsten
19. März 2018 Blog Leistung Motivation

Die bisherige Geschichte von Nils ist alles andere als ausschließlich geprägt von Erfolgen und Glücksmomenten. Kaum ein anderer Profi-Triathlet musste in seiner Karriere so viele Rückschläge einstecken wie er. Das Beeindruckende: Nach jedem dieser Rückschläge meldete sich Nils noch stärker zurück.

Nach einer Schienbein-Verletzung im Jahr 2011 und der gescheiterten Qualifikation für die olympischen Spiele 2012 in London war für Nils klar, dass er ein neues Ziel braucht. „Auf der Lang-Distanz habe ich meine neue sportliche Heimat gefunden“, wird er später berichten.

Sein Debüt über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen gibt er im Alter von 26 Jahren beim IRONMAN Arizona Ende 2012: Nils schwimmt 48:19 Minuten, benötigt 4:22 Stunden für das Radfahren und läuft den Marathon in 2:48 Stunden. Er gewinnt beeindruckend nach 8:03 Stunden.

  • Fun fact: Das Radfahren beim IRONMAN Arizona bewältigte Nils auf einem Zeitfahrrad, das er von seinem ehemaligen Trainer Wolfram Bott ausgeliehen hatte. Ein eigenes Rad, das für ein Einzelzeitfahren geeignet gewesen wäre, besaß er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Alles neu: Der Sprung ins kalte Wasser

Ab diesem Moment dreht sich die Welt von Nils ein bisschen schneller. Plötzlich muss er seinen eigenen Weg gehen, Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen. In den Medien rückt er ins Rampenlicht, Sponsoren wollen ihn, den Phönix aus der Asche, verpflichten und buhlen um seine Gunst. Nils tut das einzig richtige: Erstmal Ruhe bewahren, cool bleiben und sich die Zeit nehmen, die es braucht um ein Gefühl für die neue Situation zu entwickeln.

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Canyon ist bereits seit 2013 treuer Partner von Nils. (Foto: Ingo Kutsche Sportfotografie)

In seiner Zeit als Mitglied der Deutschen Triathlon-Nationalmannschaft wurden alle organisatorischen Dinge vom Verband geregelt. Eine Position als Sportsoldat bei der Bundeswehr sicherte ihn finanziell ab und ermöglichte ihm vollen Fokus auf den Sport. Mit dem Wechsel auf die Lang-Distanz und dem Sieg beim IRONMAN Arizona verändert sich schlagartig alles.

Nach dem ersten Erfolgserlebnis folgt bald die Ernüchterung, erneut gibt es Probleme am Schienbein. Die Saison 2013 gerät ins Wanken, den geplanten Start bei der Challenge Roth muss Nils absagen. Beim IRONMAN Cozumel am Ende der Saison bekommt Nils die hässliche Seite der Lang-Distanz zu spüren: Nach einem erbitterten Kampf, vor allem gegen sich selbst, wird er am Ende Fünfter. Das einfach alles abzuhaken und hinter sich zu lassen, ist nicht die Art von Nils. Er hadert, geht hart mit sich ins Gericht.

Dass die folgende Saison seine vorerst erfolgreichste werden soll, weiß er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Das Jahr 2014 ist schnell erklärt: Im April gewinnt Nils den IRONMAN Südafrika, wird Zweiter bei der Challenge Roth, Fünfter bei der IRONMAN 70.3-Weltmeisterschaft und Sechster bei seiner Premiere beim IRONMAN Hawaii.

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Foto: Ingo Kutsche Sportfotografie

Auch 2015 scheint sein Streifzug durch die Lang-Distanz-Szene weiterzugehen und er schickt sich an, die Saison aus dem Vorjahr zu toppen. Mit einem vielversprechenden zweiten Platz beim IRONMAN 70.3 hinter Andi Böcherer läutet Nils die Vorbereitung für seinen nächsten Start in Roth ein. Das Rennen im Frankenland bestreitet er wie im Rausch. Auf einem Prototyp seines Radsponsors Canyon fährt er die 180 Kilometer in 4:09 Stunden und darf im Ziel, nach 7:51 Stunden, den größten und emotionalsten Sieg seiner Karriere feiern. Nur wenige Wochen später reist Nils nach Polen und gewinnt dort sein erstes IRONMAN 70.3-Rennen.

Der August 2015 wird zum Wendepunkt, der Aufwärtstrend stoppt bei der IRONMAN 70.3-WM im österreichischen Zell am See rüde: Platz 22 in einem Rennen, in dem so ganz und gar nichts klappt. Dennoch sind die Erwartungen für den IRONMAN Hawaii groß, um dort fit zu sein bereitet sich Nils wochenlang in der Hitze von Texas auf den großen Tag vor. Vergebens. Im Gesamtfeld marschiert er, nur anstandshalber, auf dem 52. Platz ins Ziel am Pier von Kailua-Kona.

Kampf gegen den Abwärtstrend

Die Saison 2016 wird zum schwarzen Kapitel in all den Jahren Triathlon. Die Punktejagd für die erneute Qualifikation zum IRONMAN Hawaii scheint Nils aus den Fingern zu gleiten: Ein ernüchternder 8. Platz bei der südamerikanischen IRONMAN 70.3-Meisterschaft in Brasilien und ein verzweifelter Rennabbruch beim IRONMAN Texas im Mai bedeuten das frühe Aus für den Traum von Hawaii. Auch der befreiende Sieg beim IRONMAN 70.3 Switzerland lässt die Hoffnung nicht mehr aufkeimen. Im Juli tritt Nils erneut bei der Challenge Roth an, ein Rennen das ihm Kraft gibt. Mit dem dritten Platz schafft er es bei seinem dritten Start zum dritten Mal aufs Podium.

Pause ist nötig, Körper und Geist brauchen Zeit sich zu erholen und neue Kraft zu tanken. Im August erklärt Nils das Jahr 2016 für beendet, es beginnt ein langer Prozess der Neuorientierung. Ein Prozess, der erneut in einem erfolgreichen Comeback endet.

In einem Rennen, das an Spannung kaum zu übertreffen ist, wird Nils beim IRONMAN Südafrika im April 2017 nach 7:59 Stunden Zweiter. Im Ziel trennen ihn 50 Sekunden von Sieger Ben Hoffman aus den USA.

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Bild: Ingo Kutsche Sportfotografie

Im Mai gewinnt er den IRONMAN 70.3 St. Pölten vor Andi Böcherer und Maurice Clavel. Mit dem 3. Platz bei der IRONMAN 70.3-Europameisterschaft im Juni macht er die erneute Qualifikation für die IRONMAN WM auf Hawaii perfekt. Im Juli reist er in Topform zur Challenge Roth, bei Kilometer 160 führt Nils mit einem Vorsprung von fast sieben Minuten auf seine Verfolger. Ein folgenschwerer Sturz zwingt ihn jedoch zum Aufgeben. Er schafft es zwar beim IRONMAN 70.3 Zell am See den 3. Platz zu erreichen, zufrieden ist er allerdings nicht. Nach dem enttäuschenden 11. Platz beim IRONMAN 70.3 Rügen spürt Nils, dass etwas nicht stimmt.

Nach Hawaii beginnt die Ursachenforschung

Die Wochen in der Vorbereitung auf den IRONMAN Hawaii werden für Nils zur Zerreißprobe. Ein normales Lauftraining ist nicht möglich, zu groß sind die Beschwerden an der Achillessehne und somit das Risiko, es gar nicht erst an die Startlinie auf Hawaii zu schaffen. Im Wettkampf liegt Nils gut im Rennen, startet den Marathon auf Platz fünf und erarbeitet sich eine aussichtsreiche Position für den weiteren Verlauf. Aller Zuversicht zum Trotz kehren die Schmerzen in der Achillessehne zurück. Sie werden so stark, dass Nils keinen Schritt mehr laufen kann. Bei Kilometer 12 ist an Weitermachen nicht mehr zu denken, er gibt sich geschlagen.

Nur wenige Tage später beginnt für Nils und sein Team die Ursachenforschung. Gespräche, Untersuchungen, Diagnosen, Therapien, Erfolge, Rückschläge, Fortschritte. Es ist eine einzige Achtbahnfahrt der Gefühle, die scheinbar erst jetzt ein langsames Ende findet.

Zukünftig Clearly Nils hautnah auf Pushing Limits

Und da stehen wir heute und können uns darüber freuen, dass wir Nils von hier an auf seinem Weg über die Schulter blicken dürfen. Für die kommenden Wochen haben wir spannende Beiträge für euch auf der Liste.

Wir dürfen den Trainingseinstieg und -fortschritt von Nils hautnah verfolgen. Wir werden ihn zur Aerodynamik-Optimierung in den Windkanal begleiten. Nils und ich werden in einigen Podcast-Serien über unsere gemeinsamen Erlebnisse und Anekdoten berichten, die wir auf unseren Reisen durch die Triathlon-Welt erlebt haben. Und gemeinsam mit ihm werden wir mit den Experten seiner Sponsoren spannende und wissenswerte Beiträge aus dem Leben eines der besten deutschen Lang-Distanz Triathleten auf Pushing Limits veröffentlichen.

  • Habt ihr Fragen an Nils? Schickt sie per mal an niclas@pushing-limits.de und wir werden sie in einem Gespräch für euch beantworten.

2 Kommentare

  1. Hallo Nils,
    vielen Dank, dass Du uns immer informiert hälst, wir daher etwas „mitschwingen“ können. Ich nehme mir vor, irgendwann mal an der Strecke zu sein bei einem Wettbewerb. Herzliche Grüße!

  2. Pingback: Podcast #8 mit Triathlet Nils Frommhold: Psychologie und mentale Stärke

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