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Ironman Arizona: Joe Skipper und Sarah True gewinnen – Zepuntke starker Sechster

20. November 2022


Ironman Arizona

Gute Rennunterhaltung am Triathlon-Super-Sonntag: Mit Joe Skipper bei den Herren und Sarah True bei den Damen gewannen beim Ironman Arizona gleich zwei Stars, die mit der Saison (und Skipper auch mit dem Rennen!) noch eine Rechnung offen hatten. Ein heftiges „Glückwunsch“ geht außerdem raus an Ruben Zepuntke!

Arizona oder Cozumel? Bei Ironman fiel die Entscheidung auf Arizona – zumindest in puncto Livestream. Mit gleich zwei Langdistanzen an diesem Super-Sonntag war insgesamt viel Race-Geschehen geboten. Und mit Joe Skipper, Sam Long, Kristian Hogenhaug, Ben Kanute und Bart Aernouts auf der Liste des Männer-Startfelds sowie Skye Moench, Sarah True und Lauren Brandon brachte Arizona auch alles mit, was es für ein spannendes Rennen braucht. Eigentlich.

Szene-Talk: Livestream mit Hindernissen

Denn insgesamt stellten sich der optimalen Triathlon-Unterhaltung per Livestream ein paar Hürden in den Weg: Mit insgesamt rund 700 Höhenmetern bei den 180 Bike-Kilometern und zwei zu absolvierenden Runden brachte die Strecke – im Gegensatz zum Starterfeld – eher wenig Varianz selbst mit auf die Sonntagsagenda. Laut Schilderungen der Athleten war es entsprechend der brutale Wind, der ihnen an diesem langen Tag die Kräfte abverlangte.

Hinzu kam: Das ebenfalls laufende Agegrouper-Rennen machte es Runde für Runde schwieriger (2 Bikerunden, drei Laufrunden), unter anderem die mehr als viereinhalb Bike-Stunden optimal zu covern. Zu viel los auf der Strecke, jedenfalls laut Ironman-Update im Stream, um nach der frohen Botschaft, dass Danielle Lewis nach Material-Problemen bei Kilometer 60 mit ordentlichem Rückstand von rund 15 Minuten wieder losfahren konnte, auch mit dem Kamera-Motorrad wieder an die Spitze zu fahren. Das Weltbild blieb lange bei Lewis – zum Ärger der Zuschauer, wie ein Blick in die Kommentare zeigte.

Viel Empörung war entsprechend im Stream-Chat unterwegs. Denn währenddessen spielte sich im vorderen Mittelfeld Spannendes ab, über das die Kommentatoren (nebenbei: Chapeau!) nur mit Storytelling und Blick auf den Tracker retten konnten.

Anyway: Dass es überhaupt einen Livestream gab, war definitiv erfreulich. Und der Motivation der Profis, sich die Kona-Quali zu holen, stand all das ebensowenig im Weg. Zeit für eine kurze Zusammenfassung des Rennverlaufs beim Ironman Arizona

Ironman Arizona: Männer-Rennen mit Debütanten und Emotionen

Gleich mehrere Namen waren von Beginn an hervorzuheben. Aus deutscher Sicht besonders relevant: Ruben Zepuntke. Triathlon-Deutschland hatte Fabian Reuter und ihm die Daumen gedrückt – und wurde nicht enttäuscht. Der ehemalige Radprofi positionierte sich gleich beim Schwimmen auf Platz vier (50:07) in einer durchaus komfortablen Stelle im Feld. Und hier blieb er auch. Zwischenzeitlich auf Platz drei liegend sorgte er an der Spitze für Bewegung und brachte die zweite Disziplin mit einer starken Leistung auf Platz sechs in die zweite Wechselzone.

Next: Ben Kanute. Nach seiner beherzten Performance bei der 70.3 WM gab er in Arizona sein Langdistanz-Debut – quasi vor der Haustür. Und auch auf der doppelten Distanz fühlte er sich sichtlich wohl im Top-5-Bereich vom Schwimmen bis zum Laufen. Stark! Fazit: Erster Ironman, Finish unter 8 Stunden, qualifiziert für die Ironman WM 2023.

Einzig der heranrollende Matt Hanson-Zug konnte Kanute kurzzeitig aus dem Podiums-Konzept bringen. Und wie: Im Sauseschritt überlief er erst Kanute, dann Hogenhaug – und bald war klar, dass der zweite Platz ihm nicht mehr zu nehmen war. Wohlgemerkt: Vom Bike war er noch mit einem 15-Minuten-Rückstand gestiegen – im Ziel waren es nur noch weniger als 4 Minuten. Richtig stark!

Hawaii Callin‘!

Kommen wir zu Sam Long. Nach der vieldiskutierten Zeitstrafe schien es in dem 26-Jährigen zu brodeln – und die Rechnung mit der Saison 2022 war irgendwie auch noch offen. Optimale Voraussetzung für eine angriffslustige Performance. Und was sollen wir sagen, außer: „Yo yo yo!“? Denn eine ebensolche Performance zeigte der motivierte Amerikaner in Arizona.

Aber wenn es um Matchmaker in Arizona geht, kommt man an Kristian Hogenhaug nicht vorbei. Der dänische Langdistanz-Weltmeister von 2021 (World Triathlon) flog nur so über die Strecke und brachte einen komfortablen Vorsprung von rund 5 Minuten (!) gemeinsam mit Kontrahent Joe Skipper in T2. Und apropos Joe Skipper …

Bereits im Vorfeld als Favorit gehandelt, war nach gut 14 Kilometern klar, dass sich Joe Skipper etwas für den langen Tag vorgenommen hatte. Nämlich: den Sieg garantiert nicht auf der Laufstrecke aus der Hand zu geben. Im Split nach der Übernahme der Führung lag sein Vorsprung auf Hogenhaug (Platz zwei) bereits bei eineinhalb Minuten – nach rund 25 Kilometer bei rund fünf Minuten. Auf die zweite Verfolgergruppe um Bart Aernouts und Ruben Zepuntke sogar bei rund 20 Minuten. Keine Zweifel: Gut zehn Kilometer vor dem Ziel war das Ding geritzt. Congrats!

  • Top 10

    1. Joe Skipper
    2. Matt Hanson
    3. Ben Kanute
    4. Kristian Hogenhaug
    5. Bart Aernouts
    6. Ruben Zepuntke
    7. Adam Feigh
    8. Kristian Hindkjaer
    9. Matt McWilliams
    10. Sam Long

Ironman Arizona: “All American Battle” beim Rennen der Frauen

Zeit für einen Schwenk zu den Frauen – und auch hier zu ein paar wichtigen Namen des Rennens. Da wäre als erstes Lauren Brandon zu nennen. Dass sie eine starke Schwimmzeit ins Wasser zaubern würde, daran hatte wohl niemand gezweifelt. Aber mit einem Vorsprung von fast drei Minuten hatten sicherlich auch nicht alle gerechnet. Aber genau das passiert: Brandon machte sich als erste auf den auffallend langen Weg vom Wasser bis zur Wechselzone – ja, letzterer hatte fast Hamburg-Potenzial.

Allerdings: Nach etwa der Hälfte der Bikestrecke musste sich Lauren eben doch geschlagen geben von den beiden Damen, die es bis zum Schluss spannend machten. Skye Moench und Sarah True hatten bereits im Wasser gemeinsame Sache gemacht – und das zog sich durch bis zum Laufen. Für das letzte Rennen der Saison hatten sich beide offensichtlich viel vorgenommen, vor allem, die Hawaii-Quali frühzeitig klarzumachen.

Duell auf der Laufstrecke

Die Motivation der Top-10-Platzierung auf Hawaii vor wenigen Wochen war indes Skye Moench deutlich anzusehen. Immer wieder wechselte sie sich mit Sarah True an der Spitze ab, musste sich nach 20 Kilometern dann aber doch geschlagen geben – und ließ True ziehen.

Bevor wir zu Sarah True kommen, müssen wir allerdings über Renée Kiley sprechen. Die sympathische Athletin kämpfte sich auf dem Rad Platz für Platz nach vorne – und brachte ihr Bike auf Platz drei liegend in Wechselzone zwei. Ihre Motivation? Eine weitere Hawaii-Experience! Für die muss sie zwar ein weiteres Mal antreten, aber fest steht auch: Wer sie in einem Rennen (Reminder: in Hamburg 2022 Zweite hinter Laura!) unterschätzt, macht das vermutlich nur einmal.

Bemerkenswert außerdem: Die eingangs erwähnte Danielle Lewis kämpfte sich nach dem Reifendefekt nicht nur auf dem Bike zurück – sondern zimmerte auch durch ihr Vorstürmen bis auf Podiumskurs auch mal eben eine 2:52er-Marathonzeit auf die Straße. Platz drei für die nervenstarke Athletin!

So, jetzt aber zu Sarah True. Dass sie mit dem klaren Ziel „Hawaii 2023“ beim Ironman Arizon an den Start gegangen war, war ihr nicht nur anzumerken – sondern spätestens auf der Laufstrecke auch anzusehen. Kraftvoller Schritt, gleichmäßige Frequenz und von Ermüdung keine Spur! Und wer im letzten Viertel des Marathons dann auch noch den Vorsprung von rund zwei auf fast fünf Minuten ausbaut, hat den Sieg mehr als verdient: Herzlichen Glückwunsch an Sarah True!

  • Top 10

    1. Sarah True
    2. Skye Moench
    3. Danielle Lewis

Bild: Mason Field // Unsplash

Nein, hier ist die Story noch nicht beendet. Dieser Artikel wurde allerdings während des laufenden Rennens verfasst. Die Ergebnisse der Damen tragen wir nach – und auch Bilder kommen so schnell wie möglich!

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