Triathlon Weltmeisterschaft: Challenge Daytona
30. November 2020

Dieses Jahr ist bekanntlich alles anders. Dementsprechend gut passt es, dass zukünftig eine weitere Triathlon Weltmeisterschaft die Event-Landschaft unseres schönen Sports ergänzen wird. Die PTO Championship findet am 6. Dezember erstmalig im Rahmen der Challenge Daytona in den USA statt. Mit dabei: Das wahrscheinlich beste Starterfeld, das es jemals bei einem Triathlon gab.
Mit Superlativen ist es immer so eine Sache. Und das beste Starterfeld, das es jemals bei einem Triathlon gab ist genau solch eine Beschreibung. Sicherlich bedarf es der ein oder anderen Erläuterung oder Ergänzung dazu. Aber im Grunde genommen gab es bisher keinen Triathlon, der in der Spitze und in der Breite so überproportional stark besetzt war, wie das bevorstehende Rennen am Sonntag.
Hard Facts: PTO Championship bei der Challenge Daytona
- Datum: 6. Dezember 2020
- Startzeit: 16:00 Uhr Frauen, 20:00 Uhr Männer
- Distanzen: 2 km Schwimmen / 80 km Radfahren / 18 km Laufen
- Live: Laut PTO wird es eine Übertragung im Internet geben, Informationen dazu folgen
Klammert man Jan Frodeno und Patrick Lange (und den verletzten Kristian Blummenfelt) einmal aus, dann gibt es eigentlich keinen Profi von Rang und Namen, der nicht in Daytona um den PTO-Titel kämpfen wird. Die größte Herausforderung liegt eigentlich darin, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll, wenn man über das Rennen, die Teilnehmer und die potentiellen Favoriten schreiben möchte.
Es ist wirklich krass. Allein der Blick auf die Deutschen macht unfassbar viel Bock auf das Race am Sonntag!
Anne Haug, Laura Philipp, Caro Lehrieder, Sebastian Kienle, Andreas Dreitz, Maurice Clavel, Florian Angert, Andi Böcherer, Frederic Funk, Nils Frommhold und Boris Stein vertreten Deutschland bei der ersten offiziellen inoffiziellen Weltmeisterschaft der PTO.
Ding der Unmöglichkeit: Wer sind die Favoriten?
Richtig spannend und interessant wird es aber bekanntlich immer erst, wenn es international zur Sache geht. Also, anschnallen bitte! Bei den Frauen sind unter anderem Sarah Crowley (AUS), Holly Lawrence (GBR), Nicola Spirig (SUI), Lisa Norden (SWE) und, und, und dabei. Bei den Herren (um auch nur ein paar zu nennen): Alistair und Johnny Brownlee (GBR), Javier Gomez (ESP), Vincent Luis (FRA), Lionel Sanders (CAN), Ben Kanute, Ben Hoffmann, Tim O’Donnell (alle USA). Es ist wirklich fast unmöglich eine adäquate Zusammenfassung der namhaftesten Athleten und Athletinnen zu geben oder anders formuliert: Name Dropping leicht gemacht!
Streckencheck: High Speed per Definition
Wenn wir schon dabei sind, dann schmeißen wir doch direkt noch mit ein paar weiteren Superlativen um uns: Die PTO Championship, respektive die Challenge Daytona, dürfte außerdem das schnellste Rennen aller Zeiten werden. Das versprechen jedenfalls die Strecken. Ausgetragen wird das Rennen nämlich auf dem Daytona International Speedway. Eine Rennstrecke, auf der normalerweise Autorennen ausgetragen werden.
2.000 Meter Schwimmen
Geschwommen wird im Lake Lloyd, im inneren des Speedways. Die Schwimmstrecke beträgt insgesamt 2.000 Meter, die über zwei Runden absolviert werden. Lange geradeaus, Wende, lange geradeaus zurück und das Ganze zwei Mal. Danach geht es über kurzen Weg direkt in die Wechselzone und rauf aufs Rad.
80 Kilometer Radfahren
Es gibt wohl keine treffendere Beschreibung für die Radstrecke als: unspektakulär. Auf dem großen Oval des Speedways drehen die Athleten insgesamt 20 Runden á 4 Kilometer, sodass am Ende 80 Kilometer auf dem Tacho stehen werden. Der größte Anspruch dürfte darin liegen, ohne zu zucken die Aeroposition nicht zu verlassen. Was so einfach klingt, kann bei einer Dauer von über 90 Minuten plötzlich zu echten Aufgabe werden. Jeder weiß, wie gut es tut, wenn man sich zwischendurch mal aufrichten oder im Wiegetritt fahren kann.
Ach ja, und natürlich sollte man sich nicht verzählen…
18 Kilometer Laufen
Nach dem Radfahren geht es genauso schnell weiter: Über vier Runden á 4,5 Kilometer geht es dem Ziel entgegen. Keine spitzen oder engen Kurven, keine Wendepunkte, einfach ballern. Es dürften spektakuläre Zeiten auf den Asphalt gebrannt werden, so viel ist sicher.
Hammer Preisgeld
Stattliche 1.150.000 Dollar hat die PTO in den Preisgeldtopf geschmissen. Eine Summe, die es bisher noch nie gegeben hat – da wären wir wieder bei den Superlativen. Sieger und Siegerin dürfen sich über 100.000 Dollar freuen. Aber das Motto the winner takes it all gilt nicht für Daytona: Alle Profis, die das Ziel erreichen, bekommen am Ende des Tages einen Paycheck. Auf Platz 20 bekommt man noch 4.000 Dollar, danach erhalten alle Athleten auf den Plätzen 21 bis 60 2.500 Dollar.
Preisgeld für die PTO Weltmeisterschaft (jeweils Männer/Frauen)
- 100.000 Dollar
- 70.000 Dollar
- 50.000 Dollar
- 35.000 Dollar
- 30.000 Dollar
- 25.000 Dollar
- 23.000 Dollar
- 18.000 Dollar
- 17.000 Dollar
- 15.000 Dollar
- 13.000 Dollar
- 11.000 Dollar
- 10.000 Dollar
- 9.000 Dollar
- 8.000 Dollar
- 7.000 Dollar
- 6.000 Dollar
- 5.000 Dollar
- 4.000 Dollar
Komische Vorfreude
Trotz der guten Vorzeichen, des krassen Starterfeldes, den High Speed-Strecken, dem zu erwartenden Livestream und was weiß ich nicht alles, bin ich nicht vollends in Race Feeling. Noch nicht vielleicht. Je näher das Rennen nun rückt, des größer wird sicherlich auch die Vorfreude! Ehrlicherweise muss ich jedoch sagen, dass der allerletzte Funke erst noch überspringen muss.
Bis dato fühlt sich das Happening von Daytona wie ein großes Kunstwerk an. Irgendwie noch unwirklich und die großen sportlichen Emotionen, die mich als Triathlonfan sonst so begeistern, fehlen aktuell. Ein Triathlon Showdown im Dezember ist halt was Neues. Für alle Beteiligten. Genauso spannend wie das Rennen, wird sicherlich auch die Zukunft der PTO Championships und wohin die Reise damit noch gehen soll.
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