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Gemischte Gefühle – Die Collins Cup-Premiere der PTO

28. August 2021


PTO Challenge Samorin 2

Der Collins Cup ist nicht mal vorbei, da schlagen die Wellen der Kritik aus der Triathlonszene bereits erstaunlich hoch. Die Verwirrung ist auch deswegen groß, weil die PTO ziemlich offensichtlich an den hochgesteckten und offensiv kommunizierten Zielen vorbeischießt.

Wo anfangen, wo aufhören? Wir sitzen in Samorin, wenige Meter von uns entfernt geht der Collins Cup über die Bühne und hier herrscht nichts als Ratlosigkeit. Die Vorfreude auf das Spektakel war riesig, auch bei uns. Natürlich. Die Crème de la Crème des Triathlonsports ist hier. Die PTO hat das ganz große Besteck aufgefahren. Produktionsequipment in Millionenhöhe wurde installiert und überhaupt wurde keine Gelegenheit ausgelassen, um auf die Pauke zu hauen.

Ich persönlich mag sowas. Mich triggern saftige Aussagen, sei es von Athleten oder – wie in diesem Falle – von Veranstaltern und Verantwortlichen. In all der Euphorie, bei den vielen Ankündigungen, den Neuerungen, dem neuen Rennformat und dem Overload an Informationen in den letzten Wochen, habe ich allerdings nicht realisiert, wie hoch die Fallhöhe geworden ist, in die sich die PTO manövriert hat. Die PTO hat die Schrauben der Erwartungshaltung immer fester gezogen, der Spielraum für Schnitzer wurde dadurch immer kleiner.

Alles andere als einfach

Als wir gestern Abend zu später Stunde verstanden haben, dass die Liveübertragung des Collins Cup gar nicht so schnell und einfach eingeschaltet werden kann, haben wir zum ersten Mal die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Schließlich sollte es hier an erster Stelle darum gehen, dass Triathlon einer breiten und sportinteressierten Öffentlichkeit präsentiert wird. Profis, Medien, Veranstalter – wir alle – haben maximal oft das Mantra hoch und runter gebetet, dass auf jeden Fall eingeschaltet werden soll. Mit viel Selbstverständnis und Vorschusslorbeeren wurde der Collins Cup also immer stärker angepriesen, je näher er rückte.

Wollte man nun aus Deutschland, Österreich oder irgendwo sonst aus Europa einschalten, dann führte der Weg nicht über einen öffentlichen Stream auf YouTube, den sozialen Medien oder die PTO-Website – sondern über Eurosport 2 und den Eurosport Player. Empfängt man den Sender nicht über Smart TV oder hat kein Abo gelöst, dann führt kein Weg an einer Registrierung vorbei. Auf die Details, Modalitäten oder kostenlosen Probe-Abos gehe ich jetzt gar nicht weiter ein – denn so oder so: Die Hürde, um endlich das Bild ans laufen zu bekommen, war viel zu hoch.

Nicht für Fans und Triathleten, die ohnehin interessiert und bereit dazu sind, sich die Übertragung auf den Bildschirm zu organisieren. Für Zuschauer, die aber „einfach nur mal schauen“ wollen, die ein grundsätzliches Sportinteresse haben, die vielleicht auf dem Programm kleben bleiben – also exakt diese Öffentlichkeit, um die es der PTO mit dem Collins Cup ging – für diese Zielgruppe allerdings schon. Habt ihr eingeschaltet? Wolltet ihr und konntet nicht? Alles halb so wild oder richtig nervig?

Wir haben eingeschaltet. War das die Werbung für den Triathlonsport, die es in der Öffentlichkeit braucht? Wir möchten uns ehrlich gesagt nicht wieder zu einer öffentlichen Einschätzung zur Übertragung hinreißen lassen, aber natürlich interessiert uns, wie das Meinungsbild in der Triathlonszene aussieht.

Ist der Collins Cup das richtige Format?

Das Rennformat mit 12 Matches, in denen jeweils drei Athlet:innen gegeneinander antreten und Punkte für ihre Teams sammeln, ist aufwendig und schwierig zu transportieren. Selbst für uns, die sich täglich mit Triathlon beschäftigen, ist es eine echte Herausforderung das Rennen zu verfolgen und das System zu durchblicken. Aber es scheint sich spannend zu entwickeln, weil der Triathlon immer wieder unvorhersehbare Entwicklungen im Rennverlauf bereit hält. Dennoch auch hier die Frage: Ist es das richtige Format, um Werbung für den Triathlon in der Öffentlichkeit zu machen?

Wir diskutieren gerne mit euch – hier in den Kommentaren unter dem Beitrag oder unter dem Posting auf unserer Facebook-Seite.

 

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