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Hate statt Hang Loose: Es weht ein anderer Wind durch die Triathlonszene

04. August 2022


Hate statt hang Loose

Drei Wochen Sommerferien: ganz viel Zeit offline und den Triathlon mal Triathlon sein lassen. Tat gut. Mittlerweile bin ich wieder online – und irgendwie enttäuscht. Steckt unser guter Freund Triathlon in einer handfesten Krise? Ein Kommentar über Hate statt Hang Loose und Leistungssport-Luxus.

Okay. Natürlich habe ich die letzten drei Wochen nicht komplett verschlafen. Da ich mir über die Sommerpause jedoch Funkstille verordnet hatte, ließ ich Dinge unkommentiert, die ich sonst wahrscheinlich im Blog längst aufgegriffen oder im Podcast mit Nick diskutiert hätte.

Ich weiß nicht, ob ich damit alleine bin, aber irgendwie vermisse ich die Leichtigkeit, die gute Laune und diese Alle-Haben-Bock-Auf-Triathlon-Stimmung. Mit wenigen Ausnahmen, wird zur Zeit gefühlt vor allem Trübsal durch die Triathlonwelt geblasen. Der Coronaschleier liegt zwar (aktuell) nicht mehr über der Szene, aber haben die letzten zwei Jahre doch mehr Spuren hinterlassen?

Braucht der Triathlon gerade Werbung in eigener Sache?

Wir Triathleten sind schon immer anspruchsvoll, meinungsstark und selten zurückhaltend mit Kritik gewesen. Das macht die Szene aus und war stets Zeichen dafür, wie wichtig uns der Sport ist und wie sehr er uns am Herzen liegt. Allerdings habe ich das Gefühl, dass sich einige dieser Eigenschaften zuletzt so sehr verstärkt und verschärft haben, dass es dem Triathlonsport nicht unbedingt gut zu Gesichte steht. Wie soll Werbung für den Sport funktionieren, wenn die ganze Szene meckert?

Aber sprechen wir nicht über Werbung für den Sport. Ich finde, dass die Absicht im Moment gar nicht sein muss, dass die Triathlonszene wachsen und boomen soll. Erstmal müssen wieder alle Beteiligten zufrieden werden und Spaß an der Sache haben. Und nochmal: Korrigiert mich gerne, wenn ich mit meiner Annahme falsch liege.

Was ist eigentlich aus Hang Loose geworden?

Hang Loose war mal der Inbegriff des Triathlons. Eine lässige Geste, die ihren Weg von Hawaii zu dem Symbol unter Triathleten gemacht hat. Hang Loose, das bedeutet so viel wie: „Alles cool“ oder „bleib locker“. Ein Überbleibsel alter Triathlon-Tage, das kaum noch zu dem Wind passt, der mittlerweile durch die Szene weht.

Hawaii war eines dieser Aufregerthemen der letzten Wochen. Ein hartes Fazit all der Diskussionen könnte so lauten: Glanz und Gloria alter Tage sind verspielt, der Mythos dahin.

Worauf müssen wir uns zukünftig einstellen? Zwei Renntage mit doppelt so vielen Teilnehmer:innen wie bisher, eine komplett überlastete Infrastruktur auf Big Island und nicht zu letzt die Annahme, dass sich die horrend gestiegenen Preise für den Traum von Hawaii manifestieren dürften.

Warum es egal ist, was wir von Ironman halten

Die Triathlonszene findet das blöd. Jedenfalls größtenteils. Und das kann ich gut verstehen, schließlich bin ich auch kein Fan dieser Entwicklung. Ganz besonders stört mich daran aber vor allem ein Aspekt: Es ist völlig egal, wie wir es finden. Und ja, es mag sein, dass die guten alten Zeiten vorbei sind. Dass der Punkt der maximalen Kommerzialisierung des Hawaii-Mythos gekommen ist. Oder, dass das Konzept einer Age Group-Ironman-Weltmeisterschaft zunehmend die Akzeptanz verliert.

Denn: Es ist ein Geschäft, dass sich für Ironman lohnt und aufgehen wird – genau so lange nämlich, wie: 1. Alle Kona-Slots über den Tresen wandern. Und 2. Sich nicht nur die komplette Szene dafür interessiert, welche Profis den Ironman Hawaii gewinnen, sondern explizit eine breitere Öffentlichkeit damit erreicht wird. All denjenigen, die mit Triathlon das ganze Jahr nichts am Hut haben, aber schwer beeindruckt von den zweifelsohne beeindruckenden Leistungen der Profis auf Hawaii sind, ist es nämlich vollkommen Wurst, was „die Szene“ davon hält, was Ironman so anstellt. Die ganze (berechtigte) Aufregung ist für die allerwenigsten nachvollziehbar, die einfach nur über den Ironman Hawaii staunen – sonst aber überhaupt nichts mit dem Sport und der Historie zu tun haben. So bitter es klingt, aber: Funktionieren Punkt 1 und 2, funktioniert das Konzept.

Das nächste Buzz-Word: Dresden. Diese Büchse der Pandora möchte ich an dieser Stelle gar nicht erst aufmachen. Lena hat dazu bereits einen hervorragenden Agegrouper-Blog geschrieben: Ironman 70.3 Dresden – Anything is possible.

Schaut euch um: Es gibt was zu entdecken

Nun stehen wir da. Der größte Triathlonveranstalter macht was er will und sorgt für viel Ärger. Was tun? Wie wäre es mit: Hang loose? Ironman soll machen, was Ironman machen möchte. Ist doch egal. Schaut nach rechts und links, dort gibt es verdammt viel zu entdecken. Vielleicht findet ihr dort Veranstaltungen, die nicht ganz so viel Brimborium und Klimbim bieten, dafür aber liebevoll organisierte Wettkämpfe. Habt Spaß! Manchmal lohnt es sich nicht, sich aufzuregen, sondern gut gelaunt und mit viel Bock auf Triathlon einfach die Richtung zu ändern.

In diesem Sinne. Bis in Kürze, euer Bocki

22 Kommentare

  1. Auch ich habe meinen Reputations-Ego-Ironman vor rund 12 Jahren gemacht und das war´s. Es gibt mehr rechts und links als das goldene äh rote M! Ich bin beim Crosstriathlon hängen geblieben… eine überschaubare Teilnehmerzahl, meist geringe Startkosten und das „Vergleichen“ fällt aufgrund der unterschiedlichsten Bedingungen weg…. UND es macht Spaß!!!

  2. Ich hab zwei Triathleten im Freundeskreis, die haben einen Slot für Kona und auch die Startgebühr gezahlt, fliegen aber nicht rüber, weil sie es sich schlicht nicht mehr leisten können (oder wollen). Wenn sich mal manifestiert hat, dass die kosten halt jetzt einfach mal das 3-4-Fache betragen als vor ein paar Jahren, dann werden wohl auch die IM-Rennen bei uns zu spüren bekommen, dass man nicht mehr unbedingt in Frankfurt oder Hamburg starten will, weil man auf die minimale Chance der Kona-Quali aus ist. Gut für andere Veranstalter. Und dabei meine ich nicht nur Roth, wo man das teuere Startgeld halbwegs gern zahlt, weil man einfach die Garantie hat, das rundum einfach alles passt.

  3. Für mich ist das Startgeld eben viel Geld ( IM Dresden)- ich kann da nicht mit Leichtigkeit drüberwegsehen und zur Tagesordnung übergehen .
    NEein ich finde nicht das zuviel gemeckert wird, sondern ernsthaft über Missstände aufgeklärt- Triathlon ist jetzt ein Breitensport und da darf sich der Platzhirsch( IM) eben nicht wundern wenn geschossen wird !
    Mein Fazit- Nie wieder IM und ich lasse mir meinen berechtigten Ärger nicht kleinteden mit „Nun hab dich nichtx so, gibt ja noch andere Veranstalter !“- Das ist anmaßend und falsch – wem 400€ nicht wehtun darf mir gern was überweisen, dann bin ich auch wieder friedlich
    LG Nadja

  4. Dabei war doch Dresden das Problem der breiten Masse. Kona und vieles was Kienle angesprochen hat weckt beim Ottonormal AgeGrouper zwar Interesse aber mehr auch nicht.

  5. Gute Einschätzung! Ich musste bei der Überschrift spontan an einen anderen Zusammenhang denken. Mir sind in dieser Saison vermehrt unentspannte Menschen bei Wettkämpfen aufgefallen. Zwei Vorfälle sind mir in besonders schlechter Erinnerung geblieben:

    Challenge Roth: Ich laufe gerade nach Büchenbach hoch, mir kommt ein Athlet entgegen. Am Straßenrand stehen vier oder fünf Mädels (geschätzt 10-12 Jahre), die ihn anfeuern und ihre Hände zum Abklatschen raushalten. Und was fällt dem Typ ein? Anstatt wenigstens zu lachen, brüllt er in richtig aggressivem Ton „Nicht anfassen!“. Junge! Egal, wie scheiße es dir in dem Moment vielleicht geht, das kannst du nicht bringen. Wenn du nicht angefasst werden willst, dann klatsche halt einfach nicht ab. Aber dieses Verhalten hat mich in dem Moment echt erschrocken. Die Mädels wahrscheinlich genauso und es hat bei ihnen ganz bestimmt kein gutes Bild von uns Triathleten hinterlassen.

    Karlsfelder Triathlon: Gegen Ende der Laufstrecke überhole ich einen anderen Athleten. Plötzlich beschimpft er mich von hinten richtig unanständig. Ich bin mir keiner Schuld bewusst und frage ihn, was ihn stört oder was ich falsch gemacht habe. Anstatt es mir zu sagen, beschimpft er mich weiter und lässt mich mit einem unsicheren und schlechten Gefühl ins Ziel laufen.

    Jeweils keine große Sache, aber zwei Beispiele, die mir aber zeigen, dass bei manchen der Kompass irgendwie nicht ganz stimmt. Leute, das ist euer Hobby! Ihr macht den Sport, weil er euch Spaß bereitet. Bei den allermeisten geht es nicht um irgendwelche Platzierungen und ihr habt schon gar nicht den Druck, damit eure Familie ernähren zu müssten. Also entspannt euch und genießt die Wettkämpfe, die Zuschauer und die Stimmung – gerade nach der Corona-Zeit!

  6. Ich mache seit 12 Jahren Triathlon und konnte den immer mal wieder aufkommenden Ironman Hate nicht nachvollziehen.

    Allerdings decken sich die im Blog gut aufgegriffenen Punkte mit meinen persönlichen Erfahrungen, die ich in diesem Jahr mit Ironman gemacht habe.

    Aufgrund meiner Corona Erkrankung vor 6 Wochen kann ich beim Ostseeman und beim 70.3 in Duisburg nicht starten.

    Der Veranstalter vom Ostseeman hat innerhalb von 5 Stunden aus Kulanz meinen Startplatz auf 2023 geschoben. Ironman war nicht mal ansatzweise bereit den Startplatz zu verschieben oder konstruktive Lösungen vorzuschlagen.

    Das schlimmste dabei, ist das Gefühl, dass es Ironman wirklich egal ist. Dazu kommt das Gefühl der einseitigen Solidarität in der Corona Pandemie auf. Athleten nehmen Gutscheinlösungen in Kauf und warten fast 2 Jahr bis zur Auszahlung. Wenn sich der Athlet Solidarität/Kulanz von Ironman wünscht, wird man mit dem Verweis auf AGB abgebügelt.

    Dazu die zunehmenden „allgemeinen“ Probleme, die auf Unverständnis stoßen:
    – Trennung der Frauen/Männer Rennen (Hawaii, Frankfurt/Hamburg)
    – Gleichgültiger Umgang mit den Profiathleten
    – Doppelauslastung Hawaii
    -Kurzfristige Absage des Ironman 70.3 Dresden

    Ich werde zukünftig nicht mehr bei Ironman Veranstaltungen starten. Ob es was nützt? Ich denke nicht! Es gibt genug Athleten, die weiter bei IM starten. Aber es ist meine persönliche Konsequenz und die fühlt sich richtig an.

  7. Ich denke, der Triathlon erlebt gerade genau das, was viele andere Sportarten auch erleben mussten als sie „erwachsen“ geworden sind. Der geneigte Fußballfan fährt auch lieber in die schönen großen Stadien zu den großen Vereinen als sich für ein Spiel in der 4. Liga für mehr als 30 Minuten ins Auto zu setzen. Daher verstehe ich die Menschen, die Kona und Roth kucken und sonst nix. Auch ich bin ausschließlich über diese beiden Wettkämpfe überhaupt erst auf den Sport aufmerksam geworden bevor ich wusste, dass im Umkreis von rund 40 Kilometern jährlich rund 10 Veranstaltungen laufen. Ich denke, dass die kleinen Veranstaltungen, die mit den Hobby-Triathleten aus dem näheren Umkreis bereits „voll“ sind und die großen „glorreichen“ Veranstaltungen auch in Zukunft keine Probleme haben werden. Wobei bei den Großen die die Nase vorn haben werden, die es Abseits von Ironman und Challenge geschafft haben einen „Mythos“ aufzubauen (Roth, Allgäu, …). Genauso wie eben mittlerweile viele Fußballfans die Nase voll haben von UEFA, FIFA, Superleague weil ihnen einfach die Preise zu weit gehen und das alles mit dem „Sport von früher“ nichts mehr zu hat schaden eventuell die Challenge-Family und Ironman dem Sport. Das geht bei den überhöhten Startgebühren für Age-Grouper los und hört bei den lächerlich niedrigen Preisgeldern für die Profis auf. Es wird halt überall der Gewinn maximiert. Ich kenne die Szene im Triathlon noch viel zu wenig und habe keine Ahnung über die (sportliche) Vergangenheit der Entscheider. Aber wenn es diesen Entscheidern einfach nicht mehr um den Sport sondern nur noch um die Marke und den Profit geht, wird es schwierig. Wobei natürlich klar ist, dass ohne Geld natürlich auch das kleinste Event nicht zu stemmen ist. All die Volunteers helfen niemandem, wenn ich die Radstrecke nicht vernünftig absperren oder eine Wechselzone aufbauen kann. Dafür braucht ein Veranstalter nun mal auch ein paar Euros.
    Von daher denke ich, dass es wirlklich ein schwieriges Thema ist und Menschen wie du, Bocki, der Hang-Loose noch gelebt hat, wirklich hadern und auch etwas Angst um ihren Sport haben. Ich denke aber auch, dass es trotzdem spannend bleibt zu sehen, wo die Triathlon-Reise hingeht. Sowohl bei den kleinen als auch bei den mittleren und großen Events. Und, um nochmal den Vergleich zum Fußball zu ziehen, was die Champions-League in Zukunft so macht. Schließlich ist es schon auch krass mit anzuschauen, was die Top-Athleten mittlerweile für absolut abartige Leistungen auf der Langdistanz bringen. Und diese Leistungen sind auch nur mit genug Geld und Professionalität zu bringen, denke ich. Hang-Loose hilft da eher weniger.

  8. Also ich habe statt IM Dresden mit einem guten Freund spontan eine Radtour von München nach Stuttgart gemacht: 226km

    War echt ein toller Tag.

    Ich bin allerdings echt gespannt, was am 5. August in der Mail steht, in der Ironman schreiben möchte wie es weitergeht.

    Eine Umbuchung auf Kraichgau 23 würde jedenfalls direkt am Tag der Absage (Mittwoch) abgelehnt.
    Da war ich einigermaßen sprachlos und wer mich kennt, der weiß, dass das nicht normal ist.

  9. Leider kriselt es viel weiter als nur beim roten IM! Hier in der Umgebung müssen gerade nach und nach kleinere Wald- und Wiesentriathlons abgesagt werden weil Helfer fehlen (gerade kam die Absage vom Helveticman an dem ich so gerne teilgenommen hätte!) . Und der Helferaufruf in unserem lokalen Triathlonverein mit über 250 Mitgliedern hat gerade mal eine Handvoll Leute dazu bewegt aktiv mit zu helfen…. Daher meine Bitte an alle mal zu überlegen was sie für den Triathlon machen können… wäre schade wenn dieser tolle Sport nur noch komplett kommerzialisiert funktionieren würde!

  10. Der Andreas Weng hat das sehr gut und treffend geschrieben. Triathlon wird erwachsen und daher „wachsen“ auch die Probleme bzw. Beschwerden.
    Ich mache seit über 26 Jahren Triathlon, bin damals als 13 jähriger über eine Schul-AG zu dem Sport gekommen. Damals (in den 90ern) gab es neben Ironman Roth in Deutschland nur Wald- und Wiesentriathlons.
    Die hatten einen Mega-Charme. Haben sie heute noch. Und wir sollten alle schauen, ob wir uns dort nicht als Helfer einbringen können, damit diese auch weiterhin bestehen können.
    Allerdings bin ich auch ein Fan von Triathlongroßveranstaltungen, weil das einfach nochmals ein ganz anderes Erlebnis ist.
    Und dafür zahle ich auch gerne mehr Startgebühren. Allerdings erwarte ich als Konsument/ Kunde dann auch die gewohnt professionelle Leistung. Und da ist ein Hang-Loose Verhalten auch nicht richtig am Platz. Dort wird Triathlon ganz klar kommerzialisiert (was ja nicht schlecht ist), aber will ich mich als Veranstalter von Wald- und Wiesen-Triathlons unterscheiden und promote ich entsprechend auch meine Veranstaltung, dann muss ich auch am Ende liefern.
    Und wenn das nicht funktioniert, ist es wichtig, dass wir als Konsumenten auch unseren Unmut laut äußern.
    Denn wie heißt es so schön: „Feedback ist kostenlose Unternehmensberatung!“

  11. Hate oder hand loose…. hmmm, die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte. Meiner Meinung nach darf der Athlet seine Meinung äussern. Tut er das nicht, heisst es irgendwann noch „hättet ihr mal was gesagt. wir wussten ja nicht, dass euch das stört.“ Wie am Beispiel Dresden. Die untergeschobene Radstrecke sollte genehmigt werden bis sich ganz viele Athleten beschwert haben. Danach wurde die Strecke geprüft und für nicht bewilligungsfähig erklärt. Man stelle sich vor, niemand hätte Kritik geäussert. Ja, IM will nur unser Bestes, aber ein Wettkampf ist wie bei der Urlaubs-Buchung oder beim Arbeitsvetrag eine gegenseitige Willenserklärung. Und wenn die Gegenseitigkeit nicht mehr passt, muss man seine Konsequenzen ziehen. Für mich konkret heisst das: keine Rennen mehr unter IM Deutschland und ich bin froh, dass es mit Roth, Frankfurt City oder Ingolstadt schöne Alternativen gibt.

  12. Viele Veranstaltungen basieren auf dem großen Engagement der ehrenamtlichen Mitglieder. Viele dieser Mitglieder sind von Anfang an dabei, haben den Triathlon und die Triathlonveranstaltungen in D mit aus der Taufe gehoben. Das alles begann in den 80er/90er Jahren, sprich vor gut 30-40 Jahren. Die damals 20-30j Engagierten sind heute 50, 60, vielleicht 70 Jahre alt. Es war längst an der Zeit, dass Jüngere hätten übernehmen müssen. Meiner Beobachtung nach scheitert es ganz oft daran. Die jüngeren Generationen haben es nicht mehr so mit Ehrenamt, gar kostenlos sich Wochenenden um die Ohren hauen. Es herrscht eher eine Mitnahmementalität. Bei uns in MV fliegt uns gerade hauptsächlich aus diesen Gründen fast der halbe Wettkampfkalender um die Ohren. Die „Alten“ können oder wollen nach zum Teil jahrzehntelangem Engagement nicht mehr, und die „Jungen“ wollen nicht.

  13. Mache seit 2,5 Jahren Triathlon. Trainiere alleine, die meisten anderen Triathleten die ich kennengelernt habe sind mir zu elitär und arrogant. Auf viele Veranstaltungen hab ich wenig Lust, zu viel Lärm, Werbung, Kommerz, zu wenig Fokus auf sich und das überschreiten der eigenen Grenzen. Lebe seit ein paar Monaten in Spanien, hier ist vieles anders. Veranstaltungen vielfältig und familiär. Gegenseitiger Respekt für die Teilnahme am Sport selbst, nicht der individuellen Leistung. Rennradfahrer grüßen Mountainbiker… Ich glaube der Triathlon hat ein Problem mit deutschen.

  14. Finde das kein Hate gegen IM, sondern einfach keine Wertschätzung gegenüber seinen Gelggebern. IM finanziert sich über die Agegrouper.
    Sie sind Premium u high end Price. Dann erwarte ich auch diesen Service!!! Bei mir hat es sich bei einer Absage um 4h gehandelt, IM wollte nicht u es hat mich über 600€ gekostet. Wusste gar nicht das es diesen cutoff gibt. Mein Fehler, aber auch Viell der Transparenz von Im. Wäre es so schwierig gewesen u kostspielig meinen Platz auf das nä Jahr zu schieben??? Ich glaube nicht…
    Soll ich nun Verständnis für Dresden haben…nein

  15. Eine Sportsportart entwickelt sich und das nicht immer in die richtige Richtung. Wobei sich richtig und nicht richtig natürlich für jeden Einzelnen anders darstellen. Wer in den 80ern des letzten Jahrhunderts mit Triathlon begonnen hat, hat sich eine Meinung bilden müssen zu dem immer noch ungelösten Problem Windschattenfahren, zu Olympia und der daraus resultierenden Entwicklung der kurzen Distanzen, zum Ironman-Hype, dem umfangreichen Regelwerk usw. und so fort. Wer erst in den letzten zehn Jahren „zugestiegen“ ist, für den sind Olympia, Windschattenfahren (legal, illegal) und Langdistanz = IM / Challenge mehr oder weniger gegeben.
    Wir als Athleten / Kunden / Leidtragende haben es in der Hand, Fehlentwicklungen zu korrigieren. Ich z.B. finde, dass mit dem IM-Hype, der in meiner Wahrnehmung in Deutschland mit dem Beginn des Frankfurter IM begonnen hat, der frühere Spirit in relativ kurzer Zeit verloren gegangen ist. Meine Konsequenz war nach Kona 2008 dem Trubel endgültig den Rücken zu kehren und seitdem ist es definitiv nochmal deutlich schlechter geworden … mittlerweile macht die WTC mit den Athleten, was sie will; warum machen so viele da noch mit? Auf den kurzen Distanzen ist es auch nicht weniger frustrierend: In der DTU geht es nur noch um Olympia. Bis runter zu den Jugendlichen / Kindern wird gefühlt die gesamte Verbandsarbeit auf dieses Ziel ausgerichtet. Macht man mal gedanklich zwei Schritte zurück, fragt man sich schon, ob eine so starke Fokussierung eines Verbandes auf nur ein Thema, allen anderen Mitgliedern gerecht wird, die das nur „peripher tangiert“. Schon mal überlegt, deshalb keinen DTU-Startpass zu lösen? Lohnt sich nur, wenn man genügend Triathlons im Jahr macht oder bei Meisterschaften starten will – für eine ganze Menge Mitglieder lohnt es folglich nicht. Wie fasst man all das kurz? Einfach: Love it, change it or leave it! In diesem Sinne „Hang loose“ oder eben nicht. 😉

  16. Habe dieses Jahr meine erste LD beim IM Frankfurt gemacht. Die 20. Ausgabe und ich hatte viel erwartet. Unter anderem z.B. einen echt coolen Rucksack den ich schon bei so vielen Veranstaltungen gesehen habe. War dann aber ganz schön enttäuscht von diesem 3,50€-„Bestell mich bei Wish“-Modell! Und auch die Verpflegung im Ziel war solala… die Pizza war mega, aber nach 12 Stunden sich erst mal 20-30 Minuten anstellen war echt übel. Und die trockenen Gebäckstangen waren nicht leicht zu verdauen. Das „Klebetattoo“ mit der Startnummer auf das ich mich echt gefreut hatte? Gab es gar nicht… Hat mich ein wenig gestört!!!

    Aber der Rest? Traumhaft!!! Schwimmen im Langener Waldsee war super und schon früh am Morgen etliche Leute vor Ort zum jubeln. Die Radstrecke hatte wohl weniger Stimmungsnester, aber gerade als ich Krämpfe hatte war ich persönlich echt froh drum das es niemand so genau gesehen hat. 🙂 Und laufen am Main? Gefühlt haben 5.000 Menschen mich angefeuert und mich immer weiter getrieben, obwohl ich eigentlich fix und alle war…
    Zieleinlauf auf dem Römer??? Noch mal ne ganze Ecke geiler als das Marathon Finish in der Festhalle!

    Aber ich kann natürlich die Athleten verstehen, die z.B. nicht starten können und kein Entgegenkommen des Veranstalters erhalten!!! Ist ja kein günstiges Vergnügen!!! Da könnte echt ein wenig mehr getan werden…
    Jedoch ist auch mir bewusst geworden, dass die die starten konnten zum Teil echt sehr unentdeckt sind, teilweise schon aggressiv. Und da reden wir von Leuten bei denen es ums ankommen geht, nicht um Top Platzierungen. Da wäre ein wenig mehr Hang Loose definitiv angebracht.

    Aber was soll ich sagen ? Bin neu in dem Sport, kenne mich nicht wirklich aus und freue mich über jede stattfindende Veranstaltung!!!

  17. Ich bin jetzt keine Triathletin, die bereits an zehn Wettkämpfen teilgenommen hat, aber dreimal durfte auch ich die Atmosphäre beim Starte während dem Rennen und beim Zieleinlauf erleben! Ironman70.3 Port Macquarie, Erlanger Triathleton und Ironman Busselton, dies ist meine kleine Triathlon-Reise! Tatsächlich tue ich mir aktuell schwer mich für neue Wettkämpfe anzumelden, die Stornierungsbedingungen von Ironman taugen mir gar nicht, Challenge Family hat in Deutschland nicht wirklich viel Auswahl! Und die ganzen kleinen Veranstaltungen gehen an ins Triathleten einfach vorbei! Wieso aber eigentlich? Weil wir nicht daran interessiert sind oder weil wir einfach gar nicht mitbekommen wo sie stattfinden? Bei mir trifft letzteres zu, ich würde sofort an kleinen Veranstaltungen teilnehmen, aber leider finde ich diese kaum, eine ordentliche Website mit allen Wettkämpfen wäre daher zukünftig einfach genial! Vielleicht sehe das auch nur ich so, aber kleinen individuelle Veranstaltungen sind meist viel familiärer und die Stimmung kann definitiv genauso gut sein!

  18. Ich finde, dass es sehr hilft, wenn man mal selbst sls Freiwilliger bei einem „Eigenmarken“-Triathlon hilft. So sieht man hinter den Kulissen, was die Leute alles da an Herzblut reinstecken um den Teilnehmern ein schönes Erlebnis zu bescheren. Daher ist eine Langdistanz beim Wasserstadt Triathlon in Hannover für mich auch einfach geil. Das ist kein Bashing gegen die großen Marken, aber ich mag einfach dieses Geerdete. Just my 2 cents. Grüße und Chapeau an Bocki und Nick für Euer Pushing Limits Bae.

  19. Danke Bocki du sprichst mir in Bezug auf die Meckerei in der Szene echt aus dem Herzen…

    Ich bin teilweise echt entsetzt über die Art und Weise wie z.B. bei den Kommentaren bei TriMag miteinander „kommuniziert“ wird…

    Da ist teilweise der blanke Hass zu lesen und das bezieht sich dabei nicht nur auf z.B. Ironman als Veranstalter sondern teilweise gehen sich die Menschen dort persönlich aufs übelste an….

    Ich finde wir sollten uns alle Mal wieder weniger ernst nehmen und einfach Spaß haben und das Leben und den Sport genießen und dankbar sein für alle Möglichkeiten die wir hier (wieder) haben…

  20. Also ich grüße beim Radeln immer mit hang loose – egal, ob Rennradler oder Triathlet 😉 Nun gut, ich bin Ü50, habe meinen ersten Triathlon 1986 gemacht, 1996 einen Ironman (nie wieder!) – und nach langer Pause 2012 wieder gestartet, allerdings nur Volks/Jedermann/Sprint und zwar nur landschaftlich reizvolle in Bayern z.B. Wörthsee, Tegernsee, Kallmünz, Waginger See, Lauingen, Oettingen. Dort sind alle mit soviel Leidenschaft und Freude dabei, dass wir Athleten uns nur dankbar verbeugen können! Ich grüße auf der Rad- und Laufstrecke öfter die Feuerwehr, Polizei, Helfer und Zuschauer – und die freuen sich immer! Und macht die Zuschauer mal heiß und lächelt, selbst wenns im Zielspurt weh tut – es kommt 100-fach zurück – bestes Beispiel: Fenella Langridge in Roth auf der ersten Radrunde, die hat ein Animateur-Feuerwerk abgebrannt (und garantiert 5 Min auf der Laufstrecke dadurch verloren 🙂 )! Nur wenige Soziopathen verhalten sich auf diesen W&W Events unfair, überehrgeizig oder rücksichtslos – es gibt ja auch eigentlich nix zu gewinnen, ausser Applaus und maximal einen Pokal. Wobei für viele das Windschattenverbot eher nur eine Selbstverpflichtung zu sein scheint… Als Fazit: macht mehr Triathlons wo es um nix geht. Schaut die IMs im TV und Roth unbedingt live vor Ort. und seid dankbar ggü. den Organisatoren und Helfern, pöbelt nicht über 45 statt 42 Euro im Vorjahr rum und entspannt Euch. IdR ist man dann auch schneller im Ziel 🙂

  21. Ich mache Anfang September meinen ersten Sprinttriathlon in Köln und bin jetzt schon mega gespannt, wie das ablaufen wird. Bisher kenne ich alles nur aus dem TV oder Internet. Was ich aber bisher von den IM-Veranstaltungen gehört habe, schreckt mich auch eher ab. Daher finde ich die Idee von Sabine mit einer anständigen Webseite für Triathlonveranstaltungen in ganz Deutschland oder meinetwegen auch Europa super, um auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen. Vielleicht wäre ja auf dieser Seite hier noch ein Plätzchen frei dafür.. 😉

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