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Jackie Hering vor dem Ironman Hamburg: „Ich weiß, dass ich hart racen kann!“

01. Juni 2024



Der Ironman Hamburg ist nicht nur die Europameisterschaft der Damen 2024, es ist für Jackie Hering auch ein Comeback-Rennen: Nach gut neun Jahren und zwei Kids kehrt sie auf die Langdistanz zurück. Was ist möglich? (Text: Lena)

Auch Jackie Hering bringt am Sonntag ihre ganz eigene Story mit auf die EM-Strecke beim Ironman Hamburg. Denn die 38-Jährige war seit 2015 nicht mehr bei einer Langdistanz am Start – eben seit der Geburt ihres ersten Kindes. Umso spannender dürfte sein, was für sie am Sonntag drin ist. Im Interview zeigt sie sich jedenfalls mit maximaler Motivation genau da weiterzumachen, wo sie vor neun Jahren aufgehört hat …

Pushing Limits: Willkommen zurück im Langdistanz-Zirkus! Wie hast du dich auf die Langdistanz in den vergangenen Tagen eingestimmt?
Jackie Hering: Ich fühle mich gut und habe alles gegeben, um so gut wie möglich zu schlafen. Und um in der Zeitzone anzukommen. Mental habe ich mir vor allem den Raum für die Idee freigehalten, dass grundsätzlich alles passieren kann. Es könnte alles super laufen – oder eine große Herausforderung werden. Das ist auch der Grund, warum ich überhaupt wieder auf die Langdistanz wechseln wollte: Obwohl ich weiß, wie’s läuft, fühlt es sich irgendwie neu an. Und ich freue mich jetzt einfach nur, wenn’s losgeht!

Pushing Limits: Welche Vorteile bringst du, deiner Meinung nach, von den vergangenen Jahren auf den Unterdistanzen mit?
Jackie Hering: Ich weiß, dass ich schnell bin … und das ist sicherlich ein Vorteil, das zu wissen. Ich kann auf meinen Körper vertrauen und weiß, dass ich sehr hart Radfahren, aber auch sehr schnell laufen kann. Auf der Langdistanz kommt es dann für mich darauf an, dieses Vertrauen mit dem optimalen Pacing zu kombinieren. Mein Körper ist es gewohnt, auf der Mitteldistanz zu performen – jetzt muss ich erst wieder herausfinden, was die optimale Langdistanz-Pace ist.

Pushing Limits: Bei der letzten Langdistanz 2015 waren deine beiden Kids noch nicht geboren. Was war die Reaktion deiner Familie und auch der beiden Kinder, als du mit der Idee ankamst, wieder auf die Langdistanz zu gehen?
Jackie Hering: Ich bin tatsächlich unsicher, ob sie die Idee so gut finden, dass ich jetzt mehr trainiere oder ob sie es cool finden, dass ich jetzt längere Rennen mache (lacht). Sie können es sich kaum vorstellen, dass ich neun Stunden lang durchgehend Sport mache. Für Kinder ist das einfach eine lange Zeit! Beim nächsten Rennen in Lake Placid werden sie dabei sein. Aber bis dahin bin ich unsicher, wie sie das alles finden … sie sehen auf jeden Fall, dass ich mehr trainiere und müder bin. Aber eine Randnotiz dazu: Bei meiner letzten Langdistanz war ich tatsächlich schon mit meinem ersten Kind schwanger – wusste es aber nicht.

Pushing Limits: Oh, eine kleine Überraschung also im Anschluss?
Jackie Hering: Ja, ich war tatsächlich in der siebten Woche, ohne es zu wissen. Ich habe mich nur nachher gefragt, warum ich mich so wahnsinnig schlecht erholen konnte – und so lange so müde war. Ich konnte unheimlich viel schlafen. Und mein Mann dachte, ich wäre irgendwie niedergeschlagen, aber so fühlte ich mich gar nicht … und meine Ärztin hatte dann die Erklärung parat: Ja, Sie sind schwanger!

Pushing Limits: Dann hat zumindest dein erstes Kind den ganzen Zirkus ja schon einmal mitgemacht. Zurück zur Gegenwart: Gibt es irgendetwas, wovor du Respekt hast auf der Langdistanz?
Jackie Hering: Nein, Angst oder Respekt habe ich eigentlich nicht. Das liegt aber vor allem daran, dass ich eine wahnsinnig abenteuerlustige Person bin – und mich gerne Herausforderungen stelle. Genau deswegen habe ich mich irgendwann in die Langdistanz verliebt. Und gerade als Mama weiß man schnell, dass man nichts planen kann – und mit ganz schön verrückten Dingen seinen Umgang finden muss. Das gilt im Leben und bei einem Ironman sowieso!

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