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Ironman 70.3 WM Nizza Blog

Zukunft von Ironman: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Wohin geht die Reise von Ironman? So heiß diskutiert, wie im Moment, wurde darüber vermutlich schon lange nicht mehr. Morgen wird mit dem „Ironman Virtual Club“ eine neue digitale Plattform vorgestellt, die mit dem Format „Ironman Virtual Racing“ auch eine Möglichkeit für sportlichen Wettkampf bieten soll. Zwischen dem Verkauf des Ironman-Business von der chinesischen Wanda Sports Group an zwei amerikanische Investment-Unternehmen, türmen sich aber auch die Fragen, wie mit der Coronakrise, Rennverschiebungen und -absagen umgegangen wird und natürlich: Was ist eigentlich mit der Kona-Quali?

Niclas Bock Bocki Pushing Limits
Bocki Ehrlich währt am längsten

Morgen ist es soweit, dann erfahren wir mehr über den neuen Ironman Virtual Club und das dazugehörige Race-Format. Und obwohl bisher kaum etwas über die neue App und das entsprechende Angebot bekannt ist, wird unter Triathleten schon recht zuverlässig gemeckert. Das zeigt den schweren Stand, den Ironman mittlerweile hat. Es scheint kaum noch möglich, überhaupt etwas machen zu können, das auf Akzeptanz oder Zustimmung stößt.

Entsprechend gespannt dürfen die Reaktionen auf den Vorstoß von Ironman in virtuelle Welten erwartet werden. Mir geht es da auch nicht anders, allerdings möchte ich nicht vorab etwas bewerten, das ich noch gar nicht kenne. Allerdings – und das hat schon die Runde gemacht – sollen über die App auch Slots für die Ironman 70.3-WM, die dieses Jahr in Neuseeland stattfindet, vergeben werden.

Das würde ich seltsam finden. Aber lassen wir uns mal überraschen!

Jedenfalls soll es eine komplett neue App/Plattform werden und nicht eine Kombination aus Zwift, Strava oder anderen Anbietern von bereits existierenden und funktionierenden Programmen mit virtuellen Competition-Varianten oder Tools zur Trainingsauswertung. Bei allen Sympathien oder Antipathien gegenüber Ironman, sollte man aber davon ausgehen, dass die App sicherlich das ein oder andere interessante Asset zu bieten haben wird. Interessant wird es allemal, wenn es morgen dann mehr Details darüber gibt.

Anderes Thema: Der Ironman-Sommer

Niemand glaubt mehr so wirklich daran, dass in diesem Sommer Triathlons in Hamburg, Frankfurt, Klagenfurt oder Thun stattfinden werden. Und wenn doch, dann dürfte den Teilnehmern mittlerweile bereits der Schweiß auf der Stirn stehen: In den vergangenen Wochen war kein normales Training möglich und das wird auch erstmal noch so bleiben. Entsprechend ungeduldig wartet man auf eine klare Message von Ironman, zur Not auch vor einer behördlichen Anordnung.

Ich denke, dass die meisten Athleten damit leben könnten, wenn die Rennen von Ironman abgesagt werden würden. Nie war das Verständnis für solche Entscheidungen so groß, wie jetzt. Aber die Frage ist, ob Ironman damit leben könnte. Das Eis dürfte ziemlich dünn werden, wenn auf einen Schlag alle eingenommenen (und wahrscheinlich bereits schon wieder investierten) Teilnahmegebühren zurückerstattet werden müssten. Auch deshalb werden die Rennen von Ironman auf Alternativ-Termine verschoben und eben nicht abgesagt.

Die sperrigen Fragen zur Kona-Quali

Ganz unabhängig davon, wie Ironman mit den Rennen umgeht, die nicht wie geplant stattfinden können, ergeben sich daraus weitere Fragen, die ganz wesentlich für das Businessmodell sind.

Denn Stand heute dürften noch 600-800 Startplätze für den Ironman Hawaii nicht vergeben sein, für die Ironman 70.3 WM in Neuseeland sind es meiner Schätzung zufolge noch etwa 2.000 offene Slots.

Einige Fragen dazu habe ich bereits an Ironman geschickt und wahrscheinlich wird es nicht mehr allzu lange dauern, bis es Antworten gibt. Wie sollen die Slots für Kona und die 70.3-WM noch unters Triathlonvolk gebracht werden? Wie sollen sich die Profis für Hawaii qualifizieren?

Wie wird die Slotvergabe für 2021 gehandhabt, wenn Quali-Rennen von diesem Jahr (Frühjahr, Sommer) auf Herbst verschoben werden? Schließlich müssen sie nächstes Jahr wieder zum „normalen“ Termin stattfinden. Werden dann zwei Mal Slots für Hawaii 2021 vergeben? Ein Beispiel, um diesen Fall zu verdeutlichen, wäre der Ironman Südafrika. Ursprünglich hätten dort im März Slots für den Ironman Hawaii 2020 vergeben werden sollen. Allerdings wurde das Rennen auf November verschoben und fällt somit bereits in die Quali-Phase für Hawaii 2021. Der „normale“ Ironman Südafrika dürfte jedoch wie gewohnt im März oder April 2021 stattfinden, denn sonst wäre es ein Jahr ohne Einnahmen durch Teilnahmegebühren.

Wie man sieht: Die Situation ist viel komplexer, als es sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Wer mich und meine Meinung kennt – und das sind vermutlich die meisten von euch – der wird wissen, dass ich nicht unbedingt in die erste Reihe der Ironman-Fans gehöre und schnell dabei bin, kritische Worte zu verlieren. Jetzt allerdings wäre das nicht angebracht und ich weiß, wie wichtig es für den gesamten Triathlonsport ist, dass Ironman irgendwie und möglichst schadenfrei durch die Coronakrise kommt. Deshalb wünsche ich mir auch, dass die Präsentation der neuen Ironman Virtual Geschichte ein Erfolg wird und sich die richtigen Antworten auf die Kona- und Slot-Fragen finden lassen.

Man muss es ja nicht sofort abfeiern, wenn es Dinge gibt, die man selbst nicht besonders gut findet, aber man sollte es auch nicht auf Biegen und Brechen verteufeln. Gerade jetzt nicht.

 

 

4 Kommentare

  1. Naja hoffen wir mal das IRONMAN die Krise übersteht, dass wird schon ein sehr enges Ding. Wenn man schon die Triathlon Marken teilweise hört wie das Verkaufs Geschäft total eingebrochen ist und von der Entwicklung der Bikes will ich garnicht erst sprechen. Vielen Stores ging es ja schon davor nicht so gut. Jan Sibbersen von dem ich jetzt kein Fan bin, hat das aber als guter Kaufmann klar gestellt und war sehr offen was das Geschäft aktuell angeht. Wo ich meinen Hut ziehe das er so offen darüber spricht. Um seine Firma mach ich mir noch weniger Sorgen da er schon weiß was zu tun ist. Er hat wahrscheinlich mit die beste Kaufmännische Bildung. Aber was dahinten dran hängt ist schon krass. Athleten, Sponsoren usw. Da werden sich viele Firmen noch mal genau überlegen wie und ob sie noch so viel Geld in die Hand nehmen um zu entwickeln und zu Sponsoren. Die Preise der Sram AXS Gruppen und Zipp Laufräder ist günstig wie noch nie und wir sind erst man Anfang, da ich mein Business 2009 gestartet habe und damals gesehen habe was da passiert, naja ich hoffe nur das Beste für alle Athleten und Firmen. Aber die Zeit mit den Explodierten Preis im Tri Sport ist erstmal ein Ende gesetzt. Was ich persönlich gut finde! Aber viele werden sich so locker die Reisen und den Sport wahrscheinlich die nächsten Jahre nicht mehr so wie gewohnt leisten können. Wichtig ist, dass die Veranstalter überleben und denkt an die kleinen! Sonst wird es auch deutlich weniger Rennen in Zukunft geben. Man tut gut daran auf kleine Startgelder zu verzichten wenn es möglich ist. Jeder von uns kann da helfen.

  2. Das Thema mit den Qualis für 2021 ist ganz pragmatisch zu lösen, auch wenn es für die Athleten nicht schön ist. Bei allen doppelten Ironmans gibt es nur noch die Hälfte an Slots. Also der IM Südafrika in 2020 für Kona 2021 hat 20 Slots, der in 2021 für Kona 2021 hat auch nur 20 Slots. Das ist nicht schön für die Teilnehmer die sich qualifizieren wollen, aber in Anbetracht der globalen Umstände ein kleiner zu zahlender Preis.

  3. Die Lösung liegt doch auf der Hand: Kona wird auch verschoben! …auf Februar / März 2021 und somit wird es zwei Weltmeisterschaften in einem Jahr geben: die verspätete 2020-WM im Frühjahr 2021 und dann die reguläre WM im Oktober 2021. Die einzige Frage wäre noch, wie geht man mit den Altersklassen-Wechslern zwischen 2020 und 2021 um. Aber das bekommt man sicherlich in den Griff und betrifft statistisch auch nur 20% der Starter. Ich bin bereit, eine Wette einzugehen, dass es so kommen wird.

  4. Pingback: IRONMAN - quo vadis? - Jörg Schneider Triathlon Coach

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