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Best of Bocki #33 – Im Wandel der Zeit: Der Triathlon-Sport und ich

Hola! Die Sonne brutzelt vom Himmel was das Zeug hält. Der Duft von Meersalz und kräftiger Natur liegt in der Luft. Und der Körper fordert einen Tag ohne Schwimmen, Radfahren oder Laufen. Seit einer Woche bin ich im Trainingscamp auf Mallorca und genieße in vollen Zügen, dass ich hier planlos tun und lassen kann was ich möchte. Bisher habe ich es mir schon ganz ordentlich eingeschenkt und bin sehr zufrieden wie es hier läuft. Ein Blog über Spontanität, Freiheit und die Veränderung des Triathlon-Sports.

Niclas Bock Ehrlich währt am längsten

Einige Tage vor dem Abflug auf die Balearen habe ich ein sportliches Downgrade durchgeführt – oder ist es eher ein Upgrade? Vermutlich liegt die Antwort irgendwo dazwischen. Jedenfalls habe ich meinen Coach darum gebeten eine Pause des strukturierten Trainings einzulegen.

Mir steht der Kopf gerade einfach nach Lust-und-Laune-Training und nicht nach strikten Vorgaben und Wissenschaft.

Das Training der ProAthletes hat bei mir schnell angeschlagen und mir gezeigt, dass ich Reserven anzapfen kann, die ich bisher nicht genutzt hatte. Genauso sollte es natürlich auch sein, wenn ich als Athlet einem Trainer mein Vertrauen schenke. Das übergeordnete Ziel lautet dann – zumindest für mich – besser, schneller und stärker zu werden. Dass es sich dann im Trainingsprozess auch noch genau in diese Richtung entwickelt ist dann natürlich genial.

Allerdings habe ich auch festgestellt, dass dieser Verbesserungsprozess nicht gleichzeitig die ultimative Motivationsquelle für mich ist.

Vielleicht habt ihr gestern den Blog von Jan gelesen, in dem er darüber schreibt, dass er dieses Jahr keine Langdistanz in Angriff nehmen wird. Er hat mir in vielen Punkten aus der Seele gesprochen. Natürlich hatten wir uns dann und wann schon über unsere Sicht auf den Sport unterhalten, aber mit seinem Blog hat er nun all seine Gedanken in Worte gefasst und viele Dinge, die auch mich umtreiben, sehr gut auf den Punkt gebracht. Für alle, die den Text von Jan noch nicht gelesen haben, verlinke ich unten nochmal direkt zu seinem Beitrag. Jetzt aber erstmal weiter im Takt.

Triathlon, weil es ein geiler Sport ist

Ich bin der festen Überzeugung, dass der Triathlon-Sport zurzeit seine erste handfeste Metamorphose durchlebt. Die Sportart ist so jung, dass es bisher nur ein einziges existierendes Bild gab: Triathlon, das ist ein Sport für Grenzgänger, Verrückte, Paradiesvögel – und zwar in allen Bereichen. Also Training, Ernährung, Material und allem was dazu gehört. Je strikter die Herangehensweise, höher die Ziele und krasser die Leistung, desto eher ist man ein waschechter Triathlet. Klingt richtig altbacken, oder? Ist es auch.

Denn mittlerweile ist Triathlon ein Sport, den jeder und jede betreiben kann und soll, wie er oder sie es für richtig hält. Dann gibt es eben die Athleten, die einen leistungsorientierten Ansatz verfolgen, die ihr Leben nach dem Sport ausrichten und alle Bereiche optimieren und ausreizen. Aber eben auch solche Athleten, die den Sport just for fun betreiben, denen es egal ist, ob die nächste Mahlzeit zum darauffolgenden Training passt, ob das Material blitzsauber oder hochmodern ist und wo die tatsächliche Leistung (im Training oder Wettkampf) hinter dem Spaß am Sport, dem Erlebnis und dem Abenteuer steht. Und natürlich gibt es noch ganz viele Typen dazwischen.

Was ich sagen will: Triathlon ist nicht nur eine facettenreiche Sportart. Sondern mittlerweile auch ein Sport, der in keine Schublade mehr passt. Carbon und Laktat funktioniert im Triathlon genauso wie Bierchen und Bratwurst.

Entschuldigt den kleinen Exkurs, aber das war mir wichtig. Irgendwie hat sich diese „Erkenntnis“ bei mir in den letzten Wochen breitgemacht und trägt sicher auch zu meiner Entscheidung bei, dass ich Triathlon hauptsächlich aus Spaß betreibe und nicht, weil es mir an erster Stelle um Bestleistungen geht.

Und so trainiert es sich gänzlich ungeniert

Kaum habe diese Entscheidung für mehr sportliche Freiheit und Spontanität getroffen, war auch meine Abenteuerlust zurück. Ich stehe darauf, wenn ich im Sport Dinge machen oder ausprobieren kann, die ich noch nie probiert habe. Ich erinnere mich zum Beispiel noch ganz genau daran, wie ich zum aller ersten mal 200 Kilometer auf dem Rad gefahren bin. Oder im Training mal einfach so einen Marathon gerannt bin. Einfach weil es mich gereizt hat. Einen größeren Sinn hat das sicherlich nicht erfüllt, aber geil war’s!

Hier auf Mallorca habe ich bisher die meisten Einheiten zusammen mit Tamara gemacht. Morgens entspannt zusammen joggen und dann über die Insel cruisen. Ab und zu gab und gibt es sehr nette Begleitung, zum Beispiel von Eva und Gregor Buchholz, die allerdings schon wieder im tristen Deutschland hocken. Ansonsten wird es hier mit Lisl (Tamara’s Freundin), Nils Frommhold und Julian Fritzenschaft aber auch nicht langweilig.

Gutes Training und coole Begegnungen

Zwei Dinge noch, dann bin ich aber auch fertig für heute. Zum einen sollt ihr nun nicht meinen, dass ich den sportlichen Antrieb verloren hätte. Ganz im Gegenteil, denn ich habe riesigen Spaß, wenn es im Training zur Sache geht. Zum Beispiel gab es deshalb letzte Woche auch eine Laufeinheiten mit 10x 1.000 Metern in 3:13 Minuten und jeweils 2 Minuten Pause dazwischen. Das zerstörte Gefühl danach ist unbezahlbar. Oder der Versuche, den 9,5 Kilometer langen Sa Calobra-Anstieg in weniger als 30 Minuten zu bewältigen – hat leider nicht geklappt, die Uhr stoppte nämlich nach 30:01 Minuten…

Eigentlich wollte ich noch eine weitere Challenge in Angriff nehmen: Die Inselumrundung auf dem Rad, 312 Kilometer an einem Tag. Für dieses Vorhaben werde ich aber nochmal wiederkommen müssen, denn äußerst kurzfristig hat sich eine ganz andere Challenge ergeben. So werde ich am Donnerstag in St. Gallen beim START Summit mitwirken dürfen und dort auf der Bühne, vor über 600 Menschen, die lebende Triathlon-Legende Natascha Badmann für ein Gespräch treffen. Das wird sicher spannend und eine ganz neue Erfahrung.

Bis in Kürze, euer Bocki

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