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Challenge Davos: Alles andere als normal

25. August 2020



Kaum ein Triathlon wird in diesem Jahr so heiß und innig herbei gesehnt wie die Challenge Davos. Endlich wieder Race Action. Auch wir fiebern dem Rennen ungläubig entgegen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir die Chance bekommen und hautnah dabei sein dürfen. Ein Ausblick auf das unerwartete Triathlon-Highlight des Jahres.

Irgendwo zwischen hoffnungsvoll, irritiert sein und vorfreudiger Erwartungshaltung. Ungefähr so lässt sich die aktuelle Lage zusammenfassen, die bei uns herrscht, wenn wir Richtung Challenge Davos blicken. Dass das Rennen stattfinden wird, steht mittlerweile außer Frage. Allerdings wird es alles andere als normal zugehen, wenn am Samstag der Startschuss am Davosersee fällt. Das liegt natürlich an Corona. Und am aktuellen Wetterbericht.

Es mag ein bisschen übertrieben klingen, aber nüchtern betrachtet ist es so: Triathlon kann dieses Jahr nur unter hohen Sicherheitsvorkehrungen und massiven Einschränkungen stattfinden. Das betrifft natürlich die Organisation, die Abläufe, das Miteinander.

Und es trifft vor allem die besonderste Facette unseres Sport: Die Emotionen. Keine Zuschauer, keine Stimmung, keine Gänsehaut.

Es wird wahrlich ein interessantes Stimmungsbild, das uns am Wochenende in der Schweiz erwartet. Wir sind also dreifach gespannt, denn es wird unser erster Ausflug nach Davos. Wie werden wir das Event erleben? Wie wird es für die Teilnehmer? Und was wird verdammt nochmal mit dem Wetter?

Corona bleibt, das Wetter kommt

Ein Besuch auf der Homepage der Challenge Davos zeigt, dass Corona maßgeblich die Richtung vorgibt. Insgesamt werden maximal 1.000 Menschen an dem Event teilnehmen, dazu zählen neben den Athleten alle Helfer, alle Medien, alle Organisatoren. Weitere 300 Menschen sind in einem abgegrenzten Bereich als Zuschauer gestattet. Dieser Bereich darf allerdings nur betreten werden, wenn zuvor alle Kontaktdaten hinterlegt wurden und natürlich mit Mund- und Nasenschutz.

Alle Teilnehmer werden gebeten ohne Begleitpersonen oder Supporter nach Davos zu kommen. Klingt hart, ist aber nötig, um das Event den Bestimmungen entsprechend durchführen zu können.

Logischerweise tut der Veranstalter alles, um jegliche Kontaktsituationen zu vermeiden oder möglichst gering zu halten. Eine Pasta Party wird es vor dem Rennen genau so wenig geben wie eine Siegerehrung danach. Die Wettkampfbesprechung wird online live per Facebook abgehalten. Athleten müssen ihre Verpflegung im Rennen selbstständig von den Stationen greifen und unmittelbar nach dem Zieleinlauf ihre Utensilien aus der Wechselzone holen und im besten Fall zügig das Gelände verlassen.

Das klingt alles so unfassbar kühl, emotionslos und abgehalftert. Und auch wenn es das ist, es fällt den Athleten mindestens so schwer wie den Veranstaltern.

Nur mit beidseitigem Verständnis wird die Challenge Davos für alle Beteiligten funktionieren. Es ist nur wichtig, dass alle mit der gleichen Erwartungshaltung und dem gleichen Verständnis an die Sache herangehen. Die Herausforderung, einen Triathlon zu organisieren und durchzuführen, ist ohnehin schon immens – und dieses Jahr ist sie nochmal unverhältnismäßig größer.

  • Die Strecken der Challenge Davos im Überblick

  • Bei der Challenge Davos schwimmen die Athleten 1,9 Kilometer im Davosersee. Das Radfahren erscheint vermeidlich einfach, ist aber alles andere als das: Von Davos geht es auf direktem Weg über den Flüelapass, auf der anderen Seite herunter und die gleiche Strecke zurück. So kommen auf 54 Kilometer stolze 1.770 Höhenmeter zusammen. Der abschließende Halbmarathon verteilt sich auf vier Runden, die als Wendepunktstrecke gelaufen werden.

Jetzt zum Wetter

Als wäre das alles nicht schon wild genug, kommt dann auch noch der Wettergott auf die Idee verrückt zu spielen. Die aktuelle Vorhersage für den Renntag: Leichter Regen und 10-12 Grad in Davos, Dauerregen und 5-7 Grad auf dem Flüelapass. Oder mit anderen Worten: Leck‘ mich am Arsch!

Nach einem traumhaften Rennen im vergangenen Jahr, werden nun Erinnerungen an die Premiere im Jahr 2017 wach: Damals war das Wetter dermaßen winterlich, dass das Schwimmen abgesagt werden musste und Improvisationsgeschick gefragt war. Anstatt das komplette Radfahren zu absolvieren, mussten die Athleten nur den Anstieg des Flüelapass bergauf bewältigen. Mit den entsprechenden Zeitabständen wurde dann der Halbmarathon in Davos gestartet, nachdem es mit dem Rad ohne Zeitmessung zurück gegangen war.

Was nun am Wochenende passiert, wird – wie üblich – erst kurz vor dem Rennen am Samstag entschieden und kommuniziert werden. Am Ende ist es, wie es ist. Und wie es auch kommen mag, der Startschuss wird wie Musik in den Ohren aller Beteiligten klingen.

Picke-Packe-Profifeld

Wie es auch kommen mag, alle Beteiligten werden es nehmen wie es ist. Auf der Mitteldistanz stürzen sich insgesamt 400 Athleten ins Getümmel und die Elitefelder bei Männern und Frauen können sich sehen lassen. Bei den Damen schicken sich Laura Philipp und Imo Simmonds an, die heißesten Kandidatinnen auf den Sieg zu sein. Ums Podium dürften aber auch die zweifache Davos-Siegerin Lena Berlinger, Anna-Lena Pohl von ERDINGER Alkoholfrei und Anne Reischmann vom hep sportsteam kämpfen.

Bei den Männern wird es illuster. Ob Sebi Kienle nach seiner Vorbereitung mit Hindernissen bereits dazu in der Lage sein wird, dass der Sieg nur über ihn geht, ist sicherlich mit einem Fragezeichen zu versehen – wenngleich Sebi immer für eine Überraschung gut ist und vor allem dann zu überzeugen weiß, wenn niemand damit rechnet. Vorjahressieger Pieter Heemeryck aus Belgien dürfte jedenfalls etwas dagegen haben, seine Form in den letzten Wochen: Bärenstark. Es wird spannend, wie er sich im weltklasse Feld behaupten wird.

Und dann wären da noch die anderen Germans: Mit Ruben Zepuntke, letztes Jahr Dritter, kommt ebenfalls ein alter Bekannter nach Davos, der erst kürzlich einige Trainingswochen auf den Wettkampfstrecken verbracht hat. Gleiches gilt für Maurice Clavel. Für ihn wird es zwar der erste Start bei der Challenge Davos, aber nach den gemeinsamen Einheiten mit Ruben dürfte er mehr als vertraut mit dem anspruchsvollen Streckenprofil sein. Last aber ganz sicher not least die beiden Andis, Dreitz und Böcherer. Beide haben ordentlich Punch in den Beinen, sodass sie auf dem Flüelapass definitiv ihren Spaß haben dürften.

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Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf Race Action! Hoffentlich spielt das Wetter einigermaßen mit, sodass es am Samstag tatsächlich geschwommen, geradelt und gelaufen werden kann. Wir halten euch auf dem Laufenden!

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