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Ironman Frankfurt: Ladykracher im Glutofen

Daniela Bleymehl geht als große Hoffnung auf einen deutschen Sieg beim Ironman Frankfurt an den Start. Quantitativ hat das Feld bei den Frauen nicht viel zu bieten, qualitativ hingegen schon. Damit Dani den Frankfurter Römer am Sonntag als Erste erreicht, muss sie mit Sarah True die absolute Top-Favoritin aus dem Weg räumen und darf sich nicht von Dark Horse Imogen Simmonds überraschen lassen. Hier kommt die Prognose fürs Frauen-Rennen beim Ironman Frankfurt.

Niclas Bock Ehrlich währt am längsten
  • Titelbild: Isaak Papadopoulos

Gerade einmal 17 Athletinnen stehen auf der Startliste der Ironman Europameisterschaft in Frankfurt. Mit Anne Haug und Angela Naeth fallen bereits vor dem Startschuss zwei Favoritinnen aus. Anne hat ihren Start aufgrund einer Verletzung bereits vor einigen Tagenabgesagt. Die Kanadierin Naeth hat sich vor vier Wochen die Hand gebrochen und wird ebenfalls nicht an der Startlinie stehen. Auch Linsey Corbin hätte gute Aussichten auf einen Erfolg gehabt, allerdings hat sie ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt.

Eine weitere Athletin auf meiner Liste ist aktuell noch mit einem Fragezeichen versehen.

Anja Ippach ist sich nämlich noch nicht sicher, wie sie nun nach dem DNF beim Ironman Ireland am vergangenen Sonntag weiter vorgehen wird, um das Ziel von der Hawaii-Quali doch noch zu erreichen.

Alles andere als ein Selbstläufer

Allerdings wäre es ein Trugschluss nun zu glauben, dass der Sieg in Frankfurt dann einfach nur verschenkt wird. Ganz im Gegenteil: Wir dürfen ein Rennen erwarten, das durchaus das Potential für ganz viel Spannung und Aufregung mitbringt. Und mit Daniela Bleymehl ist eine Athletin dabei, auf die wir uns ganz besonders freuen dürfen. Dani scheint in guter Verfassung zu sein, ihre Siege bei den Challenge-Mitteldistanzen in Heilbronn und Geraardsbergen, sowie ihr dritter Platz bei The Championship in Samorin dürften nicht nur für viel Selbstvertrauen sorgen, sondern beweisen auch, dass ihre Form und Fitness auf weltklasse Niveau sind.

Und das müssen sie gegen eine Konkurrenz wie beim Ironman Frankfurt auch sein.

Die Amerikanerin Sarah True dürfte extrem hungrig auf den Sieg sein. Letztes Jahr feierte sie in Frankfurt mit ihrem zweiten Platz einen gelungenen Einstand auf der Langdistanz. Beeindruckend ist vor allem ihre extreme Laufstärke. Zusätzlich angespornt dürfte Sarah sein, weil sie beim Ironman Cairns Anfang Juni nicht das Ziel erreichen konnte und nun etwas gut zu machen hat. Außerdem muss sie sich erst noch für Kona qualifizieren. In Schulnoten ausgedrückt schwimmt Sarah wie eine 1, radelt eher wie ein 3+ und läuft wie eine 1+ mit Sternchen. Soll heißen: Selbst wenn sie nach dem Radfahren einen Rückstand von mehreren Minuten haben sollte, spielt sie noch eine extrem große Rolle bei der Vergabe um den Sieg.

Imo Simmonds: Mit Spannung erwartetes Debüt

Kleiner Geheimtipp an dieser Stelle: Habt ein Auge auf Imogen „Imo“ Simmonds, wenn ihr das Rennen in Frankfurt verfolgt! Wir durften sie letzte Woche bei einem entspannten Kaffee in Koblenz kennenlernen und – Achtung – Imo ist nicht nur eine richtig coole Socke, ich spreche ihr auch das Potential zu, dass sie in Frankfurt für die größte Überraschung des Tages sorgen kann. Die gebürtige Schweizerin ist gerade einmal 26 Jahre alt, hat in ihrem Leben dafür aber schon jede Menge erlebt. Zuletzt hat sie mehrere Monate in Thailand gelebt und trainiert. Seit einigen Wochen bereitet sie sich nun in Koblenz auf den Ironman Frankfurt vor und erst kürzlich den Ironman 70.3 Luxemburg gewonnen – das war ihr insgesamt dritter Sieg über die 70.3-Distanz.

Schwimmerisch bewegt sie sich auf dem Niveau von Sarah True, vielleicht sogar etwas darüber. Auf dem Rad schätze ich sie hingegen deutlich stärker ein, wohingegen sie beim Laufen noch ein ganzes Stück hinter Sarah einzuordnen ist. In einer Konstellation mit Dani könnte das für den Rennverlauf bedeuten, dass sich zwischen den beiden eine Allianz auf dem Rad bildet, die möglicherweise auch auf der Laufstrecke weiter Bestand haben kann.

Danach wird sich zeigen, wozu Imo bei ihrer Langdistanz-Premiere bereits im Stande ist. Ob Dani die ausgebufftere Athletin ist, die das Rennen zu ihren Gunsten entscheidet. Und vor allem ab wann Sarah True sich auf der Laufstrecke ins Geschehen einmischen wird.

Fazit: Mein Tipp fürs Frauen-Podium

Ich denke, dass Sarah True am Ende das Rennen für sich entscheiden wird. Dani schafft es aber mit einer bärenstarken Leistung auf den zweiten Platz und wird erst kurz vor der Ziellinie gestellt – die Herzen der Fans werden ihr somit sicher sein. Auf dem dritten Platz darf sich Imo über einen sauberen Start in die Langdistanz-Karriere freuen und staubt außerdem den verbleibenden Kona-Slot ab.

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