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Kommentar zu den triathlon-Awards: Gemeinsam mehr erreichen

17. Dezember 2019



Am Wochenende hat Klaus Arendt, der Chefredakteur des TriTime-Magazins, einen Kommentar zu den jährlich verliehenen „triahlon-Awards“ veröffentlicht. Dieser Kommentar von ihm ist nicht als leere Kritik zu verstehen, sondern als Aufforderung zum Austausch und zur Entwicklung eines Award-Formats, welches den Athleten und der Szene gerecht wird. Dieser Aufforderung möchte ich gerne nachkommen. Eine Reaktion.

Zum zehnten Mal wurden die „triathlon-Awards“ dieses Jahr verliehen: Jan Frodeno und Anne Haug wurden als Triathlet und Triathletin des Jahres ausgezeichnet. In insgesamt zehn weiteren Kategorien konnte man seine Stimme für die jeweils besten des Jahres abgeben, die da wären: Aufsteiger, Sprint- und Kurzdistanz, Mitteldistanz, Langdistanz, das Fahrrad, den Neoprenanzug, den Laufschuh, das Wettkampftextil, die Multisportuhr und den Sporternährungshersteller. Vergeben werden die Awards im Rahmen der Triathlonnight in Langen.

In seinem Kommentar wirft Klaus die Frage auf, ob man nicht über eine Neustrukturierung der Kategorien nachdenken sollte. Sein Beweggrund: Die mitunter starken Leistung von Kurzdistanzlern, wie Laura Lindemann oder Jonas Schomburg, fänden kaum Berücksichtigung. Außerdem gingen andere Athleten vollkommen unter, da der Fokus besonders stark auf den Podiumsplatzierten des Ironman Hawaii läge. Hier lest ihr den gesamten Kommentar.

Was Klaus allerdings auch eröffnet: Eine Zusammenarbeit aller deutschsprachigen Triathlon-Medien und -Plattformen. Im Sinne des Sports. Und diesen Aspekt möchte ich aufgreifen.

Mit gerade einmal rund 6.000 Leuten, die an der Abstimmung teilgenommen haben, ist die Teilnehmerzahl doch ziemlich überschaubar. Allerdings muss man ergänzen, dass es sich bei dieser Art von „triathlon-Awards“ auch nur um eine Leserabstimmung des „triathlon“-Magazins und dem dazugehörigen Onlineformat tri-mag.de handelt. Es ist also – noch – kein Award, bei dem ganz Triathlon-Deutschland mitmacht und abstimmt. Ob es aber überhaupt dazu kommen soll, ist eine reine Interessenfrage.

Awards im Triathlon: Meine Meinung

Braucht es einen selbstkreierten Award der Triathlonszene in Deutschland? Ich bin mir nicht ganz sicher. Auf der einen Seite finde ich es durchaus angemessen, wenn eine Sportart ihre besten Athleten kürt und feiert. Auf der anderen Seite frage ich mich, welchen Sinn und Zweck eine solche Ehrung verfolgt? Im Moment haben die „triathlon-Awards“ keine besonders hohe Aussagekraft und den Stellenwert für die gekürten Athleten kann ich nur schlecht beurteilen – für Veranstalter und Marken ist eine Prämierung jedoch sicher ein spannendes Marketing-Asset.

Aber sollte ein Marketingbenefit, für Marken und Veranstalter, die Triebfeder für solche Awards sein? Solche Awards sollten einen ideellen Wert und Prestige verfolgen.

Für eine Leserwahl ist die Quote von 6.000 Teilnehmern sicher sehr gut. Allerdings ist es keine Quote, die Triathlon-Deutschland widerspiegelt. Wollte man das erreichen, so müssten die Awards unabhängiger gestaltet und beispielsweise über die Deutsche Triathlon Union (wie von Klaus vorgeschlagen) abgewickelt werden. Dass die DTU daran interessiert ist, sich dieser Aufgabe zu widmen und sich dem verwalterischen Aufwand zu stellen, ist allerdings nahezu ausgeschlossen.

Durch eine gemeinsame Konzeption der Awards von den Akteuren der Triathlonszene, ein gemeinsamer Aufruf zur Stimmabgabe, eine gemeinsam organisierte und durchgeführte Verleihung, eine gemeinsame Verbreitung der ausgezeichneten Preisträger auf den unterschiedlichen Plattformen und weitere gemeinsame Vorstöße, würde es sicherlich gelingen eine größere Power zu entwickeln und einen Award zu präsentieren, der eine wahre Bedeutung hat und einzig und allein im Interesse des Sports existiert.

Immer weiter: Entwicklung mitgestalten

Die „triathlon-Awards“ haben sich in den Jahren immer wieder verändert. Manche Kategorien haben sich von Beginn an etabliert, manche wurden ausprobiert und dann wieder verworfen, andere wiederum leichten Anpassungen unterzogen. Diesen Wandel finde ich gut! Und wie erwähnt, finde ich die grundsätzliche Idee von „Deutschlands Triathlon Awards“ interessant, sinnvoll und attraktiv. Wenn ein Interesse an gemeinsamer Arbeit besteht, wieso nicht? Auch das wäre eine spannende, neue Herausforderung – im Sinne des Sports und sicher zu Gunsten aller Beteiligten. Wir wären offen und bereit dafür.

An dieser Stelle ein Dankeschön an Klaus von der TriTime, der mit seinem Kommentar das Thema angestoßen hat. Ich finde es absolut gut, wenn ein Ruck durch die Szene gehen und mehr gemeinsame Projekte daraus entstehen würden – solche Awards könnten ein Anfang sein.

Was meint ihr dazu? Braucht der Triathlonsport in Deutschland eigene Awards? Und was würdet ihr von einem Projekt halten, bei dem alle treibenden Kräfte der Triathlonszene im Sinne des Sports an einem Strang ziehen würden?

Ich bin gespannt auf eure Meinung. Haut sie hier in die Kommentare oder unter den Beitrag auf unserer Facebook-Seite.