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Favoritencheck: Sieganwärter, Spielverderber und Shootingstars des Pushing Limits Race

16. September 2020


Frederic Funk Pushing Limits Race

The heat is on. Unbekannte Variablen bestimmen die Formel für das bevorstehende Rennen am Wochenende. Mit dem amtierenden Ironman 70.3-Weltmeister Gustav Iden aus Norwegen und dem bärenstarken Belgier Pieter Heemeryck könnte man meinen, dass die Favoritenrollen klar verteilt sind. Aber weit gefehlt: Eine ganze Armada von von eisenharten Mittel- und Langdistanzlern und hungrigen Young Guns zieht ebenfalls mit großen Hoffnungen auf den Sieg und die Top-Platzierungen in den Kampf.

Worum geht es in einem Triathlon für Profis wirklich? Je nach Saisonzeitpunkt, Form und Vorbereitung werden Rennen zu Vorbereitungszwecken genutzt, zu B-Rennen degradiert und irgendwie verwässert dadurch gerne Mal der Wert eines Wettkampfs. Aber manchmal geht es halt auch um Alles. Willkommen im Hier und Jetzt! Das Pushing Limits Race wird ein Wettkampf ohne Netz und doppelten Boden, ohne vorheriges Beschnuppern, ohne Abwarten, ohne Rücksicht auf Verluste. Sieg oder Blaulicht.

Am Sonntag ist endlich mal wieder einer dieser Tage. Für jeden Athleten wird alles zusammen kommen müssen, um sich in Szene zu setzen und im Rennen eine der Hauptrollen zu spielen – und wenn es nur für einen Akt lang sein soll. Niemand wird sich die Gelegenheit entgehen lassen, es nicht wenigstens versucht zu haben. Auch deswegen erwarten wir einen Wettkampf, der durch viele Positionskämpfe geprägt sein und  in dem bis zum Ende Unklarheit über den tatsächlichen Ausgang herrschen wird.

Verdammt, endlich wieder Race Action. Endlich wieder Gänsehaut.

Das Schwimmen: Lasset die Spiele beginnen

Mit dem Startschuss um 14:30 Uhr müssen die Bandagen abgelegt werden. Wahrscheinlich wäre Florian Angert in jedem Feld der Welt als einer der stärksten Schwimmer einzuschätzen. Am Sonntag wird aber sogar er sich richtig strecken müssen, um dem Express auf der Wassserautobahn zu folgen. Mit Magnus Männer ist ein Athlet am Start, der im Wasser eigentlich eine Klasse für sich ist. Dennoch können auch Simon Henseleit und Henry Graf getrost in einem Atemzug genannt werden, wenn es darum geht, welche Athleten die 1.000 Meter als erstes hinter sich gebracht haben werden.

An der Spitze werden sich vermutlich auch noch die anderen Young Guns von der Kurzdistanz finden lassen: Johannes Vogel, die Osterholt-Brüder Jonas und Cedric. Mit Ausnahme von Simon Henseleit vom hep Sports Team, dem bei seiner ersten Kurzdistanz eine dicke Überraschung zuzutrauen ist, wird es für den Rest der Schwimmspezialisten allerdings ein hartes Stück Arbeit, ihre Platzierungen an der Spitze des Feldes zu halten. Denn von hinten beginnt die Jagd der Watt-Monster.

Frederic Funk, Gustav Iden, Pieter Heemeryck, Ruben Zepuntke, Nils Frommhold, Michael Raelert, Jan Stratmann und Patrick Dirksmeier könnten den Sturm nach vorne nahezu zeitgleich antreten. Auch Andi Dreitz wird auf den 1.000 Metern im Wasser sicherlich nicht allzu viele Sekunden verlieren. Von ihm hört man in Profikreisen unterdessen, dass er auf dem Rad zurzeit so stark unterwegs ist wie nie zuvor. Halleluja.

Boom, Boom, Bike-Massacker

Und dann wird’s unkalkulierbar. Ich werfe an dieser Stelle die Flinte ins Korn und wage nicht einmal die Spekulation, was auf dem Rad passieren wird. Durch die 20-Meter-Windschatten-Regel dürfte sich zwar eine gewisse Trägheit in die Positonskämpfe schleichen, gleichzeitig bietet das aber vor allem für Dreitz, Zepuntke und auch Funk die Chance für Attacken. Und die wiederum werden sich weder Heemeryck gefallen lassen, noch Jan Stratmann, Gustav Iden und auch Florian Angert werden gewillt sein, Paroli zu bieten. Seine Radstärke wird auch Nils Frommhold ausspielen müssen, will er am Ende den Sprung in die Top-Platzierungen schaffen. Und wenn Michael Raelert einmal in den Zerstörermodus gefunden hat, dann wird es interessant.

Wenn wir dann zwischendurch auch noch Simon Henseleit an der Spitze sehen, der wie gesagt eine gute Ausgangsposition nach dem Schwimmen hat, dann wäre auch das sicherlich keine Überraschung – viel eher ein besorgniserregendes Szenario für die Mitstreiter. Trotz (oder gerade weil) er noch keine Erfahrung auf dieser Distanz hat, besteht die Möglichkeit an einem guten Tag über sich hinaus zu wachsen. Was dann passieren kann, hat Simon unter anderem mit seinen erfolgreichen Auftritten in der Super League bewiesen. Im Ranking von trirating.com landet Simon in der Endabrechnung übrigens auf dem 2. Platz. Außerdem lauert mit Boris Stein noch jemand, der auch erst am Ende der 40 Radkilometer seinen Rückstand nach dem Schwimmen wett gemacht haben könnte.

Also alles ist möglich. Gerade deshalb haben wir so unfassbar Bock auf diesen Wettkampf!

Laufentscheidung erwartet

Eigentlich könnte ich hier genau so weitermachen, wie beim Radfahren. Es ist unmöglich eine Skizze über den möglichen Rennverlauf zu machen. Sicher liegt die Vermutung nahe, dass es für die jungen Kurzdistanz-Athleten hier Vorteile gäbe – aber nach einem non-drafting Einzelzeitfahren sieht die Triathlonwelt dann doch ein bisschen anders aus. Die Erfahrung, die besondere Rennhärte der Mittelstreckler und Langdistanzler könnte sich dann zum Vorteil umkehren, wenngleich sicherlich Speed und Tempospitzen fehlen. Wagen wir an dieser Stelle noch schnell den Blick aufs weitere Starterfeld, bevor ihr darunter unsere Top 5-Tipps finden könnt.

Good Bye, Johnny!

Jonathan Zipf war jahrelang auf den kurzen Distanzen unterwegs. In der Nationalmannschaft war er lange Zeit eine gesetzte Bank, in der Bundesliga hat er immer wieder um den Sieg gekämpft. Nach einer langen Karriere soll jetzt aber Schluss sein. Seinen Abschied vom Profisport feiert Johnny am kommenden Sonntag. Dass er trotzdem nichts geschenkt bekommen wird, dürfte klar sein. Dass er allerdings umso motivierter „zum letzten Mal“ auf die Zähne beißen wird, ist genauso klar. Für ihn wäre es sicherlich ein versöhnlicher Schlusspunkt, wenn er sich mit einem gewohnt starken Lauf in den Top-5 platzieren kann. Dass ihm das Format liegt, war bei seinem dominanten Sieg im letzten Jahr beim Rothsee Triathlon zu erkennen.

Die Undertaker: Wer schafft den Sprung in die Top 10?

Es kommt wohl eher selten vor, dass eine Platzierung in den Top 10 als Erfolg verbucht werden kann. Am Sonntag ist das anders. Die hohe Leistungsdichte sollte mittlerweile jedem, der bis hierher gelesen hat, klar geworden sein. Trotzdem dürfen Jungs wie Martin Schulz, Goldmedaillen-Gewinner der Paralympics von 2016, den U23-Vize Europameister Scott McClymont, den 4. Platzierten des Ironman Frankfurts von letztem Jahr Tobias Drachler oder den Hamburger Jung Julian Fritzenschaft – der vor allem leiden kann, wenn es kurz und hart wird – nicht ausklammern. Eine Prognose ist daher wirklich kaum möglich.

Thorsten Radde hat es mit dem Seeding auf trirating.com aber dennoch versucht und eine spannende Liste, inklusive prognostizierten Platzierungen erstellt. Wenn euch jetzt noch nicht allzu sehr der Kopf dampft, dann zieht euch die Zahlen und Zeiten auf jeden Fall mal rein. Ihr werdet feststellen, wir dicht es voraussichtlich am Sonntag zugehen wird.

Die Tipps der Pushing Limits Crew:

Dr. Zeller

  1. Gustav Iden
  2. Frederic Funk
  3. Ruben Zepuntke
  4. Pieter Heemeryck
  5. Jonathan Zipf

Nickyboy

  1. Gustav Iden
  2. Simon Henseleit
  3. Frederic Funk
  4. Pieter Heemeryck
  5. Jonathan Zipf

Bocki

  1. Pieter Heemeryck
  2. Frederic Funk
  3. Andi Dreitz
  4. Gustav Iden
  5. Simon Henseleit

 

  • Alle Fakten zum Pushing Limits Race auf einen Blick

  • Datum: 20. September
  • Start Livestream: Ab 14:15 Uhr
  • Link: Das Pushing Limits Race live verfolgen!
  • Race Start: 14:30 Männer / 14:50 Uhr Frauen
  • Distanzen: 1.000 m Schwimmen / 40 km Radfahren / 10 km Laufen
  • Besonderheiten: Non-Drafting, 20-Meter-Regel
  • Preisgeld: Die PTO schüttet insgesamt 15.000 Euro aus. Siegerin und Sieger erhalten jeweils 3.000 Euro, 2.000 gehen an Platz 2, 1.250 Euro an Platz 3, 750 Euro an Platz 4 und 500 Euro an Platz 5.
  • Prämien: Die BESTZEIT-Prämie in Höhe von 500 Euro geht jeweils an die Tagesschnellsten einer jeden Disziplin. Knacken die Gewinner den Streckenrekord, erhalten sie weiter 1.000 Euro als Bonuszahlung.

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