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Best of Bocki #66 – Grande Finale: Runstreak

02. März 2021


Runstreak Blog Niclas Bock

Bevor das nächste sportliche Projekt startet, muss erstmal Resümee gezogen werden. Nach 28 Tagen Laufen am Stück und 406 Kilometern gibt es einiges zu berichten. Hier kommen die detaillierte Auswertung, ein Blick auf die Schuh- und Materialwahl und fünf Learnings, die uns beim Streakrun geholfen haben.

Geschafft! Und es hat wirklich besser funktioniert, als gedacht. Um das Ding rund zu machen, kommt hier nochmal ein Blog mit der Zusammenfassung zu den Rahmendaten. Vielleicht könnt ihr euch ja was rausziehen, wenn ihr auch mal einen Streakrun ausprobiert! Außerdem Glückwunsch an alle 1.473 Finisher, die an der Challenge in der Keller sMiles App teilgenommen und 84 Monatskilometer hinter sich gebracht haben.

Auswertung: Jeden Tag 1.000 Meter mehr Laufen

Erstmal ein bisschen leichte Kost für den inneren Monk. Wie schön kann eine Monatsstatistik eigentlich aussehen? Beim Blick in Garmin Connect zeigen sich die Hard Facts: Insgesamt 406,9 Kilometer im Februar. Wochendurchschnitt 101,7 Kilometer, wodurch sich ein Tagesdurchschnitt von 14,5 Kilometer ergibt – wären wir eine gleichmäßige Verteilung der Kilometer gelaufen. Bei uns ging es jedoch am 1. Februar mit 1 Kilometer los und die Strecken wurden von Tag zu Tag einen Kilometer länger.

Die Kalenderansicht gibt etwas mehr Details Preis. Insgesamt kamen 31:16 Stunden Laufen zusammen, allein 13,5 davon in der letzten Woche. An den Tagen 7 bis 10 und 12 bis 15 war ich auf Schnee unterwegs, was durchaus noch eine weitere Herausforderung war, wenn man als flachland Rheinländer normalerweise auf festem Untergrund unterwegs ist. Hat aber trotzdem irgendwie Bock gemacht und war eine willkommene Abwechslung. Und überhaupt: Das Wetter hätte für den FebRUNuar Runstreak besser nicht sein können. In der zweiten Monatshälfte waren dann nämlich öfter mal die kurzen Klamotten im Einsatz!

Streakrun Gesamt
Wochenübersicht in Garmin Connect. Ich bin mit der Garmin Forerunner 745 unterwegs und zeichne damit bereits seit einigen Monaten meine sportlichen Aktivitäten auf.

Equipment: Schuhe und Material

Insgesamt hatte ich vier unterschiedliche Schuhe im Einsatz: Nike Infinity React, ON Cloudflow, den Pegasus Trail 2 sowie den neuen ZoomX Invincible von Nike. Jeder hat ein eigenes Einsatzgebiet, was ich mir für den Streakrun zu Nutze gemacht habe.

Bei den Läufen in der ersten Woche habe ich zwischen dem React und dem Cloudflow hin und her gewechselt. Beide Schuhe sind relativ leicht, haben ein direktes Laufgefühl und nicht allzu viel Dämpfung oder Schnickschnack. Nach der ersten Woche ist der ON in den Schuh gewandert, den React habe ich aber als Allzweckwaffe weiterhin eingesetzt und bin ihn sogar am letzten Tag bei cden 28 Kilometern gelaufen.

Den Pegasus Trail 2 habe ich während der erwähnten „Eiszeit“ genutzt, um nicht den Boden unter der Füßen zu verlieren. Im Wechsel mit dem React (den ich dann nur auf gestreuten Wegen gelaufen bin), war das eine gute Option, um auch auf Schnee die gewohnten Runden durch den Wald laufen zu können.

Nach der zweiten Woche war dann Showtime für den ZoomX Invincible. Ehrlicherweise ein Schuh, den ich zuvor etwas voreilig schlecht gemacht hatte. Das Ding ist halt ein richtiger Treter! Richtig viel Dämpfung, ein eher schwammiges Laufgefühl und verdammt viel Komfort. Alles Sachen, auf die ich normalerweise gar nicht so sehr stehe. Normalerweise. Der FebRUNuar war allerdings alles andere als normal und das merkte ich auch an meinen Füßen und der andauernden Belastung für Bänder, Sehnen und Muskeln. Und was soll ich sagen? Der Invincible war eine verdammte Wohltat! Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass ich den Streakrun ohne diesen Teufelskerl nicht unbeschadet überstanden hätte. Ein genialer Schuh!

  • An dieser Stelle schicke ich 406 Kudos an Keller Sports, die uns bei den Projekten supporten. Wenn ihr Bock habt und einen Blick auf das Material werfen wollt, welches wir nutzen, dann checkt mal unsere Page dort, wo eine große Auswahl unserer Favoriten zu finden ist: Hier geht’s zur Keller Sports X Pushing Limtis Page

Und wenn ich schon dabei bin: Glückwunsch an alle 1.473 Finisher, die per Keller sMiles App an der Challenge teilgenommen haben! Dort bestand die Aufgabe nicht darin, es uns nachzumachen, sondern insgesamt 84 Kilometer im kompletten Monat zu laufen (als Streakrun wären das 3 Kilometer am Tag gewesen, die Aufteilung spielte aber keine Rolle).

5 Tipps zum Streakrunning

Wir sind sicherlich keine Streakrunning-Experten nur, weil wir jetzt mal einen Monat lang gelaufen sind. Dennoch war es ein ambitioniertes Projekt für uns und eine echte Herausforderung, ungewohntes Terrain also. Dementsprechend haben wir uns sowohl vorher, als auch währenddessen Gedanken gemacht, wie wir es am besten schaffen. Die 5 wichtigsten Learnings auf einen Blick:

1. Körpergefühl & Menschenverstand

Wie kann ich es auf den Punkt bringen? So vielleicht: Der Streakrun hat funktioniert, weil wir ein unvernünftiges Projekt vernünftig angepackt haben. Selbstüberschätzung wäre bei solch einer Aktion vollkommen fehl am Platz. Von Tag 1 haben wir in uns hineingehorcht, anfangs sogar noch am stärksten. Wir waren ahnungslos, aber voller Respekt! Übermut tut selten gut. Für die 28 Lauf-Tage war Demut der beste Begleiter. Außerdem gab es die Absprache, dass wir das Projekt abbrechen, sobald es auf die Gesundheit gegangen wäre. DNF war also definitiv eine Option!

2. Richtige Pace finden & kleine Varianzen einbauen

Macht euch Gedanken dazu, welches Tempo ihr euch zutraut! Einen Plan zu haben, schadet nicht, denn das führt zwangsläufig dazu, dass ihr euch mit der Herausforderung auseinander setzt und immer in dem Bewusstsein lauft, aufs Tempo zu achten. Ich bin etwa 85 Prozent aller Kilometer mit einer Pace von 4:40-4:50 Minuten pro Kilometer gelaufen – das dürfte ziemlich genau meinem normalen Grundlagenbereich entsprechen. Zwischendurch habe ich bewusst Läufe eingebaut, bei denen ich ein anderes Tempo und somit einen anderen Schritt gewählt habe.

An Tag 16 und Tag 20 gab es beispielsweise Tempo-Dauerläufe – konstant und aktiv, aber kein Himmelfahrtskommando. Tag 21 war ein moderater Traillauf – einfaches Terrain auf abwechslungsreichem Untergrund. Und an Tag 23 wechselte ich bei einem Fahrtspiel immer mal wieder die Gesamtbelastung. Diese Läufe taten gut, da sie das Bewegungsmuster aufbrachen und andere Muskelgruppen angesprochen wurden.

3. Schuhwechsel

Wie bereits oben erwähnt, hatte ich insgesamt vier unterschiedliche Schuhe im Einsatz. Die Wahl verlagerte sich zwar mit steigendem Umfang immer mehr auf die gut gedämpften Modelle, jedoch trug ich keinen Schuh öfter als zwei Mal hintereinander. Für die Füße und kleinere Blasen oder Scheuerstellen war das eine Wohltat!

4. Verpflegung was das Zeug hält

Zwischendurch kamen Fragen rein: Was esst ihr eigentlich die ganze Zeit? Trinkt ihr während den Läufen? Als ich darauf geachtet habe, ist mir aufgefallen, dass ich im Verlauf des Monats immer mehr gegessen und getrunken habe. Der Körper hat gebrannt! In der ersten Hälfte gab es bei den Läufen keine Verpflegung in Form von Gels oder Flüssigkeit. Danach allerdings schon, auch wenn kein Hunger- oder Durstgefühl zu spüren war, haben wir uns während der Läufe verpflegt. Besonders auffällig war aber der gestiegene Bedarf nach den Läufen am Rest des Tages. Und hier galt das Motto: Rein, was geht! Hat auf jeden Fall nicht geschadet und hatte auch immer etwas von Belohnung, wenn ohne viel darüber nachzudenken Haribo und Co. zu ständigen Begleitern durch die Abende wurden.

5. Beine hochlegen & Chillen

Je länger die Läufe wurden, desto matschiger wurden nicht nur die Beine, sondern auch die Birne! Tatsächlich ließ gefühlt die Konzentrationsfähigkeit in der letzten Woche spürbar nach. Einfache Texte oder E-Mails wurden plötzlich zu einer echten Aufgabe. Auch bei Gesprächen war zu spüren, dass sich eine ziemliche Grundmüdigkeit eingeschlichen hatte. Wir reduzierten den allgemeinen Stresspegel auf ein Minimum, versuchten so oft es ging die Beine hochzulegen, zu entspannen und zu chillen. Und klar ist auch, dass hilft, was gut tut! Sei es Massagepistole, Stretching, Eisbad/-dusche, Blackroll oder was auch immer an Regenerationsmaßnahmen bevorzugt wird – machen!

Jetzt ist von meiner Seite alles gesagt. Wir sind bereit für neue Challenges!