Blog
Das Profi-Projekt: Wir starten beim Challenge Roth 2022
Pushing Limits und Profisport. Wie passt das zusammen? Wir werden es herausfinden, denn für die kommenden Monate – bis zum Challenge Roth 2022 um genau zu sein – schlüpfen wir in die Rolle als Triathlonprofis. Was wir uns dabei gedacht haben und warum dieser Weg alles andere als einfach wird, erfahrt ihr jetzt.
Hat die Welt darauf gewartet? Wahrscheinlich nicht. Allerdings hat uns die erste fixe Idee so sehr gereizt und monatelang nicht mehr losgelassen, dass wir uns dazu entschlossen haben, diesen Weg einzuschlagen. Ein Weg, der uns als Profiathleten an die Startlinie des Challenge Roth 2022 führen wird. Und ein Weg, der übrigens bereits vor drei Monaten begonnen hat – mit Trainingsplänen, Leistungsdiagnostiken und ganz viel Planung für die nächsten Monate.
Irgendwie klingt es im ersten Moment total bescheuert und nach einem Projekt, bei dem sich die Frage stellt, ob man das nun wirklich ernst nehmen soll? Und mit genau dieser Fragestellung haben wir uns intensiv auseinander gesetzt. Es wäre unangebracht und vermessen (und nicht zuletzt irgendwie auch langweilig), einfach so „einen auf Profi“ zu machen. Wer am Ende dieses Blogs der Meinung ist, es würde nur darum gehen die ganze Zeit Sport zu machen und irgendwo zu starten, der hat nicht verstanden, worum es uns beim PRO:ject geht. Bereit für die ausführliche Erklärung? Dann los.
- Teaser
In der neuen Folge Triathlongelaber berichten wir ebenfalls über das PRO:ject und wie es dazu gekommen ist, die Episode findet ihr ab heute mittag in eurer Podcast-App. Morgen erscheint auf unserem YouTube-Channel außerdem ein ausführliches Video!
Status Quo: Job-Beschreibung Triathlonprofi im Jahr 2021
Wie jetzt, Profi? Warum? Ehrlich gesagt sind dem PRO:ject unzählige hitzige Diskussionen voraus gegangen. Von Nicks Traum „einfach mal nur Sport machen“ über „wir machen eine gemeinsame Langdistanz“ bis hin zu „dann aber auch richtig mit allem was dazu gehört“. Am 16. Juni gab es dann eigentlich den finalen Startschuss via WhatsApp, ab dem wir uns an die Arbeit gemacht haben:

Wie sollte also die Bedingung lauten, die wir an uns und dieses Vorhaben stellen? Denn das Ergebnis von alledem sollte auf jeden Fall ernstzunehmend sein – nicht nur aus sportlicher Sicht, sondern auch in der Aufbereitung, dem Content.
Wie könnte es uns gelingen, Profisport zu betreiben und gleichzeitig der Sache in allen Belangen nicht nur gerecht zu werden, sondern auch etwas daraus zu machen, was am Ende sinnvoll sein kann? Sei es in Sachen Unterhaltung, Motivation, Wissensvermittlung, Verantwortung oder sonstigen Aspekten. Ohne Plan würde es nicht funktionieren – und vermutlich auch niemanden interessieren.

Eine ernsthafte Seite also. Das heißt nicht, dass Spaß und Freude ausgeblendet werden oder plötzlich alles bierernst wird, nur weil wir Triathlon als Profis angehen. Beim PRO:ject und unserem Start beim Challenge Roth soll es einfach um mehr gehen, als nur Sport.
Ist Profisport per Definition nur Sport?
Wir haben uns (und unsere Partner) gefragt: Was ist Profisport eigentlich? Welche Bedeutung hat er? Erfüllt er einen Zweck? Schließlich ist es Luxus und ein Privileg, wenn man als Athlet die Chance hat, sich voll und ganz aufs Training und seine sportliche Leistung zu konzentrieren. Wie schafft man es aber nun, aus diesen Bedingungen und Möglichkeiten etwas zu machen, dass über die egozentrischen Ziele und Ansprüche hinaus geht? Sollte das nicht der Anspruch eines Profis sein, so zu denken und zu handeln? Oder steht das Streben nach dem eigenen größten sportlichen Erfolg über allem? Was bleibt davon?
Wir sind zu folgendem Ergebnis gekommen: Profisport und Profisein ist vor allem Definitionssache. Die Athletinnen und Athleten, die den Sport professionell betreiben möchten, müssen ihre Gründe dafür selber kennen – und sich ihr Umfeld dementsprechend schaffen. Natürlich können die Herangehens- und Sichtweisen dabei vollkommen unterschiedlich sein. Wie sind wir vorgegangen und worüber haben wir diskutiert, um einen Startpunkt für das Profi-Projekt zu finden?
Ansprüche ans Profisein bestimmen
Wir haben den Job des Triathlonprofis aus unserer Perspektive hinterfragt und überlegt, was uns persönlich wichtig ist, damit wir uns als Profi sehen würden. Wir definieren Leistung und Ziele nicht nur aus sportlicher Perspektive, sondern setzen auch andere Maßstäbe an. Neben dem 100 prozentigen Commitment für die Sache, das Training und die optimale Vorbereitung auf Wettkämpfe, sehen wir die Herausforderung darin, interessante, wissenswerte und unterhaltsame Inhalte mit Relevanz für unsere Community zu produzieren. Hinzu kommt der Wille und die Bereitschaft, um gesellschaftliche Themen, die uns am Herzen liegen, voranzutreiben und zu supporten. Sport und Content gehen für uns Hand in Hand und nehmen den gleichen Stellenwert ein – das eine darf jedoch das andere nicht beschneiden, stattdessen sollen sich beide Bereiche gegenseitig befruchten.
Eigene Erwartungshaltung definieren
Damit ein Leben als Triathlonprofi für uns möglich ist, müssen wir dafür Sorge tragen, dass drei elementare Dinge erfüllt sind und ein funktionierender Kreislauf entstehen kann:
- Sportlich ambitioniert: Der Fokus aufs Training und die optimale Vorbereitung auf Wettkämpfe müssen Priorität haben und dürfen nicht durch anderweitige Verpflichtungen oder Aufgaben eingeschränkt werden, die nicht damit in Zusammenhang stehen.
- Wirtschaftlich tragfähig: Alle geschäftlichen Ausgaben sowie Zahlungsverpflichtungen von Pushing Limits und Gehälter von unseren Mitarbeitern (und natürlich uns) müssen abgedeckt und sicher sein.
- Inhaltlich ausgerichtet: Es gibt eine klare Vision dessen, was wir in der Zeit als Triathlonprofi bewegen möchten, das über das Erreichen von eigenen sportlichen Zielen hinaus geht.
Nachdem wir diese Grundvoraussetzungen für uns klar gemacht hatten, mussten wir sie in Einklang bringen. Die Umsetzung hat bereits im Juli begonnen – nicht nur mit dem Training, sondern auch mit intensiven Gesprächen mit unseren Partnern, sowie dem auf- und vorbereiten der inhaltlichen Bausteine. Nun kann das PRO:ject also endlich auch öffentlich starten und die Reise beginnt.

Unser Team: Trainer und Experten
Laura-Sophie Usinger und Nils Goerke übernehmen die Trainertätigkeiten im Zuge des PRO:jects. Während ich mich in die Obhut von Lauso begeben habe, hat Nick die Verantwortung für das Training an Goerkeman übertragen.


Selbstverständlich wird das Training eine wichtige Rolle in den kommenden Monaten spielen, sodass wir unsere beiden Coaches, deren Philosophie und die individuelle Zusammenarbeit natürlich nochmal ganz ausführlich vorstellen möchten.
In Sachen Leistungsdiagnostik arbeiten wir mit iQ athletik in Frankfurt zusammen. Die ersten Tests sind bereits absolviert und den sportlichen sowie körperlichen Status Quo werden wir in Kürze mit euch teilen. Hier sei auch gesagt: In allen Bereichen wollen wir euch kompletten Zugang und Einblick in unsere Daten und Analysen gewähren. Das heißt auch, dass wir euch die Ergebnisse aller Untersuchungen und Diagnostiken zum Download bereit stellen werden, sodass ihr stets transparent über alle aktuellen Leistungswerte, -daten und -entwicklungen informiert seid
Des weiteren wird uns Pia Jensen von WTF Sportsnutrition in Sachen Ernährungsberatung zur Seite stehen. Bikefitting- und Aero-Experte Lasse Ibert wird mit uns am Finetuning für die zweite Disziplin arbeiten. Fürs Schwimmen können wir auf Analysen und Expertise von Schwimmcoach Johann Ackermann zurückgreifen. Hinzukommen Fachleute für Sportpsychologie und Mentaltraining, mit denen wir zusammenarbeiten möchten, um auch hier die Potenziale auszuloten.
Triathlon und Nachhaltigkeit
Außerdem werden wir uns intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander setzen und dabei von Larissa Katzmann unterstützt, die von Berufswegen Ratgeberin für diesen Bereich ist. In erster Linie geht es uns darum – in der Rolle als Triathlonprofis – dafür zu sorgen, dass Nachhaltigkeit auf unseren Kanälen von Pushing Limits einen Platz erhält, damit es thematisiert und darüber diskutiert werden kann.
Wir wollen weder den Zeigefinger erheben, noch zu Moralaposteln mutieren. Vielmehr möchten wir gemeinsam mit euch ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit entwickeln, Wissen vermitteln und ein Stück Verantwortung übernehmen. Bereits nächste Woche wird es den ersten Podcast mit Larissa geben und eine Umfrage, bei der wir herausfinden möchten, wie es aktuell um Nachhaltigkeit im Triathlon bestellt ist.
Community-Wochenende in Roth

Zusammen mit dem Challenge Roth und unseren Partnern werden wir ein Wochenend-Programm für unsere Community auf die Beine stellen. Mitte November werden wir dafür den finalen Termin abstimmen und festlegen, sodass wir euch dann alle Infos mitteilen können. Es ist natürlich klar, dass diese Aktion im Triathlon-Landkreis Roth stattfinden wird! Generell wird es im engen Austausch mit dem Team aus Roth einige Aktionen geben, die rund um den Challenge stattfinden sollen – erste Stichworte dazu: Campingplatz, Fanbus, After Race Party. Wir halten euch auf dem Laufenden!
Content is king: Das erwartet euch auf unseren Kanälen
Vorweg sei gesagt: An Pushing Limits sowie den Themen und Formaten, die ihr bereits kennt, wird sich nichts ändern. Das PRO:ject wird natürlich Raum einnehmen, aber wenn ihr bis hierher aufmerksam gelesen habt, dann habt ihr mitbekommen, dass wir es darüber hinaus als Teil unserer Verantwortung sehen, dass der „normale“ Betrieb ebenso sicher gestellt ist – einziger Einschnitt: Wir werden bis zum Challenge Roth 2022 nicht im Dauereinsatz bei Events sein wie es in diesem Jahr gewesen ist.
Blog
Hier auf pushing-limits.de werdet ihr einerseits redaktionelle Beiträge finden, die im Zusammenhang mit unserem Treiben als Triathlonprofi stehen. Das können mal sportwissenschaftliche Hintergründe sein, mal nähere Details zu Produkten, mal ausführliche Blicke hinter die Kulissen von Veranstaltern oder anderen Profis, mit denen wir unterwegs sein werden.
Andererseits wird es hier wieder die persönlichen Einblicke, Erlebnisberichte und Kommentare aus Profiperspektive in Blogform geben. Diejenigen unter euch, die Pushing Limits schon länger verfolgen, werden sich daran erinnern, dass hier alles mal genau damit angefangen hat. Ein bisschen geht es also zurück zu den Wurzeln mit dem PRO:ject.
Auf unserem Instagram-Account @pushinglimits.de werdet ihr zukünftig die „Session der Woche“ finden: Wir erklären euch ausgewählte Trainingseinheiten oder Übungen, wann und warum wir sie absolvieren und wie wir uns dabei fühlen. Die Zahlen und Fakten zu jedem Trainingsmonat werden wir zwar auch auf der Website veröffentlichen, alle Infos und Grafiken werdet ihr jedoch auch über Instagram erfahren. In regelmäßigen „Q&A’s“ werden wir zu bestimmten Themen eure Fragen einsammeln und diese entweder selbst oder von unseren Experten beantworten lassen.
YouTube
Schon morgen erscheint dort die erste Episode einer begleitenden Doku-Reihe, die wir über das gesamte PRO:ject hinweg produzieren werden. Im ersten Teil erzählen wir euch die Entstehungsgeschichte und nehmen euch mit in unser Kick-Off Meeting, das wir gemeinsam mit unseren Partnern beim Challenge Roth hatten. Alle Meilensteine der kommenden Monate werden wir dort im Videoformat für euch veröffentlichen. Als Ergänzung wird zukünftig auch das Triathlongelaber als Video auf unserem YouTube-Channel veröffentlicht!
Podcast
Das Triathlongelaber bleibt jeden Freitag gesetzt! Genauso wird es weiterhin Podcasts geben, in denen wir spannende Gesprächspartner und Interviewgäste begrüßen. Der Buddy Talk mit Nils Frommhold ist mittlerweile auch nicht mehr wegzudenken. Durch das PRO:ject kommt allerdings ein ergänzendes Format für alle Podcast-Fans hinzu – das TRAINER:update. In wechselnder Besetzung und unterschiedlicher Konstellation wird es dort ums Training, Schwerpunkte und persönliche Entwicklungen gehen – nicht nur aus Athleten- sondern auch aus Trainerperspektive von Lauso und Nils. Freut euch auf spannenden Austausch über Sportwissenschaft, Trainingsphilosophie und persönliche Insights!
Danke an unsere Wegbegleiter
Last but not least ein Thema, das wir sicherlich auch nochmal en detail darstellen werden: Sponsoring. Ohne Zusammenarbeit mit Unternehmen geht es nicht und weder Profisport, noch Veranstaltungen, noch Medien wären dazu in der Lage, langfristig zu existieren. Dementsprechend wollen wir uns bei unseren Partnern bedanken, die nicht nur langfristig Pushing Limits unterstützen, sondern generell im Triathlon aktiv sind!
Neben unseren bestehenden Partnern, die ihr alle bereits seit langer Zeit kennt, sind drei weitere Partner im Zuge des PRO:jects an Bord gekommen: GIANT, CADEX und Zwift. Wir wollen an dieser Stelle gar nicht allzu sehr ausschmücken, was wir konkret mit welchen Partnern geplant haben, da das noch eigenständige Themen werden, aber wir wollen nicht versäumen Danke zu sagen an: ERDINGER Alkoholfrei, ON, Athletic Greens, Castelli, hep, Garmin und Orca!
Was interessiert euch?
Ganz schön viel Text mit ganz schön vielen Infos. Aber das war nötig, um das PRO:ject entsprechend zu erläutern. Habt ihr dennoch Fragen? Oder ploppen direkt Themen bei euch auf, die euch besonders interessieren würden, wenn ihr an Triathlon und Profitum denkt? Lasst es uns wissen! Entweder hier in den Kommentaren oder unter dem Beitrag auf unserer Facebook-Seite.
Weiterlesen
Noch mehr zum Thema

Triathlon
Endlich Bestzeit: Checkliste für deinen perfekten Triathlon-Plan

Blog
Training in und nach der Schwangerschaft: 5 Fragen und Antworten rund um den Beckenboden

Anzeige Triathlon
Die beste Triathlon-App? Warum der Pushing Limits Club alles verändert

Blog
Neues Triathlon-Buch: Die Kunst des Triathlons