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Ironman 70.3 Weltmeisterschaft Lahti: Ja, ist denn schon wieder WM?

26. August 2023


Taylor Knibb WM Lahti

Und Taylor Knibb zum Zweiten: Auch 2023 krönt sich die Amerikanerin zur Weltmeisterin auf der Mitteldistanz. Nach der Ironman 70.3 WM in Lahti ist ihr Name aber nicht der einzige, über den geredet werden muss. Ein Blick auf die „Athletes to watch“ im Frauenrennen an diesem WM-Samstag … (Bilder: Tom Schlegel)

Eines steht nach dieser Machtdemonstration fest: Wir reden viel zu selten über Taylor Knibb. Die 25-Jährige ist längst keine Unbekannte mehr – und doch geht sie schnell mal unter. Vielleicht, weil sie sich im Laufe der Saison nicht jedes Rennen gibt. Vielleicht, weil sie der eine oder andere auch für eine Eintagsfliege gehalten haben mag. Vielleicht, weil sie nicht allzu große Töne im Social-Web spuckt. Aber Tatsache ist, wenn sie am Start ist, ist mit ihr zu rechnen. Die Amerikanerin liefert, wenn’s darauf ankommt. So auch an diesem Samstag im finnischen Lahti bei der Ironman 70.3 WM: Mit einem Vorsprung von mehr als vier Minuten überquert sie die Ziellinie als Erste. Sie kam, sie lieferte, sie siegte – der zweite WM-Titel in Folge ging somit auf das Konto der Überfliegerin. Mission Titelverteidigung: geglückt.

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Finnische Ruhe vor dem Race-Sturm: Ellie Salthouse, Anne Reischmann und Imogen Simmonds relaxen, der Rest schwenkt schon mal die Fahnen.

Athletes to watch

Bereits ab der zweiten Disziplin war die Sache für die PTO US-Open-Siegerin eigentlich geritzt. Das WM-Rennen wurde zu einer einsamen, aber nicht minder beeindruckenden knibb‘schen One-Woman-Show.

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And off they are! Blick auf den Schwimmstart

Auf den folgenden Plätzen sah das allerdings anders aus. Hier zeigte sich einmal mehr, dass im Triathlon bis auf den letzten (Kilo-)Meter eben nichts entschieden ist. Tatsächlich war es Katrina „Kat“ Matthews, die ein Feuerwerk zündete. Aber nicht nur sie zählt zu den Athletinnen, die beim Blick auf das WM-Rennen an diesem Samstag zu nennen sind …

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Raus aus der Stadt – rein in die finnische Idylle für die zweite Disziplin!

Imogen Simmonds

Keine Frage, diesen dritten Platz musste man Imogen Simmonds einfach gönnen: Mit einer beeindruckenden Radleistung ging sie als Zweite auf die Laufstrecke – und hielt sich auf dieser Position auch bis fast zum Schluss. Stark! Erst auf den letzten Kilometern des Halbmarathons kam der Kat-Matthews-Zug von hinten angerollt und verwies Simmonds auf den dritten Platz. Generell passt der Platz auf dem WM-Podium allerdings gut zur Saison von Simmonds.

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Bike-Studien

Immer wieder konnte sie in den vergangenen Wochen Ausrufezeichen setzen. Und wer das auf dem Schirm hatte, drückte ihr auch heute die Daumen, einen perfekten Tag erwischt zu haben. Tatsächlich hatte sie den auch mit dieser Platzierung: Im Interview mit Mirinda „Rinny“ Carfrae nach dem Rennen zeigte sie sich sichtlich bewegt und glücklich, ihre Form gezeigt haben zu können. Glückwunsch!

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Katrina Matthews

Wie schön es anzuschauen ist, wenn sich eine Athletin beim Zieleinlauf von Herzen freut, bewies Kat Matthews an diesem ersten von zwei Renntagen in Finnland: Nach all den Strapazen des vergangenen Jahres (Horror-Crash kurz vor der WM auf Hawaii!) scheint es, als wisse es Kat Matthews mehr denn je zu schätzen, diesen Sport machen zu können. Umso schöner ist also auch für ihre Fans und Follower jede Finish Line der Überläuferin. Mit 1:16 zimmerte sie heute die zweitschnellste Laufzeit auf die finnischen Straßen. Nur Tamara Jewett (insgesamt 11.) war in der dritten Disziplin gut 40 Sekunden schneller.

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Starke Lauf-Performances: Taylor Knibb, Imogen Simmonds, Emma Pallant-Browne.

Sei’s drum: Dass Matthews mit so viel Freude zurück im Race-Business ist, macht einfach Spaß – und schenkt jedem die Gewissheit, dass es sich immer lohnt, nicht aufzugeben. Ganz egal, wie tief das Tal auch liegen mag, durch das man gerade geht. Chapeau!

Die deutschen Athletinnen: Anne Reischmann und Laura Philipp

Ja, auch die deutschen Athletinnen haben in der Mitteldistanz-Weltspitze ein Wörtchen mitzureden. Fangen wir mit Anne Reischmann an: Während sie beim Schwimmen nicht auf den Spitzenplätzen mithalten konnte und sich mit Platz 30 abfinden musste, war es eine umso beeindruckendere Konstanz, die sie beim Radfahren und Laufen bewies. Platz zehn auf dem Bike – Platz zehn im Ziel. Bei dem Starterfeld alles andere als selbstverständlich.

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Marjolaine Pierre, Laura Philipp und Anne Reischmann im Laufschritt Richtung Ziel.

Und Laura Philipp? Die musste ebenfalls auf dem Bike einen raushauen und zündete bereits ab dem ersten Bike-Kilometer den Turbo. Fünf Plätze vor, vier Plätze vor, drei Plätze vor – und schon fand sich der Name Laura Philipp wieder im vorderen Feld des Leaderboards. Platz sechs wurde es dann insgesamt. Aber wie man Laura kennt, dürfte sie sich mehr erhofft haben. Ebenfalls bitter: Mit Blick auf die vorläufigen Zeiten beim WM-Rennen in Finnland könnte sie heute den 70.3-Weltrekord verloren haben. Den hatte sie 2022 in Dubai mit 3:53:03 aufgestellt und damit den jahrelang bestehenden Rekord von Helle Fredriksen knacken können. Allerdings war Knibb heute schneller – um eine Sekunde (3:53:02).

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Mit Paula Findlay (Platz 5) und Daniela Ryf (Platz 9) im Nacken war Matthews sich darüber bewusst, dass es nur die Flucht nach vorne geben durfte.

Fazit: WM-Gefühle oder ein Rennen wie jedes andere?

Insgesamt zeigten die Frauen an diesem Samstag mal wieder, wie viel Spaß es machen kann, sie mit einem „eigenen“ Rennen kämpfen zu sehen. So weit, so unterhaltsam – umso größer ist die Vorfreude auf das Rennen der Männer am morgigen Sonntag.

Sicher, es ist genial, dass sich die Top-Stars eben nicht nur ein- oder zweimal im Jahr gegenüberstehen. Denn inzwischen bekommt die Szene nahezu jedes Wochenende heiße Rennen auf dem Silbertablett, pardon, im Livestream serviert. Aber mit all den Angeboten seitens der PTO, den zahlreichen Titelvergaben auf sämtlichen Distanzen und zusätzlichen Rennen könnte man auch geneigt sein, der Wettkampf-Euphorie überdrüssig zu werden – und die bedeutsamen von den „normalen“ kaum noch unterscheiden zu können. Geil ist es ja irgendwie immer.

Oder wie seht ihr das? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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