Blog
Ist Triathlon ein Gamechanger fürs Leben?
Triathlon ist geil – davon sind vor allem Triathlet:innen überzeugt. Sonst würde das Training, die Investments in Equipment und der ganze Aufwand ja auch wenig Sinn ergeben. Aber macht Triathlon das Leben wirklich besser? Und wenn ja: Warum eigentlich?
„Mama, wenn ich kein Ballett mehr mache, dann möchte ich Triathlon machen!“ – da fiel er plötzlich, der Satz, den man sich als Triathletin mit Mama-Pflichten (oder eher Mama mit Triathlon-Pflichten?) wünscht. Na, also! Das Kind will diesen wunderbaren Sport aus vermeintlich eigenem Interesse auch betreiben. Alles richtig gemacht; ab jetzt kann ich mich zurücklehnen und mir sicher sein, dass meine Tochter einen guten, gesunden Lebensweg einschlägt. Aloha, mahalo – Shaka und #hangloose!
Triathlon: Lifechanging oder Lifechanger?
Nun muss man dazu sagen, dass meine Sechsjährige mir gut eine Woche später erklärte, dass sie nach Triathlon gerne mit Fußball anfangen möchte und die Glaubwürdigkeit ihrer ersten Aussage letztendlich fraglich bleibt. Dennoch treibt mich seitdem die Frage um: Was finde ich daran so erstrebenswert, Triathlon zu machen? Warum wünsche ich meinem Kind, dass es früher den Weg in diesen Sport findet? Und ist Triathlon wirklich das Beste, was einem sportlich und generell im Leben passieren kann?
Was auf jeden Fall auffällig ist, wenn man neu in diesem Sport ist: In kaum einer Szene, gehört so viel Heldenhaftigkeit („You are an Ironman!“) zum guten Ton. Triathlon macht Unmögliches möglich. Ist natürlich geil. Was sind schon Limits? Gepusht werden nicht nur Grenzen, sondern mit jeder Zielerreichung irgendwie auch das eigene Selbstbewusstsein.
Aber das ist nicht alles, was mich persönlich zu der Feststellung bringt, dass Triathlon das Leben verändert – meistens sogar positiv.
1. Triathlon macht lösungsorientierter.
Triathlon gilt gemeinhin als „Fehlervermeidungssport“. Und race-erfahrene Triathlet:innen dürften bestätigen können: Gerade bei mehrstündigen Belastungen ist man hauptsächlich damit beschäftigt, Fehler zu vermeiden. Oder eben damit, Lösungen zu finden, damit Fehler gar nicht erst passieren. Genau diese Eigenschaft beobachte ich inzwischen aber auch in anderen Situationen – von Job- bis Erziehungskrise.
Keine Ahnung, ob das am Sport liegt oder das in Anbetracht vom vom Älter- und Reifer-Werden mit Anfang 30 einfach normal ist/sein sollte. Fakt ist aber: Diese „Geht nicht, gibt’s nicht!“-Mentalität hat sich durch Triathlon verstärkt. Langfristig bringt das vermutlich weit(er) im Leben.
2. Schwimmen, Radfahren, Laufen sorgt für ein positives Mindset.
Man könnte auch sagen: Triathlon macht glücklich, aber nie zufrieden. Und das ist gut so. Zufriedenheit geht schließlich schnell mit Stillstand einher – und letzterer hat mit Triathlon so gar nichts zu tun. Sicher ist der den Sport nicht selten begleitende Optimierungswahn nicht zwangsläufig etwas Positives. Dass Sport und Bewegung grundsätzlich zu guter Laune beitragen, ist aber sogar wissenschaftlich belegt. Hallo, Serotonin-Ausschüttung! Und wer glücklich ist, geht auch positiver durchs Leben und in Richtung Zukunft. Jackpot und Gamechanger in einem!
3. Triathlon macht dich zum Teil einer tollen, ach was, der besten Community der Welt.
Die Triathlon-Welt ist klein – und großartig zugleich. Seit nunmehr einem Jahr darf ich Teil von Pushing Limits sein und genau das hautnah erleben. Ganz viele Good Vibes wabern in dieser Szene umher. Ein Flair, dem man sich nicht entziehen kann. Bei Races auf Leute zu treffen, die genauso bescheuert sind, ihr Herz an gleich drei Sportarten zu verschenken; als Agegrouper dieselben Rennen wie die Profis zu absolvieren; irgendwie mehr als „nur“ Radfahrer, Läufer oder Schwimmer zu sein – all das sorgt für eine einzigartige Atmosphäre in dieser Community. Sorry, das kann ich einfach nicht anders als so romantisiert beschreiben.
4. Triathlon ist etwas Besonderes.
Wir hatten’s auf Pushing Limits schon mal: Als Triathlet:in lebt man eher in einer Bubble, wie auch Bocki in einem Blog resümierte. Klar, die Szene wächst, ist aber im Vergleich zu anderen Sportarten deutlich kleiner. Das ist doch irgendwie auch angenehm. Noch kann man Leute damit vom Hocker hauen, Triathlon zu machen – ganz unabhängig von der Performance. Für viele ist es unvorstellbar, gleich drei Sportarten hintereinander zu absolvieren. Und noch fällt man damit auf.
Heißt natürlich nicht, dass jeder Triathlet heiß darauf ist, aufzufallen. Im Gegenteil, in seiner Bubble fühlt man sich immer noch am wohlsten. Aber ein 0815-Hobbysportler ist man eben auch nicht. Bringt mehr Abwechslung ins Leben.
- Lese-Tipp
Bocki widmet sich der Frage: Triathlon – Boom oder Bubble?
5. Der Sport lässt dich (meistens) gesünder leben.
Klar, der Punkt ist angreifbar. Denn: Es ist nicht zu leugnen, dass nicht alles, was man für Triathlon zu leisten bereit ist, wirklich gesund ist. Allerdings merken Triathlet:innen ebenso schnell, dass sie mit einem insgesamt gesünderen Lebensstil auch leistungsfähiger werden. Die Motivation, auf eine gesunde Ernährung, eine bessere Schlafqualität, verringerten Alkohol- und Zuckerkonsum zu achten, ist also eine ganz andere. Und solange all das den Alltagsstress nicht zusätzlich schürt, profitiert davon auch die Gesundheit.
Zweifelsohne hätte ich viele lustige Abende, Nächte, Zeiten im Leben nicht gehabt, wenn ich schon 10 Jahre eher mit einem Bewusstsein dafür durch die Gegend gelaufen wäre. Für meine Tochter kann ich mir an der Stelle aber nur wünschen, dass sie etwas früher als ich auf die Idee kommt, mehr Sport zu treiben – wofür Triathlon ja nun die besten Voraussetzungen mitbringen. Wie war das noch mit dem Altern und der Reife …?
Bleibt mir als nur noch, folgende Frage in die Runde zu werfen: Wie sieht das bei euch aus? Hat Triathlon euch, euer Leben, euren Alltag in irgendeiner Hinsicht verändert? Ist Triathlon ein Gamechanger? Oder spricht bei dieser Glorifizierung einfach nur der pure Hype aus mir? Lasst mal hören/lesen …
Weiterlesen
Noch mehr zum Thema

Triathlon
Endlich Bestzeit: Checkliste für deinen perfekten Triathlon-Plan

Blog
Training in und nach der Schwangerschaft: 5 Fragen und Antworten rund um den Beckenboden

Anzeige Triathlon
Die beste Triathlon-App? Warum der Pushing Limits Club alles verändert

Blog
Neues Triathlon-Buch: Die Kunst des Triathlons