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Ist Schwimmen schädlich für die Haut?

Chlor und Co – Ist häufiges Schwimmen schädlich für die Haut?

Schwimmer und auch Triathleten sind mehrmals in der Woche im Wasser, teilweise sogar täglich. Mehrere Stunden die Woche ist die Haut dabei in direktem Kontakt mit gechlortem Wasser. Was passiert also im Wasser mit der Haut und was kann man tun, um die Haut besser vor diesen ungewohnten Einflüssen zu schützen?

Jan Peiniger von Pushing Limits
Jan Peiniger Der Weg zählt!
06. März 2019 Gesundheit Swim Special

Einfluss 1: Wasser trocknet die Haut aus!

Klingt komisch, ist aber so! Ja, obwohl man sich im Wasser aufhält und alles um einen rum somit nass ist, trocknet diese Umgebung die menschliche Haut aus. Das hat mit der Differenz der PH-Werte von Haut und Schwimmbadwasser zu tun.

Wie jetzt? Ich bin im Wasser, und somit ist alles um mich rum nass, doch meine Haut trocknet aus?

Unsere Haut hat grundsätzlich einen leicht sauren pH-Wert um die 5,5. Dieser sogenannte Säureschutzmantel macht es Bakterien, Pilzen und Viren schwer in die Haut einzudringen. Das Schwimmbadwasser hingegen ist mit einem pH-Wert von 7  in der Regel pH-Neutral. Treffen diese beiden pH-Werte nun aufeinander passiert etwas, was Grundlage unendlich vieler biologischer Prozesse ist: Die Diffusion.

Die sogenennte Diffusionskraft wirkt auf die Moleküle ein und strebt eine Angleichung des pH-Wertes auf beiden Seiten (Wasser und Haut) an und stößt somit die eigentliche Diffusion an. Das sorgt dann im Schwimmbad dafür, dass die Haut immer basischer wird indem sie Feuchtigkeit abgibt.

Fazit: Je länger man sich im Wasser aufhält, desto trockener wird die Haut.

Ich kann das Phänomen der trockenen Haut nach dem Schwimmen aus meiner eigenen Erfahrung nur bestätigen und betrachtet man es durch die biologische Brille ergibt es auch absolut Sinn. Was man am Besten tun kann, um seine Haut vor dem Austrocknen zu Schützen, das gibt es weiter unten zu lesen.

Einfluss 2: Chlor ist weniger schädlich als oft angenommen

Chlor ist grundsätzlich ein gutes Desinfektionsmittel, welches sehr zuverlässig Keime im Wasser abtötet. Gerade in viel genutzten Bädern ist es also mehr als nur sinnvoll Chlor zum Schutz der Badegäste, vor allen möglichen Keimen, einzusetzen.

In den Konzentrationen, in denen Chlor im Schwimmbadwasser eingesetzt wird, ist es in der Regel für die Haut eher unbedenklich. Dennoch kann Chlor die Haut von uns Schwimmern leicht reizen. Daher ist es ratsam sich nach dem Schwimmen gründlich und reichlich mit warmen Wasser am ganzen Körper abzuwaschen, um das verbliebene Chlor los zu werden.

Was nun allerdings beim Chlor noch on top kommt: Es verstärkt die oben schon beschrieben Austrocknung der Haut noch zusätzlich.

So sorgen besonders intensiv gechlorte Bäder, somit auch  für besonders ausgetrocknete Haut!

Ausnahme Chlorallergie: Direkt zum Hautarzt damit!

Die Ausnahme in Sachen Chlor bilden Menschen, die unter einer echten Chlorallergie leiden. In diesem Fall gilt: Ab zum Hautarzt. Wenn man aus dem Wasser kommt und die Haut deutlich juckt,  gerötet ist oder sich gar Quaddeln oder Bläschen bilden, dann ist das nicht normal und sollte von einem Fachmann unter die Lupe genommen werden. Eine Chlorallergie zählt generell allerdings zu den sehr seltenen Allergien.

So kann man die Haut vor und nach dem Schwimmen schützen und stärken

Wollen wir als Schwimmer und Triathleten unsere Haut rund um das Schwimmen entsprechend schützen, gibt es zwei Einsatzgebiete. Zum einen ist die Frage:

Kann man schon vor dem Schwimmen etwas tun, was dem Austrocknen im Wasser entgegen wirkt?

Ja, man kann durchaus auch schon vor dem Schwimmen was für seine Haut tun. Was man nicht vor dem Schwimmen machen sollte, ist sich zusätzlich mit pH-neutralen Duschgels abzuduschen. Eine einfache kurze Dusche unter warmem Wasser reicht aus. Alternativ gibt es Duschgels mit einem pH-Wert von 5,5 – welcher dem der Haut entspricht.

Grundsätzlich kann man seine Haut etwas besser auf die Belastung beim Schwimmen vorbereiten, in dem man morgens an einem Schwimmtag Hautcremes benutzt, die Urea oder Glycerin enthalten. Diese Stoffe spenden der Haut die Feuchtigkeit,  die sie beim Schwimmen verliert. Vermeiden sollte man Cremes auf Fettbasis und vor allem Cremes die Parafine enthalten.

Was kann man nach dem Schwimmen tun, um die Haut wieder zu hydrieren?

Auch nach dem Schwimmen gilt: Übertreib es nicht mit dem Duschgel. Es reicht eigentlich auch, lediglich das warme Wasser zu nutzen. Wenn du schon Duschgel nutzen willst, dann nimm das oben erwähnte, mit dem pH-Wert von 5,5 oder direkt ein rückfettendes Dusch-Öl.

Nach dem Schwimmen ist es dann anders als vor dem Schwimmen sogar förderlich eine Creme auf Fettbasis zu benutzten und den ganzen Körper damit einzucremen.

Fun Fact: Chlor ist geruchlos, was man riecht ist etwas Anderes

OK, ob dieser Fact so viel „Fun“ ist wird sich noch zeigen. Jeder kennt sicherlich den Geruch, den man im Schwimmbad mit Chlor in Verbindung bringt. Allerdings ist das, was man da riecht garnicht das Chlor. Chlor an sich ist im Grund geruchlos. Was man da riecht ist Trichloramin. Dieses entsteht, wenn Chlor in Kontakt mit Harnstoff gelangt. Erst dann „riecht“ es im Schwimmbad vermeintlich nach Chlor.

Joa, das klingt jetzt schon ein bisschen ekelig.

Allerdings heißt dies nicht, das übermäßig viel ins Becken gepinkelt wurde. Harnstoff befindet sich nicht nur im Urin, sondern auch im menschlichen Schweiß, sowie generell auf der Haut. Ob es dass jetzt besser macht muss jeder für sich selbst entscheiden.

Immerhin heißt der Geruch aber auch, dass Chlor im Becken ist und es die Schadstoffe gebunden hat, sonst würde man schließlich das Trichloramin nicht riechen.

Fazit: Wenn du viel schwimmst, kümmere dich um deine Haut

Viel kann man eigentlich nicht verkehrt machen mit seiner Haut beim Schwimmen. Man sollte wie schon beschrieben ein Auge auf die Feuchtigkeit der Haut haben und lieber einmal mehr, als einmal weniger eincremen. Und dann: Einfach viel Spaß beim Schwimmen!

Keine Angst vor dem Wasser
Foto: Christian Siedler

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