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Rule the pool – 10 Regeln für stressfreies Schwimmen

21. Juli 2020


Schwimmbad Regeln Schwimmen

Schwimmbäder sind meistens ziemlich voll – jedenfalls bei Normalbetrieb. Deshalb müssen wir uns wohl oder übel die Bahnen mit anderen Schwimmern teilen. Das funktioniert mal besser, mal schlechter. Ein paar geltende, informelle Regeln gibt es allerdings, in diesem Beitrag habe ich sie zusammengefasst.

Das Wichtigste im Schwimmbad sind eigentlich die Leinen. Ohne Beleinung wird es immer schnell chaotisch im Becken und man muss aufpassen, nicht mit anderen Schwimmern zu kollidieren. Damit das nicht passiert, gibt es unter anderem die Markierungen auf dem Boden, die die Mitte der Bahn markieren. Das dient auch zur Orientierung: Hier in Mitteleuropa gilt das Rechtsschwimm-Gebot, wir schwimmen also stets auf der rechten Hälfte der Bahn, möglichst nah an der Leine.

Erst durchs Rechts schwimmen können wir uns sicher sein, dass uns niemand entgegen schwimmt und wir beim Kraulschwimmen den Blick senken können.

1. Die Mitte bleibt frei

Du machst gerade eine Pause und stehst am Beckenrand. Sei dir hier immer bewusst, dass andere im Zweifel direkt wenden möchten oder die Wand ebenfalls für eine Pause anschwimmen wollen. Das Ankommen an der Wand sollte immer auf der rechten Schwimmseite stattfinden. Wer wendet, macht dies auf der Mitte der Bahn. Für euch bleibt dann genug Platz auf der linken Seite (in Schwimmrichtung) am Beckenrand.

2. Der Schnellste schwimmt zuerst

Political Correctness ist im Wasser fehl am Platz. Ordnet euch nicht danach ein, wie ihr zufällig ins Wasser gesprungen seid, sondern wie schnell ihr schwimmt. Im Zweifelsfall lasst ihr jemand anderen vorschwimmen, wenn dieser schneller ist als ihr. Wenn derjenige merkt, dass du schneller bist, sollte er dich von sich aus wieder nach vorne lassen.

3. Zeit vor Metern

Ihr habt den gleichen Plan wie andere Schwimmer, seid aber nicht gleich schnell unterwegs? Dann passt das Training so an, dass der Schwächere einfach etwas weniger Meter schwimmt – die Dauer am Ende jedoch die gleiche ist. Die Belastung ist dann für alle, unabhängig von einer langsameren oder schnelleren Geschwindigkeit, gleich groß.

4. Aufrücken nach rechts

Ihr trainiert in einer Gruppe und habt gerade Pause. Schwimmt möglichst weit links die Wand an, um anderen auch zu ermöglichen, dass sie die Wand erreichen. Denke dabei auch an Punkt 1!

5. Wenden vor Abstoß

Schwimmt jemand die Wand an, so seid euch bewusst, dass er oder sie mit hoher wahrscheinlich auch wenden wird. Gebt ihm/ihr dafür genug Platz! Schwimmt selber immer vorausschauend und rechtzeitig los, wenn ihr eine Pause beendet habt. Direkt vor jemandem abzuschwimmen, ist immer nervig und führt zu Unmut.

6. Kein Sprung ins Wasser

Das Springen vom Beckenrand verursacht starke Wellenbewegung, an denen sich andere verschlucken könnten. Seid daher immer so fair und macht dies nur in Absprache oder wenn niemand näher näher als 5 Meter in Entfernung ist.

7. Überholen lassen

Lasst andere Schwimmer vorbei, wenn sie an euren Füßen schwimmen. Nehmt das Tempo heraus, wenn ihr merkt, dass ihr überholt werdet. Seid euch bewusst, dass der/die andere beim Überholen ein erhöhtes Risiko hat, mit entgegenkommenden Schwimmern zu kollidieren. Bleibt entspannt und konzentriert euch auf deine eigene Technik.

8. Richtig überholen

Wenn ihr der- oder diejenige seid, der überholen möchte, dann versucht den Vorgang immer kurz vorher anzukündigen, indem ihr mit der Hand leicht die Füße des anderen berührt. Wenn der andere deutlich langsamer ist oder Brust schwimmt, versucht möglichst weit außen zu überholen und dem anderen genug Raum zum Schwimmen zu geben.

Überholt nur dann, wenn ihr sicher seid, dass ihr a) schneller seid, b) vor dem Schwimmer kein anderer Schwimmer ist, c) niemand auf der entgegenkommenden Seite überholt und d) noch genug Zeit bis zum Erreichen der Wand besteht. Im Zweifelsfall könnt ihr auch kurz vor der Wand die Schwimmrichtung wechseln oder kurz das Tempo anpassen und an der Wand überholen.

9. Bündig schwimmen

Das Überholen benötigt relativ viel Platz und es kann dazu führen, dass gleichzeitig drei Schwimmer nebeneinander sind. Gerade wenn die Entgegenkommenden ihren Überholvorgang ausfechten, kann es zu unschönen Kollisionen mit dem Überholenden kommen, da ihr ja beim Kraulschwimmen nach unten schaut. Vermeidet eine solche Situation, indem ihr möglichst bündig, also nah an der Leine schwimmt.

10. Abstand halten

Haltet beim Start immer 5-10 Sekunden Abstand zum Vordermann. Bei der Einhaltung der zweiten Regel werdet ihr mit Überholvorgängen kaum behelligt und könnt euch voll und ganz auf die richtige Technik konzentrieren. Das „an den Füßen schwimmen“ wird im Freiwasser und nicht im Schwimmbad geübt!

Wie gesagt sind diese Regeln informell und so könnt ihr diese bei anderen auch nicht voraussetzen oder automatisch erwarten. Am besten kommuniziert ihr sie VOR dem Schwimmtraining oder im Austausch mit anderen Schwimmern auf der Bahn. Versucht diese dauerhaft in eure Trainingskultur einzubinden und weiterzugeben!