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Höhentraining Teil 2 von 3 – „Am Anfang habe ich mich ein bisschen dizzy gefühlt“

Wie fühlt es sich an in einem Höhenzelt in simulierter Höhenluft zu übernachten? Wirkt es sich auf das Training aus? Verändert sich das Körpergefühl? Alles spannende Fragen. Die Antworten dazu liefert Anja Ippach, die sich unter anderem drei Wochen lang nach der Sleep High-Train Low Methode auf den IRONMAN Südafrika vorbereitet hat. Heute gibt es die Erfahrungswerte von Anjas Zeit im Zelt. Ob und wie dieser neue Reiz erfolgreich gewesen ist, werden wir im dritten und letzten Teil dieser Serie erfahren, der noch vor dem Rennen erscheinen wird.

Niclas Bock Ehrlich währt am längsten

Anja ist heute in Südafrika angekommen, dort muss sie nun auf den Startschuss des IRONMAN Südafrikas warten. Am Sonntag wird sich zeigen, ob sich ihre Arbeit der letzten Monate bezahlt gemacht hat. Im ersten Teil der Serie zum Thema Höhentraining habt ihr bereits erfahren, dass Anja dafür nicht nur zwei ausgiebige Trainingslager auf Fuerteventura absolviert hat, sondern auch zuhause besondere Maßnahmen ergriffen hat: Drei Wochen lang übernachtete sie in einem Höhenzelt.

Wie funktioniert das mit dem Höhenzelt?

Ein Höhenzelt ist auf den ersten Blick wirklich nicht besonders spektakulär, es sieht ein bisschen nach Camping im eigenen Schlafzimmer aus. Natürlich ist nicht jedes Zelt dafür geeignet, simuliertes Höhentraining durchzuführen, vor allem geht es nicht ohne einen speziellen Generator, der über einen Schlauch mit dem Zelt verbunden ist. Dieser Generator sorgt nämlich für die künstlich erzeugte „Höhenluft“ – Anführungszeichen, da es sich nicht um echte Höhenluft, wie auf einem Berggipfel bei 2.000 Meter über dem Meer handelt. In einem solchen Fall würde man von hypobarer Hypoxie sprechen. Bei einem Höhenzelt spricht man allerdings von normobarer Hypoxie, ein künstlich erzeugtes Druckverhältnis. Im Generator wird das Verhältnis der Gaszusammensetzung in der Luft verändert – genauer: Der relative Sauerstoffanteil in der Luft wird reduziert, der Stickstoffanteil steigt.

Anjas Erafahrungen mit dem Höhenzelt

Ab jetzt übergebe ich das Wort an Anja, die am besten selbst von ihren Erfahrungen berichtet und wie sie es mit Hinblick auf den bevorstehenden IRONMAN Südafrika genutzt hat:

  • “Meine Erfahrungen waren eigentlich durchweg positiv und vor allem total unkompliziert im Vergleich dazu, wenn ich in die Höhe hätte reisen müsste. Mit dem Höhenzelt konnte ich zuhause in meiner gewohnten Umgebung bleiben und hatte keinen zusätzlichen Organisations- oder Reisestress.
  • Wenn man in einer Partnerschaft lebt, dann ist es natürlich schön, wenn der Partner mitzieht und abends mit ins Zelt krabbelt.

  • In den ersten Nächten im Zelt war es so, dass das Schlafzimmerfenster geschlossen war und es dadurch insgesamt etwas stickig wurde. Morgens hatte ich da noch das Gefühl, nicht ganz ausgeruht oder ausgeschlafen zu sein und habe mich ein bisschen dizzy im Kopf gefühlt. Das hat sicher aber gelegt, nachdem wir das Fenster nachts geöffnet haben. Ich bin allerdings froh, dass es so früh im Jahr insgesamt noch nicht so warm ist. Von anderen Athleten habe ich gehört, dass es im Sommer extrem warm sein soll.
  • Der Generator, der für die Funktion des Höhenzelts benötigt wird, erzeugt eine gewisse Geräuschkulisse. Deshalb hatten wir ihn im Nebenraum stehen und konnten den Lärmpegel somit ziemlich gut im Rahmen halten. Hätte es diese Möglichkeit nicht gegeben, dann kann ich mir schon gut vorstellen, dass man mit Oropax schlafen muss.
  • Mit Blick auf mein Körpergefühl kann ich berichten, dass ich in den ersten Nächten einen nicht so erholsamen Schlaf hatte, wie ich es sonst gewohnt bin. Die ersten Nächte habe ich auf einer simulierten Höhe von 1.500 Metern verbracht und dann sukzessive in kleinen Schritten gesteigert. Mit jeder Steigerung ist auch der Ruhepuls, den ich täglich gemessen habe, leicht angestiegen und die Sauerstoffsättigung im Blut gesunken.
  • Ich habe gespürt, dass die Nächte schon eine gewisse Belastung für den Körper sind – es war aber auf keinen Fall unangenehm.

  • Bezüglich meinem Training war es so: Ich konnte ganz normal meinen Plan verfolgen, allerdings war die Abstimmung mit meiner Trainieren Siri Lindley in dieser Phase mit dem Höhenzelt noch enger als sonst. Hätte es also größere Besonderheiten gegeben, hätten wir immer sofort Anpassungen des Trainings vornehmen können.
  • Für eine bessere Kontrolle habe ich jeden Tag eine Art Leistungstest durchgeführt, bei dem ich 20 Minuten im Grundlagenbereich auf der Rolle gefahren bin und wir einfach den Puls kontrolliert haben.
  • Das ursprüngliche Ziel war, dass ich ingesamt 200 Stunden in dem Zelt verbringe. Am Ende sind es nun 160 geworden. Ich glaube aber auf jeden Fall, dass ich von dem Höhenzelt trotzdem einen Benefit hatte – vor allem mit Blick auf die aerobe Leistungsfähigkeit und den Fettstoffwechsel. Da ich mit meiner Trainerin das Training und die Belastung aber nach meinem Körpergefühl steure und nicht nach irgendwelchen strikt festgelegten Leistungsbereichen oder Wattwerten, konnte ich aber wie gesagt alles gut umsetzen und freue mich jetzt auf den Start beim IRONMAN Südafrika am Sonntag!“

Im dritten und letzten Teil erfahren wir von den Experten aus Anjas Team, wie sie die Entwicklung von Anja einschätzen und ob die neue Methode bei ihr gefruchtet hat.

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