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Tamara bloggt über Zielsetzung: Schneller, höher, weiter?

Für mich begann die Offseason nach dem IRONMAN Hawaii 2018 erst relativ spät im Oktober. Ich brauchte für meine Verhältnisse ungewöhnlich lange, um zu entscheiden, welche sportlichen Ziele ich mir für die neue Saison stecken würde. Ja, ich überlegte sogar, ob ich mir überhaupt Ziele stecken sollte. Warum ich mich dazu entschieden habe 2019 keine weitere Lang-Distanz in Angriff zu nehmen, sondern lieber wieder auf die Sprint-Distanz zurückkehre, möchte ich euch mit diesem Blog erklären. Es geht um mein Verständnis von Zielen, Motivation und neuen Abenteuern – vielleicht hilft es ja auch euch ein bisschen.

Tamara Hitz Leben bedeutet Lachen
08. Januar 2019

Die Vorgeschichte: Mein vergangenes Jahr war spannend und für mich persönlich sehr erfolgreich. Ich wurde sogar des Öfteren gefragt, ob ich nächste Saison als Profi starten werde. Über meine Antwort darauf musste ich gar nicht lang nachdenken – Nein, werde ich auf keinen Fall. Ich habe letztes Jahr bei meinem Lang-Distanz Debüt einen Tag erwischt, der nur schwer zu toppen ist. Warum? Weil fast alles glatt lief und ich mich nicht nur über eine überraschend gute Zeit freuen konnte, sondern erreichte das Ziel sogar als erste Age Grouperin. Oben drauf war dies auch noch im Gesamtdamenfeld der 10. Platz, also Top Ten – Geil!

Völlig überfordert mit der Situation, aber überaus glücklich, habe ich am Montag nach dem Rennen den Startplatz für Hawaii entgegengenommen. Ob ich mir für Hawaii was ausgerechnet habe? Nein!

Am Renntag lief es auch auf Big Island gut, sehr gut sogar. Besser als in Frankfurt. Hinten raus wurde es natürlich hart und auf den letzten zehn Laufkilometer hatte ich Schmerzen wie ich sie bisher noch nicht kannte. Aber ich wusste auch, dass ich auf dem 2. Platz meiner Altersklasse lag. Auf diesem Platz erreichte ich am Ende auch das Ziel, 33. Frau insgesamt. Mich überkam ein Gefühl, das die Langdistanz für mich in ein ganz neues Licht rückte. Es war ein Gefühl von Dankbarkeit, dass ich diesen Tag erleben und genießen konnte. Mir persönlich war das Ergebnis an sich gar nicht so wichtig – ist es auch heute immer noch nicht.

Der Tag war einfach grandios, weil meine Familie und sehr gute Freunde dabei waren und ich während dem Rennen so viele nette und hilfsbereite Menschen getroffen habe.

Das hört sich jetzt erst mal alles ganz, ganz toll an. Und wahrscheinlich wurde ich deshalb auch so oft nach meinen Plänen für die Zukunft gefragt und ob ich dann Profi werde. Aber wenn man die ganze Situation nüchtern betrachtet, dann zeigt sich sehr schnell, dass dies ein etwas zu großer und unüberlegter Schritt wäre. Wenn ich einen Blick auf die Ergebnislisten – sei es von Frankfurt oder Hawaii –  werfe und mich mit den anderen Ladies vergleiche, dann sehe ich extreme Unterschiede. Zwischen meinen Resultaten und den Top-Platzierungen liegen Welten. Ich habe weder professionelle Rahmenbedingung, noch brauche ich den Profi-Status für mein Ego – und sportlich sehe ich mich nicht in diesen Reihen. Es löst in mir einfach keine Motivation aus.

Triathlon zum Genießen

Allerdings bin ich vom Typ so, dass ich mir gerne sportliche Herausforderungen und Abenteuer suche. Aber für mich muss es dabei nicht um extreme (oder immer noch extremere) Leistungen gehen. Letztes Jahr war das so, da wollte ich auf die Lang-Distanz und ich wollte dort so fit sein, dass ich es einigermaßen genießen können würde. Dafür bin ich gerne drei Mal pro Woche um 4:55 Uhr aufgestanden, damit ich um 5:30 Uhr Schwimmen konnte, bevor ich meinen Arbeitstag als Versicherungsmaklerin startete. Und ich hatte auch kein Problem damit, wenn ich nach einem langen Tag im Büro oder bei Kunden um halb zehn abends noch auf die Rolle gehen musste, um mein Programm abzuspulen. Aber noch so ein Jahr? Darauf habe ich keine Lust, es motiviert mich nicht – im Gegenteil, es schreckt mich eher ab.

Triathlon macht mir Spaß seines Selbst wegen, nicht wegen tollen Zeiten oder super Ergebnissen.

Die Tage vergingen also und mir war schnell klar, dass noch ein Jahr mit Lang-Distanz-Training keine Option für mich ist. Diese Erkenntnis fühlte sich ein bisschen an wie Befreiung. Auch so ein Vorteil, wenn man kein Profi ist und vielleicht das Gefühl hat gewisse Erwartungen erfüllen zu müssen. Mit dieser Freiheit im Kopf habe ich es richtig genossen über das kommende Jahr nachzudenken, grenzenlos sozusagen. Welche Wettkämpfe und Orte gefallen mir? Welche Rennen kann ich mit einem Kurzurlaub verbinden? Bei welchen Rennen starten Freunde und Bekannte, die ich dort treffen kann? Und wo möchte ich einfach nur hinfahren, um andere anzufeuern oder die Stimmung mitzuerleben?

Aber – wie wahrscheinlich bei den meisten Triathletinnen und Triathleten – schlummert natürlich auch in mir eine kleine Wettkämpferin! Ich brauche also auch sportliche Ziele, die mich herausfordern und die mich im Training pushen. Nach meinem Ausflug auf die Lang-Distanz kehre ich 2019 wieder auf die ganz kurzen und schnellen Strecken zurück: Ich werde mit den Mädels des MRRC München in der Triathlon Bundesliga starten und freue mich schon wahnsinnig darauf. Wir sind eine coole Truppe, viele von den anderen Athletinnen kenne ich bereits sehr gut und der Gedanke mit einigen meiner Vorbildern (zum Beispiel Rachel Klamer) in einem Rennen an der Startlinie zu stehen, motiviert mich unbeschreiblich. Außerdem habe ich mir auch schon ein paar andere Wettkämpfe rausgesucht, zum Beispiel den Triathlon Ingolstadt von dem ich bereits viel Gutes gehört habe.

Das richtige Ziel = Wie Schmetterlinge im Bauch

Ich glaube darum geht es auch, sich Ziele stecken oder Herausforderungen suchen, die beim Gedanken daran Vorfreude und Bauchkribbeln auslösen. Und außerdem sind das ja nur Zwischenetappen, niemand sagt, dass wir bis zum Ende unseres sportlichen Weges nur noch ein ultimatives Ziel verfolgen dürfen. Ich möchte die Freiheit und den Triathlon genießen und mich jedes Jahr neuen Herausforderungen stellen. Wer weiß, vielleicht führt mich mein Weg ja in Zukunft auch wieder auf die Lang-Distanz?

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