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Best of Bocki #62 – Die Beta-Version des sportlichen Selbst

14. November 2020


Best of Bocki Blog Triathlon 2021

Ein verhältnismäßig sanfter Einstieg ins Training nach der Off-Season ist geschafft. Zuletzt hat mich ein Gedanke besonders beschäftigt, schließlich ist es für mich mal wieder ein Neustart als Triathlet und mal wieder ist alles anders. Wie oft kann man sich eigentlich selbst neu erfinden? Meine Meinung: So oft wie nötig.

Mein letzter Start bei einem Triathlon liegt 15 Monate zurück. Gut, wahrscheinlich geht es den meisten von euch auch so. Allerdings wäre bei mir diese Saison vermutlich kein Wettkampf dazugekommen. Wie auch immer. Mehr schlecht als recht kämpfte ich mich im August letzten Jahres beim Allgäu Triathlon über die Mitteldistanz ins Ziel – zu diesem Zeitpunkt zwar mit jeder Menge Spaß, dafür aber weit entfernt von jeglichen Ansprüchen an die eigene Leistung. Insgeheim war es ein blödes Gefühl als Vorjahressieger einen derartig abrupten Rückschritt hinzunehmen.

Ein bisschen Sportlerstolz ist also doch noch in mir.

Das Rennen im Allgäu war eins von drei, die ich in 2019 absolvierte. Es erging mir jedes Mal gleich. Auch in Ingolstadt und Erding mühte ich mich unfit über die Strecke. Den Moment konnte ich genießen, jedoch waren es nicht mehr die sportlichen Erlebnisse, die mir etwas zurückgegeben haben. Mich begleitete stets eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber meiner eigenen Leistung.

Die Jahre 2019 und 2020 waren also für andere Dinge gut und wichtig, die ich meinem persönlichen Sporttreiben nicht unterordnen wollte und konnte. Und es waren sinnvolle Jahre, denn je mehr Monate ins Land zogen, desto mehr stieg der Drang danach wieder sportlicher zu werden. Auch deswegen habe ich im April den Marathon in Eigenregie durchgezogen, den 10 Kilometer-Sub40-Streak im Sommer ausprobiert und meine erste Ultralauf-Erfahrung gesammelt.

Sportler sein: Eine Frage von Prioritäten

All das hat Bock gemacht. Beim Marathon war mein Fitnesslevel sicherlich noch am Besten, danach ging es bergab. Kurz darauf hat uns die Weiterentwicklung von Pushing Limits nicht nur überholt, sondern vollkommen überrollt. Das ist die berufliche Seite. Spätestens Ende Mai wurde dann auch die persönliche Seite auf den Kopf gestellt, als unser kleiner Sohnemann auf die Welt gekommen ist.

Somit ist quasi auf einen Schlag die Verantwortung in beiden Bereichen – privat wie beruflich – exponentiell in die Höhe geschnellt. Damit musste ich erstmal zurecht kommen. Sport hat also plötzlich überhaupt keine Rolle mehr gespielt.

Seitdem ist ein knappes halbes Jahr vergangen. Sechs Monate, die mich sicherlich so sehr geprägt haben wie bisher keine andere Periode meines Lebens. Eine Zeit, in der sich immer stärker die Prioritäten herauskristallisiert haben, die ich zukünftig für mich setzen möchte. Neue Prioritäten, die ich erstmal lernen muss. Alte Prioritäten, die ich endlich reaktivieren möchte.

Ich muss keinen Hehl daraus machen, dass mir der schöne Leitspruch Family First bisher sicherlich nicht so gut gelungen ist, wie ich es mir für die Zukunft vorstelle. Gleichzeitig ist mein Sportlerdasein komplett zum Erliegen gekommen. Auch das soll so nicht bleiben.

Oh gut, das ist eine Erkenntnis! Damit lässt sich doch arbeiten.

Vor allem die letzten Wochen waren entscheidend dafür, dass es mit neuer Ordnung in die Zukunft gehen kann, bei der die – für mich – wichtigen Dinge im Vordergrund stehen und Hand in Hand gehen können – also Family, Sport und Pushing Limits.

Das heißt, meine Hauptaufgabe liegt eigentlich darin, dass ich vor allem lernen muss die angesprochenen Prioritäten unter einen Hut zu bekommen. Wahrscheinlich sind die meisten von euch, die das hier lesen, viel besser und geübter darin, als ich. Wenn ihr also Tipps habt, gerne immer her damit!

Was hat das mit Sport und Training zu tun?

In erster Linie haben es Nickyboy und ich in den letzten Wochen geschafft Pushing Limits dorthin zu bringen, dass Sport endlich wieder einen Stellenwert erhält und jeder von uns, seinen eigenen Zielen entsprechend, Zeit und Raum fürs Training bekommt. Das war ein riesiger Antrieb für uns und wir freuen uns, dass wir einige Partner gefunden haben, die Bock drauf haben, diesen Weg mit uns einzuschlagen. Werden wir euch in den kommenden Tagen vorstellen!

Wir wären schön blöd, wenn wir unsere selbst geschaffene Freiheit nicht nutzen würden, um das zu tun, worauf wir Bock haben, was uns Spaß bringt und glücklich macht. Neben all den persönlichen Dingen – die in der Waagschale immer überwiegen – sind es eben der Sport an sich, das gute und enge Verhältnis zu vielen Profiathleten, das Training und die dazugehörigen Aspekte sowie die Lust darauf Abenteuer zu erleben – und von all diesen Dingen auf unseren Plattformen zu berichten und euch mitzunehmen.

Klingt so simpel. Wir dürfen uns einfach nicht mehr so häufig von anderen Dingen ablenken lassen und müssen lernen, zu so manchen Chancen und Möglichkeiten Nein zu sagen, wenn sie nicht zu unseren Grundsätzen passen.

  • Fundstück aus einem älteren Best of Bocki-Blog

  • „Wir können ohne Regeln machen, was wir wollen. Wir müssen uns nicht an Reichweiten, Klick- oder Followerzahlen messen, sondern schlicht und einfach an unseren eigenen Ansprüchen. Wir dürfen unsere Ideen in die Tat umsetzen. Wir können auch mal übers Ziel hinaus schießen – dann müssen wir natürlich auch das Echo vertragen. Wir können Fan, Kritiker, Moderator, Experte oder einfach nur Alleinunterhalter sein. No rules.“

Back to …? Ja, wohin denn eigentlich?

Mit dem Ende der Saison 2018 habe ich mich vom Profitum verabschiedet und meine Ansprüche entsprechend weit runter reguliert. War eine fette Saison, mit meinen bis dato besten Leistungen! Profitum ist für mich aber etwas anderes als Leistungssport. Mag eine philosophische Frage sein, die sich bestimmt schön diskutieren lässt. Aber Leistungssport ist es doch dann schon, wenn ich versuche mit Hingabe und Willen das Beste aus meinen Möglichkeiten zu machen, oder?

Ich bin Realist genug, dass es sicherlich keinen neuen Anlauf als Profi geben wird. Das habe ich hinter mir, die Geschichte ist erzählt. Aber wieder auf ein Niveau zukommen, auf dem es möglich ist besondere Leistungen zu schaffen oder Abenteuer zu bewältigen, darauf habe ich richtig Bock. Und ich weiß auch, dass es ohne sportlichen Fleiß eben nicht mehr klappt, tolle oder neue Dinge im Ausdauersport zu erreichen oder zu erleben.

Back to training

Best of Bocki Triathlon Blog Training
Es wird Zeit wieder regelmäßig die Laufschuhe zu schnüren, aufs Rad zu steigen und sich irgendwie darauf vorzubereiten, dass bald hoffentlich wieder geschwommen werden kann!

Erstmal muss ich mich jetzt also durch die ätzenden Wochen des Wiedereinstiegs ins Training kämpfen. Das erste Ziel lautet also: Reinkommen, Grundfitness aufbauen und dann schauen, welche konkreten Ziele folgen können. Natürlich gibt es unsere monatlichen Challenges, die diesen Prozess maßgeblich begleiten und vorgeben werden.

Für mich geht es jedoch auch darum, dass ich mein tatsächliches Leistungsniveau wieder verbessere und in Bereiche komme, die ich persönlich ernst nehmen kann.

Zwei Trainingswochen sind fast geschafft. Wir fangen also mal wieder von vorne an – und irgendwie auch nicht. Schließlich ist mittlerweile alles anders als es mal war. Bis es wirklich interessante Einblicke ins Training und definierte neue Ziele gibt, muss ich sicherlich noch jede Menge tun. Aber ich bin dran! Und halte euch auf dem Laufenden, wie sich alles entwickelt.

 

2 Kommentare

  1. Hey Bocki,
    Du hattest um Tips gebeten, wie man es besser schafft, alles unter einen Hut zu bringen. 🙂 Ich hab als zweifach Mama, Vollzeit Berufstätige und leidenschaftliche Triathletin vielleicht ein paar hilfreiche Hinweise 🙂 : 1. Am Sonntag hinsetzen und die Woche minutiös durchplanen. Spontan ist leider nicht, dann funktioniert es nicht. 2. Locker bleiben, wenn das Kind die Nacht durchgekotzt hat und man unmöglich am nächsten Tag die Hillreps machen kann. Es ist wie es ist. Immer schön über sich selbst und die Absurdität der Situation lachen 🙂 3. Einen Coach engagieren. Zeit, sich auch noch sinnvolle Trainingseinheiten zu überlegen, hast Du nicht. 4. Damit leben, dass die ein oder andere Veranstaltung, Party oder sonstiges ohne Dich stattfindet. Man verpasst vermutlich eh NIX. 🙂 Viel Erfolg und cheers, Lena

  2. Als 2 facher/ voll berufstätiger Vater kann ich dir auch erstmal nur den Tipp geben dich sonntags hinzusetzen und alles genau zu planen. Allerdings muss du immer spontan genug sein Einheiten zu tauschen/ schieben da sich im Laufe der Woche eh so viele Dinge verändern das der Plan selten so abgearbeitet werden kann wie er geplant wurde. Meine Frau und ich haben dazu die Abmachung getroffen das ab Samstag Mittag kein Sport mehr gemacht wird. Ab dann steht Familienzeit an (die lässt sich aber trotzdem immer mal wieder mit einer Einheit verbinden 😉 )
    Dazu mache ich extrem viel früh morgens (so ab 05:00 Uhr) und abends (so ab 20:00 Uhr)
    Das wichtigste von allem ist allerdings das der Partner/ Partnerin voll dahinter steht. Sonst funktioniert das alles nicht
    Viel Spaß bei allem
    Mfg Hannes

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