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Sam Long, Frederic Funk & Florian Angert vor der Challenge Kaiserwinkl-Walchsee: Wild Boys

25. Juni 2022


Challenge Walchsee Sam Long Frederic Funk und Florian Angert posieren

Huiuiui! Die Zeichen für Sonntag stehen auf Triathlon-Festtag – auch bei der Challenge Kaiserwinkl-Walchsee. Mit Sam Long, Frederic Funk und Florian Angert serviert das Rennen ein Starterfeld, das es in sich hat. Die Stimmung? Mindestens so gelassen, wie die Schuhauswahl der Herren am Vortag des Rennens …

Man nehme: einen Titelverteidiger, einen Frodeno-Herausforderer und den Fünftplatzierten der WM in St. George – und fertig ist das Race-Menü für die Challenge Kaiserwinkl-Walchsee 2022. Ja, richtig gelesen, die Starterliste des Rennens vor der malerischen Kaiser-Kulisse verspricht, ein echter Performance-Schmaus zu werden. Also nichts wie ran ans Buffet, pardon, den Livestream!

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Challenge Kaiserwinkl-Walchsee – oder: Kaiserlicher Kampf ums Podium

Um gleich in der Genusswelt zu bleiben: Heiß wie Frittenfett sind die beteiligten Herren definitiv. Sam Long, Frederic Funk und Florian Angert liebäugeln allesamt mit dem Sieg – und schweigen sich darüber auch gut 22 Stunden vor dem Startschuss nicht aus. Jeder von ihnen hat schließlich einen guten Grund, alles für den Sieg zu tun.

Sam „Yo yo yo!“ Long könnte ihn als letzten Motivations-Push für die Langdistanz in Roth am kommenden Wochenende gebrauchen, Frederic Funk hat nichts weniger als den Titel bei seinem Heimrennen zu verteidigen und bei Florian Angert würde sich der Sieg auch ganz gut einreihen – so kurz nach der beeindruckenden Performance in St. George und einem anschließenden Höhentrainingslager, das immerhin bis zwei Tage vor Startschuss auf dem Plan stand.

Und jetzt? Futterneid? Keine Spur: Stattdessen alle locker, alle easy und alle standesgemäß mit Birkenstocks bei der Pressekonferenz zugegen. Eine gute Gelegenheit, jedem kurz ein paar Fragen zu stellen …

Der Titelverteidiger: Frederic Funk – „Ich bin weniger nervös, aber deutlich selbstbewusster!“

Die Strecke kennst du ja schon im Schlaf. Welche Rolle spielt der Status als Titelverteidiger in diesem Jahr?

Walchsee ist für mich immer etwas Besonderes: Ich fühle mich hier wohl, hier sind wir auf meinen alten Trainingsstrecken unterwegs. Insgesamt bin ich also weniger nervös, wenngleich die Titelverteidigung natürlich schon etwas Druck aufbaut. Dafür gehe ich damit aber umso selbstbewusster ins Rennen.

Nicht alles lief in dieser Saison perfekt. Kannst du die schlechten Tage einfach so ablegen oder schwingen die vielleicht doch noch ein wenig mit?

Der Saisoneinstieg in Buschhütten war richtig gut, in Samorin – eigentlich ein wichtiges Rennen für mich – lief es mit dem Platten dann weniger gut, darüber hat aber das Erfolgserlebnis in Kraichgau hinweggetröstet. Da war Samorin dann auch vergessen. Mein Fokus liegt auf der zweiten Saisonhälfte mit den Canadian-Open im Juli und den US-Open im September sowie der 70.3-WM. Walchsee ist quasi mein Startschuss für die wirklich wichtige Phase.

Dein Tipp für alle, die hier morgen zum ersten Mal auf der Mitteldistanz unterwegs sind?

Zuallererst muss ich sagen, dass das wirklich eine gute Wahl ist, hier zum ersten Mal auf die Mitteldistanz zu gehen. Ich denke, die Strecke ist wesentlich dankbarer, als es eine flache Radstrecke wäre, auf der man die ganze Zeit in Aeroposition bleiben muss. Dennoch ist es wichtig, sich die Kräfte einzuteilen. Auf der ersten Runde geht das alles noch ganz gut, aber in der zweiten Runde merkt man, was man geleistet hat.

Der Herausforderer: Sam Long – „Von solchen Strecken träumen wir als Triathleten!“

Was hatte es mit dieser gemeinsamen Ausfahrt mit Fred auf sich? Die perfekte Gelegenheit, die Performance auszuchecken oder doch Spazierfahrt?

Ich war beeindruckt, dass er gleich in seinem gesamten Race-Setup unterwegs war – und ich nur im Trainings-Look. Ich hatte auch kurz überlegt, so zu tun, als hätte ich Probleme beim Kurvenfahren, um ihn in Sicherheit zu wiegen … Im Ernst: Wir wissen beide, dass wir stark auf dem Bike sind. Allerdings ist er ein besserer Schwimmer – also wird es darum gehen, ihn auf der Laufstrecke zu jagen.

Nach Walchsee kommt Roth – und damit steht der Showdown mit deinem Instagram-Kontrahenten Jan Frodeno aus …

Ich möchte betonen: Er hat angefangen (lacht).

Du kannst das Aufeinandertreffen also kaum erwarten?

Ja, ich freue mich sogar sehr auf das Rennen gegen Jan. Er ist für mich ein großes Vorbild – und nach wie vor die Benchmark jeglicher Performance. Und ich bin gleichzeitig sehr traurig, dass Sebi Kienle nicht da sein wird.

Dein Weg in den Profi-Triathlon war nicht immer einfach. Was kannst du Agegroupern mit auf den Weg geben, quasi als mentale Stütze in herausfordernden Zeiten?

Es gibt das Training und das Leben – und gerade als Agegrouper ist es wichtig, beidem Raum zu geben. Es sollte nicht nur darum gehen, wie man im Training besser wird, sondern auch wie man jeden Tag das eigene Leben ein wenig besser macht. Zufriedenheit im Job, einen Partner, der Verständnis hat … wenn all das stimmt, kommt die Performance sowieso.

Der Aufmischer: Florian Angert – „Ich bin guter Dinge, dass ich meine Form zeigen kann!“

Du bist gestern direkt aus dem Höhentrainingslager in Livigno gekommen. Das kann gutgehen … muss aber nicht, oder?

Genau, aber ich fühle mich tatsächlich gut. Natürlich stehen die Chancen 50/50, dass sich so kurz nach einem Höhentrainingslager ein positiver Effekt zeigt. Aber ich wusste vorher, worauf ich mich eingelassen habe. Aktuell bin ich guter Dinge, dass morgen alles klappt.

Ganz Triathlon-Deutschland hat mit dir gezittert, als es in St. George Probleme mit deinem „Special Needs“-Beutel gab. Wie wichtig ist es, solche Eventualitäten vorher gedanklich durchzugehen? Ist das wirklich immer besser?

Man läuft auf jeden Fall Gefahr, alles zu zerdenken. Und am Ende passiert eine Situation, die man trotzdem nicht bedacht hat. Im Nachgang dieser Situation habe ich weniger darüber nachgedacht „Was wäre, wenn …“, sondern mich vielmehr mich auf die Frage „Wie kann ich verhindern, mich dadurch aus dem Konzept bringen zu lassen?“ konzentriert. Es geht darum, einen Umgang mit solchen Zwischenfällen und auch Unabhängigkeit – zum Beispiel von der Verpflegung – zu finden.

Seit St. George ist in der Szene viel passiert – Sub7/Sub8 und Lauras Ironman-Weltbestzeit zum Beispiel. Wie blickst du gerade auf die Bubble?

Es ist eine gute Entwicklung, dass mit den US- und Canadian-Open der PTO neue, interessante Rennen dazukommen. Bei Sub7/Sub8 habe ich eher gemischte Gefühle. Ich glaube sogar, dass da noch mehr möglich gewesen wäre, dafür war der Abstand zur 7 und zur 8 zu groß.

Wie bleibt man als Triathlet ganz bei sich, wenn in der Szene gerade so viel passiert?

Gute Frage. Natürlich sollte man sich diese Entwicklungen anschauen – und dann für sich ganz persönlich beurteilen, wie man dazu steht. Dann bleibt man automatisch bei sich.

2 Kommentare

  1. Hey Niclas, ich wollte dir mal ein paar Worte & Gedanken da lassen…
    Nach dem hören des Podcasts 191. „Alles ist gut“ ist mir nochmal bewusst geworden, was ihr da für einen Content produziert. Als Triathlon Fan ein absoluter Mehrwert und eine Bereicherung mal die Insights eines Profis zu sehen, hören & fühlen.
    Wie alles abläuft : Leistungsdiagnostik, Sponsoren, Trainingslager, Mindset, Organisation, Rennvorbereitung, die Liste lässt sich noch unendlich lang fortführen. Und ich finde man kann jetzt schon sagen , das PRO:ject ist ein voller Erfolg. Man misst Erfolge nicht an Ihren Siegen oder ersten Plätzen, sondern daran was am Ende dabei rauskommt für einen persönlich.
    Das PRO:ject aus Sicht eines Familienvaters besonders Spannend, da die ganz normalen Alltagsprobleme bei jedem vorhanden sind. Diese zu meistern und mit dem Sport zu vereinen, war eine wirklich tolle Reise mit vielen tollen Erkenntnissen, besonders für die Verfolger. Man konnte es kaum erwarten bis der nächste Podcast oder Blogbeitrag draussen ist.
    Du hast ein absolutes Talent , das alles in Worte zu fassen und zu transportieren, sei es in Podcasts, Vlogs, Blogs oder in anderweitigen Formaten. Es hat mega Spass gemacht und ich hoffe der Weg von Pushing Limits ist noch lange nicht am Ende. Behalte dir deine Kreativität bei, denn das macht es absolut Unterhaltenswert. Die ganzen Race Coverages z.b. von Gran Canaria , Challenge Riccione , Walchsee oder Apfelland Triathlon waren einfach mega gut , die Interviews mit den Profis , die Vlogs zusammen mit Nick , Fred Funk etc. auch hier die Liste unendlich fortzuführen. haben immer richtig Spass und Bock auf Triathlon gemacht. Sowas gibt es in Deutschland nicht , es hat eine echte Lücke gefüllt für die Fans.

    Kurzum macht bitte weiter so mit Pushing Limits , ihr habt da etwas großartiges geschaffen und mir bleibt nichts außer Vielen vielen Dank dafür zu sagen !

    Beste Grüße aus dem Indeland
    Julian