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Skilanglauf – Ein sportlicher Ausflug in den Schnee

21. März 2021


Skilanglauf Blog

Sommersportler werden bekanntlich im Winter gemacht. Nichts war also naheliegender als uns im Skilanglauf auszuprobieren. Im Allgäu erwischten wir perfekte Bedingungen für dieses Vorhaben. Ein Erlebnisbericht.

Ski Heil! Oder sollten wir uns lieber „Hals- und Beinbruch“ wünschen? Wir waren uns dieses Mal selbst nicht so sicher, worauf wir uns da eingelassen hatten. Skilanglauf und wir – wird dieses Vorhaben zum Himmelfahrtskommando oder doch zur Erfolgsgeschichte?

Meine persönliche Beziehung zum Skilanglauf war vor knapp vier Jahren jäh gescheitert, da mir die Kälte beim Wintersport im Freien arg zusetzte. Ich war Langlaufen bisher unter anderen Bedingungen gewohnt: mit Kaffee und Kuchen, unter einer Decke, auf dem Sofa, vor dem Fernseher. Entnervt und durchgefroren hing ich damals die Skischuhe an den Nagel, noch bevor mir wieder warm wurde und das Gefühl in die Finger zurückgekehrt war. Nick stand bisher sogar noch kein einziges Mal auf Langlaufski. Ihr seht schon: viel bessere Vorzeichen für jede Menge Spaß hätte es nicht geben können.

Vor ein paar Tagen hatte Lena einen ausführlichen Blick auf das Thema Skilanglauf geworfen. Der facettenreiche Sport ist für uns Flachlandtiroler natürlich viel schwerer ins Training zu integrieren, als für unsere Sportsfreunde in schneereichen Regionen. Dennoch kann Skilanglauf eine hervorragende Ergänzung im Training von Ausdauersportlern sein. Bevor es aber zu Wiederholungen oder Dopplungen kommt, empfehle ich allen Interessierten einfach nochmal den Artikel von Lena: Skilanglauf – Gute Alternative im Triathlon-Training? 

Erst Training, dann Wettkampf

Zurück ins Allgäu. Und zwar direkt auf den Parkplatz am Eschacher Weiher in der Nähe von Kempten. Es ist Donnerstagfrüh, kurz nach 8 Uhr. Über Nacht gab es Neuschnee. Die Loipe wurde gerade frisch gespurt. Extra für uns – so fühlt es sich jedenfalls an. Wir treffen uns mit Triathlonprofi Fabian Eisenlauer vom hep Sports Team, er wird uns die Technik-Grundlagen erklären und uns durch den Vormittag begleiten. „Ein Traumtag heute fürs Langlaufen“, bestätigt der gebürtige Allgäuer. Der Nebel um uns herum lichtete sich, blauer Himmel, Sonnenschein. Perfekte Bedingungen.

Perfekte Bedingungen, mit denen Nick und ich erstmal nicht viel anzufangen wussten. Gewissenhaft mühten wir uns damit ab, die Aufgaben und Übungen von Fabi zu erfüllen und umzusetzen. Wir verlagerten unser Gewicht in alle Himmelsrichtungen, glitten einbeinig über die Loipe, setzten unsere Arme zum Brustschwimmen ein oder verschränkten sie vor dem Körper. Mit Geschwindigkeiten zwischen 0,8 und 3 km/h schlidderetn wir also hin und her, wollen an dieser Stelle aber nicht unerwähnt lassen, dass es bis zu diesem Zeitpunkt keine ungewollten Stürze zu verzeichnen gab.

Etwa 45 Minuten später wollten wir es dann aber wissen! Schließlich hatten wir schon für Morgen ein Rennen über 10 Kilometer gegeneinander geplant. Nur mit Technik-Übungen würden wir da nicht weit kommen. Also los jetzt! In den flachen Abschnitten gelang es uns erstaunlich solide, keine allzu dämliche Figur abzugeben. In den Anstiegen zeigten sich jedoch ungeahnte Defizite. Wir stapften, trampelten, fluchten – wir gaben wirklich alles – aber mit Skilanglauf hatte das nichts mehr zu tun. Der Puls schnellte in astronomische Höhen, VO2max-Werte wurden pulverisiert und Schweiß ronn, trotz Minusgraden, in rauen Mengen unsere Körper hinab. Halleluja, war das anstrengend!

Nach zwei kleinen Runden entschieden wir, verantwortungsbewusst wie wir sind, dass es aus trainingsmethodischer Sicht sinnvoller wäre, wenn wir für heute Schluss machen und die Beine für morgen hochlegen würden.

10 Kilometer Skilanglauf – die Betonung liegt auf LANG

Sicherheitshalber machten wir die Speicher mit ausführlichem Carboloading bis unters Dach voll. Nick hatte es möglicherweise mit dem dritten Teller Nudeln leicht übertreiben. Er schleppte sich, etwas blass um die Nase, aufs Sofa und verzichtete sogar auf Haribo. Am nächsten Morgen war die Welt allerdings wieder in Ordnung und einem erfolgreichen Wettkampf stand nichts mehr im Wege. Dachten wir.

Nach den Top-Bedingungen vom Vortag, trafen wir nun auf das genaue Gegenteil. Die Loipe am Eschacher Weiher war nicht wieder zuerkennen. Aus der besten Loipe der Welt war über Nacht eine eisige Buckelpiste geworden. Als wäre ein 10 Kilometer Skilanglauf-Wettkampf schon nicht herausfordernd genug, so sollte er nun auch noch bei aller härtesten Bedingungen stattfinden. Aber wir waren in Bestform und bereit dazu, bis ans Äußerste zu gehen.

Gesprochen wurde nicht viel an diesem Morgen. Uns beiden war klar, dass die eigenen Chancen auf den Sieg bei etwa 50/50 lagen. Nick hatte durch hervorragend gewachste Ski und seine bemerkenswerte Aerodynamik Vorteile in den Abfahrten. Meine Stärke lag am Berg und ich wusste, dass ich in den Anstiegen attackieren müsste, um Nick schon früh unter Druck zu setzen.

Allerdings entwickelte sich das Rennen bereits auf der Startgeraden in eine ganz andere Richtung. Zwei Stürze bremsten Nick sofort aus und warfen ihn zurück. Aber Nick, er ist ja bekanntlich ein Kämpfer vor dem Herrn, gab nicht auf und ackerte wie ein Stier (auch wenn er dabei aussah wie ein Flamingo auf Extasy). Jedenfalls wurde es am Ende doch nochmal spannend. Erst per Zielsprung, der uneleganter kaum hätte sein können, konnte ich das Ding dann doch noch für mich entscheiden. Die ganze Action gibt es dann auch schon bald als Zusammenfassung auf unserem YouTube-Channel!

Fazit: Skilanglauf? Kann man mal machen!

Es war zwar nur ein kurzes Intermezzo im Schnee für uns, dafür aber ein sehr cooles Erlebnis. Wir hatten einfach richtig Spaß! Nicht ausgeschlossen, dass Skilanglauf bald häufiger zur persönlichen Beschäftigung im Winter wird. Nick war vom Muskelkater geplagt, ich kämpfe seit zwei Tagen mit einer Grundmüdigkeit, die ich sonst nur von zu langen Radausfahrten kennen und wir sind uns beide einig: Dieser Ausflug hat sich gelohnt!

 

1 Kommentare

  1. Beim Durchlesen kann man es schon gar nicht mehr erwarten die Fotos/das Video dazu zu sehen 😂👍