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Fuck the system: Wellen- statt Massenstart beim IRONMAN Hawaii

10. Juni 2019


IRONMAN World Championship

Zack Bumm: Kein Massenstart mehr beim IRONMAN Hawaii! Die Bilder vom Start der IRONMAN-Weltmeisterschaften am Pier von Kailua-Kona gingen Jahr für Jahr um die Welt. Das war nun einmal. Damit stirbt ein Teil der Tradition von Kona. Natürlich bringt das neue Startprozedere auch einige Vorteile mit sich, aber gewiss auch Nachteile.

Die Probleme des IRONMAN Hawaii sind bekannt: Die hohe Leistungsdichte und die viel zu hohen Teilnehmerzahlen haben in der Vergangenheit immer wieder zu extremer Windschattenproblematik auf dem Queen K-Highway, der 180 Kilometer langen Radstrecke geführt. Diesem Problem wollen die Verantwortlichen der World Triathlon Corporation (WTC) nun entgegenwirken. Allerdings nicht mit einer Reduzierung der Teilnehmerzahlen, sondern mit dem Bruch einer alten Tradition. In insgesamt elf Startgruppen, sortiert nach Altersklassen, werden die Athleten im Oktober ihre Rennen in Angriff nehmen.

Ich lese die offizielle Pressemeldung von IRONMAN zwischen den Zeilen, dort steht: „Last year’s record-breaking race welcomed approximately 2,500 registered athletes from 82 countries, regions and territories, marking the largest international field in race history.“ Wenn dort die Rede von „etwa“ 2.500 Athleten ist, dann waren es vermutlich ein paar weniger. Nun lese ich weiter und dann steht da: „The race now sees over 2,500 athletes embark on a 140.6-mile journey that presents the ultimate test of body, mind and spirit to earn the title of IRONMAN World Champion.“ Darunter verstehe ich, dass dieses Jahr mit „mehr als“ 2.500 Athleten auf Big Island gerechnet. Mir grummelt der Magen.

Die Startgruppen im Überblick:

  1. 6:25 Uhr – Profi-Männer
  2. 6:30 Uhr – Profi-Frauen
  3. 6:35 Uhr – Handicap
  4. 6:55 Uhr – M18-39
  5. 7:00 Uhr – M40-44
  6. 7:05 Uhr – M45-49
  7. 7:10 Uhr – M50+
  8. 7:15 Uhr – F18-39
  9. 7:20 Uhr – F40-54
  10. 7:25 Uhr – F55+
  11. 7:30 Uhr – Legacy

Das Windschattenproblem wird man so, in Teilen zumindest, entschärfen. Vor allem für die Frauen, die nun nochmal bis zu 15 Minuten später als in der Vergangenheit ins Rennen starten werde, dürfte das Prozedere aber durchaus eine andere Herausforderung bereithalten: Im Laufe des Tages nehmen Windgeschwindigkeiten und Temperaturen tendenziell immer stärker zu – sodass die Damen davon deutlich mehr abbekommen dürften.

Außerdem ist die Einteilung der Startgruppen eine Never-Ending-Story. Es wird kaum möglich sein, eine Lösung zu finden, die allen Ansprüchen gerecht werden dürfte. Hätte man bei IRONMAN eine konsequente und ernstzunehmende Entscheidung treffen wollen, hätte man sich direkt im ersten Schritt, weg vom Massenstart, hin zum Rolling Start entscheiden müssen.