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Gastbeitrag von Liz: Schwimmen im Freiwasser – Eine Liebeserklärung

10. März 2019



Um das Swim Special zu etwas Besonderem zu machen, wollte ich gerne ein paar Zeilen von Jemandem haben, der tatsächlich ein ganz besonderes Verhältnis zum Wasser und zum Schwimmen hat. Meine ersten Ideen dazu drehten sich sofort um Liz. Erst vor kurzem hatte ich wieder ein paar Bilder von ihr gesehen, wie sie vor verschneiter Winterkulisse durch einen Bergsee kraulte. Und auch schon früher gab es von ihr immer wieder sehenswerte Foto- und Videostories übers Schwimmen in besonderen Seen. Als sie auf meine Frage, ob sie uns mit einem Gastbeitrag unterstützen möchte, sofort einlenkte und auch noch jede Menge Bildmaterial zur Verfügung stellte, war die Freude groß. Und somit übergebe ich nun an Liz.

  • Titelbild: Marcel Hilger / www.marcelhilger.de

Viele Triathleten schwimmen nicht gerne – und davon schwimmen vor allem viele nicht gerne im Freiwasser. Die fehlende Orientierung, der eigenartige Geschmack, die unüberschaubare Tiefe, Fische und Wasserpflanzen machen Freiwasser für viele Triathleten zu einem unangenehmen Muss. Und für mich? Für mich gibt es eigentlich nichts Schöneres.

Foto: Ralf Schuck

Ich war schon immer gerne draußen und schon immer gerne im Wasser. Meine Mama hat uns schon von klein auf in jeden Baggersee geschleppt, in trübe Tümpel und klare Kies-Seen. Und bei meiner Oma war es quasi Pflichtprogramm, dass man im Sommer in der Iller badet.

Für mich haben offene Gewässer nichts mit Gefahren zu tun, für mich sind sie ein Gefühl von Zuhause sein.

Foto: Johannes Höhn

Die Faszination fängt für mich schon an, sobald ich am Ufer stehe. Egal wie stressig die Welt und das Leben manchmal sind, sobald ich an einem See oder Fluss stehe – und dabei spielt es nicht mal wirklich eine Rolle, ob es der klare Gardasee oder der Baggersee in Kirchentellinsfurt, die Iller in den Bergen oder der Neckar in Tübingen ist – ist es ein bisschen, als ob die Zeit stehen bleibt. Das ruhige Wasser, die leichte Strömung, ein paar kleine Wellen.

Foto: Marcel Hilger

Ich liebe das Gefühl von kaltem frischem Wasser. Die Ruhe der Natur um mich herum. Die Einsamkeit. Wie man durch das Wasser gleitet. Wie jede Bewegung kleine Wellen auf dem sonst ruhigen Wasser verursacht. Wie sich jedes Wasser zu jeder Jahreszeit anders anfühlt, jedes Wasser anders aussieht, anders schmeckt. Die Erfrischung im Sommer, das Frieren im Winter, wie das Wasser im Frühling langsam wärmer und im Herbst langsam kälter wird. Nichts um einen herum, keine anderen Menschen, keine lauten Geräusche, keine schwarze Linie am Boden. Nur man selbst, das Wasser, das Vertrauen in einen selbst.

Foto: privat

When I’m out there I feel so small and it makes me realize that if I’m so small, maybe my problem are even smaller

Dieses Zitat stammt aus folgendem Video, das mit Liz beim Open Water Schwimmen in Schottland gedreht wurde. Prädikat: Sehenswert!

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Wenn ich draußen in der Mitte von einem See bin, dann bin ich frei und ruhig, es gibt keinen Stress, keine Smartphones, keine anstrengenden Gedanken, keine Hektik. Es gibt nur den einen Moment, jetzt gerade. Und es ist unglaublich schön, etwas zu haben, das einen sofort so glücklich und ruhig macht. Für den einen klappt das durch Yoga oder Meditation, der andere muss sich dafür sportlich 1000% auspowern – und für mich ist es das Freiwasser.

Keine Ahnung wovon ich rede? Ausprobieren!

  • Vielen Dank für Deine Worte, Liz! Sehr beeindruckend zu sehen und zu lesen, was das Schwimmen und das Wasser für Dich bedeutet. Wer interessiert daran ist noch mehr spannende Eindrücke aus Liz‘ Leben und Liebe zum Schwimmen zu erfahren, der sollte ihr auf Instagram folgen: Hier geht es direkt zu ihrem Account.