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Schwimmanalyse | Fehler und Leistungsreserven

Letzte Woche habe ich euch Schwimm-Analytiker und Triathlon-Coach Stephen Bibow bereits vorgestellt. Auf Fuerteventura habe ich mich seiner Schwimmanalyse gestellt und, wie zu erwarten, ist Stephen fündig geworden. Welche Fehler er entdeckt hat und wo er meine größten Leistungsreserven sieht, erfahrt ihr jetzt.

Niclas Bock Ehrlich währt am längsten

Ich habe Schwimmen gelernt, da war ich 16. Mit viel Wille und großem Einsatz von meinem damaligen Trainer Georg Mantyk ließen die ersten Fortschritte nicht lange auf sich warten. Über die Jahre habe ich mir dann eine ganz solide Schwimm-Basis erarbeitet. Ich bin bei weitem keine Rakete im Wasser und auch kein Ausnahme-Schwimmer. Dennoch bin ich sehr zufrieden mit meinen Kraulkünsten.

Über die Jahre hat sich ein Bewegungsmuster eingeschlichen und manifestiert. Und genau diese Bewegung hat Stephen per Video-Analyse unter die Lupe genommen. Der Ablauf war ganz einfach: Ich musste 4×50 Meter in zügigem Tempo schwimmen. Stephen hat die Abläufe aus vier verschiedenen Perspektiven (vorn und seitlich, jeweils über und unter Wasser) aufgenommen. Die anschließende Auswertung war dann schon etwas aufwendiger.

Noch nichts verloren: Drei wesentliche Leistungsreserven

Damit ihr ein besseres Bild von meiner Schwimmerei bekommt, hier ein kleines Video:

1. Die Zugphase

Ellbogen Vorhalte Schwimmen Niclas Bock 1

Ellbogen Vorhalte Schwimmen Niclas Bock 2

Unter Wasser steht uns ein Bewegungsradius von 180 Grad zur Verfügung über den wir optimaler Weise Vortrieb erzeugen können. Naja, besser gesagt: … über den wir Vortrieb erzeugen KÖNNTEN. Auf den beiden Bildern ist schön zu sehen, dass ich vorne, nach eintauchen der Hand, knapp 30 Grad verschenke, bevor ich tatsächlich Kraft einsetze. Meine Zugphase startet also deutlich zu spät.

Leistungsreserve: Meine Hand und mein Ellbogen müssen viel früher mit dem Zug beginnen und mein Ellbogen muss dabei noch weiter oben – fast auf Höhe der Schulter – stehen bleiben. Der zusätzliche Weg, den ich somit gewinnen kann, ist immens.

2. Bewegung zum Körperschwerpunkt

9-ZDP-KSP-post-Atmung-li

11-ZDP-KSP-ohne-Atmung

Der grüne Punkt auf dem Bild markiert den Bereich, in dem meine Hand im besten Fall sein sollte. Wäre meine Hand dort und der Ellbogen ordentlich angestellt, dann würde sich eine Art Dreieck aus den Punkten Schulter, Ellbogen und Handfläche bilden. Dieses Dreieck ermöglicht effizienten und effektiven Krafteinsatz.

Leistungsreserve: Meine Hand soll viel weiter unter meinen Körperschwerpunkt wandern. Mit dem linken Arm gelingt mir das einigermaßen. Die rechte Seite jedoch (siehe Bilder) birgt jede Menge Spielraum für Verbesserung und somit auch Potential, meinen Krafteinsatz besser auszunutzen.

3. Lockere Überwasserphase

1-Überwasser-rechts-Unterarm

3-Überwasser-Unterarm-Atmung

Während der Überwasserphase, also der Bewegung der Hand und des Arms nach vorne zum Wiedereintauchen, sollte sich die Muskulatur – wenn möglich – entspannen. Das ist natürlich insgesamt nur eine minimale Zeitspanne, aber auch diese gilt es optimal zu nutzen und nicht unnötig Energie verpuffen zu lassen.

Leistungsreserve: Mein Schulterbereich, Arm sowie die Hand stehen unter sichtbarer Anspannung – von Entspannung also keine Spur! Das obere Bild zeigt, dass meine Bewegung über Wasser von der Hand angeführt und vorgegeben wird. Allerdings sollte meine Hand in dieser Position locker über der Wasseroberfläche nach vorne gehen und die Bewegung insgesamt vom Ellbogen angeführt werden. Noch deutlicher ist die Anspannung in Schulter und Arm zu erkennen, wenn ich zum Atmen meinen Kopf zur Seite drehe (unteres Bild). Auch hier gilt es viel mehr Lockerheit in die Bewegung zu bekommen.

Nächste Woche seid ihr an der Reihe

Ihr merkt schon, das war jetzt sehr Niclas-bezogen. Ich wollte euch gerne einen Einblick in die Analyse geben und zeigen, dass Stephen ein wirklich gutes Auge hat. Im Video konntet ihr euch ja schon einen Eindruck machen, wie die Schwimmerei bei mir aussieht. Und vielleicht geht ja mit den Tricks und Tipps von Stephen noch ein bisschen was. Mein Ziel ist dabei nicht schneller, sondern ökonomischer zu werden.

Damit ihr auch von Stephens Know-How profitieren könnt, dürft ihr euch auf den nächsten Artikel zum Thema Schwimmen freuen. Dann wird Stephen euch nämlich die „typischen“ Fehler von Triathleten zeigen – vielleicht entdeckt ihr euch dann auch wieder. Und er verrät, wie man diese angehen und verbessern kann. Schaut also auf jeden Fall wieder vorbei.

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