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Best of Bocki #51 – Noch 8 Wochen bis zum Marathon: Rote Zahlen

Als hätte es so kommen müssen: Ich muss die ersten Rückschläge auf dem Weg zum Marathon einstecken. Außerdem scheint die Anfangsmotivation langsam aber sicher aufgebraucht und zu allem Überfluss hat sich eine handfeste Grippe in mir breit gemacht. Es könnte also kaum schlimmer sein (könnte es natürlich schon, aber ein bisschen Jammern gehört halt dazu). Noch acht Wochen bis zum Düsseldorf Marathon.

Niclas Ehrlich währt am längsten
05. März 2020 Blog Laufen Marathon

„Ruf meine Mutter an.“ Mit diesen hilflosen Worten habe ich Tamara heute morgen aus dem Bett geworfen. Nachdem ich ins Badezimmer getaumelt war und mir das Fieberthermometer knapp 40 Grad angezeigt hatte, musste Hilfe her. Was auch immer die Hoffnung davon ist, oder was die Mutter tun soll, wenn sie in aller Herrgottsfrüh angerufen wird, so ist es doch der erste logische Schritt, den man als Mann zu gehen hat, wenn die eigene Gesundheit auf dem Spiel steht.

Nach einem Arztbesuch, einer ordentlichen Ladung Ibu, viel Schlaf, viel schwitzen und viel jammern, fühle ich mich aber mittlerweile so, als würde ich es überleben.

10 Kilometer in 34:21 Minuten – und dann ging’s bergab

Es ist gerade mal zwölf Tage her, da stand ich fit und bereit an der Startlinie eines 10 Kilometer Laufes. Es sollte ein nächster Formcheck werden. Ich liebäugelte mit einer Zeit von knapp unter 34 Minuten. Nach anfänglicher Enttäuschung gab ich mich mit der 34:21 Minuten, die es am Ende wurden, zufrieden. Ein logischer Fortschritt, wenn ich mir die Leistung und Zeit von 35:10 Minuten, die ich sechs Wochen zuvor gerannt war, anschaue.

Das Resultat stimmte mich zwar positiv, aber der Blick auf die bevorstehenden zwei Wochen verunsicherte mich ein wenig. Es war kaum ein freier Spot fürs Training in Aussicht und ich bin ehrlicherweise kein Freund von Kompromiss-Training. Ich weiß natürlich, dass „ein bisschen was machen“ besser ist als gar nichts zu machen, aber so richtig wohl fühle ich mich mit dem Gedanken nicht. Unbewusst reagiere ich dann immer etwas trotzig und denke mir „dann kann ich es auch gleich sein lassen“.

Bruch im System

Wie auch immer, auf den 10er folgten zwei ruhige Einheiten und dann passierte der Bruch: Dienstags standen knapp 15 Kilometer auf dem Plan, Mittwochs sollten es 31 werden. Die Dienstags-Einheit schob ich ungewollt lange vor mir her und als ich dann endlich los kam, setzte zuerst Regen ein, dann Hagel. Als ich am Ende der Einheit die Stopptaste an meiner Uhr drückte und der Regen prompt aufhörte vom Himmel zu fallen, war meine Laune am Tiefpunkt angekommen.

Auf den langen Lauf am Mittwoch hatte ich Bock, nur schien wieder alles anders zu laufen als geplant. Zwischen Terminen, Telefonanrufen und allem anderen Kram rückte der Lauf auf der Tagesordnung immer weiter nach hinten. Und als ich endlich loslaufen konnte – Regen. Was für ein Scheißdreck! „Das ist nicht das, wofür ich es mache“, beschwerte ich mich bei Tamara als ich wieder nach Hause kam. Keine Spur von Spaß und Freude, im Gegenteil löste das Training bei mir richtig schlechte Laune aus.

Aber durchgezogen, Fleißpunkte gesammelt. Auch das gehört zur Marathonvorbereitung.

Dann hieß es Auto packen und ab nach Nürnberg. Die motrivation stand an und somit drei lange Tage in einer Messehalle, vermutlich wenig Schlaf und noch weniger Zeit zum trainieren. Und so kam es dann auch. Und ehrlich gesagt, war ich auch froh drum. Ich hatte keinen Bock auf Teufel komm‘ raus ein paar Laufkilometer in den Tag zu quetschen. Im Gegenteil wollte ich die Zeit genießen und einfach mal wieder ein bisschen Luft an die Marathonvorbereitung lassen. Und mit niemandem geht das so gut, wie mit Nick von der Triathlon Crew Cologne. Und so kam es, dass wir uns die Freitagnacht um die Ohren schlugen und Training einfach mal Training sein ließen.

Als es Sonntag wieder nach Hause ging, war ich ordentlich im Sack. Aber erstmal keine Aussicht auf Erholung, mit Vollgas ging es durch den Montag und den Dienstag – nur zum Laufen war keine Zeit.

Und dann hat sich der Chef im Ring gemeldet: Der Körper. Ich war durch.

Am Dienstagabend spürte ich schon, dass ich in den nächsten Tagen wohl weiterhin keinen Gedanken ans Laufen verschwenden müsste, denn die Grippe war im Anmarsch. Und so liege ich jetzt hier und hatte Zeit für dieses Update auf dem Weg zum Marathon.

Rückschläge gehören wohl dazu und es könnte wahrlich alles schlimmer sein. Vermutlich dauert es noch ein paar Tage, dann ist die Grippe schon wieder vergessen und das Training Richtung Marathon kann in die finale Phase gehen. Ich versuche es positiv zu sehen: Durch die letzten Tage, den Stress und jetzt die Zeit im Bett, habe ich wieder richtig Bock zu rennen. Manchmal schadet so ein kleiner Dämpfer also gar nicht, man erkennt es nur häufig nicht auf Anhieb.

2 Kommentare

  1. Bocki,
    da schreibste was! Zwar gehts bei mir nur um einen Halben (also…äääh…Marathon. Einen halben Marathon), der in drei Wochen ansteht, aber ich schlage mich seit zwei Wochen mit irgendeiner dämlichen Erkältung rum die nicht verschwindet. Zwar ohne Fieber, aber nervig. Laufkilometer in den letzten 14 Tagen um und bei 20. Motivation bei 0. Keine Ahnung wie ich den Trainingsplan noch anpassen soll um das halbwegs sinnvoll zu Ende zu bringen. Aber durchgezogen wird es. Gute Besserung und lass krachen!

  2. Kann eben nicht immer alles grün sein in TP (naja, außer bei Nick). So ist das Leben. Ohne solche Rückschläge im Training wäre es ja auch keine wirkliche Herausforderung.
    Außerdem finde ich sind die Läufe über die Rheinbrücken bei Wind, Hagel und Arschlochwetter manchnmal doch auch schön. Besonders danach.

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