Nach was suchst du?

Christian bloggt – Trainersuche, Shopping und Termine: Die Planung vor der ersten Trainingsstunde

Dass der Weg zum Ironman nicht einfach wird, war klar. Wie viel Planung und Organisation nötig ist, noch bevor auch nur ein erster Schweißtropfen geflossen ist, das hat einem keiner gesagt.

Christian Siedler von Pushing Limits
Christian Siedler Fotograf & Hobby-Athlet
05. Dezember 2018 Blog Triathlontraining

Ein Start wie aus dem Bilderbuch, einem Orthopädischen

Unser Start, direkt nach Veröffentlichung des ersten Artikels: Sarah plagten Knieprobleme und ich lag mit Rückenschmerzen wie eine defekte Heuschrecke auf der Isomatte. Selbstmitleidig kramten wir die Wehwehchen der Profis raus um uns zu beruhigen, dass auch die stärkste Maschine mal stottert. Kein Problem, noch ist Zeit, nicht für Panik allerdings.

Mit einem Fragenkatalog auf Partnersuche

Die Suche nach einem Trainer beginnt, wie so häufig auch die Partnersuche, im Internet. Auf YouTube gibt es einige potentielle Kandidaten, die ihr Wissen gerne und unterhaltsam teilen, somit einen guten Einblick in ihre Ansätze geben und damit Pluspunkte sammeln (Gruß nach Köln). Von Freunden und Bekannten, die bereits eine Langdistanz erfolgreich finishen konnten, holten wir uns ein paar Namen ab. Persönliche Kontakte hat man auch und in diversen Facebookgruppen wird die Frage ebenfalls regelmäßig gestellt. Die trockene Internetsuche erweiterte das Angebot an potentiellen Schleifern. Da man hier jedoch so gut wie keinen persönlichen Bezug herstellen konnte, fielen diese Kandidaten recht schnell wieder unter den Tisch. Ein paar Namen wiederholten sich und mit einem kleinen Fragenkatalog und Ausschlusskriterien ging es ins Diktat:

Warum nur einen Trainer, wenn du Zwei bekommen kannst

  • Wichtig war uns die Möglichkeit eines persönlichen Kennenlernens.
  • Sarah hatte zudem den Wunsch nach einer weiblichen Kommandantin.
  • Wie oft ist das kontaktieren möglich?
  • Wie häufig werden die Pläne aktualisiert?
  • Welche Eingangstest werden gemacht und wie oft wiederholt?
  • Ist persönliches Coaching in den Einzeldisziplinen möglich?
  • Welche Trainingsprinzipien kommen zum Einsatz – wissenschaftlich oder konservativ?

Diese und noch ein paar weitere Fragen wurden formuliert, aber nicht jede direkt so gestellt. Gerne haben wir den Fachmann frei reden lassen, so erfährt man noch am meisten. Kürzen wir hier ab. Ein paar Gespräche und Telefonate später sind wir bei Melanie und ihrem Freund Stavro von www.yeahsport.de gelandet. Nach einem ersten telefonischen Kontakt war dann auch relativ schnell klar, dass das mit uns Dreien bzw. Vieren funktionieren könnte und so kam es zu einem Treffen im beschaulichen Wuppertal an ihrem Küchentisch und einer ersten Bestandsaufnahme.

Sätze wie “Wir sind große Freunde vom Rollentraining” ließen mein Netflix-Herz höher schlagen und in meinem Kopf summte ich schon die Titelmelodie von Game of Thrones.

Auch wurde uns klipp und klar gesagt, dass in der Vorbereitungszeit Marathonverbot herrscht. Ich quittierte dieses mit einem routinemäßigen “Tja”. Sarahs Mundwinkel zog es dagegen Richtung Tischplatte.

Der längste Lauf in der Vorbereitung wird 30km lang sein, in 800m Intervallen, und wahrscheinlich nur ein einziges Mal vorkommen. Klare Ansagen und Programm statt Umfang, genau was wir gesucht haben.

Wenn Triathlon eine fünfte Disziplin hat, dann ist diese gefühlt das Geldausgeben

Nicht nur wir hatten einen Wunschzettel, sondern auch der Trainer. Ein Check-Up beim Arzt mit großem Blutbild sowie eine Leistungsdiagnostik standen da ganz weit oben auf der Liste. Die Anzahlung fürs Trainingslager, Langhantel, Powerpedale und diverse andere Sportutensilien plünderten die Geldbörse zusätzlich und die letzten Ausgaben waren dies noch lange nicht. Auch wenn wir die Anschaffungen als sinnvoll erachten und das Warum kaum in Frage stellen, die finanziellen Anstrengungen, noch vor dem ersten Trainingstag, führten bereits zu Ermüdungserscheinungen im Portemonnaie und Falten auf der Stirn.

Bei Sarah war auch noch eine Geometrieoptimierung des Triathlon-Rades notwendig.
Was für den Weltmeister gut ist, kann uns nur recht sein, also ab zu STAPS nach Köln zum Bikefitting. Es wurde einiges ein- und umgestellt, am aufwendigsten gestaltete sich die Findung der optimalen Sitzposition. Mit einem letztendlich neuen Sattel, einem zufriedenen Gefühl und dem Wunsch das Rennrad am liebsten auch direkt einstellen zu lassen, ging es wieder zurück nach Düsseldorf.

Butter bei die Fische

Ich habe noch nie eine Leistungsdiagnostik gemacht. Ich weiß nur, im richtigen Outfit sieht es aus als ob Darth Vader auf einem Laufband ballert. Mit maskuliner Überheblichkeit mache ich die Ansage, Adam, einem befreundeten Personal-Trainer, das Laufband kaputt zu treten und die Skala zu sprengen. Wie so eine Leistungsdiagnostik genau abläuft, könnt ihr im Artikel von Niclas nachlesen. Exorbitant gute Werte hatten wir nicht zu bieten, dafür aber eine Kamera im Anschlag.

Weit weg von Kacke

  • Christian:

    Ich bringe eine gute Basis mit, aber muss eben doch in allen Bereichen arbeiten. Der GA2 Bereich ist z.B. so  dünn wie mein Haupthaar und auch an der Lauftechnik muss geschliffen werden – verdammtes Video!
    Der GA1 Bereich ist auf dem Rad dagegen angenehm breit und lässt viel Spaß auf Zwift zu. GA2 ist auch hier wieder schmal, aber in meiner Leistungsklasse wird man auf der Ironman-Distanz kaum über 200 Watt treten.

  • Sarah

    Das Wettkampf-Jahr hat anscheinend doch mehr Spuren hinterlassen als angenommen, die sich dann eben auch in der Diagnostik bemerkbar machten. Es fehlt an Power in den Beinen. Und Armen. Und überhaupt… Das ist es also, dieses berühmt-berüchtigte Übertraining! Ich wollte es ja nicht hören. Ist aber wohl so, steht da nun schwarz-auf-weiß. Also… GA1, GA1, GA1.

Um die Wettkampf-Atmosphäre vor der Marathon-Zwangspause noch einmal genießen zu können, hat Sarah tags darauf einen Ultratraillauf als erste Frau beendet, um dann, zwei Wochen vor Trainingsplanstart, wenigstens noch eine petit-Off-Season zu zelebrieren. Soviel zum Thema Übertraining.

Können wir jetzt endlich anfangen?

Nach etlichen Terminen hat nur noch die NSA mehr Daten über uns und nun geht es wirklich los. Wir sind gespannt, wie sich der erste Trainingsmonat gestaltet. Wie sich Sarahs Schichtdienst mit dem Plan verträgt, ob ich noch Zeit zum fotografieren finde und was wir von dem Plan gemeinsam machen können. Ein erster FTP Test ist auch bereits im Kalender gelistet – na, da freuen wir uns drauf.

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